Äpfel pflanzen und Apfelbaum schneiden

Äpfel zählen mit ihrem süßen bis säuerlichen Geschmack zu den beliebtesten Obstsorten der Deutschen und Apfelbäume lassen sich problemlos in jedem Garten anpflanzen. Bevor man sich jedoch für eine der zahlreichen Sorten entscheiden kann, müssen der ideale Standort und das zur Verfügung stehende Platzangebot überdacht werden.

Es empfiehlt sich, das Sortiment einiger Baumschulen und gut sortierter Garten-Shops zu vergleichen – so kann man eine Apfelsorte finden, die optimal zum eigenen Garten und dem vorherrschenden Klima passt.

Äpfel am Ast

Der richtige Standort für Apfelbäume

Ein Apfelbaum setzt unterschiedliche Standortbedingungen voraus. Sonnenreiche Standorte fördern das Fruchtaroma sowie den Vitamingehalt und ermöglichen eine ideale Fruchtfärbung. Auch der Boden sollte sich leicht erwärmen können. Optimal eignen sich lockere, humose Lehmböden, die nicht zu Staunässe neigen.

Veredelungsunterlage

Die Veredelungsunterlage ist entscheidend für das Wachstum des Apfelbaumes. So können klassische Hochstammformen bis zu zehn Meter hoch wachsen. Sie benötigen ausreichend Platz, da sie ansonsten andere Obst- und Gemüsepflanzen ungewollt beschatten könnten.

Am Spalier können Sie die Wuchsrichtung des Obstbaumes besser kontrollieren.
Obstbaum am Spalier

Für kleinere Gärten bieten sich daher platzsparende Obstbäume an, die nicht rund, sondern flach an einem Spaliergehölz wachsen. Die drei Vorteile am Spalier:

  1. Die Krone des Apfelbaumes gerät nicht so ausladend.
  2. Der Baum kann einfach an der Hauswand gezogen werden.
  3. Das Wachstum des Apfelbaumes wird stärker kontrolliert.

 

Die jungen Triebe des Baumes sind noch biegsam und können gezielt in Form gebracht werden, ohne dass das Holz unnötig beansprucht oder sogar verletzt wird.

Tipp: Die Befestigung mit breiten Bändern oder elastischen Gummibändern schont die empfindliche Rinde und ermöglicht dennoch ein uneingeschränktes Wachstum der Jungpflanze.

Viele Apfelbaumsorten brauchen einen passenden Bestäuber.
Befruchtung durch Bestäuber

Befruchtung

Nicht alle Apfelsorten können sich selbst befruchten, weshalb Sie Apfelbäume idealerweise in Paaren pflanzen, um Früchte zu tragen. Hierbei ist entscheidend, dass beide angebauten Apfelsorten zur gleichen Zeit blühen und in einem geeigneten Abstand voneinander stehen. Erkunden Sie sich vorab in einer Baumschule, welcher Befruchter zu Ihrer geplanten Apfelsorte passt.

Besteht Platzmangel, so kann zu veredelten Baumsorten mit zwei oder mehr Apfelsorten gegriffen werden. Bei diesen selbstbefruchtenden Sorten entfällt das Pflanzen eines zweiten Baumes und dennoch kann sich der Hobbygärtner an einer geschmacklichen Vielfalt erfreuen.

Apfelbaum pflanzen

Im Frühling blüht der Apfelbaum.
Apfelbaumblüten

Neben den favorisierten Apfelsorten müssen Sie entscheiden, in welchem Wachstumsstadium Sie den Baum pflanzen wollen. Jungpflanzen aus der Gärtnerei können bereits im nächsten Jahr Früchte tragen. Pflanzen Sie hingegen gesammelte oder gekaufte Apfelkerne ein, kann es bis zu zehn Jahre dauern, bis Ihr Baum reife Früchte trägt – eine Garantie hierfür gibt es jedoch nicht.

