Erdbeeren pflanzen: Tipps für eigene Erdbeeren im Garten

Erdbeerpflanze

Die Erdbeeren gehören zum beliebtesten Beerenobst der Deutschen, da sie besonders früh reif werden und ein angenehm süßes Aroma entwickeln. Zudem lassen sie sich platzsparend auf dem Balkon oder als Unterkultur unter jungen Obstbäumen anpflanzen. Dennoch gibt es für ein gesundes Fruchtwachstum bei der idealen Standortwahl und richtigen Pflege einige wichtige Aspekte zu beachten. Welche genau das sind, erfahren Sie in diesem Beitrag. 

1. Die unterschiedlichen Erdbeersorten

Erdbeeren

Frische Erdbeeren sind besonders saftig und aromatisch.

Beim Erdbeeranbau gilt es generell zu beachten, dass alle Erdbeersorten unter Züchterschutz stehen und ohne Lizenz nur zum Fruchtertrag angebaut werden dürfen. Die für die Gartennutzung geeignete Kulturerdbeere wird heutzutage in unterschiedlichen Kulturformen angeboten, die sich im Geschmack und der Gestalt der Früchte unterscheiden.

Hobbygärtner können zudem zwischen einmal und mehrmals tragenden Sorten wählen.

Tipp: Spezielle Neuzüchtungen sind besonders hoch im Ertrag, geschmacklich optimiert und resistent gegen Krankheiten und Schädlinge. Bevorzugen Sie diese Sorten beim heimischen Anbau.

Der überwiegende Teil der Erdbeerpflanzen ist nicht selbstfruchtbar, für eine erfolgreiche Bestäubung müssen folglich mehrere Sorten angepflanzt werden. Achten Sie darauf, dass die angepflanzten Sorten verträglich sind und zur gleichen Zeit blühen.

 

Für kleinere Beete oder eine Aufzucht auf dem Balkon eignen sich zwittrige Erdbeersorten, die zu den Selbstbestäubern zählen. Ebenso kann zwischen Sorten mit frühem oder spätem Erntebeginn gewählt werden.

1.1. Beliebte frühe Erdbeersorten

  • Die Sorte Senga Precos bildet feste und mittelgroße Früchte aus und wächst mittelstark und breitbuschig.
  • Die Erdbeeren der Sorte Lihama sind besonders würzig. Die Pflanze verträgt Trockenheit gut und gilt als resistent gegen Mehltau.
  • Die Regina gilt als winterhart und wuchskräftig. Ihre Früchte sind besonders groß und aromatisch.

1.2. Beliebte Erdbeersorten mit mittlerem Erntebeginn

  • Die Erdbeersorte Senga Sengana ist sehr ertragsreich und wird besonders häufig angebaut. Sie bildet süßaromatische Früchte aus und gilt als besonders resistent.
  • Zu den älteren Sorten zählt die Madame Moutot. Ihre Früchte sind sehr groß und weich.

1.3. Im Garten gut gedeihende späte Erdbeersorten

  • Die Schwarze Ananas bildet dunkelrote Früchte aus und ist besonders gesund und ertragsreich.
  • Die Erdbeersorte Professor Dr. Settegast blüht sehr spät und ist somit wenig frostbedroht.

Tipp: Idealerweise bauen Sie Erdbeerpflanzen mit unterschiedlichen Reifezeitpunkten an. So können Sie Ihre Erdbeeren über einen längeren Zeitraum frisch genießen.

 

1.4. Zweimal tragende Sorten

Erdbeerpflanzen im Kübel

Hängende Erdbeersorten eignen sich ideal für eine Kübelpflanzung auf dem Balkon.

Diese Erdbeeren sind nach der Ernte nochmals ab August bis zum Frostbeginn fruchtend und müssen monatlich gedüngt werden. Zu den beliebten Sorten zählt hier beispielsweise die Ada Herzberg, die kleine, glänzend rote Früchte mit süßsäuerlichem Geschmack ausbildet.

Die sogenannten Monatserdbeeren sind vom Sommer bis zum Herbst fruchtbar und bilden kleine Früchte aus, die im Geschmack an Walderdbeeren erinnern. Diese Sorten eignen sich ideal zur Kübelpflanzung, da sie keine Ranken ausbilden und somit kompakt bleiben. Zum heimischen Anbau eignen sich die Sorten Rügen und Baron Solemacher besonders gut.

Bevorzugen Sie generell den Anbau von Neuzüchtungen. Das optimierte Pflanzengut ist im Vergleich zu älteren Sorten deutlich resistenter und bildet schmackhaftere Früchte aus.

 

2. Bodenansprüche und Bodenvorbereitung

Walderdbeere

Der Standort beeinflusst das Fruchtwachstum der Walderdbeere.

