Japanischer Garten: Zen Garten anlegen

Alles über die japanische Gartenkunst

Japanische Gärten sind Oasen der Ruhe und Entspannung, oft wecken Sie auch mystische Assoziationen und wirken geheimnisvoll. Um einen wirklichen japanischen Zen-Garten anlegen zu können, bedarf es viel Erfahrung und eines Bibliotheken füllenden Wissens. Wir beschränken uns hier auf die wesentlichen Eckdaten, können aber dennoch Tipps für die Anfangsgestaltung und grundlegende Konzeption eines japanischen Gartens auf deutschem Boden geben.

Wir geben einen Überblick über die Geschichte der sehr alten japanischen Gärten, die verschiedenen Anlegeformen und für die richtige, unserem Klima gemäße Bepflanzung. Ein kleines ostasiatisches Reich kann auch auf Ihrem Grundstück entstehen – bei der Anlage kommt es nicht auf die Größe an, sondern auf die Raffinesse und Vorstellungskraft ihres Schöpfers.

Japanischer Garten

Japanischer Garten – Geschichte und Ursprung

Den Ursprung der heutigen japanischen Gärten, die nach bestimmten Regeln des Zen, des Taoismus und des Ying und Yang-Prinzips angelegt wurden, kann man bis ins China des Jahres Null zurückverfolgen. Nach Japan kam der philosophische Gartenbau mit einem Koreaner, der Gartenbauer Shikomaro  wurde um 612 auf den Inseln berühmt. Die berühmten Gärten von Kyoto, Japans historischer Hauptstadt, sind etwa 1000 Jahre alt und seither in ihrer Anlage nicht grundlegend verändert worden.

Japanischer Garten in Bielefeld
Japanischer Garten in Bielefeld

Ihre Anlage und Pflege übernahmen Dichter, was für die starke Verknüpfung von Poesie, Kultur und Gartenbau spricht. Ab der Edo-Dynastie, etwa um 1615, entwickelte sich ein reges und hoch spezialisiertes Gartenbauerhandwerk mit einer schier unvorstellbaren Liebe zu Ordnung, Gestaltung und Detail. 

Japanische Gärten erfreuen sich seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in öffentlichen und nicht-öffentlichen Parks deutscher Städte wachsender Beliebtheit. So gibt es allein hierzulande etwa 38 öffentlich zugängliche japanische Gärten unterschiedlichster Stile und Typen.

Klassische japanische Gartentypen

Kare-san-sui-Stil

kare-san-sui, japanisch für "trockene Landschaft", bezeichnet eine der einfachsten und dennoch kunstvollsten Formen des japanischen Gartenbaus. Optisch sind solche Gärten sehr puristisch: Aufragende, teils bewachsene Felsen werden von Kiesbetten umgeben. In diese Kiesbetten hinein werden fließende, organische Bewegungen geharkt, die strömendes Wasser symbolisieren sollen. Das Harken der Kiesbetten und deren Betrachtung wird von Zen-Mönchen als Meditation verstanden.

Tsukiyama-Stil

tsukiyama, japanisch für "kleiner Hügel", wird ein Gartenstil genannt, der eine künstliche Landschaft symbolisch imitieren soll. Die meisten "deutsch-japanischen" Gärten folgen diesem Stil. Im Garten werden kleine Steinhaufen und künstliche Anhöhen aufgeschichtet, ein Teich symbolisiert das Meer. Auch hier sind fließende Formen wichtig. 

Japanischen Garten anlegen - Vorbereitungen

Zunächst sollte man sich überlegen, wie viel von seinem Garten man "japanisieren" will: Manchmal reicht auch eine kleine Ecke um einen schönen, exotischen Akzent zu setzen.

Ob Sie nun Ihren ganzen Garten umgestalten möchten oder nur einen Teil, ist für unsere Anleitung allerdings erst einmal unerheblich: Wir zeigen Ihnen lediglich die Prinzipien, die Pflanzen und die technische Seite der Gartengestaltung: Die endgültige Gestaltung liegt ganz bei Ihnen und orientiert sich dennoch an klaren Regeln.

In der Grundkonzeption besteht ein japanischer Garten aus Kiesbetten und ausgewählten Pflanzen, die entsprechend zueinander angeordnet werden müssen. Soll der tsukiyama-Stil gewählt werden, kommt zusätzlich noch ein Teich hinzu - hierzu erfahren Sie mehr in unsere Anleitung Teich anlegen mit Teichfolie und Teichbecken.

Basis-Einkaufliste

Die Kiesbetten in japanischen Gärten sind mit etwa 20 Zentimetern Schichtdicke recht tief.
Kieselsteine
  • nicht zu feiner Kies für Kiesbetten von 20 cm Schichtdicke
  • dickes Unkraut-Vlies als Kiesunterlage
  • passende Substrate zur Bodenverbesserung
  • Spaten
  • Schaufel
  • Schubkarre
  • grober Rechen für den Kies

 

Für die Bekiesung sollten Sie im übrigen nicht zu feinen Kies nehmen: Von Katzen aus der Nachbarschaft könnte das als Einladung wahrgenommen werden, in Ihrem Kiesbett ihr "Geschäft" zu verrichten.

Pflanzen für den japanischen Garten

Pflanzen aus originalen japanischen Gärten wachsen in der Regel auch bei uns; zumindest in den Nordregionen des japanischen Inselreichs sind die klimatischen Bedingungen zu unseren recht ähnlich. Viele der bei uns exotischen Stauden und Gewächse sind allerdings recht teuer. Für den Hausgebrauch haben sich folgende, eher preisgünstige Pflanzen auch bei uns bewährt:

  • Rhododendren
  • Azaleen
  • Schneeball
  • Fächerahorn
  • Koniferenarten

Natürlich eignen sich noch viel mehr Pflanzen für die Anlage eines japanischen Gartens; Kreativität ist gefragt. Klassisch dominieren Grün- und Rottöne, aber auch weiße Blätter erzeugen schöne Kontraste. Generell sollte mit Rhododendren eher sparsam umgegangen werden, zusätzlich sollten die Büsche stets kurz geschnitten werden.

