Kompost
Kompost: Wie sie Küchenabfälle richtig kompostieren
Kompost stammt vom Lateinischen "compositum" ab und bedeutet "Zusammengesetztes". Und zwar ist er zusammengesetzt aus vielen pflanzlichen, tierischen und pilzlichen Lebewesen, die zusammen den ältesten Dünger der Welt produzieren: die Komposterde.

Komposterde ist ein hervorragender Dünger für von der Landwirtschaft ausgelaugten Boden. So kann den Pflanzen wieder Nahrung zugeführt werden und der Boden bleibt gesund. Laub, Rasenschnitt, alte Äste und Zweige, sowie auch Küchenabfälle werden mit Hilfe von Sauerstoff und den sogenannten Destruenten (Kleinstlebewesen) zersetzt und bilden so einen Teil des natürlichen Kreislaufs.
Übersicht zum Thema Kompost
Was darf auf den Kompost?
Bis auf ein paar wenige Ausnahmen dürfen Sie alles auf Ihrem Kompost entsorgen, was in Ihrem Haushalt anfällt. Von Küchenabfällen (auch Kaffee oder Tee mit Filter - Regenwürmer werden es lieben!) bis hin zu normalen Gartenabfällen wie Rasenschnitt, Laub, Zweige, Rinde oder Unkraut. Achten Sie nur - vor allem beim Rasenschnitt- auf eine gute Durchmischung, um die Fäulnisgefahr zu verringern.

- Pistazienschalen dürfen nicht kompostiert werden
Was darf auf keinen Fall auf den Kompost?
Vorsichtig sein sollten Sie bei Schalen von Südfrüchten, denn sie enthalten viele Konservierungsstoffe und bei buntem Papier, da die Farbe viele Schadstoffe enthält, die Ihrem Kompost schaden können. Fleisch-, Fisch oder Käsereste gehören ebenso wenig auf einen Komposthaufen, denn sie ziehen Nager, wie zum Beispiel Ratten magisch an. Auch Kohleasche, Steine aus Obst und Nussschalen sollten Sie separat entsorgen!
Der beste Standort
Bei der Auswahl des richtigen Standortes Ihres Komposts müssen Sie einige Dinge beachten:
- Der Kompost darf keinen extremen Witterungen ausgesetzt sein (Platzregen, direkte Sonneneinstrahlung, Wind). Schutz bieten Holundersträuche oder Bäume wie Haseln oder Erlen.
- Er sollte im Halbschatten stehen!
- Der Boden des Komposthaufen sollte direkten Kontakt zum Erdreich haben, da nur so Würmer, Käfer und Schnecken vom Boden aus hineingelangen können! Außerdem können so Temperaturschwankungen besser ausgeglichen werden.
- Der Haufen sollte in der Mitte leicht erhöht sein, damit sich kein Wasser am Boden ansammeln kann.
- Eine dicke Schicht aus Rindenmulch am Boden des Haufens verhindert Fäulnis und Nässebildung durch Tau.
- Der Kompost sollte mit ausreichendem Abstand zum eigenen Haus und zu den Häusern der Nachbarn positioniert werden, damit keiner durch den eventuell unangenehmen Geruch belästigt wird!
- Suchen Sie sich eine Stelle für den Kompost aus, die Sie später auch für das Entnehmen der fertigen Komposterde erreichen können.
Thermokomposter: Vor- und Nachteile
Ein Thermo-Komposter, wie beispielsweise der Testsieger der Stiftung Warentest (2004) "NEUDORFF - Thermokomposter Handy 470l" eigent sich auf Grund seines geringen Platzbedarfs wunderbar für mittelgroße Privatgärten. Er fasst knapp 500 Liter und misst 0,80 x 0,80 x 0,96 . Durch die doppelwandige Konstruktion sorgt er für eine hervorragende Wärmedämmung. Mit einem Thermokomposter kann der Verrottungsprozess enorm beschleunigt werden: bereits nach einem Viertel Jahr lässt sich der fertige Humus entnehmen. Durch diese hohe Wirtschaftlichkeit lassen sich dann auch die Kosten für den Komposter ausgleichen. Soll die Verrottung noch ein wenig beschleunigt werden, kann zudem ein spezieller Kompost-Beschleuniger verwendet werden. Wir empfehlen den "NEUDORFF - Radivit Kompost-Beschleuniger". Allerdings gibt es da auch einen (oder mehrere) Haken: Öfter als bei einem normalen Komposthaufen entwickelt sich ein unangenehmer Geruch und das Gemisch muss wesentlich häufiger gefeuchtet werden, da das zu kompostierende Material durch die höhere Temperatur schneller austrocknet. Im schlimmsten Fall kann es in einem Thermo-Kompostierer sogar zu einem Feuer kommen.
Deshalb ist es hier noch wichtiger, sich an die Regeln für das richtige Kompostieren zu halten, damit keine Fäulnis entsteht.
Richtig kompostieren muss gelernt sein

