Terrassenholz verlegen: Holzterrasse mit Terrassenholz selber bauen

Terrassenholz verlegen

Eine Terrasse aus Holz zu bauen erfordert eine andere Vorgehensweise als den Bau einer Terrasse aus Stein. Neben dem richtigen Holz will die richtige Lage gefunden werden. Zudem benötigt das Holz eine Unterkonstruktion, die ebenso in die Planungen mit einfließen muss. Sie müssen demnach ein wenig vorausdenken, bevor Sie mit dem Bau einer Holzterrasse beginnen. Unsere Anleitung hilft Ihnen dabei, das Terrassenbauvorhaben korrekt zu planen und verwirklichen.

Holzterrasse

Planung der Holzterrasse

Nehmen Sie die Planung Ihrer neuen Terrasse nicht auf die leichte Schulter und arbeiten mit ungefähren Angaben. Letztendlich erzeugen Sie sich dadurch nur selbst Probleme, der Bau der Terrasse wird schnell frustrierend und Sie müssen unnötig Geld ausgeben. 

Daher sollten Sie genau wissen, an welche Stelle Ihre Holzterrasse gebaut und wie groß diese überhaupt werden soll. Vermessen Sie deshalb zunächst die gesamte Fläche auf den Millimeter genau und fertigen eine maßstäbliche Zeichnung mit einer Draufsicht an. Berücksichtigen Sie darin vor allem die Unterkonstruktion, die Abstände zwischen den Brettern und zeichnen Sie jede Terrassendiele einzeln ein.

Die profitable Rechnung, die sich daraus ergibt, ist denkbar einfach: Mehr Aufwand = große Kostenersparnis. Denn durch die exakte Messung, Zeichnung und Planung wissen Sie anschließend genau, wie viele Holzdielen, Trägerbalken und Schrauben sie tatsächlich benötigen. Ebenso können Sie dadurch schnell erkennen, an welchen Stellen Sie ein wenig einsparen können, denn Sie verschwenden kein Material und müssen nicht viel mehr einkaufen, als Sie letztlich benötigen.

WICHTIGER HINWEIS: Sie sollten die Planung Ihrer Terrasse möglichst so gestalten, dass Sie keine der Terrassendielen durchsägen müssen. Besteht keine Möglichkeit dies zu vermeiden, schneiden Sie die Diele nur mit einer Tischkreissäge durch oder lassen diese Arbeit vom Fachmann im Baumarkt erledigen.

Die richtige Höhe für eine Holzterrasse

Unterschätzen Sie die Planungen für die Höhe Ihrer Holzterrasse nicht, vor allem, um Stolperfallen zu vermeiden. In der Regel müssen Sie mit der Höhe arbeiten, die Ihnen durch das Haus und vor allem die Terrassentür vorgegeben wird. 

Die Tür sollte letztlich auf der Höhe des Terrassenbelags liegen. Daher gilt die Faustregel: Entweder Sie erschaffen einen exakten Höhenanschluss oder im Gegensatz dazu eine deutlich erkennbare Stufe. 

Achten Sie ebenso darauf, keine Lichtschächte für den Keller zu überbauen. Weiterhin müssen Sie sich im Klaren darüber sein, ob Ihre Terrasse später überdacht wird oder Sie freistehend bleibt. Sollte Ihre Terrasse kein Dach erhalten, sollten Sie ein Gefälle von 1 Prozent - also 1 cm pro Meter) in Ihre Planungen einbauen. Dadurch kann Regenwasser entlang der Längsrillen ablaufen. Besonders für Terrassen in Schattenlagen ist dieses Gefälle entscheidend, weil das Holz ansonsten nicht gut genug trocknen kann und die Feuchtigkeit das Holz angreift. Zudem könnten sich Algen bilden, wodurch die Terrasse sehr rutschig wird.

Abstand zwischen Holz und Wand

Wir raten Ihnen dringend davon ab den ersten Trägerbalken mit der Hauswand zu verschrauben. Bedenken Sie: Zwischen der Nut und der Wand sammeln sich Schmutz und Regenwasser. Genau dort können sich Pilze bilden, die das Holz nach und nach zerstören. Weiterhin benötigt Holz immer Platz zum Arbeiten. Die feste Verbindung unterdrückt diese Bewegungen und erzeugt Spannung im Holz, durch die wiederum Risse entstehen. Wir raten Ihnen deshalb, einen Abstand von mindestens 5 mm zwischen Holz und Wand einzuhalten. 

