Obstbaum pflanzen

Obstbäume pflanzen

Frisches Obst aus dem eigenen Garten schmeckt einfach am besten. Natürlich ist in einem kleinen Zier- oder Nutzgarten kein Platz für mächtige Obstbäume. Auf selbstangebautes Obst muss aber deshalb niemand verzichten. Heute bietet der Handel ein breitgefächertes Angebot von Spaliergehölzen, die sich besonders für warme Süd- oder Westwände am Haus eignen. Von vielen klassischen Obstbäumen gibt es bereits kleinwüchsige Formen, die auch in einen kleinen Garten passen. Wer viel Platz in seinem Garten hat, kann nicht nur einen Obstbaum pflanzen, sondern gleich einen ganzen Obstgarten anlegen. Wie der Boden beschaffen sein sollte und worauf bei der Auswahl von Obstbäumen geachtet werden sollte, erklären wir hier.

Apfelbaum

Obstbäume als Nutz- und Zierpflanzen

Wer einen Obstbaum pflanzen möchte, muss sich zunächst mit den Ansprüchen der verschiedenen Obstsorten auseinandersetzen, denn nicht jeder Baum eignet sich für jeden Standort. Auch die Bodenansprüche der Obstarten unterscheiden sich. Allen gemeinsam ist, dass sie einen möglichst tiefgründigen Boden zum Wurzeln benötigen. Eventuell vorhandene Bodenverdichtungen sollten vor dem Obstbaumpflanzen beseitigt werden.

Nektarinen, Aprikosen, Pfirsiche und weitere südländische Früchte gedeihen nur in ausreichend warmen Gebieten. Sehr gut geeignet ist hier beispielsweise ein Weinbauklima oder ein klimatisch ähnlicher Standort. Auch Süß- und Sauerkirschen sind für einen warmen Standort dankbar, ebenso die verschiedenen Birnensorten. Bei Apfelbäumen gibt es mittlerweile eine sehr große Auswahl, sodass diese Obstbäume auch für rauere Lagen erhältlich sind. Auf besonders empfindliche Apfelsorten sollte hier allerdings verzichtet werden.

Himbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren können ebenso wie Zwetschgen fast überall angebaut werden. Auch hier gibt es spezielle Sorten, die als besonders robust gelten. Niedrig wachsende und früh blühende Obstarten sind stärker frostgefährdet als Halb- oder Hochstämme. Deshalb sollte auch bei diesen Nutzpflanzen auf den richtigen Standort geachtet werden.

Ideale Bedingungen für Obstbäume

Um die richtige Sortenwahl zu treffen, ist es empfehlenswert, sich bei erfahrenen Obstbauern in der Region umzuschauen. Gerade aus deren langjähriger Erfahrung kann der Laie großen Nutzen ziehen. Auch die von den Landwirtschaftskammern herausgegebenen Empfehlungen bieten einen guten Anhaltspunkt für den Anbau von Obst im eigenen Garten.

Platzangebot und Obstauswahl

Apfelbäume werden ausladend und tragen viele Früchte.
Apfelbaum

Obstbäume benötigen ausreichend Standraum. In einem großen Garten ist natürlich meist genügend Platz für prachtvolle Apfelbäume und saftige Kirschen. Aber es kann gerade für kleinere Gärten vorteilhafter sein, sich an die kleinen Baumformen zu halten. Viele Obstsorten sind heute durch schwachwüchsige Unterlagen so ausgelegt, dass schon vom Boden aus geerntet werden kann. Diese Bäume brauchen auch nicht so viel Platz. Zudem ist sogenanntes Säulenobst erhältlich, das nur einen Meter breit wird und vorwiegend in die Höhe wächst. Diese Obstbäumchen lassen sich sogar in ausreichend großen Kübeln auf der Terrasse halten.

Wenn Sie eine unschöne Hauswand begrünen möchten, bieten sich spezielle Neuzüchtungen am Spalier an. Hier wachsen die Obstbäume gezielt flach in Form und bilden schließlich eine blickdichte Wand, die leicht abgeerntet werden kann.

Bei der Obstauswahl sollte außerdem bedacht werden, dass nicht zu viel Obst zur gleichen Zeit reift. Je nachdem, ob es sich um einen kleinen oder großen Haushalt handelt, kann oft nicht alles sofort verwertet werden. Reifezeit und Haltbarkeit spielen also ebenso wie der Standort eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Obstbäume.

