Gartenmelde pflanzen und pflegen

Die Gartenmelde ist eine verwendungsreiche Pflanzenart innerhalb der Familie der Fuchsschwanzgewächse und wurde schon vor vielen Jahrhunderten kultiviert. Die anspruchslose Nutzpflanze gilt als besonders pflegeleicht und erntesicher. Im Jahr 2010 wurde die Gartenmelde durch den Naturschutzbund Deutschland sogar zur Nutzpflanze des Jahres benannt.

Rote Gartenmelde

Sorten der Gartenmelde

Die krautigen Gartenmelden sind einjährige Pflanzen und besonders hochwachsend, sodass die Wuchshöhe bei guter Pflege bis zu 2,5 Meter beträgt. Die Melde entwickelt dabei schließlich einen aufrecht strebenden Stängel, von dem sich die sortenspezifisch bunten Blätter abstehend verzweigen.

Hier können Sie zwischen grün-, rot- und gelbblättrigen Kulturformen wählen. In einigen gut sortierten Garten-Shops werden mittlerweile auch violette Sorten für den heimischen Anbau angeboten.

Tipp: Dank einer verschiedenfarbigen Sortenvielfalt dient das Blattgemüse nicht nur als schmackhafte Nutzpflanze, sondern auch als besonderer Blickfang im sommerlichen Gemüsebeet.

Graphische Darstellung einzelner Bestandteile der Gartenmelde (Atriplex hortensis).
Bildliche Darstellung der Melde

Botaniker sprechen bei der Gartenmelde auch von der Atriplex hortensis. Für die Gartennutzung eignen sich folgende Sorten besonders gut:

  • Die Gartenmelde vollrot ist eine Gemüsepflanze mit großer Zierwirkung. Die Ernte fällt besonders ergiebig aus.
  • Die Speisemelde der Sorte Mondseer entwicklet große, gelblichgrüne Blätter und kann wie Spinat verarbeitet werden.
  • Der Berndorfer zählt zu der grünen Gartenmelde und treibt sehr große, fleischige Blätter aus.
  • Die Meldensorte Opéra entwickelt besonders dunkelrote Blätter mit einem geringen Violettanteil.
  • Die Pflanze Red Orach verfügt über weinrote Blätter, die besonders mild und angenehm schmecken.

 

Wählen Sie zum Anpflanzen sortenreine Meldesamen oder vorkultivierte Jungpflanzen aus. Für einen Anbau im Freiland eignen sich die Jungpflanzen besonders gut, weil sie einen Wachstumsvorsprung gegenüber Unkraut aufweisen können. Ein zügiges Anwachsen gelingt ihnen dadurch besonders leicht.

Melde richtig anbauen

Die braunen Samen sind mit Vorblättern umhüllt.
Samen der Gartenmelde

Die ideale Pflanzzeit der Gartenmelde beginnt im März und reicht bis in den Juli hinein. Das Blattgemüse gilt dabei als äußerst robust und unkompliziert. Der gewählte Standort sollte dennoch sonnig bis mäßig halbschattig und der Boden nährstoffreich und humos sein.

Tipp: Sie können den Boden bereits im Herbst mit Kompost aufarbeiten. So ermöglichen Sie den Jungpflanzen ideale Voraussetzungen für ein gesundes und schnelles Wachstum.

Bei der Standortwahl sollten Sie zudem beachten, dass sich die Gartenmelde nicht als Nachkultur von Roter Beete und Mangold eignet, das Blattgemüse gedeiht aber beispielsweise neben Kartoffeln besonders gut. Zudem muss der Standort idealerweise jährlich, zumindest aber spätestens alle drei Jahre gewechselt werden, um einem Nährstoffmangel entgegenzuwirken.

Die Aussaat erfolgt in Reihen, doch auch einzeln zwischen anderen Kulturen gedeihen die Meldesorten gut. Pflanzen Sie Ihre Gartenmelden in einem Abstand von 15-20 cm für ein ideales Pflanzenwachstum. Bei einem größer gewählten Pflanzabstand von 40-50 cm kann die Gartenmelde sogar bis zu 2,5 Meter hoch werden.

Tipp: Achten Sie bei einer solch ausgeprägten Wuchshöhe besonders auf kleinere Nachbarspflanzen. Diese könnten ungewollt beschattet werden.

Nach nur kurzer Zeit ist die Melde schon sehr hoch gewachsen.
Hochwachsende rote Gartenmelde

Gartenmelden pflegen und schneiden

Gartenmelden verfügen über einen hohen Wasserbedarf und müssen täglich bewässert werden. An sehr trockenen Tagen sollten Sie morgens und abends zur Gießkanne greifen, denn bei übermäßiger Trockenheit neigt die Salatpflanze zum Schießen. Ein gelegentliches Düngen mit Volldünger fördert zusätzlich das Pflanzenwachstum und erhöht den Ernteertrag erheblich.

Nach der Blütezeit ist die Melde nur noch wenig schmackhaft und daher nicht mehr zum Verzehr geeignet. Wenn Sie die Blüte zwischen Juli und September vermeiden wollen, müssen alle Stiele Ende Juni ca. 30 cm über dem Boden abgeschnitten werden.

Lässt man die Gartenmelde hingegen blühen und die Samenstände ausreifen, kann sich die Melde mit Hilfe des Windes leicht im gesamten Garten verteilen.

Tipp: Eine Kreuzung verschiedener Arten lässt sich vermeiden, indem immer nur eine Pflanze blühen darf. Schneiden Sie alle anderen Melden rechtzeitig zurück.

