Tannenbaum

...oh, Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter! - Der Tannenbaum (botanisch: Abies) wird von den meisten Menschen christlich-abendländischer Provenienz kurzschlussartig mit Winter und Weihnachten in Verbindung gebracht. Dass die meisten "Tannenbäume" Fichten sind und Tannen auch im Garten eine gute Figur machen, wird dabei unterschlagen. Welche Sorten es gibt und welche Tanne für Sie die Richtige ist, erfahren Sie hier.

Tannenbäume

Tannenarten – Welche darf es sein?

In der Natur findet man Tannenbäume vor allem in Mittelgebirgen, wie dem Alpenvorland, Schwarzwald, Bayerischen Wald und dem Fichtelgebirge. Allen Tannen gemeinsam ist, dass sie als immergrüne Spezies das ganze Jahr über ihre Nadeln behalten und nur nach und nach die alten Nadeln ersetzen. Eine Nadel hat dabei in etwa eine Lebensdauer von acht Jahren. Tannenbäume haben einen sehr gleichmäßigen, kegelförmigen Wuchs, bei dem die Äste rund um einen geraden Stamm angeordnet sind und deren Länge zur Krone hin abnimmt.

Die Zapfen wachsen bei Tannenbäumen nur an den oberen Ästen und stehen aufrecht. - Anders als bei Fichte, Kiefer und Douglasie an denen die Zapfen herabhängen. An jeder Tanne wachsen sowohl männliche als auch weibliche Zapfen, die durch Windbestäubung befruchtet werden. Im Gegensatz zu anderen Nadelbäumen, zerfallen Tannenzapfen schuppenweise und fallen nicht als Ganzes zu Boden. Die dekorativen Zapfen der kalten Jahreszeit stammen also entweder von Fichten oder von Kiefern.

Es gibt über 40 Tannenarten, deren Unterschiede Sie bei der Auswahl Ihres Tannenbaums beachten sollten. Die meisten Arten gehören zu den großen Nadelbäumen, wie zum Beispiel die in Deutschland beheimatete Weißtanne, die mit einer Höhe von bis zu 65 Metern sogar als größter Waldbaum des europäischen Kontinents gilt. Einige Sorten sind relativ kleinwüchsig und mit einer Maximalgröße von bis zu 20 Metern schon eher für den Garten geeignet. Idealerweise wählen Sie für kleine Gärten eine der langsam wachsenden Sorten, wie die Korea-Tanne, die auch wegen ihrer dekorativen Tannenzapfen sehr beliebt ist.

Junger Zapfen einer Koreatanne.
Zapfen

Die häufigsten Tannenarten, deren Setzlinge man in den meisten Baumschulen erhält, sind die Folgenden:

  • Kanadische Balsamtanne (Abies balsamea)
  • Edeltanne (Abies procera 'Glauca'): auch Blautanne oder Silbertanne, bläuliche Nadeln
  • Kolorado-Tanne (Abies concolor): auch Grautanne, schnell wachsend, schadstoff- und frostresistent
  • Küsten-Tanne (Abies grandis): auch Riesentanne, schnell wachsend
  • Nobilis-Tanne (Abies nobilis): beliebter Weihnachtsbaum, langsam wachsend
  • Korea-Tanne (Abies koreana): mit sehr auffallenden Zapfen und Nadelfarben, langsam wachsend
  • Nordmann-Tanne (Abies nordmanniana): auch Kaukasus-Tanne, langsam wachsend, wegen seiner weichen Nadeln auch als hochpreisiger Weihnachtsbaum erhältlich
  • Spanische Tanne (Abies pinsapo): älteste Tannenart der Welt, nur bedingt frosthart
  • Weißtanne (Abies alba): früher auch Edeltanne, in Deutschland beheimatet

Tipp: Von den genannten Arten gibt es kleinwüchsige Züchtungen, die auch in ganz kleinen Gärten Platz finden. Dazu zählen die koreanische Zwerg-Tanne (Abies koreana "Silberlocke"), die Spanische Tanne "Horstmann" oder die niedrige Balsamtanne (Abies balsamea "Nana").

Tannenbaum oder Fichte?