Sortierungen für Obstbäume

Um sich im Handel leichter orientieren zu können, sind die Obstbäume nach ihrer Höhe eingeteilt. Unterschieden werden:

Buschbäume bzw. Spindeln
: Stammlänge von 40 bis 60 cm
Niederstämme
: Stammhöhe von 80 bis 100 cm
Halbstämme: Stammhöhe von 100 bis 120 cm
Hochstämme: Mindeststammlänge von 160 bis 180 cm

Obstbäume pflanzen

Beim Pflanzabstand von Obstbäumen darf ruhig großzügig gedacht werden. Denn der vermeintlich richtige Pflanzabstand beim Obstbaumpflanzen erweist sich nach einigen Standjahren häufig als viel zu eng. Wichtig ist es, schon beim Pflanzen davon auszugehen, wie hoch und ausladend der Baum einmal wird. Dementsprechend sollte dem Baum genügend Platz eingeräumt werden, sodass er kleinere Pflanzen oder Nachbargrundstücke nicht beschattet.

Ein Beispiel: Ein Hochstamm braucht im Alter mindestens 120 Quadratmeter Platz, dies entspricht einem Radius von etwa 6 Metern.

Beim Obstbaumpflanzen ist man am besten zu zweit: Während der eine den Baum hält, kann der andere die Erde einfüllen. Zunächst jedoch wird der Boden großflächig gelockert und das Pflanzloch ausgehoben. Es sollte mindestens doppelt so groß wie der Wurzelballen sein, sodass die Wurzeln nicht unnötig eingeengt werden und sich gut entfalten und ausbreiten können. Wichtig ist darauf zu achten, dass der Baum nicht tiefer in die Erde eingesetzt wird, als das vorher in der Baumschule der Fall war. Bei Containerpflanzen sollte die Oberkante vom Wurzelballen mit der Oberkante vom Erdreich abschließen. Verfügt Ihr Baum über eine Veredelungsstelle, so muss diese immer rund 15 cm über der Erde verbleiben, um eine Bewurzelung zu vermeiden. Die Veredelungsstelle erkennen Sie an der Verdickung am unteren Ende des Stamms.

Für einen geraden Wuchs und eine ausreichende Stabilität sorgt ein robuster Stützpfahl aus Holz. Sobald das Pflanzloch ausgehobenn ist, wird der Pfahl eingesetzt, um die empfindlichen Wurzeln nicht zu verletzen. Achtung: Stamm und Pfahl dürfen sich später nicht berühren. Ist der Baum eingesetzt, wird der aufbereitete Aushub eingefüllt, gut angetreten und bei Bedarf noch etwas Erde nachgefüllt, sodass ein praktischer Gießrand um die Baumscheibe entsteht. Danach wird alles kräftig angegossen, sodass sich letzte Hohlräume im Substrat schließen.

Das Pflanzloch ist etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen.
Pflanzloch ausheben
Eine Rindenmulchschicht hilft Feuchtigkeit im Boden zu speichern.
Schutzmaßnahmen

Wann wird ein Obstbaum gepflanzt?

Jeder Hobbygärtner ist daran interessiert, die passende Pflanzzeit abzuwarten, um seinem Obstbaum einen optimalen Start zu ermöglichen. Dabei empfehlen Experten den Herbst als richtige Jahreszeit, um Obstbäume in die Erde einzusetzen. Winterharte Obstbäume, wie Apfel, Birne, Süß- und Sauerkirsche sowie Pflaume, sollten immer zwischen Oktober und November gepflanzt werden, da die Bäume so mehr Zeit haben, neue Wurzeln auszubilden und vor ihrer Vegetationspause bereits ausreichend viel Wasser speichern können. So treiben die Bäume im Frühjahr auch schneller aus und können ihre gesamte Energie in die Bildung neuer Triebe und Knospen investieren, weil sie bereits gut angewurzelt sind.

Damit die Bäume auch gut anwachsen können, sollte bereits beim Kauf auf Qualität geachtet werden und das Substrat optimal aufbereitet werden. Dabei gängt die Stammhöhe der Obstbäume insbesondere vom Platzangebot im eigenen Garten ab. Spindelbäume, die recht langsam wachsen, sind auch für kleinere Gärten geeignet. Hochstämme und Halbstämme hingegen brauchen genügend Raum, weil sie eine ausladende Krone bilden und einen hohen Konkurrenzdruck auf kleinere Pflanzen ausüben.

Wann Obstbaum schneiden?

Bereits vor der Pflanzung sollten überflüssige Triebe abgeschnitten werden.
Äste kürzen

Damit im Sommer die Ernte üppig ausfällt, muss der Schnitt bei Obstbäumen fachlich richtig erfolgen. Wer noch nie einen Obstbaum geschnitten hat, kann sich beim ersten Mal einen erfahrenen Gärtner zu Hilfe holen. Wird der Baum nämlich unsachgemäß geschnitten, können faulende Äste und Pilzbefall die Folge sein.

