Birnen pflanzen und Birnbaum pflegen

Die Birne ist eine der ältesten Kulturpflanzen und überzeugt durch ihren süß-säuerlichen Geschmack und ihr festes Fruchtfleisch. Dennoch wird der Birnbaum nur selten angebaut, denn er gilt als anspruchsvoller und pflegeintensiver als der beliebte Apfelbaum. Zudem beginnt die Ertragsfähigkeit der Birne erst einige Jahre später.

Dennoch kann ein Birnbaum am idealen Standort und mit einem regelmäßigen Rückschnitt sehr gut im Hausgarten und sogar auf dem Balkon gedeihen.

 

1. Merkmale und Ansprüche unterschiedlicher Birnbaumsorten

Hochstamm-Birne

Ein Hochstamm benötigt viel Platz für ein gesundes Pflanzenwachstum.

Wenn Sie einen Birnbaum in Ihrem Obstgarten anpflanzen wollen, sollten Sie längerfristig planen, denn diese Baumsorte wird bei guter Pflege über 70 Jahre alt. Dabei kann der Hobbygärtner zwischen unterschiedlichen Baumformen wählen, die sich in Wuchshöhe, der Ausbildung der Baumkrone und dem Ernteertrag unterscheiden.

Ein Hochstamm oder Halbstamm benötigt ausreichend Platz für ein gesundes Pflanzenwachstum. Als Tiefwurzler entwickeln Birnbäume lange Wurzeln und eine entsprechend hohe Baumkrone. Diese kann eine Höhe von bis zu 12 Meter erreichen und ist so nur noch schwer zu pflegen und zu beernten.

Zudem sind die meisten Birnbäume selbst unfruchtbar. Für eine erfolgreiche Bestäubung wird ein zweiter Baum – ein sogenannter Bestäuber – einer verträglichen Birnbaumsorte benötigt. Dieser wird in einem Abstand von drei Metern zum ersten Baum gepflanzt und steigert so die Chance auf eine reiche Ernte im Spätsommer.

Tipp: Schauen Sie sich in Ihrer Nachbarschaft um – gibt es hier Birnenbäume? Ist dies der Fall, dann erkundigen Sie sich nach der Birnbaumsorte und pflanzen Sie eine verträgliche Sorte in Ihrem eigenen Garten – ein weiterer Bestäuber wird dann nicht mehr benötigt.

Für einen normalen Hausgarten sind sehr hochwachsende Birnbaumsorten daher weniger gut geeignet. Greifen Sie für den Anbau im Hobbygarten lieber auf spezielle Neuzüchtungen zurück, diese sind klein und kompakt und trotzdem ertragreich.

Zudem sind viele Neuzüchtungen selbstbefruchtend, Experten sprechen hier auch von Duo-Birnbäumen, weil die Bäume zwei oder mehr Sorten tragen.

Niedere Sorten wie der Zwergenbirnbaum oder die Säulenbirne sind auf schwach wachsenden Wurzel-Unterlagen veredelt und eignen sich daher sogar für eine Kübelhaltung auf dem Balkon.

Tipp: Achten Sie bei einer Kübelhaltung auf eine regelmäßige Düngung, um die Wurzelausbildung zu fördern und einem Nährstoffmangel vorzubeugen.

1.1. Beliebte Birnensorten für die Gartennutzung

Birnen am Baum

Die reifen Birnen schmecken süß-säuerlich.

Botaniker unterscheiden zudem zwischen späten und frühen Birnensorten, man spricht auch von Herbstsorten und Sommersorten. Ausschlaggebend ist hier der Zeitpunkt der Fruchtreife.

Die Sortenvielfalt der Birnen ist durch zahlreiche Neuzüchtungen stark angestiegen. Wichtig für ein gesundes Pflanzen- und Fruchtwachstum sind das geeignete Klima, passende Bodenbedingungen und ein verträglicher Bestäuber, falls die gewählte Birnensorte selbst unfruchtbar ist.

Pflanzen Sie idealerweise Sorten mit unterschiedlicher Reifezeit an, so können Sie vom Spätsommer bis in den Herbst hinein frische Birnen von den Bäumen pflücken.