Fächerahorn
Fächerahorn
Schneeball
Schneeball

Japanischer Garten nach dem Yin-Yang-Prinzip

Yin-Yang-Symbol

Das chinesische Prinzip des Yin und Yang, auch in der japanischen Philosophie vertreten, beruht auf der Gegenüberstellung von Gegensätzen, betont aber auch Gemeinsamkeiten von Dingen und ihre gegenseitige Bedingung. 

Japanische Gärten können nach diesem Prinzip angelegt werden. So kann man bei der Gestaltung des Garten folgende Yin-Yang-Prinzipien anwenden:

  • Licht - Schatten
  • Hell - Dunkel
  • Trocken - Feucht
  • Hoch-Tief
  • Eckig-Rund
  • Ebene-Hügel

Japanischen Garten anlegen

Spaten

Für die Anlage eines japanischen Gartens benötigen Sie zunächst eine sorgfältige Planung - dies haben wir schon des Öfteren erwähnt. Sobald die Planung einmal steht, die Yin-und-Yang-Prinzipien berücksichtigt sind, können Sie allerdings frisch ans Werk gehen.

Zunächst sollten Sie die Kiesbetten ausheben: Bei einem großen Garten kann es sich hierfür lohnen, einen Kleinbagger anzumieten. Ansonsten sind Sie auch mit Spaten, Schaufeln und eventuell ein paar freiwilligen Helfern gut bedient. Heben Sie den Boden etwa 20 cm tief aus und legen Sie anschließend das Unkrautvlies hinein. Nun können Sie den Kies anschütten - achten Sie dabei auf eine gleichmäßige Verteilung und einen bündigen Abschluss mit der Rasenkante.

Die Koniferen und Büsche werden entsprechend ihren individuellen Anforderungen an Pflanzzeit und Standort gepflanzt, angegossen und gepflegt. Für die Anlage eines Teiches, der unter Garantie ein Blickfang in Ihrem Garten sein wird, empfehlen wir unsere Anleitungen im Bereich Wasser im Garten.

Auch Deko-Elemente dürfen nicht fehlen: Über typisch japanische Gartendekoration informieren wir Sie im nächsten Abschnitt. 

Gartenfigur
Bronzefigur

Gartendeko im japanischen Garten

Japanische Gärten bieten trotz ihrer formalen Strenge Dekorationsmöglichkeiten. Ob Laternen, Figuren oder andere Dekoelemente, in einem japanischen Garten können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen.

Eine traditionelle Dekoration ist die sparsame, aber sichtbare Verteilung von Findlingen im japanischen Garten. Halb oder zu einem Viertel eingegrabene Stein sollen die Landschaft abwechslungsreich machen und nach dem Yin-Yang-Prinzip harmonisch gestalten.

Findlinge sind allerdings nicht ohne Weiteres zu bekommen oder gar zu transportieren; die mehreren 100 Kilo schweren Brocken bringen den Familienkombi an die Schmerzgrenze. Eine schöne und obendrein praktische Alternative wäre da vielleicht die Regentonne in Findlingsoptik, die gleichzeitig die Wasserversorgung übernehmen kann und ziemlich echt einen schweren, massiven Findling imitiert.

Japanischer Garten: Pflege und weitere Gestaltungsmöglichkeiten

Gartenutensilien

Japanische Gärten brauchen wie kaum ein anderer Garten Pflege: Ihre präzise Harmonie entfaltet sich nur, wenn die Kieswege säuberlich geharkt, Büsche und Bäume präzise geschnitten und der Rasen in einem guten und gemähten Zustand ist.

So empfiehlt es sich, zweimal im Jahr zu den pflanzenspezifischen Zeiten einen Rück- beziehungsweise Zuschnitt der Büsche und Bäume vorzunehmen. Veredelungs- und Kultivierungsmaßnahmen verstärken das gepflegte Gesamtbild, auch maßvolle Düngung kann zu guten Wuchs und einem schönen Anblick beitragen. 

Ihrer Fantasie bei Ausbau des Gartens sind nur durch die elementaren Zen-Regeln Grenzen gesetzt: Auch mit heimischen Pflanzen kann ein japanischer Garten wunderschön werden. Probieren Sie es aus - mehr Entspannung im eigenen Garten sollte sich kaum finden lassen.

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Weiterführende Informationen

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Bildnachweis
1. "Japanischer Garten in Düsseldorf" (Nordpark japanischer Garten 2) von Alice Wiegand, (Lyzzy), Wikimedia Commona, Lizenz: CC BY-SA 3.0
2. "Japanischer Garten in Bielefeld" (Bielefeld Japanischer Garten) von Corradox, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0
3. "Kieselsteine" © Grit / Pixelio
4. "Fächerahorn" © Löwenzahn / Pixelio
5. "Schneeball" © bobby metzger / Pixelio
6. "Yin-Yang-Symbol": Gregory Maxwell, Ying yang / Wikimedia Commons, Lizenz: Public Domain
7. "Spaten" © André Petter / Pixelio
8. "Gartenfigur" © tom2525 / Pixelio
9. "Bronzefigur" © Thomas Max Müller / Pixelio
10. "Gartenutensilien" © Gabi Reinkober / Pixelio

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