Als Weihnachtsbaum ist der Tannenbaum häufig gar keiner, denn oft handelt es sich um eine Fichte, die ebenfalls zur Familie der Kieferngewächse (Pinaceae) zählt und dem Tannenbaum entsprechend ähnelt. Wenn keine Zapfen am Baum sind, ist der einfachste Weg eine Tanne von einer Fichte zu unterscheiden, die Nadeln unter die Lupe zu nehmen. Bei Tannenbäumen sitzen die Nadeln direkt auf den Ästen und sind weniger spitz (Foto links), während sie bei einer Fichte an kleinen Stielen wachsen und pieksen (Foto rechts). Zudem haben Tannenbäume breitere Nadeln an deren Unterseite in Längsrichtung zwei helle Wachsstreifen verlaufen.

Tannennadeln sitzen direkt am Zweig.
Tannennadeln
Fichtennadeln wachsen an Stielen.
Fichtennadeln

Tannenbäume pflanzen, düngen und schneiden

Die Tanne ist im Unterschied zu anderen Nadelbäumen sehr schattentolerant. Im Alter gedeiht sie allerdings am besten an einem sonnigen Standort. Gepflanzt werden Tannen im Herbst vor dem ersten Frost oder im Frühjahr. Tannen mögen niederschlagreiches Klima und gedeihen schlecht in trockenen Regionen. Nadelverlust ist in den meisten Fällen auf Trockenheit zurückzuführen. Sollte der Baum trotz ausreichender Feuchtigkeit nadeln, düngen Sie mit Blausalz oder speziellem Tannendünger. Weil viele Tannenarten früh und sehr empfindlich auf Schadstoffe in Luft und im Wasser reagieren, gelten Sie als Bioindikatoren und "Frühwarnsystem" des Waldes. Die deutsche Weißtanne ist trotz ihrer Größe von allen Tannenarten das größte Sensibelchen und daher am stärksten vom Waldsterben betroffen. In urbaner Umgebung mit viel Verkehr pflanzen Sie besser die robusteren nordamerikanischen Sorten, wie die Kolorado-Tanne. Durch Schneiden, werden Tannenbäume zur Verzweigung angeregt. Allerdings entsteht der Neuaustrieb nur an den Astspitzen, wird ein Ast zu stark eingekürzt, treibt er nicht neu aus und stirbt häufig ab.

Wirtschaftliche Nutzung

Kästen aus Tannenholz.
Tannenholz-Schubkästen

Durch ihre Anspruchslosigkeit und ihren schnellen und geraden Wuchs gehören Tannenbäume zu den weltweit wichtigsten Bäumen der Forstwirtschaft. Das Holz der Tanne ist sehr weich und biegsam und daher leicht zu verarbeiten. Weil es trotzdem erstaunlich tragfähig ist, wird es häufig als Bauholz für Dachstühle und den Innenausbau verwendet. Fußböden, Fenster, Türen, Dachschindeln und sogar Teile von Musikinstrumenten, wie Geigen und Orgeln, werden aus Tannenholz gefertigt.

Weil es sehr hitze-, alkalien- und säuebeständig ist, wird Tannenholz auch beim Bau von Saunen verwendet. Als Faustregel gilt: je nördlicher die Wuchsregion, desto harzärmer und hitzebeständiger ist das Holz. Wegen seiner Geruchsarmut und seines geringen Gewichts dient Tannenholz auch zur Herstellung von Obst- und Gemüsekisten.

Doch nicht nur in der Holzwirtschaft spielt die Tanne eine Rolle. Das frisch ausgetriebene "Maigrün" kann in Form eines angenehm harzigen Öls als Badezusatz und Saunaaufguss, als Sirup sogar gegen Husten verwendet werden. Und in der Imkerei steht sortenreiner "Tannenhonig" besonders hoch im Kurs.

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Weiterführende Informationen

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Bildnachweis
1. "Tannenbäume in der Tannenbaumschule": © Tim Reinhart  / pixelio.de
2. "" (Abies koreana cone) von MPF, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0
3. "Tannenadeln" (Tanne2009) von Nize, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten
4. "Fichtennadeln" (Nadelnfichtenrp) von Anton, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 2.5, zugeschnitten
5. "Kästen aus Tannenholz": © Rainer Sturm / pixelio.de

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