Gabionen bauen: Steinkörbe als Lärmschutz

Gabionen, vom italienischen Wort gabbione = Käfig abgeleitet, stellen eine moderne und ökologische Methode der Grundstücksbegrenzung dar. Sie können entweder fertig befüllt gekauft oder selbst mit geeignetem Steinmaterial befüllt werden.

Die in Deutschland auch Steinkörbe genannten, aufgelockerten und doch massiven Wälle bieten darüber hinaus ein Biotop für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Sie lassen sich problemlos begrünen und bieten sicheren Schutz vor Hangerosion und Umwelteinflüssen. Wer die Steinoptik nicht mag, kann die stabilen Steinkörbe auch mit Muttererde überdecken und so solide, grüne Wälle erzeugen. In diesem Artikel wird der naturnahe Lärm- und Sichtschutz vorgestellt.

Sichtschutz

Einsatzgebiete für Gabionen

Gabionen sind vielfältig einsetzbar und im deutschen Garten- und Landschaftsbau noch gar nicht so lange bekannt. Erst seit etwa 2001 werden Gabionen in Deutschland fertig befüllt angeboten, natürlich kann man sie nach wie vor selbst befüllen. Von der ursprünglichen Funktion als Lärm- oder Sichtschutzwand wurden mittlerweile einige interessante andere Funktionen abgeleitet.

So eignen sich die stabilen und dauerhaften Gabionen auch als Hangstützwand, an der sie Erosion verhindern und optisch deutlich reizvoller als Betonspundwände und haltbarer als trockene Natursteinmauern sind.

Im heimischen Garten steht der Sicht- und Lärmschutz im Vordergrund. Gabionenwände bieten dem Schall eine gute Angriffsfläche; die große und zerklüftete Oberfläche der Steinkörbe wirft den Schall zurück und sorgt für Ruhe auf dem eigenen Grundstück. Mit Gabionen lassen sich darüber hinaus auch Hochbeete oder Abstufungen anlegen. Ein Gabionen-Hochbeet ist dauerhafter als ein vergleichbares Bauwerk aus Holz und darüber hinaus, bei geeigneter Wahl des Steinmaterials, auch deutlich günstiger und einfacher zu verbauen.

Gabionen selbst bauen – Maßgeschneiderte Lösung

Gabionen aus Sandstein
Gabionen aus Sandstein

Um Gabionen zu bauen, kann man in Garten- und Landschaftsbaufachmärkten, vereinzelt auch in gut sortierten Baumärkten, fertige, zerlegte Gabionen kaufen. Diese werden vor Ort dann in der gewünschten Form zusammengesetzt und mit geeignetem Steinmaterial befüllt. 

Vorteil dieser Lösung ist, dass die Gabionen sich maßgeschneidert an den eigenen Garten beziehungsweise an das eigene Grundstück anpassen lassen. Auch Kurven sind möglich, ebenso individuelle Breitenzuschnitte. 

Durch das hohe Eigengewicht der Gabionen müssen meist keine Fundamente für die Steinkörbe gegraben werden. Lediglich eine Grube im Maß etwa eines Drittels der untersten Gabione muss ausgehoben werden. In Gebieten mit hoher Bodenfeuchte, beispielsweise in Wasserlaufnähe oder Senkenlagen, sollte Rücksprache mit einem Experten gehalten werden. Eventuell sind hier Drainagemaßnahmen erforderlich, die ein Absacken oder Unterspülen der Gabionenwand verhindern.

Geeignetes Füllmaterial für Gabionen

Man unterscheidet zwei Füllungsmethoden für Gabionen: Bei den sogenannten Schüttkörben werden die Drahtkörbe mit losen Steinen, die etwa das anderthalb- bis zweifache der Maschengröße messen, befüllt. 

Mauersteinkörbe hingegen werden mit großen Natur- oder Kunststeinen an den Sichtseiten "ausgemauert". Der Mittelteil der Gabione wird dann mit grobem Schotter gefüllt. 

Stabil und dauerhaft sind beide Varianten, der Schüttkorb muss nicht zwingend günstiger sein. Als Füllmaterial für Schüttkörbe eignen sich Granit, Basalt, Quarzit, Dolomit und Kalkstein. Sandstein ist aufgrund seiner Verwitterungseigenschaften weniger geeignet, wird aber dennoch aus optischen- oder Denkmalschutzgründen oft eingesetzt.

Hochwertige Gabionen zeichnen sich dadurch aus, dass die Sichtflächen von Hand aufgeschichtet werden. Hier werden passende Steine zu einem möglichst homogenen Gesamtbild zusammengefügt. Dahinter kann dann, analog zum Mauersteinkorb, auch minderwertigeres Gestein oder Schotter verwendet werden.

Gabionen als Hangstütze und Böschungsschutz

Gabionen eignen sich aufgrund ihrer massiven Bauweise und ihrer dauerhaften Stabilität exzellent als Gestaltungsmittel im Garten- und Landschaftsbau. Die Steinkörbe sind nach dem Eingraben unverrückbar und lassen, im Unterschied zu Betonwänden, Raum für Kleinlebewesen und Pflanzen. 

Rechts im Bild wurde eine Böschungsbefestigung mit Gabionen ausgeführt. Diese bleibt auch bei Starkregen stabil, durch die Gabionen kann zusätzlich Wasser im Boden versickern. Bei einer zusätzlichen Bepflanzung hat Hangerosion so keine Chance.

Für Garageneinfahrten, Rasenflächen und Grundstücksgrenzen bieten sich so neue Möglichkeiten der Gestaltung, die auch begrünt werden können und sich fast natürlich ins Landschaftsbild einfügen lassen.

Gabionen bepflanzen

Gabionen bepflanzen ist nicht besonders schwierig. Prinzipiell können hier Pflanzen verwendet werden, die man auch im Steingarten findet. Da zwischen den Gabionensteinen bei geeigneter Auswahl des Füllmaterials genügend Platz vorhanden ist, lässt sich Mutterboden für Rankpflanzen in den Zwischenräumen unterbringen.

Auch können Gabionen mit jeder Art von Rankplanzen, beispielsweise Efeu, Wildem Wein oder Clematis begrünt werden. Durch die Gitter wird den Pflanzen optimaler Halt geboten. Im oberen Bereich der Gabionen können auch Mulden für Pflanzkübel in das Füllmaterial eingelassen werden. So lassen sich die Steinquader als Pflanzhilfe verwenden. 

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Weiterführende Informationen

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Bildnachweis
1. "Gabione" (Nerezový gabion inoxx.cz) von Isedlak, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
2. "Gabionen aus Sandstein" © s.media / Pixelio
3. "Gabionen als Hangstütze": © MFD - Gartencenter

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