Pflanzschnitt
Zunächst wird der Konkurrenztrieb zum Mitteltrieb entfernt. Dann werden Mitteltrieb und Seitentriebe eingekürzt. Generell sollten rund vier bis fünf gesunde Seitentriebe beibehalten werden, um eine formschöne Krone zu erhalten. Bereits vor der Pflanzung sollten sämtliche überschüssige Äste abgeschnitten werden.

Im ersten Standjahr
Direkt nach der Pflanzung im Herbst folgt der sogenannte Pflanzschnitt. Eventuelle Konkurrenztriebe am Mitteltrieb werden vollständig entfernt, die restlichen Zweige werden ausschließlich eingekürzt.

Im zweiten Standjahr
Im Frühling werden zu steil stehende Seitenäste mit Gewichten beschwert oder bewusst heruntergebunden, sodass sie waagerecht wachsen. Nur so können Blüten und Früchte bereits ab dem zweiten Jahr ausgebildet werden und eine formschöne Krone entstht. Diese Triebe werden im zweiten Jahr nicht eingekürzt.

Ab dem dritten Standjahr
Haben sich neue, zu steil stehende Seitenäste gebildet, werden diese entfernt oder radikal eingekürzt. Gleiches gilt für überlange Triebe, Wasserschosse oder nach innen bzw. überlappend wachsende Äste. Die Baumkrone soll auch nach einigen Standjahren licht- und luftdurchlässig bleiben.

Sommerschnitt für Obstbäume
Bei stark wachsenden Obstbäumen ist der Sommerschnitt äußerst wichtig. So wird das Wachstum gebremst und die Bildung neuer Fruchttriebe gefördert. Besonders wichtig sind die Schnittmaßnahmen im Sommer bei stark wachsenden Apfelbäumen sowie bei Süß- und Sauerkirschen. Der richtige Zeitpunkt ist Ende Juli bis Anfang August. Dann sind die Endknospen bei den neuen Trieben vollständig ausgebildet und auch deutlich erkennbar. Starke Wasserschosse, die senkrecht nach oben wachsen, werden direkt an der Basis entfernt und die großen Schnittflächen mit Baumwachs behandelt. Bei mittelstarken Trieben greift man auf den Rosettenschnitt zurück, sodass schließlich nur ein kleiner Kranz aus drei Blättern am Trieb stehen bleibt.

Generell gilt: Schnittmaßnahmen erfolgen ausschließlich mit scharfen Garten- bzw. Astscheren oder sägen, um Quetschungen zu vermeiden. Schnittflächen, die breiter als 2 cm sind, werden immer mit einem speziellen Baumwachs verschossen oder Baumpflaster beklebt, sodass Feuchtigkeit sowie Krankheitskeime nicht eindringen und die Wundflächen schneller abheilen können.

Düngung und Bodenpflege

Eine Rindenmulchschicht verdrängt Unkräuter und optimiert die Bodenqualität.
Rindnemulch

Auch auf kargem Boden können die meisten Obstbäume noch wachsen. Doch für einen guten Ertrag sollte der Boden gezielt aufbereitet werden, da immer genügend Nährstoffe zur Verfügung stehen sollten: Stickstoff, Phosphorsäure und Kalium sollten daher im richtigen Verhältnis in die Erde eingebracht werden. Häufig reicht es bereits aus, wenn organischer Dünger während der Pflanzung in den Aushub eingearbeitet wird und die obersten Erdschichten der Baumscheibe gemulcht werden. Eine Mulchschicht verdrängt Unkräuter, speichert die Feuchtigkeit länger im Boden und optimiert die generelle Bodenqualität, da sie als organischer Dünger wirkt.

Tipp: Besonders umgeben von Gras, etwa mittig auf der Rasenfläche, leiden Obstbäume schnell unter Nährstoffmangel. Zeigen sich erste Symptome, kann ein gezielter Flüssigdünger im Gießverfahren gereicht werden, sodass auch tiefliegende Erdschichten ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden.

Gezieltes Hacken oder Umgraben ist beim Obstbaum nicht nötig. Besser ist es, den Boden um den Stamm mit Rindenmulch abzudecken, sodass Feuchtigkeit besser gespeichert und Unkräuter verdrängt werden.

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Weiterführende Informationen

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Bildnachweis
1. "Apfelbäume" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
2. "Äpfel im Garten" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
3. "Pflanzloch" (Plantation arbres fruitiers) von wisemandarine, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
4. "Gepflanzter Baum" (Plantation arbres fruitiers - paillage et protection) von wisemandarine, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
5. "Baumschnitt" (Plantation arbres fruitiers - émondage) von wisemandarine, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
6. "Rindenmulchschicht" (Originalbild): LouAnn Clark (LouAnnClark), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

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