Marder vertreiben

Marder vertreiben

Marder – bei uns ganz überwiegend Steinmarder – sind im Grunde als Kulturfolger überall anzutreffen und dennoch kaum zu bemerken, da sie dämmerungs- und nachtaktive Einzelgänger sind. Schwierig wird es erst dann, wenn ein Marder ins Haus eindringt und den Dachboden bezieht. Oder, wenn er sich am Auto zu schaffen macht, weil er dort den Geruch eines Rivalen wahrnimmt. In beiden Fällen hinterlässt er unerwünschte Spuren.

Einen Marder vertreiben zu wollen ist kein leichtes Vorhaben und auch rechtlich nicht unbedenklich. Laut Jagdrecht gehören Marder zum Haarwild und dürfen während der Schonzeit von Ende Februar bis Mitte Oktober nicht getötet, gefangen oder vertrieben werden.

Doch auch außerhalb der Schonzeit darf nur der zuständige Jäger einen Marder fangen oder gar töten und innerhalb bebauter Gebiete auch nur mit Sondergenehmigung. Das bedeutet: Eine Vertreibung des Marders darf der Betroffene selbst ausschließlich außerhalb der Schonzeit versuchen.

Wie immer ist vorbeugen besser als heilen, beziehungsweise – in diesem Fall – reparieren. Am besten machen Sie Ihr Haus und Ihr Auto mardersicher bevor das Problem auftritt.

Marder vertreiben

Wie erkenne ich, ob ein Marder im Haus ist?

Polternde und trippelnde Geräusche auf dem Dachboden, Kratz- und Laufspuren und ein ungewohnter Geruch können Hinweise auf die Besiedlung Ihres Dachbodens durch einen Marder sein. Es kommen aber auch andere Tiere, wie Siebenschläfer oder eine Nachbarskatze infrage.

Bei den Kratzspuren wären drei dünne Linien typisch für einen Marder.

Eindeutig zu bestimmen ist es, wenn Sie die Toilette des Marders entdecken, die oft durch den unangenehmen Geruch auffällt. Der Marder benutzt stets die gleiche Stelle. Marderkot ist ca. ein bis zwei cm dick und acht bis zehn Zentimeter lang, wobei er am Ende dünner und häufig etwas gedreht ist.

Auch Futterreste, wie Eierschalen, Aasreste, Feder u. ä. sind ein zusätzlicher Hinweis, wobei das alleine nicht eindeutig ist, da Katzen manchmal ähnliche Überreste hinterlassen.

Auf Dauer einen Marder loswerden?

Das ist nur möglich, wenn der aktuelle Marder vertrieben oder vom Jäger eingefangen wurde und sofort jeglicher Zugang für den Marder verbaut wird. Denn, ist ein Revier freigeworden, wird es in der Regel umgehend von einem anderen Marder besetzt. Die Duftspuren seines Vorgängers weisen im praktisch den Weg. Nicht selten kommt aber auch der ausgesetzte Marder über viele Kilometer hinweg zu seinem Revier zurück.

Deshalb ist die Vertreibung des Marders immer nur der Anfang mehrerer notweniger Maßnahmen, die sich dem anschließen, wenn man den Marder wirklich nachhaltig loswerden möchte.

Die beste Zeit um einen Marder zu vertreiben

Nicht nur weil es verboten ist, ist eine Vertreibung erst nach der Schonzeit möglich. Es könnte sich um ein Muttertier handeln und wollen Sie einen Wurf von drei bis vier kleinen, schreienden Steinmarder übernehmen, wenn die Mutter vertrieben ist?

Also am besten sofort nach der Schonzeit, ab 16. Oktober mit der Vergrämung beginnen, damit sich das Tier noch vor Wintereinbruch ein neues Quartier suchen kann. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Marder vertrieben werden kann, am besten den Dachboden mit Planen auslegen und Kot sowie Futterrest regelmäßig entfernen. Die Dämmung kann mit Gipskartonplatten geschützt werden.

