Garten für Selbstversorger
Selbstversorgung aus dem Garten: Die Äpfel aus dem Supermarkt sind mit bis zu 25 verschiedenen Pestiziden behandelt, die Birne aus Argentinien hat bis zu ihrer Ankunft bereits ihren Beitrag zur Klimaveränderung geleistet und wo kommt die Bio-Tomate eigentlich wirklich her? Diese Frage lässt sich oft erst nach einem intensiven Studium der Biosiegel-Vorschriften klar beantworten. Kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen dafür entscheiden, sich ein Stück weit von Nahrungsmitteln aus dem Supermarkt zu distanzieren und sie stattdessen selbst anzubauen.

Obst und Gemüse im eigenen Garten zu züchten bietet neben gesundheitlichen Vorteilen und Unabhängigkeit außerdem langfristige Geldersparnis und ein enges, positives Verhältnis zur eigenen Ernährung. Ein neues, meditatives Hobby und Glücksmomente bei der Ernte der ersten, selbst gezüchteten Tomaten liefert die damit verbundene Gartenarbeit noch gratis dazu.
Hier möchten wir einigen Gemüse- und Obstsorten vorstellen, die gut im heimischen Garten angebaut werden können und zeigen, wie die Zucht am besten gelingt.
Selbstversorgung: Herausforderung und Chance
Sich komplett aus dem eigenen Garten zu versorgen, ist schon eine größere Herausforderung. Man sagt zwar, dass es mit ca. 300 m² Garten möglich ist, eine 4-köpfige Familie das ganze Jahr über mit Obst und Gemüse zu versorgen – aber gerade am Anfang ist der Aufwand im Vergleich zum Einkauf im Supermarkt schon beträchtlich.
Von den ersten Hürden sollte man sich jedoch keinesfalls entmutigen lassen. Bereits die partielle Selbstversorgung kann gesundheitlich und finanziell große Vorteile liefern – und auch ganz einfach sehr viel Spaß machen.
Zusätzlich zum Wissen über den Anbau und die Aufzucht der verschiedenen Gemüse- und Obstsorten ist es hilfreich zu wissen, wie man die Ernte am besten lagern kann, damit man möglichst lange von den eigenen Erträgen zehren kann. Im Sommer gibt es in der Regel eine große Auswahl an Früchten, frischem Salat und Tomaten – aber was passiert im Winter? Sobald sich der Frost im Garten breitgemacht hat, sieht es plötzlich schlecht aus mit dem selbst gepflückten Abendessen. Eine gewisse saisonale Einschränkung auf dem Teller muss jedoch keinesfalls einen Verlust und Abstriche in der Ernährungsqualität bedeuten. Ganz im Gegenteil: Die Notwendigkeit, sich einmal mit Kürbissen, Schwarzwurzeln und verschiedenen Kohlsorten zu beschäftigen, kann ungeahnte kulinarische Möglichkeiten enthüllen und frischen Wind in die Küche bringen. Außerdem verfügen moderne Haushalte in vielen Fällen über Tiefkühltruhen, die vor allem die Konservierung von frischem, empfindlichem Obst ermöglichen.
Düngen: Ökologischer Dünger für Lebensmittel
Um wirklich gesundes Obst und Gemüse zu züchten, sollte auf die Chemie in Pestiziden und künstlichen Düngemitteln, die in der industriellen Anzucht verwendet werden, verzichtet werden. Für die Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen eignet sich ohnehin in den meisten Fällen Kompost sehr gut. Wenn keine Möglichkeit besteht, den Kompost selbst im Garten herzustellen, kann man ihn auch bei Recyclinghöfen oder in Garten- und Baumärkten erwerben.
Ausführlicher Artikel zum Thema Kompost.
Eine Übersicht über weitere ökologische Düngemittel finden Sie auf unserer Seite zum Thema organische Dünger.
Richtige Lagerung
Generell lagert man Gemüse und Obst am besten dunkel, kühl und trocken. Der klassische Kartoffelkeller zu Großmutters Zeiten hatte also schon seine Berechtigung. Kartoffeln und Kohl sollten in einem luftdurchlässigen Behälter lagern, auf keinen Fall in Plastik oder luftdicht verschlossen. Gut geeignet sind Holzkisten oder Weidenkörbe. Die Lagerung sollte nicht zusammen mit Obst erfolgen, vor allem nicht mit Äpfeln. Diese sollten separat gelagert werden, wenn sie im warmen Sommer gepflückt werden, sollten sie zunächst auskühlen. Anschließend kann man sie auf Zeitungspapier auslegen, damit sie keine Druckstellen bekommen (Fäulnisgefahr!). Der Ort sollte vor Frost geschützt sein und beschädigte Früchte sollten nicht lange gelagert werden, da sie faulen und die Umliegenden ebenfalls beeinträchtigen. Möhren lagert man am besten in einer Kiste mit Sand – einfach die Möhren in den Sand stecken und leicht verbuddeln. Kürbissen schaden zu niedrige Temperaturen allerdings mehr. Sie sollten bei ca. 12 - 16° gelagert werden.
Kartoffeln

