Eichhörnchen im Garten

Viele Kinder sind von den possierlichen Eichhörnchen mit ihrem langen Schwanz und weichen Fell absolut begeistert. Doch Hobbygärtner wissen um die Zwiespältigkeit, mit der man den Nagern begegnen kann: Auch wenn Eichhörnchen freundlich aussehen, sind sie Nesträuber, die sich nicht nur von Nüssen und Beeren, sondern auch von Vogeleiern ernähren. Vogelliebhaber sind daher bemüht, Eichhörnchen zu verjagen. Dennoch freuen sich viele Gartenbesitzer, wenn Eichhörnchen zu Besuch kommen – dabei können die Tiere richtig zutraulich werden. Doch sollte man Wildtiere überhaupt an den Menschen gewöhnen und zusätzlich füttern? Wir erklären Ihnen, wie Sie Eichhörnchen artgerecht unterstützen können.

Eichhörnchen im Baum

Ein Leben im Kobel

Eichhörnchen werden gerne auch als Eichkatze oder -kater bezeichnet und zählen zu den Nagetieren. Ihre Fellfärbung variiert zwischen rötlichen und bräunlichen Nuancen und ihr buschiger Schwanz dient als Steuer, wenn die kleinen Akrobaten von Ast zu Ast springen. Während Eichhörnchen früher hauptsächlich in Wäldern anzutreffen waren, werden sie heutzutage vermehrt in Menschennähe gesichtet:

Sie leben in Stadtparks und Hausgärten, da sie hier geschützte Nistmöglichkeiten und zusätzliche Nahrungsquellen finden.

Der Kobel ist wind- und wasserdicht.
Kobel

Die Nagetiere leben in einem sogenannten Kobel, der durch seine charakteristische runde Bauform hoch oben in der Baumkrone leicht zu entdecken ist. Als Baumaterialien dienen biegsame Äste, Zweige und Blätter, während Moos und Gras als Polsterung genutzt werden. Dank einer speziellen Bauweise wird der Kobel nahezu wasserfest und hält auch im Winter ausreichend warm.

Übrigens: Eine der zwei Kobelöffnungen zeigt nach unten, da Eichhörnchen immer von der Unterseite in ihr Nest klettern.

Wenn Sie Eichhörnchen in den Garten locken möchten, können Sie auch Eichhörnchenbehausungen in Kobelform erwerben und diese rund sechs Meter hoch in einen Baum hängen. Die artgerechte Nisthilfe wird gerne als Schlafmöglichkeit und Nest angenommen.

Eichhörnchen im Winter

Im tiefen Schnee finden Eichhörnchen ihren Futtervorrat nur schlecht.
Eichhörnchen im Winter

Anders als Igel und Siebenschläfer halten Eichhörnchen keinen festen Winterschlaf, sondern werden nur etwas weniger aktiv. Daher können Sie Eichhörnchen im Herbst auch beim Sammeln von Nüssen und anderen Baumfrüchten beobachten, die im Anschluss an unterschiedlichen Stellen im Garten verbuddelt werden. Auf diesen Vorrat greifen die Nagetiere während bestehenden Nahrungsmittelengpässen bei Frost und Kälte zurück.

Ab Dezember beginnt die Paarungszeit der Eichhörnchen. Bei einer Tragezeit von rund 38 Tagen ist bereits Anfang Februar mit erstem Nachwuchs im Kobel zu rechnen. Die Muttertiere müssen daher zum Jahreswechsel besonders viel Futter zu sich nehmen, um für das überlebenswichtige Säugen ihrer Jungtiere ausreichend gestärkt zu sein.

Problematisch gestaltet sich die winterliche Futtersuche, wenn hoher Schnee liegt und der Boden gefroren ist. Auch herbstliche Gartenarbeiten zerstören die von Eichhörnchen ordentlich angelegten Markierungen, mit denen sie zu ihren Futtervorräten zurückfinden. Jetzt kommt der Mensch mit einer gezielten Winterfütterung ins Spiel.

Sollte man Eichhörnchen füttern?

Eichhörnchen sollten sich nicht zu stark an den Menschen gewöhnen.
Fütterung

Generell ist das Thema der Winter- oder Ganzjahresfütterung zwiespältig zu betrachten. Sogar Tierschutzorganisationen sehen sowohl Vor- als auch Nachteile in einer zu engen Bindung an den Menschen. Eichhörnchen sind intelligente Tiere, die mit etwas Geduld sogar aus der Hand fressen. Dieses Verhalten ist niedlich, birgt für die Tiere aber zahlreiche Gefahren: Der Verlust ihres Fluchtinstinktes lockt die Tiere in Wohngebiete, wo sie zur Beute freilaufender Katzen werden oder Autos zum Opfer fallen.

