Nützlinge im Garten

Im Biogarten findet sich eine Vielzahl an krabbelnden und fliegenden Insekten, die hier nach Nistmöglichkeiten, Unterschlüpfen und Nahrungsquellen sucht. Doch in Folge der angestrebten Perfektionierung der wilden Natur im kultivierten Hausgarten werden den Nützlingen zahlreiche Lebensräume verwehrt, die sie in natürlichen Hecken, Steinhaufen oder Totholzbergen finden würden. Dabei sind Nützlinge von großem Vorteil, weil sie schädliche Insketen als Nahrung schätzen. Wir erklären Ihnen daher im Folgenden, wie Sie Ihren Garten nützlingfreundlich gestalten und die Artenvielfalt fördern können.

Nützlinge

Das biologische Gleichgewicht von Schädlingen und Nützlingen

Nützlinge haben Schädlinge zum Fressen gern. Daher suchen nützliche Insekten auch stets Standorte auf, an denen viele Schädlinge anzutreffen sind. Infolgedessen schwanken naturgemäß die Populationsgrößen, da die zahlreichen Schädlinge schnell von den wenigen Nützlingen aufgefressen werden, sodass im Anschluss mehr nützliche als schädliche Tiere auf einer Pflanze vorhanden sind. Da Nützlinge nun mit Nahrungsmittelengpässen zu kämpfen haben, suchen sie andere Gärten auf. Da sich Schädlingspopulationen jedoch bei guten Bedingungen schnell wieder erholen, kommen auch die Nützlinge wieder zurück in den Hausgarten und der Kreislauf beginnt aufs Neue.

Umweltbewusste Gartenliebhaber verzichten daher auf den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel, weil sie das natürliche Verhältnis von Schädlingen und Nützlingen im Garten negativ beeinflussen, da auch förderliche Insekten und Kleintiere bei Kontakt mit den Giftstoffen Schaden nehmen. Setzen Sie daher vermehrt auf den Einsatz von Nützlingen als natürliche Fressfeinde. Wir erklären Ihnen im Folgenden, wie Sie Ihren Garten für Nützlinge attraktiv gestalten, um so ihren Aufenthalt im privaten Außenbereich zu fördern.

Der Marienkäfer frisst Blattläuse.
Fressfeinde
Ein Nützling trifft auf viele Schädlinge.
Schädlinge und Nützling

Natürliche Gartengestaltung

Der gehegte und kultivierte Hausgarten bietet zahlreichen Lebewesen nur schlechte Lebensbedingungen: Sträucher und Hecken werden in Form geschnitten, der Rasen vertikutiert und Schnittgut schnellstmöglich entsorgt, um einen ordentlichen Gesamteindruck zu erzielen. Doch Nützlinge sind im besonderem Maße an einer natürlichen Gartengestaltung interessiert, die ihnen viele Versteck- und Nistmöglichkeiten bietet.

Insektenunterkünfte

Viele Insekten leben in Brutröhren.
Holz mit Brutröhren

Nicht nur Vögel, auch viele Insekten ernähren sich und ihre Brut von anderen Insekten, sodass sie zum natürlichen Pflanzenschutz beitragen. Neben Raupen, Läusen und Fliegen stehen auch die Larven der schädlichen Insekten ganz oben auf dem Speiseplan der Nützlinge – es lohnt sich also, den Aufenthalt von nützlichen Insekten im Garten zu fördern. Eine Glühwürmchenlarve kann beispielsweis eine ganze Nacktschnecke fressen und ein einzelner Marienkäfer verspeist bis zu 60 Blattläuse pro Tag.

Integrieren Sie Nisthilfen für Insekten in Ihren Garten. Hier können Sie etwa alte Holzblöcke mit unterschiedlich tiefen und breiten Löchern versehen. In diesen Brutröhren finden Fluginsekten einen optimalen Rückzugsort, den sie mit Blattstücken, Gras und Moos auspolstern und für ihren weiteren Aufenthalt einrichten. Stellen Sie solche Holzelemente in einiger Entfernung zum Sitzbereich auf, sodass Mensch und Tier ungestört nebeneinander im Garten leben können.

Auch sogenannte Insektenhotels bauen auf natürliche Unterschlüpfe für unterschiedliche Insektenarten und werden an einem wettergeschützten Standort von zahlreichen krabbelnden und fliegenden Tieren angenommen.

