Maiglöckchen pflanzen

Maiglöcken künden jedes Jahr bereits Ende April den beginnenden Wonnemonat an: Die bis zu 30 Zentimeter hohen, schilfartig grünen Gewächse bilden kleine, weiße, intensiv duftende Blütendolden aus. 

Das Maiglöckchen, wissenschaftlicher Name Convallaria majalis, gehört interessanterweise zu den Spargelgewächsen – die Überschneidung der Maiglöckchenblüte mit der Spargelzeit ist also nicht ganz zufällig. In der Schweiz sind Maiglöckchen unter dem Namen "Maieriesli" bekannt.

Maiglöckchenblüten
Maiglöckchen, schematische Zeichnung

Wurzel und Pflanze in schematischer Übersicht

Das Maiglöckchen, verwandt mit dem Spargel, hat mit ihm die Technik der Fortpflanzung gemeinsam: So bildet die Pflanze ein Rhizom aus, also ein über den Winter Energie speicherndes Wurzelgeflecht. Im Frühling, bei steigenden Temperaturen, sprießen aus dem Rhizom einige Triebe empor, die sich über der Erde zu den bekannten Maiglöckchenblättern entfalten.

Wie im Bild ersichtlich ist das Wurzelrhizom des Maiglöckchens weit verzweigt und nicht mit einer kompakten Wurzelknolle, wie beispielsweise dem Ingwerrhizom, vergleichbar. Unter der Erde weitet sich das Rhizom des Maiglöckchens schnell aus.

Ein Maiglöckchen kommt daher niemals allein: Meist bilden sich, bei unkontrollierter Ausbreitung und guten, leicht feuchten und schattigen Bedingungen, ganze Teppiche aus grünen, duftenden Maiglöckchen. Doch Achtung: So schön die kleinen, weißen Glöckchen auch aussehen – alle Pflanzenteile sind hochgiftig und dürfen nicht verzehrt werden.

Maiglöckchen pflanzen

Maiglöckchen sind Vermehrungskünstler: Werden sie einmal angepflanzt, breiten sie sich schnell über das eigentliche Maiglöckchenbeet aus. Die Ausbreitung erfolgt dabei auf vier Wegen:

  • Selbstbestäubung: Das Maiglöckchen kann sich als zwittrige Pflanze selbst bestäuben.
  • Bestäubung durch Insekten
  • weitere Verbreitung durch die Ausscheidungen von Vögeln, insbesondere Amseln und Drosseln, welche die Beeren der Maiglöckchen im Sommer verzehren
  • Eigenständige Abspaltungen des Rhizoms (am häufigsten)
Das Maiglöckchen und seine Beeren sind giftig.
Maiglöckchen-Beeren

Zum Anpflanzen von Maiglöckchen kann man am einfachsten eines oder mehrere Maiglöckchen im Mai großzügig ausgraben (das Rhizom sollte dabei nicht verletzt werden) und im heimischen Garten wieder einsetzen. Man kann natürlich auch Samen kaufen – der Effekt bleibt der gleiche: Das Maiglöckchen breitet sich schnell und wohlduftend aus.

Maiglöckchen sind hinsichtlich ihres Standortes nicht besonders wählerisch. Sie lieben es allerdings halbschattig und nicht allzu trocken: Eine leicht feuchte Stelle, beispielsweise unter einem Baum oder im Schatten des Zaunes oder Gartenmauer, ist für die Anpflanzung optimal.

In der Regel müssen Sie Maiglöckchen nicht gießen, der Zeitpunkt ihres Blütenstandes fällt in eine recht feuchte Jahreszeit von April bis Juni. Lediglich wenn die Erde sehr trocken ist, oder wenn, wie in den vergangenen Jahren, eine untypische Frühjahrsdürre herrscht, muss das Maiglöckchen gelegentlich gegossen werden.

Tipp: Wählen Sie einen Standort, an dem gewährleistet ist, dass Kleinkinder oder herumlaufende Haustiere nicht mit der Pflanze in Kontakt kommen. Wenn Sie nicht für die Sicherheit der Gartenbesucher garantieren können, sollten Sie diese Pflanze nicht in Ihren Garten setzen.

Unterscheidungsmerkmale: Bärlauch oder Maiglöckchen?

Bärlauch ist ein absolutes Trendprodukt in der neuen deutschen Küche: Alljährlich im Frühjahr ziehen Heerscharen von Menschen in die Wälder, um Bärlauch für den Kochtopf und für schmackhafte Pestos zu pflücken. 

Bärlauch weist allerdings eine fatale Ähnlichkeit zum Maiglöckchen auf: Unbedarften Neulingen könnte anstelle eines leckeren Bärlauchblattes ein giftiges und tödliches Maiglöckchenblatt in die Hände fallen. Daher haben wir hier, kompakt und verständlich, die wesentlichen Unterschiede zwischen Bärlauch und Maiglöckchen aufgelistet.

  • Geruch: Bärlauch riecht intensiv nach Knoblauch, Maiglöckchen riechen eher nach nichts.
  • Blätter: Die Blätter sind beim Bärlauch einzeln am Stängel befestigt, beim Maiglöckchen wachsen sie zu zweit nebeneinander. 
  • Blüte: Eine knoblauchduftende Blüte wächst beim Bärlauch als Sammelblüte nach oben, beim Maiglöckchen hängen mehrere kleine Blüten vom Blütenstängel.
Bärlauch – lange Stängel ohne Blätter
Bärlauch
Maiglöckchen – Blätter am Erdboden
Maiglöckchen

Warnhinweis

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es sich um ein Maiglöckchen- oder ein Bärlauchblatt handelt: Hände weg! Das Risiko einer Verwechslung ist zu groß.

Unsere Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ferner können wir keine Garantie für die Korrektheit der oben aufgeführten Distinktionsmerkmale geben.

Maiglöckchen

Maiglöckchen: Schön, aber giftig

Maiglöckchen sind, im Unterschied zum essbaren Bärlauch, ziemlich giftig: Durch die Inhaltsstoffe von Blüten, Stängeln und Blättern können Übelkeit, Herzrhythmusstörungen und sogar Herzlähmungen auftreten. 

Hauptgiftstoff des Maiglöckchens sind herzwirksame Steroide: Diese werden allerdings, in stark verdünnter und behandelter Form, auch zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Medizin eingesetzt. Wie fast alle Giftpflanzen hat das Maiglöckchen so auch eine zweite Funktion als Heilpflanze – doch sollte die Verwertung Pharmakologen vorbehalten sein: Selbstversuche sind meist tödlich!

Achten Sie darauf, dass weder Kleinkinder noch Hunde oder Katzen Pflanzenteile verspeisen!

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Weiterführende Informationen

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Bildnachweis
1. "Maiglöckchen" (Originalbild): H. Hackmann (gws2020live), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
2. "Maiglöckchen Zeichnung": © Kurt Stueber, Illustration Convallaria majalis0 / Wikimedia Commons, Lizenz: Gemeinfrei
3. "Maiglöckchen-Beeren" (Maigl) von Hans Kadereit, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0
4. "Bärlauch" (Ramsons 700) von Lisa Carter, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten
5. "Maiglöckchen" (Convallaria majalis ziarnek1) von Krzysztof Ziarnek (Kenraiz), Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 2.0
6. "Maiglöckchen" (Convallaria-oliv-r2) von Olegivvit, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0

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