Gartenmelde ernten und verarbeiten

Die Jungpflanzen sind besonders zart und mild im Geschmack.
Jungpflanze der Gartenmelde

Achten Sie bei der Ernte der Meldenblätter darauf, dass immer mindestens zwei Blattpaare stehen bleiben, denn aus ihren Blattachsen treibt die Pflanze neue Triebe aus.

Die Aussaat kann zudem nach 3-4 Wochen wiederholt werden – so können Sie das frische Gemüse über einen längeren Zeitraum verteilt ernten.

Jungpflanzen ernten und zubereiten

Wenn Sie sich ein nachträgliches Vereinzeln der zu eng gesetzten Jungpflanzen ersparen wollen, dann können Sie das schnellwachsende Blattgemüse bereits nach 4 Wochen das erste Mal ernten. Die einzelnen Melden haben jetzt schon eine Wuchshöhe von bis zu 120 cm erreicht und können komplett verarbeitet werden.

Durch dieses gezielte Auslichten der Zwischenpflanzen schaffen Sie den erforderlichen Platz für die übrigen Melden.

Die jungen Pflanzen der ersten Ernte sind besonders reich an Vitamin B und Vitamin C und schmecken angenehm mild. Sie eignen sich ideal als frische Salatbeigabe und schmecken gedünstet wie echter Spinat. Nach der Ernte sollten die zarten Meldenblätter jedoch zügig zubereitet werden.

Tipp: Weiterverarbeitet lässt sich das Blattgemüse auch problemlos einfrieren und so auch noch im Winter genießen. Kurz blanchiert behalten die Meldenblätter sogar ihre ansprechende Farbe.

Nach der Blüte ist die Melde nur noch wenig schmackhaft.
Gartenmelde blüht

Ältere Blätter verarbeiten und zweite Erntephase der Gartenmelde nutzen

Haben die Pflanzenstauden bereits eine gewisse Höhe erreicht, sollten Sie nur noch die einzelnen Blätter zu Gemüse verarbeiten.

Der Stängel ist nun schon sehr breit und enthält zu viele Bitterstoffe. Zudem ist er unangenehm holzig. Nach der Ernte kann er einfach abgeschnitten und auf dem Kompost entsorgt werden.

Die Gartenmelde treibt beständig neue Blätter aus, die zweite Ernte ist daher auch deutlich ertragsreicher. Allerdings schmecken die Blätter nun herber und eignen sich weniger zum rohen Verzehr.

Die Samen können im nächsten Jahr wieder ausgesät werden.
Samen der Gartenmelde

Trocknen Sie Blätter der zweiten Erntephase in kleinen Bündeln an der frischen Luft. Nach drei Tagen Trocknungszeit an einem sonnigen Platz lassen sich die einzelnen Blätter mühelos in einem Mörser zu Pulver zerstoßen und als sogenanntes Grünmehl anschließend in der Küche einsetzen.

Das Pulver dient vor allem als Mineral- und Vitaminliferant und kann zum Andicken von Suppen und Saucen verwendet werden.

Meldesamen weiterverarbeiten

In ihren Blütenrispen bildet die Gartenmelde die Samen aus. Diese können Sie sortenrein über den Winter an einem trockenen Ort aufbewahren und im kommenden Jahr aussäen.

Alternativ lassen sich die Samen im Ofen bei einer Temperatur von 220°C rund 60 Minuten rösten und anschließend als schmackhaftes Gewürz für Salate und warme Gerichte nutzen.

Krankheiten und Schädlingsbefall

Die Gartenmelde ist eine robuste Gemüsepflanze und wird nur selten von Schädlingen befallen.
Kommt es doch einmal zu einem Blattlausbefall an Ihren Meldenblättern, dann schneiden Sie gezielt die betroffenen Blätter ab. Auf diese Weise kann das Einsetzen schädlicher Pestizide im empfindlichen Gemüsebeet meist verhindert werden.

Problematischer gestaltet sich die Erkrankung am Falschen Mehltau. Der Schadpilz zeigt sich durch helle Flecken auf der Blattunterseite und dringt in das Gewebe der Pflanze ein. Auch wenn nur einzelne Blätter befallen sind, sollten Sie aus gesundheitlichen Gründen die gesamte Pflanze im Hausmüll entsorgen.

Tipp: Bewässern Sie immer nur die Erden und nie die oberirdischen Pflanzenteile, denn der Falsche Mehltau fühlt sich in einem feuchten Klima besonders wohl.

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Weiterführende Informationen

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Bildnachweis
1. "Rote Melde in Beet" (red orach looks, tastes great in spring garden (zugeschnitten, Farbkorrektur)) von (naturalflow), Flickr, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten und farblich korrigiert
2. "Graphische Darstellung der Gartenmelde" (Garden orache and broad dock. British flowering plants. By W. F. Kirby. (1906) Page 42 (zugeschnitten, Farbkorrektur)) von Swallowtail Garden Seeds, Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten und farblich korrigiert
3. "Meldesamen auf Handfläche" (Atriplex patula (zugeschnitten, Farbkorrektur)) von Matt Lavin, Flickr, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten und farblich korrigiert
4. "Hochwachsende Gartenmelde": Lizenz: Public Domain - Public domain
5. "Jungpflanze der Roten Gartenmelde" (Young red orache (Artiplex hortensis rubra) (zugeschnitten, Farbkorrektur)) von Martin Malec, Flickr, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten und farblich korrigiert
6. "Rote Gartenmelde mit violetten Blüten" (Red Orach {atriplex hortensis} (zugeschnitten, Farbkorrektur)) von Drew Avery, Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten und farblich korrigiert
7. "Vorblatt mit braunen Samen" (2014.10.26_16.35.09_IMG_0960) von Andrey Zharkikh, Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten und farblich korrigiert

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