Harke und Rechen: Eine Frage der Zinken

Harke und Rechen sind nicht dasselbe – auch wenn Sie oft gleichbedeutend verwendet werden. Harken sind eher für grobe Arbeiten wie Bodenlockerung geeignet, während Rechen hauptsächlich zum Zusammenfegen ("Zusammenrechen") von Blättern, Grasschnitt oder kleinem Astwerk verwendet werden.

Harke: Durchharken, einharken, unterharken

Um Ihnen zu zeigen, was eine Harke ist, erläutern wir hier noch einmal kurz das Prinzip: Stabile, manchmal sogar scharfe Zinken, die in den Boden eindringen und ihn aufreißen können, machen die Harke zu einem wichtigen Bodenlockerungswerkzeug. 

Insbesondere lehmige und tonhaltige Böden neigen dazu, bei Hitze und längeren Trockenperioden zu verhärten. Dann kann nur noch wenig Wasser an die Pflanzen gelangen. Wird diese oberste Bodenschicht sorgfältig durchgeharkt, haben Boden und Pflanzen wieder Luft und Wasser zum Atmen und Wachsen.

Auch zum Verteilen und Einarbeiten von Humus, Torf oder Kompost sind Harken bestens geeignet – ein echtes Garten-Basic.

Rechen: Laub, Gras und Zweige zusammenrechen

Die Rechenaufgaben sind vielfältig: Meistens werden sie als "erweiterter Besen" im Garten eingesetzt. Als Laubrechen entfernen Sie im Herbst Blätter von Rasen und Wegen – die Beete sollte man übrigens unter einer dünnen Laubschicht als Frostschutz belassen. Mit dem Zinkenfächer werden die Blätter oder kleinen Zweige erfasst und lassen sich zu Laubhaufen aufschichten.

Eine andere Variante des Rechens kommt eher aus der Landwirtschaft, lässt sich aber auch im Hausgarten einsetzen: Der Heurechen wurde ursprünglich von Knechten verwendet, um das in der Sonne trocknende Heu zu wenden und später zusammenzurechen. Nahezu die gleiche Aufgabe kann der Heurechen bei Ihnen im Garten wahrnehmen: Wenn Sie einen Rasenmäher ohne Fangkorb besitzen oder eine Wiese mit einer Motorsense bearbeiten, können Sie mit einem Heurechen einfach und gründlich den Grasschnitt aufsammeln.

Laubrechen
Laubrechen
Heurechen
Heurechen

Das Rechenbauen als traditionelles Handwerk

Ein guter Rechen muss nicht zwingend maschinell hergestellt worden sein, sondern kann auch von Hand gebaut werden. Wie in Thörl bei Bad Mitterndorf, einer kleinen Ortschaft rund hundert Kilometer südöstlich von Salzburg gelegen. Dort wird noch das traditionelle Rechenmacherhandwerk ausgeübt. In dem 1677-Seelen-Dorf betreibt der passionierte Fred Scherma, welcher die Kunst von seinem Vater überliefert bekommen hat, das Handwerk als sein Hobby. Der traditionelle Rechen ist auch heute noch ein unentbehrliches Gerät in der österreichischen Landwirtschaft.

Im ersten Schritt der Herstellung werden Äste des Berberitzenstrauchs in 60 cm lange Hölzer geschnitten, mit einem kleinen Beil gespalten und in die richtige Form geschliffen. Diese dienen später als Rechenzähne.
Für den Rechenbalken, das Stück an welchem die Zähne befestigt werden, wird vorbearbeitetes Buchenholz verwendet. Das Holz wird zunächst solange geschliffen, bis es die richtige Form hat. Mit einer Lochlehre, einer Art Zollstock, wird der Abstand der Zähne darauf übertragen. Danach werden dann die Löcher für die Zähne gebohrt, bevor der Rechenbalken in seine Endform geschliffen wird.
Die Rechenzähne werden vor dem Einschlagen in den Balken leicht befeuchtet, was die Gleitfähigkeit erhöht. Nachdem alle Zähne ihren Platz gefunden haben, werden diese mit einer Schablone auf eine einheitliche Länge markiert und beschnitten.
Nun fehlt nur noch der Rechenstab. Der 2,6 m lange Stab aus Fichtenholz wird gespalten und verarbeitet. Im mächsten Schritt wird er mit einem Rundhobel zunächst grob, dann fein nachbearbeitet. Das Ende wird der Öffnung im Rechenbalken angepasst und hineingeschlagen. Zwei Zähne sorgen für die nötige Festigkeit.

Nach sechs Stunden Arbeit ist der Rechen fertig gestellt. Ganz ohne Fabrik, Fließbänder oder große Machinen. Nur von einem alten Mann und seinen beiden Händen.

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Bildnachweis
1. "Harke": © Albert Calahan, SoilRake / Wikimedia Commons, Lizenz: Public Domain
2. "Laubrechen": © Albert Calahan, GrassRake  / Wikimedia Commons, Lizenz: Public Domain
3. "Heurechen": © Michael Winkler, Heurechen haeringer rechen / Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE
4. "Harke und Rechen": © Pandi / www.pixelio.de
5. "Häcksler/Mulcher": © Bosch GmbH
6. "Astschere": © Uschi Dreiucker / www.pixelio.de
7. "Motorsäge/Kettensäge": © Paul-Georg Meister / www.pixelio.de
8. "Komposter": © Erika Hartmann / www.pixelio.de
9. "Rasenmäher": © Anne Bermüller / www.pixelio.de
10. "Spaten": © Andre Petter / www.pixelio.de
11. "Unkrautstecher": © MFD - Gartencenter

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