Gartenvielfalt auf dem Balkon

bepflanzte Balkone

Eigene Gärten sind in Großstädten seit jeher Mangelware und wenn es einmal ein Fleckchen Grün inmitten der vielen Hinterhöfe zu bestaunen gibt, dann kann dieses nur in den seltensten Fällen auch bepflanzt werden, weil es meist schon als Hunde- oder Katzenklo dient oder einem unsäglichen Nachbarn oder Vermieter gehört.

 

Viele Großstädter haben ihre Leidenschaft für diverse Grün- und Nutzpflanzen deshalb bereits seit längerer Zeit abgeschrieben, aber dies muss nicht unbedingt die einzige Lösung sein. Auch diejenigen, die lediglich über einen kleinen Balkon verfügen, haben grundsätzlich die Möglichkeit, sich selbst und ihren grünen Daumen zu verwirklichen.

Selbstverständlich bedarf es etwas mehr Planung und Vorbereitungszeit, wenn ein kleiner Garten auf dem Balkon angelegt werden soll. Schließlich sind Balkone meist mit einem Boden aus Beton ausgestattet und verfügen nur über ein begrenztes Belastungsvermögen. Wer allerdings ein paar verschiedene Faktoren beachtet und ein wenig Zeit und Arbeit investiert, kann sich auch in luftigen Höhen ein kleines Gartenparadies schaffen, in dem die unterschiedlichsten Arten auf engstem Raum zusammenleben.

Nachfolgend sollen verschiedene Möglichkeiten vorgestellt werden, wie sich ein Garten auf dem eigenen Balkon realisieren lässt. Im Vordergrund stehen dabei verschiedene Tipps und Tricks, die je nach individueller Ausrichtung entweder allesamt oder nur in Teilen befolgt werden können. Vielfältige Anregungen für die grüne Gestaltung des eigenen Balkons bieten sich allemal.

1. Die Beete

Die grundsätzlich einfachste Möglichkeit, etwas Leben auf den eigenen Balkon zu bringen, besteht darin, ein paar Kübel zu organisieren und diese mit diversen Pflanzen zu bestücken. Wer es allerdings etwas individueller mag und mehr reales Gartenflair etablieren möchte, der sollte auf ein Hochbeet zurückgreifen. Ein Hochbeet ist im Grunde genommen ein größerer Blumenkasten, der mit Erde befüllt und anschließend beackert werden kann. Auch in vielen Gärten lassen sich derzeit immer mehr Hochbeete entdecken, da sie unter anderem eine rückenschonendere Bestellung ermöglichen.

Hochbeete lasen sich problemlos in jedem gut sortierten Baumarkt erstehen, können mit ein wenig Geschick allerdings auch selbst zusammengezimmert werden. Wichtig ist dabei nur, dass das gewählte Material möglichst beständig ist und bei Kontakt mit Feuchtigkeit nicht gleich wegrottet.

Bei der Herstellung des Hochbeetes sollte allerdings auch auf die Füllmenge und das maximale Gewicht geachtet werden. Damit ein Balkon sicher genutzt werden kann, wird ihm in der Regel eine zulässige Höchstbelastung zugewiesen. Sollte das Gewicht auf dem Balkon oberhalb dieser Grenze liegen, kann dies Schäden und Gefahren nach sich ziehen. Dementsprechend kann sich an dieser Stelle der Merksatz „Weniger ist manchmal Mehr“ unter Umständen bewahrheiten.

2. Der Standort und die Auswahl der Pflanzen

Nicht jede Pflanze gedeiht unter allen sich ihr bietenden Umständen. Während einige immerzu das pralle Sonnenlicht brauchen, schätzen andere es wiederum mehr, wenn sie stattdessen eher etwas häufiger im Schatten stehen. Auch hinsichtlich der Bewässerung kann die Auswahl der Pflanzen entscheidende Folgen mit sich bringen. – Während die eine Pflanze viel Wasser liebt und auch mit Staunässe keine Probleme hat, vertragen andere Blümchen es gar nicht, wenn sie mehr als einmal pro Woche gegossen werden.

Aus diesem Grund sollten bei der Auswahl der Pflanze gleich die verschiedenen Standortbedingungen beachtet werden. Nicht immer kann ein Balkonbesitzer Einfluss auf die Sonneneinstrahlung auf dem Balkon nehmen. Wer einen Balkon zur Nordseite hat und am Tag nur wenige direkte Sonnenstunden zählt, sollte dementsprechend eher mit Pflanzen Vorlieb nehmen, die mit prallem Sonnenschein ohnehin nicht ganz so gut klarkommen. Balkone auf der Südseite hingegen empfehlen sich optimal, wenn es darum geht sonnenliebende Pflanzen zu kultivieren. 

Selbstverständlich können aber nicht nur prächtig aussehende Blumen auf dem Balkon kultiviert werden. Auch Nutzpflanzen eignen sich besonders gut, wenn es darum geht, einen kleinen Kräuter- oder Gemüsegarten auf dem Balkon zu etablieren. Im Pflanzenlexikon finden sich mehr als 700 verschiedene Pflanzenarten mit ihren jeweiligen Pflegetipps und Ansprüchen an den Standort.

3. Kletterpflanzen

Wer auf seinem Balkon nicht genügend Platz vorfindet, um ein ganzes Hochbeet anzulegen, für den bleibt in der Regel noch eine weitere Möglichkeit, den eigenen Balkon zu begrünen. Die Rede ist hierbei von Kletterpflanzen, die beispielsweise an einer Häuserwand emporwachsen und dem Balkon so einen ganz neuen Charme verleihen.

Auch bei Kletterpflanzen und Ranken müssen Balkonbesitzer gegebenenfalls Hand anlegen, um zu einem erfolgreichen Wachstum zu verhelfen. So brauchen einige Kletterpflanzen die Unterstützung einer sogenannten Rankhilfe. Diesbezüglich ergeben sich je nach Balkonbeschaffenheit unterschiedliche Möglichkeiten. Anbaubalkone beispielsweise können auf verschiedene Arten konstruiert sein. Die benötigten Stützen oder Galgen können anschließend als Rankhilfen für Kletterpflanzen dienen. Darüber hinaus ist es allerdings auch möglich, eine eigene Rankhilfe zu installieren, wenn der betreffende Balkon von sich aus keine Möglichkeiten hierfür bietet. In diesem Fall empfehlen sich sogenannte Rankgitter, die an der Hauswand befestigt werden können.

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