Der ideale Zeitpunkt zum Pflanzen einer Jungpflanze ist der Herbst, da sich der Baum im Zustand der Winterruhe befinden muss, um richtig anwachsen zu können. Entscheiden Sie sich für den Kauf einer wurzelnackten Jungpflanze, haben sich die Monate Oktober und November bewährt, da der Boden jetzt noch frotsfrei ist und sich der Baum bis zum Frühjahr gut eingewurzelt habt.

Im Vergleich zu wurzelnackten Bäumen lässt sich eine Containerpflanze ganzjährig, außer bei Frost, übersetzen. Dennoch hat sich auch hier die Herbst- oder Frühjahrspflanzung bewährt.

Beim Kauf eines jungen Apfelbaumes sollten Sie auf Folgendes achten:

  • Die Jungpflanze sollte über einen geraden Stamm verfügen.
  • Die Rinde sollte gesund und ohne optische Auffälligkeiten oder Verletzungen sein.
  • Die Seitenäste sollten waagerecht und in unterschiedliche Richtungen strebend wachsen.
  • Ein gut entwickeltes Wurzelsystem erleichtert das Übersetzen und die Akklimatisierung.

 

Größe des Pflanzloches

Wenn der ideale Standort ermittelt ist, beginnen Sie mit dem Ausheben des runden Pflanzlochs. Dieses sollte mindestens eineinhalbmal so tief und breit sein wie das Wurzelwerk Ihrer wurzelnackten Jungpflanze. Bei Containerware sollte das Loch nicht viel größer als der Container sein, in dem der Apfelbaum transportiert wurde. Lockern Sie anschließend die Sohle mit Hilfe einer Grabegabel etwas auf.

Tipp: Die Pflanzstelle kann optimiert werden, indem Kompost und frische Pflanzenerde dem Aushub beigemischt werden.

Der Pfahl dient Jungbäumen als Schutz gegen Windwurf.
Baum wird gestützt

Jungbäume mit Pfahl stützen

Junge Bäume machen einen stabilen Eindruck, bieten dem Wind aber eine große Angriffsfläche und können sehr schnell umfallen oder sogar brechen. Um Ihren Apfelbaum vor Windwurf zu schützen, sollte jeder neuverpflanzte Baum in den ersten Jahren mit einem Pfahl stabilisiert werden.

Ein Verletzen der zarten Wurzeln kann vermieden werden, wenn dieser Schritt bereits vor dem eigentlichen Einpflanzen geschieht. Es empfiehlt sich, einen gewissen Abstand zwischen Stamm und Pfahl einzuplanen, um Spannungen zu verhindern und so die empfindliche Rinde zu schonen.

Befestigen Sie den eingepflanzten Baum abschließend mit breiten Bändern oder einem Kokosstrick. Die Knoten sollten regelmäßig kontrolliert werden – ein Einwachsen gilt es unbedingt zu vermeiden.

Tipp: Schlagen Sie den Pfahl entgegen der Windrichtung ein. So steht Ihr Baum in den ersten Jahren besonders sicher.

Einstellen und ideale Pflanzhöhe

Vor dem Einsetzen sollten die Wurzeln (besonders bei Containerware) vorsichtig gelockert und beschädigte Teile entfernt werden. Beim anschließenden Einstellen der Jungpflanze ist auf eine senkrechte Ausrichtung zu achten. Dies gelingt besonders einfach, wenn eine Person den Baum festhält, während eine zweite Person die aufgebesserte Aushuberde wieder einfüllt.

Tipp: Setzen Sie das gesamte Wurzelsystem vor dem Pflanzen für eine Stunde in eine Mischung aus verrottetem Gartenkompost und Wasser.

Wichtig ist es, bei diesem Schritt die richtige Pflanzhöhe einzuhalten. Orientieren Sie sich hierbei an der sogenannten Veredlungsstelle des Baumes. Diese erkennt man an einer Verdickung oder einem Knick an der Stammbasis. Die Veredelungsstelle muss sich nach dem Einpflanzen handbreit über der Erde befinden, um eine ungewünschte Wurzelbildung zu vermeiden.