Der Standort der Erdbeerpflanzen sollte sonnig bis mäßig halbschattig sein. Dabei gedeihen Erdbeeren in leicht sauren und nährstoffreichen Böden in alter Kultur besonders gut. Als ideale Vorkultur haben sich Hülsenfrüchte, insbesondere Erbsen, bewährt.

Zudem muss der Gartenboden leicht sein, um den flachwurzelnden Erdbeeren ideale Voraussetzungen für ein gesundes Pflanzenwachstum zu bieten. Einem Nährstoffmangel können Sie vorbeugen, indem Sie einen Standort wählen, auf dem seit mindestens vier Jahren keine Erdbeeren gewachsen sind.

Eine gezielte Vorbereitung des Erdbeerbeetes ist für ein ideales Wachstum ausschlaggebend. Bereits 14 Tage vor geplanter Pflanzung kann organischer Dünger in die Beeterde eingearbeitet werden, etwa Stallmist, Kompost oder Mulch des Vorjahres. Diese Maßnahme lockert den Boden zusätzlich auf und macht ihn durchwurzelbar.

Alternativ kann ein Erdbeer-Volldünger als Vorratsdüngung breitwürfig auf dem abgesteckten Beet verteilt und entsprechend eingearbeitet werden.

Tipp: Ältere Stauden, die bereits seit mehreren Jahren Früchte tragen, wachsen schlechter und tragen nur noch sehr kleine und wenige Früchte. Pflanzen Sie spätestens nach drei Jahren neue Jungpflanzen an.

3. Pflanzgut kaufen – darauf müssen Sie achten

Hände voller Erdbeeren

Je früher Sie Erdbeerpflanzen anbauen, desto ergiebiger ist die Ernte.

 

Beim Kauf einer Erdbeerpflanze sollten Sie darauf achten, dass die Jungpflanze über mindestens drei kräftige Blätter und ein gutes Wurzelwerk verfügt. Je besser die Pflanze bewurzelt ist, desto weniger Ausfall ist bei der anschließenden Ernte zu erwarten.

Grünpflanzen werden häufig in Plastiktüten verkauft. Öffnen Sie diese nach dem Kauf und befeuchten Sie die jungen Pflanzen. Idealerweise verpflanzen Sie Ihre Erdbeerpflanzen sofort, ist dies nicht möglich, sollten sie kühl gelagert und feucht gehalten werden.

Tipp: Tauchen Sie die Wurzeln bzw. der Topfballen vor dem Einpflanzen einige Zeit in Wasser und setzen Sie die Erdbeerpflanzen sofort ins Beet.

4. Erdbeeren pflanzen: Das ist der richtige Zeitpunkt

einzelne Erdbeere

Erdbeerpflanzen werden in Reihen kultiviert.

Der ideale Pflanzzeitpunkt der Erdbeerpflanzen ist nach der Ernte Ende Juli bis Anfang August. Jungpflanzen tragen bereits im folgenden Sommer reife Früchte. Eine spätere Pflanzung im März ist auch noch möglich – hier sollten Sie jedoch auf sogenannte Erdbeerfrigopflanzen zurückgreifen, die über ein stark ausgebautes Wurzelwerk verfügen. Die Ernte fällt bei einer Frühjahrspflanzung jedoch deutlich geringer aus.

Tipp: Je früher Sie Ihre Erdbeeren pflanzen, desto ergiebiger fällt die Ernte aus.

 

Erdbeeren werden wie Salatpflanzen in Reihe kultiviert. Für eine leichtere Ernte und ein gesundes Pflanzenwachstum sollte der Abstand zwischen den gezogenen Reihen 50-60 cm, der Pflanzabstand zwischen den einzelnen Pflanzen mindestens 20-25 cm betragen. Hier entscheidet die ausgeschriebene Wuchskraft der Erdbeersorte.

Heben Sie jedes einzelne Pflanzloch so breit und tief aus, dass sich die zarten Wurzeln locker einsetzen lassen und das Herz der Jungpflanze mit der Erdoberfläche abschließt. Drücken Sie abschließend die wieder eingefüllte Erde fest und wässern Sie sie gut an.

Im zweiten Standjahr werden die Erdbeerpflanzen vereinzelt, indem jede zweite Reihe entfernt oder umgesetzt wird. So schaffen Sie Platz für eine Vollernte im Folgejahr. Werden alte Blätter entfernt, dann achten Sie besonders darauf, dass das Herz der Pflanze bestehen bleibt, denn aus den Herzknospen erfolgt der nächste Neuaustrieb.

5. Erdbeeren pflegen

Erdbeere

Eine zusätzliche Strohschicht schützt die jungen Erdbeeren und speichert Feuchtigkeit.

