Akku-Kettensäge Test 2018

Die besten Akku-Kettensägen im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Kettensäge ist unverzichtbar beim Zurechtschneiden von Holzscheiten für Brennholz, beim Stutzen von Ästen und Fällen von Bäumen.
  • Aufgrund ihrer hohen Flexibilität und geringen Emissionen empfiehlt sich die Akku-Kettensäge als praktisches Modell für den modernen Gärtner. Sie ist weniger kraftvoll als eine Benzin-Kettensäge, wie sie von Waldarbeitern eingesetzt wird.
  • Die Akkus der Säge lassen sich auch in anderen elektrischen Gartengeräten desselben Herstellers einsetzen. Es lohnt sich bei dieser Investition, den Blick bereits in die Zukunft und auf andere Elektro-Werkzeuge zu richten.

Akku-Kettensäge Test

Einige schwere Gartengeräte sind für Landschaftsgärtner unverzichtbar, damit diese die Natur in ihre Schranken weisen können. Und so verwundert es nicht, dass deutsche Werkzeug-Hersteller zuletzt über 60 Millionen Euro mit Kettensägen umsetzten (Quelle: GfK).

Wir haben die besten Akku-Kettensägen im Vergleich unter die Lupe genommen. Wir legen die Unterschiede der Akku-Sägen zu Benzin- und elektrischen Kettensägen dar, stellen die Akkusysteme der Marken vor und sparen auch wichtige Sicherheitstipps nicht aus.

1. Kaufberatung: Kettensägen-Typen

Sie wissen bereits, dass Sie eine Akku-Kettensäge kaufen möchten? Dann springen Sie am besten direkt zu Kapitel 2. Sollten Sie aber noch schwanken und auch eine Elektro-Kettensäge oder Kettensäge mit Benzinmotor in Betracht ziehen, erhalten Sie in der folgenden Tabelle einen kleinen Überblick über die verschiedenen Arten.

Typ Abbildung der Kategorie
Benzin-Kettensäge Benzin-Kettensäge Stihl
zum Vergleich
Kettensägen mit Benzin-Motor sind gewissermaßen die Klassiker im Forstbetrieb. Sie sind besonders kräftig und bezwingen auch harte, dicke Hölzer. Dank ihres Tanks lassen sie sich überall hin mitnehmen.

Für den Garten hinterm Haus eignen sie sich hingegen weniger gut. Sie sind ausgesprochen laut und stinken nach dem Treibstoff. Nicht zuletzt aus Kostengründen und ökologischen Überlegungen heraus werden elektrische Modelle immer beliebter.

Elektro-Kettensäge Elektro-Kettensäge McCulloch
Die elektrische Kettensäge kommt zwar nicht ganz an die Stärke des Benziners ran, haben aber immer noch Power satt für kleine Bäume – und für größere Hecken und Sträucher sowieso. Sie ist leiser, umweltfreundlicher und nicht allzu schwer, denn weder ein voller Tank, noch schwere Akkus hängen an ihnen.

Nachteil: Sie sind komplett vom Netzkabel abhängig, es begleitet Sie immer und überall hin. Eine Steckdose muss immer in Sichtweite sein und wenn Ihr Garten größer ist ein Blumenbeet, kommen Sie um eine Kabeltrommel nicht umhin. Einsätze in Wald und Flur sind von vorneherein ausgeschlossen, falls nicht gerade ein Notstromaggregat vorhanden ist.

Akku-Kettensäge Akke-Kettensäge Black+Decker
Die Akku-Kettensäge (auch: Akkukettensäge oder Akku-Motorsäge) vereint die Flexibilität der Benzin-Kettensäge mit der (Nachbar- und) Umweltverträglichkeit der Elektro-Kettensäge. Mit diesem Gerät können Sie an entfernten Ecken Ihres Grundstücks oder im Schrebergarten Äste kürzen, ohne das Verlängerungskabel bzw. die Kabeltrommel im Auge behalten zu müssen.

Leider gehören die Akku-Motorsägen nicht zu den kräftigsten. Die Akkutechnologie ist einfach noch nicht so weit fortgeschritten, als dass sie mit den Energiequellen der beiden Brüder dieser Maschine mithalten könnte. Sträucher und kleine Bäumchen sind zwar kein Problem, aber bei richtig dicken Stämmen haben Sie keine Chance.

Die Stiftung Warentest hat in Ihrem Kettensägen-Test Akku-Kettensägen durchaus gut benotet und keine groben Mängel feststellen konnte. Allerdings wurde keine Akku-Kettensäge Vergleichssieger, sondern ein Benzin-Modell. Diese überzeugten insgesamt durch mehr Leistung (siehe Heft 2013/09).