Durch Rütteln und leichtes Anheben vermindern Sie entstandende Hohlräume. Dadurch setzen sich die Wurzeln leichter und besser im Boden. Treten Sie anschließend die Erde gut fest und wässern Sie ausgiebig an – auch bei Regen, denn Wurzelwerk und Erde müssen sich gut verbinden können.

Apfelbaum schneiden

Auch hohe Apfelbäume sollten Sie regelmäßig in Form bringen.
Schnitt eines hohen Apfelbaumes

Ein junger Apfelbaum aus einer Baumschule ist häufig schon pflanzfertig geschnitten. Diese Bäume verfügen über einen Mittelast und meist drei bis vier waagerecht abstehende Triebe.

Für einen normalen Schnitt im eigenen Garten eignet sich das Frühjahr, etwa ein trockener Tag im Februar oder März, da die Äste jetzt nicht mehr zu brüchig und die Knospen noch nicht ausgetrieben sind. Ebenso haben die Schnittwunden noch ausreichend Zeit zum Verheilen. Die Temperaturen sollten jedoch nicht mehr unter -5°C liegen.

Der Schnitt ist einerseits wichtig für eine schöne Form, als auch für das Austreiben von Blüten. Wird der Obstbaum zu spät beschnitten, treibt er nicht mehr richtig aus und trägt weniger Früchte. Ein zusätzliches Auslichten im Sommer treibt den Reifeprozess der Äpfel voran, im Herbst begünstigt es das Holzwachstum.

Für Äste bis 1,5 cm eignet sich eine gewöhnliche Gartenschere, für dickere Äste wird die Verwendung von speziellen Astscheren oder einer Stichsäge empfohlen.

Wann erfolgt der Rückschnitt?

Aus den Blüten entstehen schließlich die Früchte.
Blühender Apfelbaum

Orientieren Sie sich bei der Intensität des Rückschnitts im Herbst am Ernteertrag des Vorjahres: Bei einer geringen Ernte sollten Sie deutlich mehr zurückschneiden, um so das Wachstum neuer Triebe zu fördern. Bei einer umfangreichen Ernte sollten Sie hingegen behutsamer vorgehen – so entstehen eher kleinere neue Triebe.

Tipp: Beschneiden Sie den Baum lieber etwas mehr als zu wenig.

Generell sollte der Schnitt schräg über einer nach außen wachsenden Knospe erfolgen, sodass der neue Trieb in Richtung Sonne wachsen kann. Wird ein gesamter Ast entfernt, wird eng am Astring, knapp über der Verzweigung, gesägt.

Achten Sie darauf, dass durch Ihre Schnittführung keine neuen Astgabeln entstehen, denn hier sammelt sich vorwiegend Feuchtigkeit und es kann infolgedessen zu Fäulnis kommen. Die entstandenen Schnittstellen verheilen selbstständig – eine Behandlung mit speziellen Verschlussmitteln wird nicht empfohlen.

Doch Achtung: Viele Apfelsorten tragen ihre Blüten – und so auch ihre Früchte – an zweijährigem Holz. Wird dieses vorzeitig beschnitten, könnte die Ernte geringer oder komplett ausfallen. Junge Äste weisen eine hellere Färbung auf und lassen sich so meist einfach von älterem Holz unterscheiden. Ob Ihre Apfelbaumsorte zu dieser speziellen Kategorie gehört, sollten Sie vor dem Kauf in der Baumschule abklären.

Vom Rückschnitt betroffene Äste:

  • Alle senkrecht wachsenden Äste, die sogenannten Wasserschosse, müssen vollständig und direkt am Ast entfernt werden.
  • Sich überkreuzende Äste sind aufgrund eines bestehenden Verletzungsrisikos zurückzuschneiden – die empfindliche Rinde könnte hier Schaden nehmen.
  • Nach innen wachsende Äste tragen meistens weniger Blüten und sollten entfernt werden.
    Durch das Zurückschneiden der Baumkrone erzielt man eine bessere Luftzirkulation und einen gesteigerten Lichteinfall.
  • Totholz oder beschädigte Äste sind generell abzuschneiden.