 

Erdbeerpflanzen verfügen über einen hohen Wasserbedarf. Besonders in den ersten zwei Wochen, der Phase des Anwachsens, darf die Erde niemals komplett austrocknen. Gießen Sie die Jungpflanzen morgens und abends ausgiebig und vermeiden Sie übermäßige Feuchtigkeit in der heißen Mittagszeit – so können Sie einem Verbrennen der empfindlichen Blätter entgegenwirken.

Eine zusätzliche Mulchschicht aus Stroh, trockenem Torf oder Holzwolle hilft den Erdbeerpflanzen bei der Wasserspeicherung, unterdrückt Unkraut und hält Schnecken fern. Verteilen Sie die schützende Schicht unter den empfindlichen Blättern.

Tipp: Im Frühjahr kann die Mulchdecke durch halbverrotteten Kompost verstärkt werden.

Nach dem Einwurzeln kann in der dritten Woche eine Kopfdüngung mit chloridfreiem Volldünger für Beerenobst durchgeführt werden. Bei nährstoffreichem Boden sind Düngmaßnahmen jedoch nicht nötig.

Achtung: Düngen Sie stets nur den Boden, nicht die oberirdischen Pflanzenteile.

 
Schneckenbefall Erdbeere

Auch Schnecken schmecken die Erdbeeren.

Die Erdbeerpflanzung leidet unter Konkurrenzdruck und sollte daher das ganze Jahr unkrautfrei gehalten werden. Auch große Ranken älterer Kulturen sollten abgeschnitten werden, da sie nur noch wenige Früchte tragen.

Durch regelmäßige Bodenlockerungen zwischen den Saatreihen mit einer Grabegabel wird das Pflanzen- und Fruchtwachstum zusätzlich unterstützt.

6. Krankheiten und Schädlinge

Der größte Feind der Erdbeere sind die gefräßigen Schnecken, die sich in den Abendstunden aber leicht von den Jungpflanzen absammeln lassen.

Übermäßige Feuchtigkeit und ein zu enger Pflanzabstand unterstützen zudem die Ausbreitung des Mehltaus und der Weißfleckenkrankheit. Ebenso steigt bei einem zu feuchten Klima die Gefahr von Schimmel. Weitere charakteristische Schädlinge sind der Erdbeerblütenstecher und die Erdbeermilbe.

7. Erdbeeren ernten und verarbeiten

Reife und unreife Erdbeeren

Eine reife Erdbeere erkennen Sie an ihrer intensiven Fruchtfärbung.

 

Die Erdbeeren werden sortenspezifisch zwischen Ende Mai und Mitte Juli erntereif. Eine reife Frucht erkennen Sie an einer intensiven Fruchtfärbung, der bisher helle Rand an der Oberseite der Erdbeere ist nun auch rot gefärbt.

Idealerweise pflücken Sie die saftigen Früchte samt ihrer grünen Kelchblätter und dem Stiel morgens oder abends – jetzt sind sie besonders aromatisch und nicht der unmittelbaren Mittagssonne ausgesetzt.

Nach der Ernte sollten Erdbeeren kühl und möglichst nebeneinander gelagert werden, um Druckstellen entgegenzuwirken. Beispielsweise können Sie Ihre Erdbeeren gewaschen auf einem Tablett ausbreiten und im Kühlschrank oder einem kühlen Raum bis zu zwei Tage aufbewahren.

Aufgrund des hohen Wassergehalts sind Erdbeeren besonders anfällig für Schimmel. Diese Früchte gehören aus gesundheitlichen Gründen in den Hausmüll.

 
 

7.1. Rezept für einen frischen Erdbeer-Milchshake

Erdbeermilchshake

Ein kühler Erdbeer-Milchshake erfrischt an heißen Sommertagen.

Zutaten für zwei Portionen:

  • 100g frische Erdbeeren
  • 2 Kugeln Vanilleeis (wahlweise Erdbeereis)
  • 200 ml Vollmilch

Zubereitung:

Die frisch gepflückten Erdbeeren werden vorsichtig geputzt und grob zerkleinert. Mixen Sie die Erdbeeren zu einem cremigen Mus und geben Sie die Masse durch ein Sieb, um Kerne und große Stücke zu entfernen.

Geben Sie nun das feine Erdbeermus, das Speiseeis und die Milch in einen Standmixer und pürieren Sie alle Zutaten einige Sekunden gut durch.

Servieren Sie den Erdbeer-Milchshake in einem hohen Glas mit einer Haube aus gesüßter Schlagsahne. Eine frische Erdbeere am Glasrand rundet als optisches Highlight das kühle Sommergetränk ab.

8. Erdbeeren online kaufen

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