2. Technik & Motor

Kettensäge Schnittschutzhose Typ A
Die Fasern der Schnittschutzhose blockieren sofort die Drehung der Sägekette, falls sich diese in die Hose schneidet.

Die Akku-Kettensäge besitzt einen Elektromotor, welcher wiederum die Sägekette über das Schwert zieht. Schwache Motoren haben ein kleines Schwert und nur eine geringe Schnittlänge. Bei großer Motorleistung ist auch ein bis zu 40 cm langes Schwert verwendbar, mit dem ein relativ breites Holzstück angegangen werden kann.

Ebenfalls wichtig ist die Kettengeschwindigkeit: Dreht sich die Kette sehr schnell, fällt der Schnitt leichter. Zudem verkantet sie nicht. Hochwertige Kettensägen mit Akku erreichen ein Tempo von etwa acht bis zehn Meter pro Sekunde, Spitzenmodelle sogar noch mehr.

Je geringer das Tempo, desto dünner und weicher das Holz, welches maximal geschnitten werden kann.

3. Ladesystem

Ladestation separat kaufen?
ladestation-akku-saege-bosch
Eine Ladestation von Güde für 36-V-Akkus. Ladestationen können Sie im Set oder einzeln erwerben.

Ob die Kettensäge im Set mit Akku und Ladestation geliefert wird, hängt vom individuellen Angebot des Händlers ab. Vielfach sind auch Solo-Geräte auf dem Markt, da Kunden das Ladesystem des jeweiligen Herstellers bereits zu Hause haben.

Ein Beispiel: Die 36-V-Akkus einer Bosch-Akku-Kettensäge (wie der AKE 30 LI) lassen sich lassen sich auch in einem 36-V-Rasenmäher von Bosch (wie dem Rotak 43 LI) verwenden. Dasselbe Prinzip gilt für Akku-Kettensägen von Ryobi, Black+Decker, Güde, und so weiter. Grundsätzlich genügt ein Akku für ein halbes Dutzend solcher Akku-Gartengeräte – plus ein Ersatz-Akku (idealerweise mit Ladegerät z.B. von Bosch), nur für alle Fälle.

Beachten Sie unbedingt die Akku-Kapazität. Kettensägen brauchen viel Strom. Akkus mit weniger als 3,0 Amperestunden (Ah) sind relativ schnell leer. Bei längeren Arbeitsvorgängen lohnt sich die Anschaffung eines größeren, teureren Akkus (z. B. mit 4,0 Ah) oder ein Zweitakku, damit immer einer laden kann, während der andere in Benutzung ist.

Akku-Kettensäge Makita DUC252
Clever gelöst: Die Akku-Kettensäge DUC252 von Makita nimmt gleich zwei 18-V-Akkus huckepack und kommt so auf kräftige 36 Volt. Für die einzelnen Akkus findet sich in der 18-V-Sparte der Marke ein breit gefächertes Angebot, was hingegen bei 36-V-Elektrowerkzeugen nicht der Fall ist.

Der Vorteil: Sie sparen Geld, denn Akkus sind teuer. Ein Akku mit 36 Volt Arbeitsspannung ist für unter 100 € praktisch nicht zu haben. Und ein 18-V-Akku, der genug Kapazität für einen längeren Arbeitseinsatz aufbringen soll, kostet weit jenseits der 50 €.

Der Nachteil: Sie binden sich an die Marke, denn der Makita-Akku passt nicht in die Einhell-Kettensäge und der Einhell-Akku nicht in die Makita-Kettensäge. Das ist vor allem dann ärgerlich, wenn Sie bei einem anderen Gartengerät lieber zum besseren Konkurrenz-Produkt greifen würden.

Viele Fabrikanten programmieren die Systeme sogar so, dass auch ein nachgemachter Billig-Akku derselben Größe nicht in ihre Akkusäge passt.

Vergleich Akku-KettensägeDer Geist des Waldes

4. Sicherheit

Bei unsachgemäßer Verwendung ist das Verletzungsrisiko (egal ob Benzin- oder Akku-, ob große oder kleine Kettensäge) ausgesprochen hoch und die Art der Verletzungen oft sehr gravierend. Selbst Todesfälle kommen immer wieder vor. Nicht ohne Grund ist die Kettensäge der heimliche Hauptdarsteller zahlloser Horrorfilme.

