Bienenvolk im Garten

Bienen (Apiformes) zählen zur Insektenfamilie der Hautflügler und erfahren aufgrund ihrer Honigproduktion und vermeintlichen Wehrhaftigkeit besondere Aufmerksamkeit. Doch Bienen sind friedliche Fluginsekten, die nur zustechen, wenn ihr Leben oder das ihrer Königin bedroht wird. Nach einem Stich bleiben die Widerhaken des Stachels in der Haut stecken und die Biene stirbt, anders als etwa die Wespe. Zudem sind Bienen reine Pflanzenfresser, sodass sie auch vom gegrillten Steak nicht angezogen werden. Im Gegensatz zur Honigbiene, die in einem großen Staat mit Königin lebt, führen Wildbienen ein solitäres Leben. Viele Bienenarten sind jedoch durch den weit verbreiteten Einsatz toxischer Pflanzenschutzmittel bedroht, sodass das urbane Imkern im Garten zum Artenschutz beitragen soll. Hier erfahren Sie, wie Sie ein Bienenvolk im Garten optimal unterstützen können.

Biene

Artenvielfalt und ökologische Bedeutung der Bienen

Bienen zählen weltweit zu den wichtigsten Pflanzenbestäubern, da sie auf ihren ausgiebigen Flugrouten Pollen von Pflanze zu Pflanze transportieren und so zum Erhalt der Wild- und Kulturpflanzen beitragen. Von den weltweit rund 20.000 Bienenarten sind nur rund 500 in Deutschland heimisch, wobei der Großteil der Bienen solitär lebt. Die Anzahl staatbildender Gemeinschaften, wie etwa bei der Honigbiene, beträgt weltweit nur ca. 510 Arten.

Im Gegensatz zur Honigbiene betreiben Solitärbienen die Brutpflege lediglich für die eigene Nachkommenschaft. Eine weitere Bienenart sind sogenannte Kuckucksbienen, die als Brutschmarotzer keine eigenen Nester bauen, sondern ihre Eier in die Brutzellen anderer Bienenarten legen. Hier töten sie die fremden Larven und ernähren sich vom gesammelten Nahrungsvorrat.

Die Pollen dienen Bienen übrigens als eiweißreiche Nahrungsquelle. Aus den Pollen werden Futtervorräte im Bau angelegt, die den Einzeltieren oder auch der gesamten Kolonie bei Futterengpässen, etwa bei anhaltendem Unwetter oder im Winter, das Überleben garantieren. Doch auch der Nachwuchs wird mit Pollen gefüttert und aufgezogen.

Die Hosenbiene ist eine Wildbienenart.
Wildbiene
Die Honigbiene lebt im Insektenstaat.
Honigbiene

Richtiger Umgang mit Bienen im Garten

Auch wenn Bienen keine gefährlichen Tiere sind, können sie in Notsituationen zustechen und ihr Gift injizieren, das beim Menschen zu Schmerzen oder sogar einem allergischen Schock führen kann. Da die friedlichen Vegetarier kein Interesse an salzigen Fleischgerichten oder dem Salatbuffet der Gartenparty haben, kommt es aber nur selten zum unmittelbaren Kontakt zwischen Insekt und Mensch.

Eine flache Bienentränke mit Zuckerwasser und Blütenaroma sorgt für eine sommerliche Erfrischung.
Bienentränke

Verirrt sich eine Biene in den Wohnbereich oder auf die Terrasse, sollten Sie schnelle, wedelnde Handbewegungen vermeiden und die Biene sanft mithilfe einer Serviette und einem Glas hinausgeleiten. Ein Töten des Tieres sollte vermieden werden, da die Bienen wichtige Nützlinge sind und zum Erhalt der Pflanzenbestände beitragen. Weiterhin sind Fliegengitter als präventive Schutzmaßnahme zu verstehen. Sie halten zudem schädliche oder unerwünschte Insekten fern.

Wer sich für die Haltung eines Bienenvolks im Garten interessiert, benötigt ausreichend Platz, denn zur Schwarmzeit besteht ein Staat aus bis zu 60.000 Tieren, die im Garten und der näheren Umgebung nach Pollen suchen. Experten sprechen hier von einer Grundstücksfläche von mindestens 100 m² pro Bienenvolk. Befinden sich häufig spielende Kinder oder Haustiere im Garten, ist von einer Beute, wie Experten den Bienenstock nennen, abzuraten: Bienen fühlen sich und ihren Stock dann schnell bedroht und stechen kollektiv zu.

Achtung: Bienen lassen sich domestizieren, jedoch nicht zähmen. Seien Sie sich daher stets der Verantwortung bewusst, die Sie eingehen, wenn Sie die Insekten im Garten halten. Auch Nachbarn sollten vorab kontaktiert und nach ihrem Einverständnis gefragt werden.