Tipp: Als gut verträgliches Paar gelten Birnenbäume der Sorten Conference und Williams Christbirne. Die Erntephase erstreckt sich hier von Ende August bis in den Oktober hinein.

Für die Gartennutzung haben sich folgende Birnensorten besonders gut bewährt:

  • Die Sorte Alexander Lucas zählt zu den Herbstbirnen und bildet leuchtend gelbe Früchte. Die Bäume gedeihen in warmer Lage auf tiefgründigem Boden besonders gut. Ideale Bestäuber sind die Sorten Gräfin von Paris und Williams Christbirne.
  • Charakteristisch für die Birnensorte Gräfin von Paris sind die berosteten Früchte. Für ein gutes Gedeihen benötigt sie einen mäßig feuchten Boden und eine regelmäßige Düngung mit Kompost. Passende Partner sind Conference und Gute Raue.
  • Birnbäume der Sorte Conference gedeihen bis auf 400 Meter Höhe und setzen keine besonderen Ansprüche an den Boden voraus. Die Birnen enthalten fast keine Kerne und sind besonders wohlschmeckend. Ideale Bestäuber sind Gräfin von Paris und Williams Christbirne.
  • Die Pflanze der Sorte Williams Christ ist für alle Anbauformen geeignet und gilt als anpassungsfähig, der Boden sollte jedoch warm und tiefgründig sein. Die Erntephase erstreckt sich von August bis in den September hinein. Ideale Bestäuber sind Gräfin von Paris und Conference.
  • Die Gute Graue gedeiht noch auf 540 Metern und gilt als anspruchslos. Zur Bestäubung eignen sich Gräfin von Paris und Conference.

2. Standort und Anbau der Birne

Birnen

Der ideale Standort unterstützt die Fruchtreifung.

Birnen lieben Wärme und vertragen Hitze und trockene Luft deutlich besser als eine hohe Luftfeuchtigkeit. Der perfekte Standort ist daher windgeschützt und befindet sich an einer Süd- oder Südwestwand.

Hier gedeiht der Birnenbaum am Spalier besonders kontrolliert und formschön.

An den Boden setzt die Birne drei wesentliche Bedingungen voraus: Er muss tiefgründig, nährstoffreich und ausreichend feucht im Untergrund sein.

Ein Grundwasserstand von 2 – 3 Metern gilt hierbei als ideal, Staunässe macht die Birne hingegen krankheitsanfällig und stört das Tiefenwachstum der Wurzeln.

Apfelbäume am Spalier

Am Spalier werden Wuchshöhe und Wuchsstärke kontrolliert.

Der Pflanzzeitpunkt liegt im Frühjahr oder im Herbst. Die Herbstpflanzung hat den entscheidenden Vorteil, dass sich die Wurzeln über den Winter gut entwickeln und setzen können, bevor im Frühjahr das Pflanzenwachstum beginnt.

Beim Anbau der Birne sollte bereits das ausgehobene Pflanzloch bewässert werden, um den Wurzeln das Anwachsen zu erleichtern. Setzen Sie zudem drei schmale Holzpfähle rund um die geplante Pflanzstelle in das Erdloch ein.

Diese Pfähle ermöglichen ein gerades Pflanzenwachstum und schützen den Jungbaum bei Unwetter vor Windwurf.

Befestigen Sie die einzelnen Stützpfähle mit Sisal-Stricken an der jungen Pflanze, dieses Material schont die empfindliche Rinde. Wählen Sie alternativ besonders breite Bänder, um ein Einschneiden zu vermeiden.

Tipp: Setzen Sie die Holzpfähle vor dem Baum in die Erde ein, so werden die zarten Wurzeln nicht verletzt.

Befüllen Sie nun das Pflanzloch mit dem Aushub, treten Sie alles gut fest und wässern Sie erneut ausgiebig an. Der Aushub des lehmhaltigen Bodens lässt sich durch Humusgabe zusätzlich aufbereiten und so für eine gesunde Nährstoffaufnahme optimieren.

Tipp: Alternativ kann ein Birnbaum auch am Spalier zum Formgehölz erzogen werden.

3. Birnbäume pflegen

Birnbaum vor Wand

An einer Wand steht der Birnbaum windgeschützt.