Wir empfehlen dringend, vor dem Gebrauch dieses Geräts einen entsprechenden Kurs zu besuchen. Für die Verwendung vieler Kettensäge-Typen ist dieser sogar vom Gesetzgeber vorgeschrieben (Stichwort: Motorsägenführerschein!). Suchen Sie einfach kurz im Internet nach Angeboten durch einen örtlichen Forstwirt oder andere Personen vom Fach. Die Kurse nehmen in der Regel nur ein oder zwei Wochenenden in Anspruch und machen einen Heidenspaß.

Kettenbremse

Eine große Gefahr beim Einsatz der Kettensäge ist der sogenannte Rückschlag. Er tritt gelegentlich auf, wenn mit der Spitze des Schwertes gesägt wird, wenn unter Spannung stehende Bäume falsch zerlegt werden oder wenn die Akku-Säge unerwartet auf ein festes Hindernis trifft. Durch die ungebremste Kraft des Motors schnellt die Säge nach oben und nach hinten, also genau in Richtung Oberkörper und Gesicht des Anwenders.

Hier setzt die Kettenbremse ein: Ausgelöst durch einen Bügel vor dem vorderen Haltegriff stoppt der Motor in ein bis zwei Zehntelsekunden.

Handschutz

Hase Arbeitshandschuhe
Sollte sowieso immer dabei sein: Ein ordentliches Paar Arbeitshandschuhe.

Ein schwerer, technischer Fehler, der nach Möglichkeit nie auftreten sollte, ist das Reißen der Kette. Die verbliebenen Kettenstücke schlagen (da der Motor möglicherweise weiterhin läuft) um das Gehäuse der Akku-Motorsäge herum und treffen den Anwender. Erhebliche Verletzungen an Händen und Armen können die Folge sein.

Für diesen Fall sind die Griffe aller Geräte aus unserem Akku-Kettensägen-Vergleich 2018 extra gesichert: Unter dem hinteren Handgriff befindet sich ein Schutzbügel. Er fängt die umherschlagende Kette ab. Manche Geräte verfügen zusätzlich über einen Kettenfangbolzen, der dieselbe Aufgabe hat.

5. Gimmicks, die das Leben leichter machen

Moderne Akku-Kettensägen, ob günstig oder teuer, sind kleine Technikwunder: Sie haben allerlei Tricks auf Lager, damit der Anwender sich auf das Wesentliche konzentrieren kann, nämlich das Zersägen von Holz.

Automatische Kettenschmierung

Sägeketten-Öl von Dolmar
Ohne Öl geht nichts. Hier ein Sägeketten-Haftöl der Marke Dolmar.

Aus dem Öltank läuft automatisch eine winzige Menge Öl durch einen Kanal auf die Kette. Sie müssen nicht von Hand ölen und machen sich weniger schmutzig. Dieser Vorgang muss nicht extra aktiviert werden und läuft so lange, wie die Tankfüllung hält.

Großer Öltank mit Sichtfenster

Je größer der Öltank, desto seltener müssen Sie Öl nachfüllen. Nachteil: Der große Tank nimmt auch entsprechend Platz weg. Einige Hersteller gestalten die Tanks ihrer Akku-Motorsägen daher bewusst etwas kleiner.

In jedem Falle ist ein kleines Sichtfenster am Rand der Akkusäge, über welches man jederzeit den Füllstand ablesen kann, ungemein praktisch.

Sorgen Sie zu jeder Zeit für ausreichend Öl. Lassen Sie die Säge nicht trocken laufen. Die Führungsschiene erhitzt sich ansonsten zu stark.

Werkzeugloser Kettenwechsel

Akku-Kettensäge Einhell Krallenanschlag
Hakt sich im Holz fest und sorgt so für einen sauberen Schnitt: Der Krallenanschlag.

Nervtötend kann das Wechseln oder Festziehen der Kette sein, wenn ein zusätzliches Werkzeug (etwa ein Inbusschlüssel) benötigt wird. Heutzutage kommt eine Klemmtechnik mit Schraube zum Einsatz, die das ganze erleichtert und kein solches Werkzeug mehr erforderlich macht.

Krallenanschlag

Der martialisch klingende Krallenanschlag besteht aus mehreren Metallzacken, welche sich direkt am Korpus der Akku-Säge befinden und (so wie das Schwert) nach vorn zeigen. Bei der Arbeit können Sie, kurz nach dem Ansetzen des Schnittes, die Säge mit etwas Schwung in den Holzblock hauen. Durch den Krallenanschlag verkantet sie sich dort. So behalten Sie besser die Kontrolle über das Gerät. In diesem Video wird gezeigt, wie’s funktioniert:

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