- Richtig kompostieren
Wie alles, muss auch das richtige Kompostieren erst einmal gelernt werden. Damit Sie das bestmögliche Resultat erhalten, haben wir für Sie ein paar Tipps und Tricks zusammen gestellt:
- Ein guter Komposthaufen muss geschichtet werden: unten eine grobe Schicht (ca. 15 cm) und nach oben hin Grobes und Feines abwechselnd auftragen. So kann Wasser gut ablaufen und Luft gut zirkulieren. (Erde zwischen den Schichten sorgt für eine schnellere Zersetzung)
- Das Wichtigste für den Kompost ist das richtige Verhältnis von Wärme und Nässe. Ist er zu feucht, beginnt er verfault zu riechen und muss abgedeckt werden, um ihn vor weiteren Regenfällen zu schützen. Ist er zu trocken, muss er gegossen werden!
- Je abwechslungsreicher das zu kompostierende Material ist, desto schneller verläuft die Verrottung!
- Kompostieren Sie nicht zu viel Rasenschnitt auf einmal: Dies verursacht Fäulnis! Entweder lassen Sie den Rasenschnitt trocknen oder durchmischen ihn gründlich mit Erde, bevor Sie ihn kompostieren!
- Ein guter Komposthaufen sollte am Ende nicht höher als 1,50 Meter sein und nach oben hin immer schmaler werden.
- Decken Sie Ihren Kompost zum Schutz nach 6 Monaten mit einer dicken Schicht aus Stroh, Rasen oder Laub ab!
- Je nach Größe des Kompostes sollten Sie ihn 1-2 Mal im Jahr umsetzen und nochmals gut durchmischen (was vorher innen war, kommt nach außen, was oben war, kommt nach unten!).
Im nachfolgenden Video können Sie noch mehr über das richtige Kompostieren lernen.
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Woher Sie wissen, wann Ihr Kompost fertig ist
Die optimale Reifezeit eines Kompostes schwankt zwischen 6 und 12 Monaten, denn sie hängt von der Temperatur und der Feuchtigkeit des Haufens und der Art und der Menge des verrottenden Materials ab. Sobald er nach Wald und Erde durftet, die normale Bodentemperatur angenommen hat, sich gut zerbröseln lässt und keine Tiere mehr zu finden sind, ist der selbstgemachte, kostenlose Dünger fertig. Aber lassen Sie ihn auf keinen Fall zu lange verrotten, denn das entzieht ihm wieder Nährstoffe.
Vorteile eines Komposthaufens
Zum einen ist Komposterde ein exzellenter Biodünger, der Pflanzen mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Humus sorgt für eine gute Belüftung der Erde und speichert große Mengen Wasser und Zink, Magnesium und Calcium machen die Pflanzen resistenter gegen Krankheiten. Zum anderen ist ein Komposthaufen die beste Möglichkeit, Müll zu entsorgen. Man spart die Müllgebühren und man macht der Natur sogar noch eine Freude dabei. Außerdem haben so Vögel und andere Insektenfresser immer eine gedeckte Tafel.
Was alles in Ihrem Kompost lebt

- Der Kompostwurm (Eisenia fetida)
In einem Komposthaufen leben Hunderte kleinste Lebewesen. Einige kann man nur unter dem Mikroskop oder mit der Lupe erkennen. So zum Beispiel Milben, Bakterien, Algen oder Pilze. Zu den größeren Bewohnern gehören Schnecken, Asseln, Käfer und der Regenwurm oder auch Kompostwurm genannt. Er übernimmt die wichtigsten Aufgaben in einem Komposthaufen, denn seine Gänge sorgen für eine hervorragende Durchlüftung und eine gute Wasserspeicherfähigkeit. Außerdem durchmischt er die Komposterde und verbessert so die Struktur des Komposthaufens.
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Bildquellen
Kompost-Bestandteile: © Holger / www.pixelio.de
Pistazienschalen: Quelle: Wikipedia; Foto: Editor at Large; Lizenz: Creative Commons by-sa 2.5 de / Kurz
Kompost: Quelle: Wikipedia; Foto: Mussklprozz; Lizenz: Creative Commons by-sa 3.0 de / Kurz
Kompostwurm: Quelle: Wikipedia; Autor: Mihai Duguleana
Miniaturbilder:
Harke: © Pandi / www.pixelio.de
Rasentrimmer: wikipedia.de (gemeinfrei)
Spaten: © Andre Petter / www.pixelio.de
Rasenmäher: © Anne Bermüller / www.pixelio.de
Komposter: © Erika Hartmann / www.pixelio.de
Motorsäge: © Paul-Georg Meister / www.pixelio.de
Astschere: © Uschi Dreiucker / www.pixelio.de
Häcksler: © Uwe Steinbrich / www.pixelio.de