Entscheidung für das richtige Terrassenholz

In der Holzart für Ihre Terrasse sind Sie in Ihrer Entscheidung frei. Allerdings sollten Sie Holz wählen, das mit den Witterungsbedingungen im Freien zurechtkommt und vor allem Feuchtigkeit aushält. Wir empfehlen Ihnen daher Terrassenholz aus Bangkirai, Douglasie oder WPC Holzimitat. Tropenhölzer sind in der Regel am besten geeignet, weil sie von Natur aus hoher Feuchtigkeit standhalten müssen. Zudem ist es sehr stabil und pflegeleicht.

Geeignete Schrauben und Beschläge

Doch nicht nur das Holz muss für die Außenbedingungen geschaffen sein, sondern auch alle anderen Teile, die zur Verarbeitung genutzt werden. Darunter fallen auch die Schrauben und Beschläge. Sie sollten daher nicht auf normale Holzschrauben setzen, sondern nur diejenigen verwenden, die aus Edelstahl gefertigt sind. Dadurch vermeiden Sie, dass die Schrauben rosten können. 

Es genügen übrigens Schrauben in den Maßen 4,5 x 50 mm. Längere Schrauben bedeuten größeren Kraftaufwand, erhöhen aber nur mininmal die Stabilität. Verwenden Sie am besten Senkkopf-Edelstahlschrauben mit Teilgewinde bzw. Holzschrauben, die für den Holzterrassenbau entwickelt wurden, die als Torx Schrauben bekannt sind. Solche Schrauben besitzen eine Bohrspitze, durch die sie sich besonders leicht in das Holz schrauben lassen und halten ein größeres Drehmoment aus. Sie werden mit einem Vielzahn-Inbus eingeschraubt.

Bau einer Holzterrasse

Sobald Sie die Holzterrasse genau geplant und Sie das Material in Form von Terrassenholz, Schrauben und Beschlägen gekauft haben, können Sie mit dem eigentlichen Bau der Terrasse beginnen. Wie erwähnt, darf das Holz nicht direkt auf dem Boden aufliegen. Daher müssen Sie mit einer Unterkonstruktion beginnen.  

Unterkonstruktion für Holzterrasse bauen

Beim Bau der Unterkonstruktion für die Holzterrasse haben Sie verschiedene Möglichkeiten, diese zu realisieren, z.B. mit einem Betonstein-Unterbau oder ein Punktfundament mit Balkenträgern. 

Wir haben uns für eine Variante mit Betonsteinen auf kleinen Fundamenten entschieden. Es ist zum einen preiswert und zum anderen nicht so starr wie andere Konstruktionen, denn die Balken liegen ohne eine weitere Befestigung auf dem Stein auf, damit das Holz arbeiten kann.

Beginnen Sie damit, die Ecken der vorgesehenen Fläche mit Stangen abzustecken. Mit einer Schnur markieren Sie die Höhe der Oberkante der Trägerbalken unter Berücksichtigung des Gefälles von 1 Prozent. Dadurch ergibt sich die Endhöhe der gesamten Terrasse abzüglich der Stärke der Terrassendielen.

Anschließend muss die gesamte Fläche ausgekoffert werden und der Boden durch Füllsand mit einer Höhe von 10 bis 15 cm ersetzt werden.

Die endgültige Bodenhöhe nach der Vorbereitung des Untergrunds orientiert sich an der gewünschten Terrassenhöhe. In unserem Fall soll sich der Terrassenbelag, sowie die seitlichen Blenden, oberhalb des Bodenniveaus befinden, weshalb der Untergrund etwa 10 cm tiefer liegen muss als die Bodenoberfläche.

Fundament und Sockelsteine

Als Nächstes müssen Sie die Fundamentlöcher ausheben. Orientieren Sie sich dabei an Ihrer Zeichnung und heben Löcher entlang der oberen Abschlusskante aus. Der Abstand sollte nicht mehr als 1 m betragen, während die Löcher einen Durchmesser von 20 x 20 cm haben und 40 cm tief sind. Mit einem Erdbohrer können Sie solche Arbeiten etwas leichter verrichten.  