Wer artgerecht zufüttert, sollte bereits im zeitigen Herbst damit beginnen, Futterstellen im Garten einzurichten. Hierbei gilt es darauf zu achten, das auch durch Vögel und andere Kleintiere beschmutzte Futter täglich zu wechseln, da an Futterstellen schnell Krankheiten ausbrechen können, die ganze Populationen bedrohen. Wer eine Verschmutzung durch Kot und Schmutz vermeiden möchte, greift zu speziellen Eichhönrnchenfutterstationen, bei denen die Nagetiere eine Klappe öffnen müssen, um an leckere Nüsse zu gelangen. Weiterhin können Sie spezielle Futtermischungen für Eichhörnchen erwerben, in denen Samen, Nüsschen und Mais enhalten sind. Doch auch Sonnenblumenkerne, getrocknete Bananen und ungesalzene Erdnüsse sowie frisches Obst, etwa geviertelte Äpfel oder kleine Birnenstücke, werden gerne angenommen.

Wussten Sie, dass Eichhörnchen immer aufrecht fressen, um ihre Umgebung stets gut im Blick zu haben?

Eichhörnchen sind sehr intelligent:
Futterstation
Ein Deckel auf der Futterstation...
Futterstation
...ist mühelos geöffnet. Guten Appetit!
Futterstation

Regentonnen werden zur Falle

Wer Wildtiere in den Garten lockt, sollte Wasserstellen mit steilen Wänden stets gut abdecken. Durstige oder neugierige Tiere könnten ansonsten ins Wasser fallen und ertrinken. Regentonnen und auch der Swimmingpool werden daher stets fachmännisch mit einem Deckel geschlossen oder großen Planen abgespannt. Alternativ wird ein langer, stabiler Ast als Ausstiegshilfe – gegebenenfalls an mehreren Stellen – eingelegt. Selbst aufgestellte, unbefüllte Blumentöpfe können für kleine Mäuse zur Todesfalle werden, wenn sich in ihnen Regenwasser sammelt und die durstige Maus hineinfällt: An den steilen Wänden findet das Tier keinen Halt und verendet. Daher gilt: Auch kleine Gefäße, die mit Wasser gefüllt werden könnten, werden vorsichtshalber abgedeckt oder umgedreht.

Wie helfe ich einem kranken Eichhörnchen?

Jungtiere werden im Februar geboren.
Jungtiere

Wer auf einem Spaziergang ein schwaches oder vermeintlich krankes Eichhörnchen findet, sollte die Situation zunächst aus einigen Metern Entfernung beobachten. Die Wildtiere sind naturgemäß menschenscheu und besonders flink. Wirkt das Tier jedoch apathisch und bewegt es sich kaum, können Sie sich mit einem Handtuch vorsichtig nähern. Machen Sie sich dabei möglichst klein und vermeiden Sie schnelle Bewegungen, um nicht wie ein überwältigender Fressfeind zu wirken.

Achtung: Auch schwache Tiere können schnell zubeißen oder mit ihren scharfen Krallen tiefe Schnittwunden zufügen. Nach einem Biss sollten Sie einen Arzt aufsuchen, da gefährliche Krankheitserreger übertragen werden können.

Wickeln Sie das Handtuch behutsam um das Tier und tragen Sie es in einen ruhigen Raum, wo sie es in einem Karton in Ruhe auf mögliche Verletzungen hin untersuchen können: Scheint etwas gebrochen zu sein? Ist das Tier deutlich unterernährt? Wirkt das Fell stumpf und strohig? Als erste Hilfsmaßnahme können Sie Zuckerwasser und kleine Apfelstücke ohne Schale anbieten. Unterkühlte Jungtiere sollten zusätzlich mit einer Wärmflasche gewärmt werden.

Unerfahrene Menschen sollten Wildtiere nicht aufpeppeln. Wenden Sie sich an einen Tierarzt: Hier können Sie das Tier abgeben oder bekommen Kontaktinformationen für eine mögliche Pflegestelle.

Weiterführende Informationen

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Bildnachweis
1. "Eichhörnchen im Garten" (Originalbild): Daniel Wanke (DanielWanke), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
2. "Kobel im Baum" (Nid d'écureuil roux) von Mathieu Giraudeau, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten
3. "Eichhörnchen im Schnee" (Eichhörnchen auf Schnee) von Dellex, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
4. "Eichhörnchen wird gefüttert" (Originalbild): Varun Singh (varunsingh180000), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
5. "Eichhörnchen Futterstation 1" (Originalbild): Christiane (Oldiefan), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
6. "Eichhörnchen Futterstation 2" (Originalbild): Christiane (Oldiefan), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
7. "Eichhörnchen Futterstation 3" (Originalbild): Christiane (Oldiefan), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
8. "Babyeichhörnchen": Toivo Toivanen & Tiina Toppila, Kurre10 / Wikimedia Commons, Lizenz: Public Domain

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