Video: Bienen – ein Volk und seine Königin

Garten für Bienen optimal gestalten

Setzen Sie auf natürliche Gartenbereich mit einer Vielzahl an Wildblumen.
Wildblumen

Bienen ernähren sich und ihren Nachwuchs von eiweißreichen Pollen, die sie in den Blüten unterschiedlicher Zier- und Nutzpflanzen finden. Daher fühlen sich Bienen in einem naturbelassenen Garten besonders wohl: Hier finden Sie eine Vielzahl an Wildblumen und Kulturpflanzen, die passenden Nektar enthalten. Dennoch gilt es zu bedenken, dass spezielle Neuzüchtungen oft genetisch verändert sind, was auch Einfluss auf die Pollenproduktion haben kann. Greifen Sie daher vorzugsweise zum Wildtyp.

Weiterhin problematisch ist die geförderte Monokultur in der Landwirtschaft und der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel, die den Tieren bei Kontakt schaden. Wenn sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nicht vermeiden lässt, empfehlen sich Produkte mit dem Zusatz "bienenfreundlich".

Besonders gerne fliegen Bienen etwa Schlüsselblumen, Beerensträucher, Krokusse und Gänseblümchen an. Doch auch Weidenröschen, Lupinen, Astern, Linden und Klee werden gut angenommen. Es ist daher auch von Vorteil, wenn Sie den Rasen nicht zu häufig mähen. Auf diese Weise bilden sich zahlreiche Gänseblümen und Kleeblüten, die vielen Nützlingen als Nahrungsquelle dienen. Wenn Sie im Sommer barfuß durch den Garten spazieren, müssen Sie dann jedoch die Augen besonders offen halten, um nicht versehentlich in eine Biene hineinzutreten.

Achtung: Wer Bienen gezielt im Garten halten will, muss die Einverständniserklärung vom Vermieter und Nachbar einholen. Zudem werden häufig in allgemeinen Wohngebieten Baugenehmigungen für einen Bienenstock verlangt – informieren Sie sich daher vorab beim zuständigen Amt.

Bienenkisten für die Bienenzucht

Honigbienen leben in künstlichen Beuten und stellen hier den süßen Honig her.
Beute

Der natürliche Bienenstock dient den fleißigen Tieren als Behausung: Hier legen die Arbeiterinnen Waben aus Bienenwachs an, der dem Nachwuchs sowie den Bienen als Nahrung dient. Der Fachbegriff für einen künstlichen Bienenstock lautet Beute. In früheren Zeiten griffen Imker auf geflochtene Bienenkörbe zurück, doch sogenannte Magazin-Beuten haben sich als praktischere Alternative in der Honigproduktion durchgesetzt. Als Magazin bezeichnet man die mit Wachs befüllten Holzrahmen, die in den Holzkasten zur Wabenproduktion eingehängt werden.

Die Bienenkiste sollte nicht zu groß, allerdings auch nicht zu klein sein, sodass der Honigraum vom Aufzugsraum getrennt werden kann. Der Deckel lässt sich aufklappen. So können die einzelnen Magazine leicht eingehangen und wieder entnommen werden. Am unteren Ende der Frontseite befindet sich das kleine Einflusgloch, das den Bau ausreichend vor Witterungseinflüssen und Schädlingen schützt.

Tipp: Wer möchte, installiert eine Plexiglasscheibe in den Deckel, um interessante Einblicke in das Bienenleben im Staat zu gewinnen.

Auch der richtige Standort spielt eine entscheidene Rolle: Die Beute sollte windgeschützt, aber nicht zu schattig stehen, denn Bienen lieben Wärme. Dennoch sollte ein ausreichender Abstand zum Nachbargarten sowie zur Straße und eigenen Terrasse eingehalten werden, um Passanten und sich selbst ausreichend zu schützen.

Die kleine Einflugsöffnung erschwert Schädlingen das Eindringen.
Bienenstockeingang
In den speziellen Magazinen bilden die Honigbienen die einzelnen Waben.
Magazin

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Bildnachweis
1. "Biene auf Blüte" (Originalbild): condesign, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
2. "Hosenbiene" (DasypodaHirtipesFemale1) von Christian Fischer (Fice), Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
3. "Biene in Nahaufnahme" (Originalbild) von Jankula00, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
4. "Zuckerwasser für Bienen" (Originalbild): Cornelia Moore (Seachild), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
5. "Biene verlässt Blüte" (Left bee-hind (2539648120)) von Rhett Maxwell (rhett maxwell), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
6. "Bienenkiste" (Originalbild): Peter H. (Tama66), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
7. "Einflugsloch" (Originalbild): karin_van_Duke, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
8. "Magazin mit Waben" (Abeilles et ruches 10) von Onésime, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

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