Terrassenholz aus Bangkirai, Douglasie und Thermoholz

Um eine schöne Terrasse zu bauen, muss man nicht unbedingt kalten Beton, Steine oder Fliesen verwenden. In den letzten Jahren geht der Trend eher in Richtung eines natürlicheren Aussehens der Terrasse – die Wahl fällt hier auf robustes sowie witterungsbeständiges Holz, da es freundlicher zu den Fußgelenken ist, Wärme gut speichert und in der Regel nach dem Verlegen keiner weiteren Pflegemaßnahmen benötigt. Erfahren Sie mehr zur Holzterrasse.

Holzterrasse

Welches Holz eignet sich für den Außenbereich?

Entscheidend ist, dass Sie auf das richtige Holz setzen. Nach einiger Zeit haben sich drei Varianten herauskristallisiert, die für die Zwecke einer Terrasse im Außenbereich besonders gut geeignet sind:

  1. Bangkirai
  2. Douglasie
  3. Thermoholz aus Holzimitat


Die drei Sorten unterscheiden sich dabei nicht nur in ihrer Optik und ihrem Preis, sondern auch in ihren Eigenschaften. Damit Sie für sich persönlich die beste Wahl für ein Terrassenholz treffen können, stellen wir Ihnen die einzelnen Holzarten vor, die Sie als Terrassendielen verwenden können. Zudem erkären wir Ihnen, welche Vorteile und Nachteile sich durch eine bestimmte Holzart ergeben.

Yellow Balau und Bangkirai

Terrasse aus Bangkirai-Platten
Terrasse aus Bangkirai-Platten

Lassen Sie sich durch Fachmärkte nicht verwirren: Sowohl mit Yellow Balau als auch Balau ebenso wie Bangkirai ist immer die gleiche Holzart desselben Baumes gemeint. Der Yellow Balau ist ein Laubbaum und stammt ursprünglich aus Südostasien. Aufgrund seiner Härte und Beständigkeit wird er mittlerweile aber auch international angebaut und gehandelt. Aufgrund der hohen Qualität ist das Yellow Balau Holz das teuerste, welches Sie für einen Terrassenbau verwenden können. Deshalb kann 1 qm bis zu 50 Euro kosten.

Beim Kauf von Bangkirai Holz sollten Sie unbedingt auf das FSC Siegel achten. Dieses Siegel steht für Forest Stewartship Council, welche eine Organisation für nachhaltige Forstwirschaft ist. Dadurch soll sichergestellt werden, dass nur legales Holz in den Handel kommt. Allerdings wird das Siegel bei solch beliebten Holzsorten wie dem Yellow Balau gerne gefälscht. Dennoch sollten Sie sich auch im Fachhandel nie dazu überreden lassen, Holz ohne das FSC Siegel zu kaufen.

Die Farbe des Bangkirai Holzes hängt von der Frische ab. Ganz frisches Kernholz kann z.B. gelblich braun bis grünlich erscheinen und dunkelt bis zu olivbraun nach. Der Kern hebt sich dabei nicht immer vom Splintholz ab. Kurz: Die Farbe des Balau Holzes kann stark variieren. 

Der große Vorteil von Bangkirai ist dessen Widerstandsfähigkeit gegen Witterungsbedingungen, weil es sich selbst unter tropischen Bedingungen behaupten kann. Damit geht ebenso ein natürlicher Schutz gegen Pilze und Insekten einher. In einer gemäßigten Klimazone kann Bangkirai deshalb zwischen 15 und 25 Jahre haltbar sein. Und damit ist lediglich das unbehandelte Holz gemeint. 

Es verwundert daher nicht, dass Yellow Balau Holz vor allem im Außenbereich Verwendung findet und besonders gerne für Brücken oder auch Kaianlagen benutzt wird. 

Übrigens sollten Sie sich keine Sorgen machen, wenn Ihr neues Holz einmal Löcher aufweist. In diesem Fall haben Sie es nicht mit Holzwürmern zu tun, sondern mit sogenannten "Pinholes". Diese Löcher sind zwar durch Insekten entstanden (die sich über den natürlichen Schutz des Holzes hinwegsetzen), welche jedoch spätestens beim Fällen des Baumes aus den Löchern verschwinden. Vor allem sind die Löcher nicht sonderlich tief (zwischen 1 und 2 mm) und sie sind sogar ein Zeichen dafür, dass Sie es mit hochwertigem Holz zu tun haben. Auf die Standfestigkeit der Bretter haben diese kleinen Löcher keinerlei Auswirkungen. 

Passen Sie jedoch auf, wenn Bangkirai mit verzinktem Metall in Berührung kommt. Denn dadurch, dass das Holz mit solchem Metall reagiert, können schwarze Flecken entstehen, die Sie nicht mehr entfernen können. Verwenden Sie bei der Verarbeitung daher Edelstahlschrauben!