Der Anbau von Kartoffeln im eigenen Garten eignet sich sehr gut für Anfänger – nicht nur aufgrund der einfachen Handhabung und der hohen Erfolgschancen, sondern auch, da der Kartoffelanbau den Boden lockert und somit eine gute Vorbereitung für den Anbau anderer, anspruchsvollerer Gemüsesorten vorbereiten kann.
Die Kartoffel ist aus unserer Ernährung kaum wegzudenken – aus gutem Grund. Sie kann nahezu in jedem Boden angebaut werden und bedarf keiner großartigen Pflege. Wenn Sie nicht in großen Monokulturen angepflanzt wird, besteht kaum die Gefahr, dass sie von Schädlingen befallen wird, wodurch sie nicht mit gesundheitsgefährdenden Stoffen behandelt werden muss. Sie verfügt außerdem über einen hohen Nährwert, enthält viele Mineralstoffe und sehr viel Vitamin C. Drei mittelgroße Kartoffeln enthalten sogar genauso viel Vitamin C wie eine Clementine.
Ausgesät wird die Kartoffel zwischen April und Mai. Damit sie besonders gut gedeiht, benötigt sie einen lockeren Boden, weshalb das Beet ausgiebig umgegraben werden sollte. Um den Boden nicht auszulaugen, sollte jedes Jahr der Standort der Kartoffeln bzw. jeder Gemüsesorte im Garten variiert werden. Zum biologischen Düngen empfiehlt sich Kompost oder Mist, da diese besonders viele Nährstoffe liefern.
Vorbereitend für den Anbau der Kartoffeln kann man die Knollen im Keller bei ca. 15°C in einer Kiste mit Komposterde vorkeimen lassen, dies ist jedoch keine Notwendigkeit.
Spätestens im Mai sollten nun also die (vorgekeimten) Knollen mit einem Abstand von ca 30 cm 10 cm tief in die gelockerte, umgegrabene Erde gesetzt werden.
Möhren

Möhren werden, je nach Sorte, zwischen Ende März und Ende April gesät. Man bringt die Samen in Reihen in die gelockerte Erde und lässt sie keimen. Nachdem sich die Jungpflatzen gebildet haben, müssen diese in einigem Abstand auseinandergesetzt werden, da die Möhren sonst klein bleiben und sich umeinander schlingen können. Des Weiteren sollte das Unkraut regelmäßig entfernt und das Beet geharkt werden. Bei der Pflege von Möhren ist vor allem eine konstante Feuchtigkeit wichtig, denn bei zu großen Schwankungen platzen die Möhren auf. Es ist also darauf zu achten, bei Trockenheit regelmäßig zu gießen. Generell sind junge, zeitig geerntete Möhren zarter, jedoch sollten späte Möhren, die länger gelagert werden, möglichst spät geerntet werden.
Um die Möhren vor Möhrenfliegen, einem verbreiteten Schädling der Pflanzen, zu schützen, empfiehlt es sich ein spezielles Kulturschutznetz über das Möhrenbeet zu spannen.
Spinat

Der Spinat eignet sich ebenfalls wunderbar zur Bodenvorbereitung für andere Gemüsesorten, da er, wie die Kartoffel, mit seinen langen Wurzeln den Boden lockert.
Wenn der Boden mit ausreichend Kompost vorbehandelt wird, kann der Spinat besonders gut gedeihen. Außerdem sollte der Spinat einen sonnigen bis halbschattigen Standort zugeteilt bekommen, mit einem permanent leicht feucht gehaltenen Boden.
Der Spinat kann sogar zwei Mal ausgesät werden; einmal ca. im Mai und noch Einmal nach der ersten Ernte im August. Die Samen sollten dabei immer in der ersten Zeit mit etwas Folie abgedeckt werden.
Mangold

Beim Mangold hat man die Auswahl zwischen grünem und buntem Mangold. Letzterer eignet sich nicht nur gut zum Verzehr, sondern sieht mit seinen bunten, dicken Stilen im Garten auch noch hübsch aus. Besonders gut verträgt er sich im selben Beet mit Möhren, Kohl oder Bohnen, während er nicht besonders gut neben Spinat gedeiht.
Der Boden für die Mangoldpflanzen sollte sehr humus- und nährstoffreich sein und in der Sonne bis im Halbschatten liegen. Der Mangold sollte zwischen April und Juni ausgesät werden. Um Krankheiten und schwachen Wuchs zu vermeiden, sollte man beim Auspflanzen einen Abstand von ca. 30 cm zwischen den Pflanzen und 40 cm zwischen den Reihen einhalten. Nach zwei bis drei Monaten ist der Mangold erntereif und kann den ganzen Sommer über abgeerntet werden.
Zucchini

Der Anbau von Zucchini ist eine sehr dankbare Aufgabe, da Zucchinipfanzen sehr ertragreich sind und schnell wachsen. Bereits nach 6 bis 8 Wochen können die ersten Zucchini geerntet werden, wenn sie eine Größe von 15 - 20 cm erreicht haben. Durch die frühe Ernte erhält man nicht nur schmackhaftere Früchte, sondern regt die Zucchini auch zur Bildung von Nachschub an.
Die Zucchini können ca. ab April in der Wohnung auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vorgezogen und nach den Eisheiligen (11. - 15. Mai) eingepflanzt werden, wahlweise kann sie allerdings auch direkt Ende Mai im Freien ausgesät werden.
Besonders zuträglich für die Zucchinizucht ist die Behandlung des Bodens mit Mulch. Dadurch wird das Unkrautwachstum gehemmt, der Boden wird feucht gehalten und die Früchte, die Bodenkontakt haben, faulen nicht so schnell.
Weiterführende Informationen
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Bildnachweis
Gemüse: © M.E./ www.pixelio.de
Kartoffeln: © berlin-pics / www.pixelio.de
Möhren: © Waldili / www.pixelio.de
Spinat: © wrw / www.pixelio.de
Mangold: © MikaAbey / www.pixelio.de