Füllen Sie die Erdlöcher reihenweise mit erdfeuchtem Beton. Anschließend rollen Sie Kunststoffvlies über die fertigen Fundamente, um darauf pro Fundament einen Sockelstein aus Beton zu stellen. Nutzen Sie dazu am besten quadratische Rinnensteine, bekannt auch als Basamentsteine (16 x 16 x 14 cm). 

Anschließend müssen Sie eine zweite Schnur spannen, die auf der Höhe der Unterkante des Tragebalkens verläuft. Anhand dieser Schnur richten Sie die Rinnensteine aus. Müssen Sie die Steine erhöhen nutzen Sie Beton; um sie zu erniedrigen nehmen Sie einen Gummihammer. Bei jedem Sockelstein prüfen Sie mit einer Wasserwaage, ob der Stein eben liegt. 

Nach diesem Prinzip gehen Sie bei allen Fundamentreihen vor und halten einen Abstand von maximal 60 cm zwischen den Reihen ein.

Kies auftragen und Balken auflegen

Kies dient als Sauberkeitsschicht

Warten Sie, bis der Beton ausgehärtet ist, um danach die gesamte Fläche mit Kies abzudecken. Die Höhe der Kiesschicht sollte 5 cm betragen. Diese Schicht wird "Sauberkeitsschicht" genannt und sorgt für das schnelle Absickern des Regenwassers und hält die Feuchtigkeit gering. 

Bringen Sie alle Trägerbalken auf die richtige Länge und legen diese im exakten Abstand auf die Sockelsteine. Legen Sie zwischen Sockel und Stein ein 16 x 16 cm großes Stück Teichfolie mit glatter Oberfläche.

Terrassenholzdielen verlegen

Ist die Unterkonstruktion fertiggestellt, können die einzelnen Dielen aus Terrassenholz verlegt werden. Richten Sie die Dielen möglichst exakt rechtwinklig auf der Trägerkonstruktion aus. Befestigen Sie die Diele an jedem Tragebalken vorne und hinten mit je einer Schraube. 

Gehen Sie beim Verschrauben besonders sorgfältig vor und achten Sie darauf, dass alle Schrauben auf einer Linie liegen. Zur besseren Orientierung spannen Sie eine Schnur. Weiterhin hilft es, wenn Sie die Schraubenlöcher vorbohren. Verwenden Sie einen Bohrer, der 1 mm größer ist, als die Schraube selbst, damit das Holz später noch arbeiten kann und nicht zu sehr unter Spannung steht.

Erleichtern Sie sich die Arbeit und setzen Sie Abstandshalter aus Hartholz ein, mit denen Sie sichergehen können, dass Sie den Abstand von 5 mm tatsächlich einhalten. Stecken Sie einen Abstandhalter vor dem Verschrauben vorne, in der Mitte und hinten in die Nut. Zum Herausziehen der Abstandhalter werden Sie später eine Zange benötigen.

Abschlusskante

Eine gerade und somit einheitliche Abschlusskante erreichen Sie mit einem einfachen Trick: Lassen Sie die Dielen am Ende alle ein wenig überstehen. Bringen Sie die Dielen anschließend mit einer Handkreissäge auf ein und dieselbe Länge. Nutzen Sie dazu eine Führungsschiene um eine gerade Kante zu gewährleisten.

Holzterrasse fertigstellen

Nach Verlegen der Dielen müssen Sie nur noch alle Kanten abschleifen, um die Terrasse auch barfuß betreten zu können. Des Weiteren sollten Sie nochmals alle Schrauben auf Ihre Festigkeit überprüfen. Kehren Sie die Terrasse zum Schluss noch einmal gründlich, um Sie von Spänen etc. zu befreien. Danach können Sie in Ruhe Ihre erste Party auf Ihrer neuen Holzterrasse veranstalten.

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Weiterführende Informationen

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Bildnachweise

Terrasse: OakleyOrigins, Flickr.com, CC BY 2.0
Kies: ©Gerold Warnken / www.pixelio.de

Bildnachweis

"Holzterrasse" von GIMP 2.6.11 (OakleyOrigins)

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