Garten planen

Gartenplanung - In wenigen Schritten zum perfekten Garten

Zusammen mit dem Traum vom eigenen Haus wollen sich viele auch ihren Wunsch nach einem schönen Garten erfüllen. Doch bevor man voller Elan in den nächsten Baumarkt oder die Gärtnerei in der Nachbarschaft geht, sollte man sich über die Voraussetzungen des Grundstücks, die Lage und auch den gewünschten Gartenstil Gedanken machen. Sind Sie nach dem letzten Urlaub in Italien von den mediterranen Gärten begeistert? Oder schwebt Ihnen er die natürliche Strenge eines japanischen Gartens vor? Wie groß darf der Garten überhaupt sein und viel wie Budget wollen Sie zur Gestaltung Ihres Traumgartens aufwenden?

In unsere Ratgeber stellen wir Ihnen 4 hilfreiche Tipps vor, die Sie bei der Planung Ihres Gartens unterstützen. Dabei gehen wir auf den Grundriss des Grundstückes ein, auf die geologische Lage, die Bodenbeschaffenheit und die Lichtverhältnisse. Danach werfen wir einen Blick auf einen möglichen Altbestand und was Sie beachten sollten, wenn Sie einen Zier- oder einen Nutzgarten anlegen wollen. Ein gezeichneter Plan, den entweder Sie oder ein Gartenarchitekt nach Ihren Vorstellungen anfertigt, hilft bei der Visualisierung der Gartenanlage. Abschließend sollten Detailfragen des Gartendesigns geklärt werden.

1. Die Beschaffenheit des Grundstücks ist entscheidend

Da Haus und Garten eine funktionale und optisch ansprechende Einheit bilden sollten, ist es wichtig, bereits bei dem Erwerb des Baulandes auf die Beschaffenheit der Gartenfläche zu achten. Wie viel Platz ist für Haus und Garten vorgesehen? Befindet sich das Grundstück an einem Hang oder liegt es an einem See? Haben Sie einen kleinen Vorgarten, den sie ebenfalls gestalten wollen? Erst wenn Sie diese Parameter beachtet haben, können Sie mit der Grundrissplanung für Haus und Garten beginnen und sich dabei auch an professionelle Hilfe wenden, um das Grundstück entsprechend Ihrer Wünsche und Bedürfnisse zu entwerfen. 

Wichtig ist sowohl für den Haus- als auch den Gartenbau die Klärung der Lichtverhältnisse. Das Schlafzimmer sollte Richtung Osten, also der aufgehenden Morgensonne zugewandt angelegt werden, die Terrasse könnte wiederum eher im Westen liegen, um die milde Abendsonne zu genießen. Auch die Pflanzen sollten Sie nach deren bevorzugten Standorten auswählen. Mediterrane Blüher und Kräuter mögen es meistens sonnig und warm, während Sträucher wie der Rhododendron lieber im Schatten stehen. Auch ein Gartenteich sollte nicht der direkten und langen Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein, da dies das Wachstum der Algen anregt und außerdem den Fischen nicht gut bekommt. 

Auch die Bodenbeschaffenheit spielt eine wichtige Rolle. Manche Gegenden in Deutschland erlauben keine Keller, da der Untergrund aus massivem Gestein besteht. Andere haben Lehm und Sandböden, auf denen eher anspruchslose Gewächse gedeihen. Um eine optimale Bepflanzung zu garantieren, sollten Sie in jedem Fall dunkle und nährstoffreiche Pflanzerde beim Anlegen der Beete verwenden und je nach Bodenqualität regelmäßig düngen.

Nachdem diese wichtigen Grundlagen in die Planung mit einbezogen sind, sollten Sie auf den Altbestand an Sträuchern, Hecken und Bäumen blicken.

Übrigens: 15-20 % des Grundstückspreises sollten für den Gartenumbau und dessen Gestaltung eingeplant werden. 

2. Alter Pflanzenbestand muss nicht zwangsläufig entfernt werden

Auch wenn Sie vielleicht lieber die ganze Freiheit bei der Gartenplanung ausnutzen wollen, raten viele Landschaftsgärtner von einem vorschnellen Fällen der bestehenden Gehölze ab. Besonders Obst- und Nussgehölze brauchen viele Jahre um zu wachsen und wohlschmeckende Früchte tragen zu können. Außerdem bieten sie mit ihrer dichten Krone einen natürlichen Sichtschutz, spenden Schatten und bilden erste Blickpunkte, an denen Sie sich bei der Gestaltung orientieren können. Ist der Baum jedoch alt, krank oder besteht Sturzgefahr, sollte er natürlich durch geschultes Personal gefällt werden. Alternativ können Sie auch die Äste beschneiden lassen, um mehr Licht für Ihren Garten zu gewinnen. Falls bereits Hecken oder Zäune als Einfriedungen zum Nachbargrundstück bestehen, sollten Sie auch überlegen, diese einfach weiterzunutzen, und ggf. nur Beschneidungen vorzunehmen oder schadhafte Stellen auszubessern.

