Biotop Gartenteich: Umkippen, Algen und Fischräuber

Mit einem Gartenteich erschafft man in seinem Garten einen ganz neuen Lebensraum, der eigene Gesetze hat: Das Ökosystem Gartenteich.

Wir wollen Ihnen in diesem Artikel einige Gesetzmäßigkeiten Ihres neuen, kleinen Ökosystems erläutern und Tipps geben, wie Sie Algenplagen und ein “Umkippen” des Teiches wirksam verhindern können.

Ein weiteres Kapitel befasst sich mit Schädlingen und Nüzlingen im Teich, Fehlern bei der Teichpflege und dem Schutz vor Fischräubern.

1. Umkippen des Gartenteichwassers

Umkippen ist die größte Naturkatastrophe, die einem Gartenteich widerfahren kann. Auch wenn der Begriff von der biologischen Definition her bei Gartenteichen aufgrund ihrer Größe nicht korrekt angewendet werden kann, bedeutet er den Tod für fast alle Lebewesen des Teiches.

Beim Umkippen wird dem Wasser durch die wuchernde Vermehrung von Wasserpflanzen, meist sind dies Algen, der Sauerstoff entzogen. Sobald die für die Existenz von Tieren und Pflanzen notwendige Mindestmenge Sauerstoff unterschritten wird, “kippt” der Teich “um”. Alles Leben stirbt.

Umkippen kann allerdings auch durch ein explosionartiges Wachstum algenfressender Lebewesen hervorgerufen werden: Wenn diese alle Algen gefressen haben, brauchen Sie den im Wasser gelösten Sauerstoff bis zum Exitus auf – auch in diesem Fall ist der Teich anschließend tot.

2. Umkippen verhindern

Frösche sonnen sich auf Seerosenblättern.

Frosch sonnt sich auf Seerosenblättern.

Umkippen kann man verhindern. Zunächst sollte man seinen Teich genau beobachten: Wie ist der Zustand des Wassers, verfärbt es sich grünlich, stinkt es, wie geht es den Fischen? Wenn diese Fragen alle negativ beantwortet werden müssen, sollte man sich Sorgen machen.

Präventiv gegen das Umkippen können im Sommer UV-Lampen (Bild) eingesetzt werden. Sie reduzieren das Algenwachstum und sorgen für eine ausgeglichenere Wasserökologie.

Eine zusätzliche, ohnehin ratsame Möglichkeit besteht im Einsatz einer kleinen Teichpumpe, die das Wasser in Bewegung hält. Bei einem hohen Fischbestand wird diese ohnehin empfohlen.

In den letzten Jahren kamen auch vermehrt chemisch-biologische Algenmittel auf den Markt: Sie sind mit Vorsicht zu verwendet, speziell wenn man empfindliche Fische (Kois!) in seinem Teich hält. In den meisten Fällen reichen die beiden oben genannten Mittel zur Bekämpfung einer Algenpest aus.

3. Fischreiher bekämpfen

Graureiher am See

Graureiher am See.

Für einen Graureiher kommt ein fischgefüllter Gartenteich einem kalten Buffet nahe: Er muss sich einfach nur an den Rand stellen und seinen Schnabel aufsperren, schon schwimmt ihm die Beute quasi in den Schnabel. Ein Albtraum für den Fischfreund!

Der seit 1970 unter Bestandsschutz stehende Reiher darf allerdings keinesfalls mit dem Luftgewehr vertrieben werden, man muss subtilere Methoden anwenden:

3.1. Teichnetz gegen Reiher

Bei kleineren Teichen hat sich die Überspannung des Teiches mit einem Teichnetz bewährt: Dies hält zuverlässig Reiher ab, sieht allerdings nicht besonders schön aus.

Eine Alternative bietet die Anbringung von feinen Drähten im Uferbereich, die das “Schreiten” des Reihers im flachen Wasser wirksam verhinden. Diese eigentlich für größere Teiche vorgesehene Maßnahme bietet einen gewissen Kompromiss zwischen Rieherschutz und schöner Optik.

3.2. Fischreiher Vogelscheuche

Graureiher Schreck

Graureiher Schreck.

Vogelscheuchen sind in ihrer Wirkung begrenzt, sehen aber am Teich einfach gut aus. Der “Gummireiher” beeindruckt einen ausgebufften, heimischen Fischreiher zwar wenig, kann aber zumindest für sich gelegentlich in der Gegend aufhaltende Fischfresser vom spontanen Schmaus abhalten.

In der Dämmerung oder bei schlechtem Licht sehen sich ein Fischreiher und sein Duplikat übrigens äußerst ähnlich: Auch echte Reiher verharren lange regungslos bevor sie den entscheidenden Stoß zur Jagd auf die Beute vornehmen.

Also nicht den falschen Reiher verscheuchen – der echte bewegt sich irgendwann doch!

4. Wussten Sie schon, dass…

…Hochmoore durch Regenwasser und Niedermoore durch nährstoffreiches Grundwasser gespeist werden? (Quelle: aid.de)

Neugierig? Noch mehr Fakten und Tatsachen finden Sie hier.

4.1. Automatischer Reiherschreck

Hightech zum Reiherschrecken: Mit diesem ausgeklügelten Selbstschusssystem wird der Reiher in Angst und Schrecken versetzt: Die mit einer Fotozelle ausgestattete, selbstauslösende Wasserpistole aktiviert sich sobald ein Reiher im Gartenteich sein Frühstück suchen will.

Solange sich der hungrige Vogel von dieser Maßnahme beeindrucken lässt – ein perfektes System.

5. Schnecken im Teich: Nutzen oder Plage?

Spitzschlammschnecke

Spitzschlammschnecke

Schnecken im Teich können sowohl nutzen als auch schaden: Es kommt auf die Art und die Größe der Population an. Bei Überpopulation neigen viele Schneckenarten dazu, bezüglich ihres Futters nicht mehr wählerisch zu sein – sie fressen die Wasserpflanzen ab und schädigen so die Sauerstoffversorgung des Teiches und nagen z.B. Löcher in Seerosenblätter. Berüchtigt ist hier vor allem die Spitzschlammschnecke.

Weitaus weniger gefräßig und auch deutlich hübscher ist die heimische Posthorn- oder Tellerschnecke, dunkelrot bis violett gefärbt.

Sumpfdeckelschnecke

Sumpfdeckelschnecke

Sie ernährt sich hauptsächlich von dem was sie im Wasser findet und ist, da sie zu den lungenatmenden Wasserschnecken gehört, auf Luftholen an der Oberfläche angewiesen. Hier kann man die Posthornschnecken bei einer Überpopulation leicht mit einem Kescher abfischen.

Eine echte Nutzschnecke hingegen ist die Sumpfdeckelschnecke. Sie vertilgt Algen und Futterreste und filtert obendrein überflüssiges Zooplankton aus dem Wasser; die Schnecke trägt also zur Verbesserung der Wasserqualität bei. Diese Schnecke sollte daher eigentlich in keinem Teich fehlen.

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