 

Sommerschnitt bei Apfelbäumen

Ein zusätzlicher Sommerschnitt kann den Reifeprozess der Früchte begünstigen und Pilzbefall verhindern, da die Baumkrone besser durchlüftet wird und die Blätter schneller trocknen können. Zu diesem Zweck sollten alle überzähligen Zweige, die durch ihre Blätter die Früchte anderer Äste beschatten, zurückgeschnitten oder zumindest ausgedünnt werden.

Entfernen Sie steil nach oben wachsende Äste, da sich Früchte schneller und vorwiegend an waagerechten Ästen bilden. Zusätzlich können Sie auffällig kleine Äpfel pflücken, um großen Früchten mehr Nährstoffe zur Verfügung zu stellen.

Auch hier muss der Hobbygärtner stets abwägen: Werden zu viele Triebe entfernt, kann sich dies negativ auf das Wachstum der Äpfel auswirken, da sie nicht mehr ausreichend versorgt werden können. Beim Sommerschnitt sollte man daher eher behutsam vorgehen.

Tipp: Wer frühzeitig Leimringe an den Ästen befestigt, kann seine Früchte besser vor Schädlingen wie Ameisen oder Blattläusen schützen.

Äpfel ernten und lagern

Reife Äpfel sind intensiv gefärbt und lassen sich leicht pflücken.
Rote Äpfel

Nach der Blüte kann es bis Mitte Juli zum natürlichen Abfallen von nicht ausgereiften Früchten kommen. Dieser Fruchtfall kommt einer naürlichen Selektion gleich, da reife Früchte am Ast hängen bleiben und durch vorsichtiges Auspflücken per Hand geerntet werden können. Als Orientierungshilfe für einen guten und gesunden Fruchtbehang gelten acht Äpfel auf 40 cm Astlänge.

Reife Äpfel erkennen Sie daran, dass sie sich mit sanften Drehbewegungen leicht pflücken lassen, eine intensive Färbung aufweisen, beim Aufschneiden hörbar knackige Geräusche verursachen und über braune Kerne verfügen.

Nach dem Ernten beginnt ihr biologischer Alterungsprozess: Der Apfel reift nach und wird süßer, da vorhandene Stärkereste allmählich in Glukose umgewandelt werden. Gleichzeitig sinkt der Vitamingehalt und der Apfel wird mehlig. Durch die richtige Lagerung lässt sich dieser Prozess verlangsamen.

Äpfel sollten nach der Ernte nebeneinander und kühl gelagert werden.
Äpfel nebeneinander lagern

Idealerweise sollten Äpfel nebeneinander und bei einer Temperatur von 4°C gelagert werden. Eine hohe Luftfeuchtigkeit und eine gute Durchlüftung wirken ebenfalls günstig.

Eine durchlöcherte Plastiktüte ermöglicht beispielsweise eine ideale sauerstoffarme Atmosphäre. In einem dunklen, kühlen Raum bleiben die Äpfel aus dem eigenen Obstgarten dann lange frisch und knackig.

Ideale Apfelsorten für den eigenen Anbau

Möchten Sie Ihre Äpfel vom Spätsommer bis in den Herbst hinein ernten können, bieten sich die Sorten Topaz und Alkmene zum Anpflanzen an. Der Topaz ist ein Apfel mit süß-säuerlichem Geschmack, der erst im Herbst reif wird. Der Alkmene lässt sich bereits früher ernten und überzeugt durch seine fein-säuerliche Note.

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Weiterführende Informationen

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Bildnachweis
1. "Reife Äpfel am Apfelbaum" (Originalbild): keywest3, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
2. "Obstbaum als Spaliergewächs" (Originalbild): JamesDeMers, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
3. "Apfelbaum mit Bestäuber" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
4. "Blühender Apfelbaum" (Originalbild): mkolli, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
5. "Junge Bäume mit Stützpfahl" (Originalbild): petrafaltermaier, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
6. "Leiter am Apfelbaum" (Originalbild): Tingeling, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
7. "Weiße Apfelbaumblüten" (Originalbild): Nellya, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
8. "Reife Äpfel am Ast" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
9. "Gepflückte Äpfel" (Originalbild): Lomax58, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

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