Nach der Pflanzung haben Jungbäume einen hohen Wasserbedarf und sollten täglich bewässert werden. Wählen Sie bei Tiefwurzlern wie der Birne die Gießmethode des Schwämmens: Bewässern Sie den Birnbaum immer erst dann, wenn die Erde bereits leicht trocken ist. Gießen Sie nun einen besonders großen Schwall Wasser auf die Erde. Das Wässer durchdringt die Erde jetzt sehr gut und regt so das Tiefenwachstum der Wurzeln zusätzlich an.

Bereits im zweiten Standjahr sinkt der Wasserbedarf, nur in ausgedehnten Trockenperioden im Sommer sollte die Erde durch zusätzliches Gießen feucht gehalten werden.

Wurde Kompost in den Boden eingearbeitet, kann von einer zusätzlichen Düngung im Freien abgesehen werden. Balkonpflanzen im Kübel müssen hingegen regelmäßig gedüngt werden, um einem Nährstoffmangel entgegenzuwirken.

Tipp: Bedecken Sie Jungbäume einer Herbstpflanzung im Winter mit einem Vlies und schützen Sie sie mit einer zusätzlichen Mulchschicht aus Stroh, halbverrottetem Laub oder Holzwolle vor Frost und Schnee.

3.1. Birnenbaum richtig schneiden

Blüten an Ast

Der Rückschnitt fördert das Fruchtholzwachstum.

Ein regelmäßiger Rückschnitt trägt dazu bei, dass der Baum gesund und ertragreich bleibt. Der Schnitt des Birnbaums gilt jedoch als relativ kompliziert. Besuchen Sie bei Unsicherheiten einen speziellen Obstbaum-Schnittkurs, in dem durch Fachpersonal entscheidende Hinweise und Tipps vermittelt werden.

Tipp: Alte Birnenbäume ohne Erziehungsschnitt sollten immer vom Spezialisten begutachtet werden.

Verwenden Sie für einen Obstbaumschnitt ausschließlich scharfes und sauberes Werkzeug wie eine Astschere, um Quetschungen und das Eindringen von Krankheitserregern zu vermeiden.

Für einen Basisschnitt sollten Sie fünf kräftige Hauptäste in verschiedenen Höhen und Richtungen stehen lassen. Für eine schöne Form können junge Triebe auch mit Bändern nach unten oder zur Seite gebunden werden – nach einem Standjahr können die Stützen wieder entfernt werden.

Tipp: Horizontale Äste fördern die Knospenbildung und sind zu bevorzugen.

Birnen an Ast

Das Auslichten unterstützt die Fruchtreifung.

Achten Sie stets auf ein gutes Gleichgewicht zwischen Verlängerungsästen und Fruchtholz. Halten Sie die unteren Äste stets länger als die Seitentriebe, zudem sollten letztere nie schwerer als der Hauptast werden und sind jedes Jahr um die Hälfte zu kürzen.

Auch die Baumkrone muss immer licht bleiben, um ein ideales Fruchtwachstum zu gewährleisten. Zur regelmäßigen Auslichtung schneiden Sie daher altes und nach innen wachsendes Holz ab. Auch sogenannte Wasserschosse müssen entfernt werden.

Wächst Ihr Birnbaum nur schlecht, dann führen Sie im Februar einen Winterschnitt durch. Dieser bildet einen Anreiz für den Austrieb neuer Äste und fördert so das Fruchtholzwachstum.

Schneiden Sie bei übermäßig starkem Wachstum Ihren Birnenbaum bereits im August: Sind die Früchte schließlich walnussgroß, erfolgt das gezielte Ausdünnen. Das heißt, dass nur ein bis zwei Früchte pro Fruchtstand erhalten bleiben. Diese werden besonders groß und schmackhaft.

3.2. Krankheiten und Anfälligkeiten der Birne

Vergammelte Birne

Rote Flecken auf dem Laub und verschimmelte Früchte als Schadbild des Birnengitterrostes

Die Birne gilt als pflegeintensiver als der Apfelbaum, jedoch ist sie gleichzeitig auch robuster und weniger anfällig für unterschiedliche Erkrankungen, da ihre Blätter eine festere Oberhaut aufweisen.