Nisttopf für Hummeln

Hummeln sind wichtige Bestäuber.
Hummel

Neben Bienen zählen Hummeln zu den wichtigsten Pflanzenbestäubern und sind daher in einem Ziergarten besonders gern gesehene Gäste. Wer ihren Aufenthalt im Garten fördern möchte, muss artgerechte Nistmöglichkeiten anbieten, die den Ansprüchen der Hummeln gerecht werden.

Da im Gegensatz zu den Bienen lediglich die Hummekönigin den Winter übersteht, sucht sie im Frühjahr nach einem neuen Nistplatz für ihr Volk. Erdhummeln bauen Erdnester und suchen nach natürlichen Erdspalten und Hohlräumen in alten Bäumen. Wenn Sie diese Hummeln anlocken möchten, können Sie einen gewöhnlichen Pflanztopf mit Abflussloch umgedreht in den Boden eingraben, sodass das Loch als Einflugsöffnung etwa 5 cm über der Erdoberfläche liegt. Um das Eindringen von Regen zu verhindern, legen Sie zwei breite Steine links und rechts neben den Eingang und platzieren ein Holzstück als Regenschutz darüber.

Alternativ sind spezielle Hummelnistkästen zu erwerben, die in einem geschützten Gartenbereich aufgestellt werden. Auch einzelne Zierblumen locken Hummeln besonders an, etwa Sonnenblumen, Fuchsien, Weißdorn oder Löwenmaul.

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Stein- und Holzhaufen anlegen

Insekten und nützliche Kleinlebewesen suchen nicht nur im Sommer nach Verstecken, sondern möchten hier auch Winterschlaf halten oder ihren Nachwuchs aufziehen. Wenn Sie sich also dafür entscheiden, Tiere anzulocken, sollte es sich nicht um eine spontane und temporäre Gestaltungsidee handeln, sondern längerfristig geplant werden. Wichtig ist das vorallem bei größeren Gebilden, wie Steinmauern oder Holzhaufen: Hier leben zahlreiche Insekten und Kleintiere, sodass die Konstruktion mehrere Jahre am selben Ort verweilen sollte.

Ein geschichteter, unverfugter Steinhaufen dient als Lebensraum.
Steinhaufen

Nach herbstlichen Schnittmaßnahmen können Sie die abgetrennten Triebe zu einem breiten und hohen Haufen aufschichten und größere Zwischenräume mit Herbstlaub, Rasenschnitt und anderen polsternden Gartenmaterialien auffüllen. Auch Unkräuter und hohes Gras sind hier willkommen und dienen den Tieren als Nistmaterial sowie Nahrungsquelle. Das verrottende Holz lockt besonders viele Insekten an, während Vögel und Mäuse besonders gerne zwischen trockenen Ästchen nach Larven und Würmern scharren.

Auch Höhlenbrüter, etwa Eulen, Baumläufer oder Kleiber, suchen nach Bruthöhlen, die sie beispielsweise in abgestorbenen Baumstümpfen finden. Hier sind auch Fledermäuse anzutreffen, die den Tag in dunklen Hohlräumen verschlafen und zur Dämmerung auf Insektenjagd im Garten gehen.

Neben Holzelementen werden auch gerne Zwischenräume in Steinarrangements als Zufluchtsort genutzt: In unverfugten Stein- oder Trockenmauern finden viele Amphibien und Kleinsäugetiere einen Platz zum Verweilen, Erholen und Schlafen. Weiterhin speichern die Steine die Wärme und schützen zur Mittagszeit vor einer zu starken Sonneneinstrahlung.

Tipp: Bedecken Sie den Steinhaufen im Winter mit Reisig und Blättern für eine gesteigerte Isolation.

Benjeshecke als natürlicher Lebensraum

Die Benjeshecke besteht aus Schnittgut sowie Unkraut und Blättern.
Natürliche Hecke

Viele Gärtner nutzen Heckenpflanzen als natürlichen Sichtschutz. Hier findet bereits ein Großteil der heimischen Vogelarten einen geeigneten Nistplatz und auch Igel verweilen im Schutz einer blickdichten Gartenhecke. Dennoch können Sie zahlreichen Nützlingen mit einer sogenannten Benjeshecke noch argerechteren Lebensraum verschaffen, da sie besonders natürlich und tierfreundlich gestaltet ist und neben Versteckmöglichkeiten auch Nahrungsquellen, etwa Baumrinde und Wildblumensamen, bietet.