Tipp: Wer vor der Vertreibung Mehl auf dem Dachboden ausstreut und einen Streifen Sand rund um das Haus, kann anhand der Spuren schneller die Einstiegsöffnung/en finden und sofort verschließen, sobald das Tier sicher vertrieben wurde.

Wie kann man einen Marder vertreiben?

Töne im Ultraschallbereich sind für Marder unangenehm.

Das gestaltet sich nicht so einfach, denn Marder ist nicht gleich Marder. Während sich ein Marder von einem lautstarken Kofferradio und ähnlichen Störmanövern vertreiben lässt, ist ein anderer überhaupt nicht geräuschempfindlich. Manche Tiere lassen sich von einer Hasendrahtfläche davon abhalten in den Motorraum eines Autos zu klettern und fürchten sich regelrecht vor dem Untergrund, andere stören sich überhaupt nicht an einer solchen Unterlage. Es gibt sogar welche die sich nicht einmal von Stromstößen abhalten lassen. Noch dazu sind die kleinen Raubtiere sehr schlau und durchschauen oft schnell, ob von irgendetwas Neuem wirklich Gefahr ausgeht.

Ihre Individualität führt dazu, dass über keine Vergrämungsmaßnahme sicher gesagt werden kann, dass sie zuverlässig wirkt. So bleibt nichts, als auszuprobieren, was dem örtlichen Steinmarder behagt und was weniger. Oder Sie engagieren außerhalb der Schonzeit einen Jäger, der ihn einfängt und weit entfernt aussetzt, während sie schnell die Zugänge verbauen.

Welche Hausmittel gibt es, um Marder zu vertreiben?

Mit ein bisschen Glück haben Sie einen zartbesaiteten Steinmarder als Gast, der schon mit einem der folgenden Hausmittel dazu zu bewegen ist, sich eine andere Bleibe zu suchen.

  • Krach – tagsüber, wenn der Marder schlafen möchte eine lautstarke Dauerbeschallung mit einem Radio und/oder eine ganze Batterie alter Wecker.
  • Geruchsstoffe – es gibt Menschen, die schwören auf Menschen- oder Hundehaare, ätherische Öle, Klosteine, Parfüm, Kampfer und Buttersäure oder gar Urin.
  • Störende Aktivität – schicken Sie die Kinder mit dem Hund zum Spielen auf den Dachboden, die Skatrunde soll ab sofort oben tagen und dabei kräftig auf den Tisch hauen und das Workout wird auch unters Dach verlegt.

Was bietet der Handel zur Vertreibung von Mardern?

Auch wenn sich die Namen oder Kurzbeschreibungen teilweise martialisch anhören, so sind sie für die Tiere durchweg ungefährlich. Alles andere wäre auch gesetzlich verboten.

Wie wird man einen Marder beim Auto los?

Marder laufen nicht über Gitter.

Wer schon Spuren oder gar Schäden eines Marders an seinem Auto festgestellt hat, der sollte als Erstes eine Motorwäsche durchführen lassen, damit der Geruch keinen anderen Marder anlockt, der dann einen Rivalen wittert und wütend in Schläuche und Kabel beißt. Auch den Stellplatz gründlich reinigen und eventuell zusätzlich einen Duftmarkenentferner verwenden – sowohl am Auto als auch am Stellplatz.

Kabel und Schläuche im Motorraum können mit Wellrohr-Schutzschläuchen ummantelt werden, das lässt allerdings noch die Gummimanschetten und die Dämmung aus, die ebenfalls in Gefahr sind. Eine Maschendrahtfläche oder auch ein sogenannter Marderfurchtteppich kann zusätzlich helfen, wenn er unter das Auto gelegt wird, dort wo der Marder in den Motorraum eindringen könnte.

Gerade beim Auto sind andere Hausmittel, einer Untersuchung zweier Autohersteller zur Folge, wenig Erfolg versprechend.

VW hat bei einigen Modellen daher eine konstruktive Abwehrvorrichtung entwickelt, die sich auch bei einigen anderen Modellen nachrüsten lässt und dem Marder den Zugang zum Motorraum versperrt.