Dennoch kommt es häufig zum sogenannten Birnenschorf. Die Pilzerkrankung zeigt sich durch dunkle Flecken auf den Blättern, die Birnenschale ist rissig und ebenfalls mit dunklen Schorfstellen bedeckt. Befallene Früchte werden vorzeitig abgestoßen. Präventiv können Sie einen gezielten Auslichtungsschnitt der Baumkrone vornehmen. Dieser verhindert die Bildung übermäßiger Feuchtigkeit und hemmt so die Ausbreitung des Schorfpilzes.

Experten raten vom Einsatz spezieller Fungizide oder schwefelhaltiger Pflanzenschutzmittel im Haus- und Kleingarten ab, da bei großen Bäumen mehrere Spritzungen nötig sind und die Früchte Schaden nehmen könnten. Wählen Sie vorab bereits resistente Birnensorten.

Eine weitere typische Pilzerkrankung der Birnbäume ist der Birnengitterrost. Sie erkennen den Rostpilz an roten Flecken auf der Blattoberseite. Die schädlichen Sporen werden durch den Wind und Insekten im gesamten Garten verbreitet. Der Birnengitterrost ist ein wirtswechselnder Pilz. Das heißt, dass der Brinbaum und der Zwischenwirt behandelt oder entfernt werden müssen. Bei der Birne hat sich eine Behandlung mit speziellen Fungiziden bewährt.

Der Birnenknospenstecher ist ein Schädling am Birnbaum. Die Blüten- und Blattknospen des Obstbaumes dienen dem Rüsselkäfer als Nahrung. Infolgedessen trägt die Birne nur noch wenige Blätter sowie Blüten und es kommt zu einer schwachen Ernte.

Schütteln Sie im Oktober die Schädlinge vom Baum ab oder behandeln Sie diese mit speziellen Insektiziden.

4. Birnen ernten und verarbeiten

Amsel frisst Birne

Überreife oder beschadete Früchte schmecken den Wildvögeln noch sehr gut.

Die Erntezeit der Birnen beginnt sortenspezifisch zwischen August und Oktober. Die reifen Früchte haben eine satte Farbe entwickelt und lassen sich leicht vom Baum pflücken. Bei einer Temperatur von 8°C sind Birnen einige Wochen lagerbar, spezielle Lagerbirnen bleiben sogar mehrere Monate frisch.

Tipp: Birnen reifen nach der Ernte noch nach und werden schließlich weicher und süßer.

Überreife Früchte sind matschig und nur noch wenig schmackhaft. Auch beschädigte Früchte sollten Sie aussortieren oder den Tieren im Garten anbieten.

Reife Birnen eignen sich zum Frischverzehr oder können weiterverarbeitet werden. Zudem wirken Sie entwässernd und verdauungsfördernd.

4.1. Rezept für eine fruchtige Birnen-Marmelade

Birnenkonfitüre

Eine fruchtig-frische Birnenkonfitüre ist schnell hergestellt.

Zutaten für 6 Portionen:

  • 2 kg Birnen
  • 1 Zitrone
  • 500g Gelierzucker (2:1)
  • 125 ml Weißwein (trocken)
  • 4 cl Birnengeist
  • 1/4 TL Zimt

Zubereitung:

Schälen Sie die Birnen, entfernen Sie das Kerngehäuse und würfeln Sie alle Früchte. Vermengen Sie die kleinen Würfel mit dem Saft einer Zitrone und dem Gelierzucker in einem Topf und lassen Sie alles ca. 4 Stunden ziehen.

Geben Sie anschließend den Weißwein dazu, kochen Sie alles kurz auf und lassen Sie es weitere 4 Minuten unter ständigem Umrühren auf kleiner Flamme köcheln. Zum Schluss werden nach Belieben noch der Birnengeist und etwas Zimt untergerührt.

Die noch heiße Konfitüre in saubere Marmeladengläser füllen und diese gut verschließen. Lassen Sie abschließend alle Gläser einige Minuten auf dem Kopf stehen.

Tipp: Pürieren Sie die Fruchtmasse für eine feinere Konsistenz ohne Fruchtstücke.

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