3. Grundstück abmessen und erste Gartengestaltungsideen aufzeichnen

Um sich bei der Gartenplanung nicht auf das Augenmaß zu verlassen, sollten Sie mit einem Maßband die Abmessungen Ihres Gartens festhalten und auf die Skizze übertragen. Gestaltungsideen wie Beete, Sträucher, Hecken, Bäume, ein Gartenhaus, eine Terrasse oder sogar ein Pavillon können in verschiedenen Ausrichtungen auf dem Entwurf eingezeichnet und auf den Grundriss angepasst werden. Wenn Sie Ihren Garten durch einen Gartenarchitekten planen lassen, kann dieser Ihnen mit wenigen Klicks verschiedene Entwürfe Ihres Gartens mithilfe eines Programms anzeigen lassen und nach Belieben ändern. Ein Gartenarchitekt kann Ihnen auch mit erfahrenem Rat zur Seite stehen, falls Sie nur einen kleinen Garten anlegen können, diesen aber möglichst effektiv nutzen wollen. 

Auch Ihre grundsätzliche Vorstellung des Gartens sollte vorab geklärt sein: Wollen Sie Obst und Gemüse anbauen, im Sommer und Herbst Tomaten, Gurken und Möhren ernten und viel Zeit im Beet verbringen, sollten Sie die Option eines Gewächshauses oder eines Hochbeets mit Ihrem Gartenplaner besprechen. Wenn Ihnen eher ein Ziergarten mit vielen bunten Gartenblumen und verschiedenen Dekorationselementen vorschwebt, sollten sie an Wege und kleinere Beete denken. Falls Sie es lieber puristisch und symmetrisch mögen und auch nicht viel Zeit mit der aufwändigen Pflege Ihres Gartens verbringen wollen, kann ein klassischer Steingarten mit grünen Akzenten durch Rasen, Kräuterspiralen und Zypressen genau die richtige Lösung für Sie sein. Falls Sie auch an ein kleines Gartenhaus für Geräte und Rasenmäher gedacht haben, sollten Sie dessen Abmessungen in den Plan übernehmen und sich in einem Baumarkt nach einem geeigneten Modell umsehen. 

Übrigens: Denken Sie beim Anlegen Ihres Gartens nicht nur an Ihre persönlichen Wünsche. Ihr Partner oder Ihre Kinder wollen auch Zeit im Grünen verbringen, weshalb Ihre Vorstellung in die Planung Eingang finden sollten. Falls Sie Haustiere haben, beachten Sie, dass diese vielleicht nicht ganz so sorgfältig mit den Beeten und Pflanzen umgehen. Setzen Sie in einem solchen Fall empfindliche Pflanzen daher lieber in ein Hochbeet ein. 

4. Im letzten Schritt sollten die Details besprochen werden

In den letzten Jahren hat sich ein Trend zu runderen Abgrenzungen von Rasen und Beet eingestellt. Außerdem können kleiner gehaltene Buchsbäume verschiedene Beetbereiche voneinander abtrennen und somit natürliche Grenzen setzen. Gartenbewässerung und Gartenbeleuchtung sind ebenfalls Aspekte, die Sie bedenken und planen sollten. Bei der Gestaltung einer Terrasse kann ein Sonnensegel zur Abkühlung beitragen und gleichzeitig als Sichtschutz dienen. 

Für die Wahl der passenden Gartenbepflanzung empfiehlt sich der Rat eines erfahrenen Gärtners, denn Blumen und Sträucher stellen an den Garten verschiedene Ansprüche. Sonnige, schattige oder halbschattige Standorte sind genauso wichtig wie die Qualität des Bodens. Besonders Sträucher aus mediterranen Gefilden fühlen sich in sonnigen und eher trockenen Böden wohl, während Lilien und Schachtelhalm es gerne feucht haben. Manche Pflanzen müssen auch im Keller überwintern und sollten daher lieber gleich in Töpfe gepflanzt werden, um unnötiges Ausgraben im Herbst zu vermeiden. Da Blumen zu verschiedenen Jahreszeiten blühen, bietet es sich an, in der Gärtnerei nach Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeiten zu fragen, um die Farbenpracht Ihres Gartens lange genießen zu können. 

Bei der Gartendeko sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Achten Sie jedoch auf wetterbeständige Materialien, die sich auch pflegeleicht reinigen lassen.

Die wichtigsten Schritte zur Gartenplanung in der Übersicht:

  1. Bestandsaufnahme des Grundstücks, Budgetplanung, Licht- und Bodenverhältnisse prüfen
  2. Altbestand untersuchen und ggf. weiter nutzen
  3. Garten abmessen und Planungsskizzen entwerfen, Gartenarchitekten beauftragen und Familie nach Wünschen fragen, Gartenstil bestimmen
  4. Detailfragen klären, Pflanzen auswählen

 

Mit diesen einfachen Schritten ist der Weg zum Traumgarten nicht mehr weit. Lassen Sie sich bei den verschiedenen Schritten ruhig Zeit und planen Sie die verschiedenen Bereiche Ihrer grünen Oase sorgfältig, damit Sie an Ihrem Haus und Garten lange Freude haben


Bildnachweis
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