Den Marder vom Dach vertrieben?

Das Einschlupfloch und eventuelle weitere Öffnungen suchen und alles gut abdichten. Die Angaben darüber wie groß ein Spalt oder ein Loch für einen Marder sein muss, schwanken zwischen 5 und 10 cm im Durchmesser. Mit einem stabilen Metallgewebe können die Ein- und Ausgänge zuverlässig verschlossen werden.

Die Zugänge und Fluchtwege der Marder sind meist nicht leicht zu finden. Es kann durchaus sein, dass der Marder über einen Baum oder Ast auf das Dach gelangt. Unsere heimischen Steinmarder sind nicht nur hervorragende Kletterer, sondern darüberhinaus beeindruckend sprungfreudig. Bis zu über zwei Meter können die kleinen Raubtiere auf diese Weise überwinden. Deshalb sollten alle Äste und Bäume einen entsprechenden Abstand zum Haus haben oder soweit beschnitten werden. Besonders überhängende Bäume und Äste sind fast schon eine Einladung.

Sichern Sie das Fallrohr.

Der Marder sollte gar nicht erst Möglichkeit haben auf das Dach zu kommen. Denn zum einen sind Marder wie schon erwähnt durchaus in der Lage, einen Dachziegel anzuheben, zum anderen ist es oft sehr schlecht zu erforschen, wo hinter der Dämmung eventuell ein Spalt oder Schlitz ausreichend groß ist. Also möglichst keine Spaliere oder Kletterpflanzen so hoch anbringen oder wachsen lassen, dass sie sich als bequeme Leiter für einen Marder eignen.

An die Regenfallrohre kann jeweils ein Abwehrgürtel aus Metall montiert werden, um den Aufstieg daran zu verhindern.

Ist alles gesichert, kann es an die Schadenbeseitigung gehen. Besonderes Augenmerk sollte der Dämmung und der Dampfsperre gelten, denn Marder bauen gerne Tunnel in die Dämmung, wobei sie häufig die Dampfsperre beschädigen. Das birgt nicht nur die Gefahr von Wärmebrücken, sondern kann auch zum Eindringen von Feuchtigkeit und damit zu Schimmel führen.

Nicht zuletzt sollten aus hygienischen Gründen sowie wegen der Gerüche alle Verunreinigungen sorgfältig gesucht und beseitig werden. Gegen die geruchlichen Spuren hilft ein Enzym-Reinigungsspray.

Ist der durch einen Marder verursachte Schaden versichert?

Beim PKW ist in vielen (aber nicht allen) Teilkaskoversicherungen der Marderschaden versichert. Wo das Risiko eines Schadens durch einen Marder eingeschlossen ist, kommt die Versicherung zwar abzüglich der Selbstbeteiligung für die Beseitigung auf, allerdings nicht für Folgeschäden, die oft aufgrund unbemerkter Beschädigungen (z. B. Undichtigkeiten durch Marderbiss usw.) entstehen.

Deshalb unbedingt jeden Schaden der Versicherung sofort melden und unmittelbar danach in der Werkstatt alles prüfen lassen, selbst, wenn das Auto keine unmittelbare Beeinträchtigung anzeigt.

Beim Haus kommt nur die Wohngebäudeversicherung in Betracht, wenn die Versicherungspolice das Risiko beinhaltet. Suchen Sie dort nach „Schäden durch Tierbisse“ oder erkundigen Sie sich direkt beim Versicherungsunternehmen. Der Wohngebäudeversicherung muss der Schaden vor der Beseitigung gemeldet werden. Dabei werden Art und Umfang der notwendigen Reparatur- und Reinigungs-Maßnahmen oder eine Besichtigung eines Sachverständigen u. ä. mit der Versicherung im Vorfeld geklärt.

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Bildnachweis
1. "Marder vertreiben" (Originalbild): maxmann, Lizenz: CC0 Public Domain / Pixabay

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