Volldünger / Kunstdünger: Wachstumshilfe aus dem Gartenmarkt

Kunstdünger gibt es schon seit über 100 Jahren: Seitdem es erstmals mit der sogenannten Haber-Bosch-Synthese zur Jahrhundertwende gelang, auf synthetischem Weg Ammoniak herzustellen, haben Kunstdünger ihren Siegeszug rund um die Welt angetreten und sind seit Jahrzehnten auch für Hobbygärtner im Bau- und Gartenmarkt verfügbar.

Die Volldünger, wie sie eigentlich richtig heißen, sind in den letzten 30 Jahren allerdings stark in die Kritik geraten: Sie führen zur Überdüngung (Eutrophierung) von Gewässern, laugen den Boden aus und bringen giftige Schwermetalle in unsere Lebensmittel. Diese Argumente treffen allerdings hauptsächlich auf die Landwirtschaft zu. Im heimischen Garten, maßvoll und ökologisch verträglich eingesetzt, können Volldünger durchaus einen wertvollen Beitrag zu Pflanzenwachstum und Pflanzengesundheit leisten.

Mineraldünger

Blaukorn: Der Klassiker unter den Volldüngern

Blaukorn ist einer der bekanntesten chemischen, kristallinen Volldünger und wird unter verschiedenen Markennamen seit Jahrzehnten von verschienenen Firmen vertrieben. Sein Name rührt von der bläulichen Einfärbung der Düngemittelkörnchen her. Gärtnern und Landwirten dient diese Farbe als Hinweis auf die Zusammensetzung:

(13 % Stickstoff, 12 % Phosphat, 17 % Kalium) + 2 % Magnesiumoxid

ergeben einen sogenannten

(12/12/17 + 2) Volldünger - das normierte Mischverhältnis für Blaukorn.


Anhand der Elementbezeichnung der einzelnen Inhaltsstoffe wird Blaukorn, zusammen mit roten und gelben Volldüngern, auch als NPK-Dünger bezeichnet: Nitrogenium (lat. für Stickstoff) - Phosphat - Kalium.

Richtig düngen mit Blaukorn

Düngen mit Blaukorn ist seit einigen Jahren umstritten: Der massive Einsatz des stark wirksamen Düngers durch Hobbygärtner hat die Böden vieler Haus- und Schrebergärten mit Nährstoffen überversorgt: Eine normale Humusbildung kann hier nicht mehr stattfinden; auf nährstoffarmen Boden angewiesene Pflanzen, wie viele Gräser und Moorpflanzen, können nicht mehr gedeihen.

Generell sollte Blaukorn, stellvertretend für alle anderen Volldünger, maßvoll und gezielt ausgebracht werden.

Bei folgenden Pflanzen kann Blaukorn sowohl vor der Aussaat als auch während des Wachstums in kleiner Dosierung angewendet werden:

  • Tomaten und Gurken
  • Obst
  • Rhododendren und andere vielblättrige Sträucher


NIicht verwenden sollte man Blaukorn bei:

  • Topfpflanzen
  • auf nährstoffarme Böden angewiesenen Pflanzen
  • Blütenpflanzen, die bei Blaukorndüngung oft nur lange Stängel ausbilden und wenige bis keine Blüten bilden

Streuwagen zum Dünger ausbringen

Wer regelmäßig große Flächen düngt, sei es Rasen oder Nutzgartenfläche, hat in einem Streuwagen ein leistungsfähiges Werkzeug zur optimalen Düngemittelverteilung. Durch die Radbewegung wird beim Ziehen des Wagens ein Schütt- und Verteilungsmechanismus betätigt, der die einzelnen Düngerkörnchen verwirbelt und großflächig verteilt.

Zudem ist diese Düngmethode besonders rückenschonend, da ein ungesundes Bücken vermieden wird. So beugen Sie zugleich schmerzendem Muskelkater und schweren Armen vor, weil ein ermüdungsfreies Arbeiten realisiert wird.

Flüssigdünger

Flüssigdünger ist einfach in der Handhabung: Er wird einfach dem Gießwasser zugegeben, im Beet ausgebracht und schon blüht und gedeiht die Pflanze. Die Praxis zeigt allerdings: Auch die anwenderfreundlichen Flüssigdünger wollen mit Sinn und Verstand ausgewählt und eingesetzt werden.

Nicht alle Flüssigdünger, die zumeist als Allroundprodukte angepriesen werden, erfüllen Aufgaben für Freiland- und Zimmerpflanzen gleich gut. So wachsen Pflanzen im Freiland bis zu viermal schneller und haben einen entsprechend höheren Nährstoffbedarf. Auch sollte man darauf achten, den Dünger nicht mit zu weichem oder gar Regenwasser auszubringen: Manche Flüssigdünger benötigen die Mineralien im Wasser zur Nährstoffentfaltung.

Ob ein Dünger nun Guano enthält oder nicht, ist für die Wirksamkeit unerheblich: Guano, in Vogelkot enthalten und nur schwer in Flüssigkeiten lösbar, muss kompliziert chemisch aufbereitet werden, um ihn Flüssigdüngern beimischbar zu machen. Der Aufwand steht dabei in keinem Verhältnis zur Wirkung – im Wesentlichen ein Marketing-Gag.

Richtig düngen mit Flüssigdünger

Die Anwendung von Flüssigdünger ist sehr simpel: In der Regel genügt es, während der Wachstumsphase einmal wöchentlich die auf der Verpackung angegebene Dosis dem Gießwasser zuzugeben, um gute Resultate zu erhalten. Besser noch ist eine regelmäßige Düngung mit einem Siebtel der Düngermenge an jedem Wochentag; so werden Nährstoff-Versorgungsspitzen- und -täler vermieden.

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Weiterführende Informationen

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Bildnachweis
1. "Mineraldünger": © LianeM / Fotolia.com

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