Eine Benjeshecke wird nach Schnittmaßnahmen im Herbst aus Totholz künstlich angelegt, um Nützlingen Schutz vor Fressfeinden zu bieten. Zeitgleich werden sie zum Gestaltungselement im naturnahen Garten und trennen einzelne Gartenbereiche voneinander ab. Wenn Sie eine Benjeshecke anlegen möchten, benötigen Sie einige lange und stabile Äste, die Sie als Rahmen parallel in den Boden stecken. Der Abstand zwischen den einzelnen "Astpfählen" sollte rund 60 cm betragen, während die Breite der Hecke individuell gewählt werden kann – hier gilt: Je breiter die Hecke ist, desto mehr Tiere finden hier Unterschlupf. Der Zwischenraum wird im Anschluss mit Reisig, Wurzeln, Ästen und Strauchschnitt aufgefüllt.

Tipp: Besonders lange, schmale und biegsame Triebe können Sie durch die "Astpfosten" weben, um eine optisch ansprechendere Seitenansicht zu erhalten und zeitgleich die Stabilität zu erhöhen. Lassen Sie jedoch untere Bereiche frei, sodass auch größere die Tiere noch problemlos die künstliche Hecke betreten können.

Gern gesehene Gartennützlinge

Igel im Garten

Igel sind beliebte Gartenbesucher, da sie in der Dämmerung auf Schneckenjagd gehen und so die gehegten Pflanzen vor Fraßschäden bewahren. Die nachtaktiven Tiere verstecken sich tagsüber in natürlichen Gartenbereichen, etwa in Hohlräumen oder blickdichten Sträuchern. Wir erklären, wie Sie den Nützling anlocken und beim Überwintern unterstützen. Igel im Garten

Vögel im Garten

Vögel erfreuen Hobbygärtner mit ihrem schönen Gesang und ihrer Vorliebe für gefräßige Pflanzenschädlinge. Dabei ist es sehr einfach, den Garten vogelfreundlich zu gestalten. Dennoch fragen sich viele Hobbygärtner, ob man Vögel füttern sollte oder wann und wie Nistkästen gereinigt und aufgehangen werden. Wir geben Tipps, wie Sie die gefiederten Nützlinge anlocken. Vögel im Garten

Insekten

Die Insekten bilden die größte Gruppe der Nützlinge, die einen Hausgarten besuchen kommen: Sie fressen schädliche Insekten und ihre Larven und tragen so zum Pflanzenschutz bei. Um Hautflügler, wie Bienen, Libellen oder Schmetterlinge und Käfer anzulocken, sollte der Garten naturnah und tierfreundlich gestaltet sein. Wir erklären, wie Sie Insekten in den Garten locken.

Bienen als nützliche Insekten

Bienen sind freundliche Pflanzenfresser, die beim Pollensammeln als Bestäuber im Einsatz sind und so die Vielfalt unterschiedlicher Kultur- und Wildpflanzen erhalten und fördern. Aufgrund einer zunehmenden Düngung mit tierschädlichen Pflanzenschutzmitteln sind zahlreiche Bienenarten bedroht. Eine natürliche, bienenfreundliche Gartengestaltung kann helfen. Bienen im Garten

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Nützlinge: Kleine Helfer für den Garten

Autor: Vincent Albouy
Preis:
Erscheinungsdatum: 2012-03-12
ISBN: 3809428663


Nützlinge im Garten (LandLeben)

Autor: Axel Gutjahr
Preis:
Erscheinungsdatum: 2008-10-13
ISBN: 3861276720

Inhalt:
Die Ansiedlung von Nützlingen im Garten bietet eine gute und natürliche Alternative zur chemischen Schädlingsbekämpfung. Hier wird eine große Anzahl...


Weiterführende Informationen

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Bildnachweis
1. "Schmetterlinge" (Originalbild): katja, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
2. "Marienkäfer jagt Blattläuse" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
3. "Fressfeinde" (Originalbild): lullone, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
4. "Insektenhotel" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
5. "Hummel auf Wildblumenwiese" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
6. "Steinhaufen als Lebensraum" (Originalbild): Dieter Ludwig Scharnagl (tassilo111), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
7. "Benjeshecke" (Syke Barrien 0030) von Kamel15, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
8. "Igel im Herbstlaub" (Originalbild): Monika (monicore), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
9. "Spatz" (Originalbild): Gabi (gabicuz), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
10. "Libelle" (Originalbild): Robert C. (Robert_C), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
11. "Biene auf Blüte" (Originalbild): condesign, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

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