Zu guter Letzt noch ein Hinweis zur Farbe: Auch Bangkirai ist wie jede andere Holzart nicht vor Vergrauung geschützt. Diese können Sie aber vermeiden, wenn Sie das Holz mit einem der folgenden Holzschutzmittel ölen.

Douglasie

Das Holz der Douglasie in Nahaufnahme
Holz der Douglasie in Nahaufnahme
Terrasse und Tisch sind aus Douglasie gebaut. Man achte auf die Ergrauung.
Terrasse und Tisch aus Douglasie erbaut

Die Douglasie gehört zur Familie der Kieferngewächse und ist vor allem in Nordamerika, besonders in der Nähe der Rocky Mountains, anzutreffen. 

Frische Douglasie ist zumeist rötlich-braun oder hell-gelblich - vergleichbar mit Lärchenholz - und kann in den verschiedensten Bereichen eingesetzt werden. Vor allem zum Bau von Dachstühlen gibt es derzeit kein besseres Holz, weil die Douglasie im Kern besser imprägnierbar ist als die Fichte, die ansonsten für solche Arbeiten verwendet wird. 

Douglasie eignet sich allerdings nicht nur für den Innenbau, sondern aufgrund seiner natürlichen Dauerhaftigkeit ebenso für Außenbereiche, in denen es Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Dabei muss man jedoch beachten, dass die Douglasie nicht ganz die Widerstandsfähigkeit wie Bangkirai erreicht und nur dauerhaft haltbar ist, wenn das Holz behandelt wurde bzw. vorher gut getrocknet ist. Denn sobald zu viel Feuchtigkeit in das Holz der Douglasie eindringt, wird es sehr schnell zerstört.

Dadurch, dass Douglasie nicht ganz die Qualität und Haltbarkeit von Bangkirai erreicht, ist es in der Regel auch etwas günstiger und kostet im Durschnitt ca. 30 € pro qm. 

Achten Sie bei Arbeiten mit Douglasie übrigens immer auch auf Harzaustritte, weil das Holz von Natur aus sehr viel Harz enthält. Zudem darf das Holz der Douglasie nie in direkten Kontakt mit dem Boden gelangen und muss von allen Seiten immer gut belüftet sein. Dies gilt sowohl bei der Lagerung als auch bei der Verarbeitung.

WPC Terrassendielen aus Holzimitat

WPC gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen.
WPC als Holzimitat

Eine kostengünstige Alternative zu den natürlichen Hölzern des Yellow Balau oder der Douglasie stellt sogenanntes Wood Plastic Composite (WPC) Holz dar, welches kein Echtholz, sondern lediglich ein Holzimitat ist. 

Ebenso bekannt ist es unter dem Begriff Thermoholz, was vor allem mit der Herstellung des Imitats zusammenhängt. Denn es handelt sich bei WPC um thermoplastisch verarbeitete Verbundstoffe. Diese wiederum bestehen aus Anteilen von Holzmehl, Kunststoffen und zusätzlichen Additiven. Dennoch sollte man nicht davon ausgehen, es mit vollwertigem Kunststoff zu tun zu haben. Die WPC Terrassendielen sind deutlich stabiler und dehnen sich unter Sonneneinstrahlung nicht so aus, haben aber das geringe Gewicht und die leichte Pflegbarkeit von Kunststoff erhalten.

Der finanzielle Vorteil liegt auf der Hand: WPC Terrassendielen sind deutlich günstiger als ihre Echtholz Konkurrenten. Doch auch die weiteren Eigenschaften machen das Holzimitat zu einer interessanten Alternative. 

Zunächst einmal ist das Holzimitat sehr barfußfreundlich, weil es keine Rissbildung oder Splitterbildung gibt. Zudem ist es einfach mit ein wenig Wasser zu reinigen und Streichen sowie Renovieren entfallen komplett. Vor allem weisen WPC Terrassendielen eine lange Lebensdauer auf und sind 100% recycelbar. Und zu guter Letzt lässt es sich durch ein einfaches Verlegesystem zeitsparend und schraubenlos montieren.

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Weiterführende Informationen

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Bildnachweis
1. "Terrassendielen" (Originalbild): 14398, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
2. "Terrasse aus Bangkirai-Platten" © Mike Frajese / Pixelio
3. "Holz der Douglasie in Nahaufnahme" (Douglasie Holz) von Philipp Zinger, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten
4. "Terrasse und Tisch aus Douglasie erbaut": © Wualex, Originalbild / Wikimedia Commons, Lizenz: Gemeinfrei
5. "WPC als Holzimitat" (Wood plastic composite) von VarunRajendran, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0

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