Gerbera pflegen

Die Gerbera ist eine der beliebtesten Blumen aus der Gattung der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist besonders als langstielige Schnittblume bekannt, es gibt sie aber auch als kurzstielige Topfpflanze. Als Zimmerpflanze ist sie sehr pflegebedürftig. Zuvor unter dem Namen Afrikanische bzw. Äthiopische Aster bekannt, wurde sie erstmals 1737 vom Holländer Frank Frederik Gronovius beschrieben, der sie zu Ehren des Mediziners und Botanikers Traugott Gerber benannte. Wegen ihrer Ähnlichkeit mit Gänseblümchen nannte man sie zeitweilig auch “Barberton Daisy”. Wie Sie sich den Weg zum Blumenhändler sparen und Ihre eigene Gerbera pflegen, erfahren Sie hier.

 

1. Eigenschaften der Gerbera

Mehrfarbiger Gerbera-Hybrid

Mehrfarbiger Gerbera-Hybrid

Die Gerbera ist eine mehrjährige, nicht winterharte, krautige Pflanze, deren körbchenförmige Blüten an langen blattlosen Stängeln wachsen. Ihre saftig-grünen Blätter sind an den Spitzen gezahnt und leicht behaart. In der Natur kommen etwa 30 Arten vor, weitere Züchtungen – sogenannte Hybriden – sind meist Kreuzungen aus Gerbera jamesonii und südafrikanischen Arten, wie etwa der Gerbera viridifolia.

Gerbera-Pflanzen gibt es in allen erdenklichen Farben. Besonders die mehrfarbigen Züchtungen sind ein toller Blickfang im Garten, auf dem Balkon und als frisch-sommerliche Tischdekoration. Auch in Geschenksträußen zu allen erdenklichen Anlässen haben Gerberas ihren festen Platz.

Unterschieden werden die großblumigen Standard-Gerberas mit einem Blütendurchmesser von etwa 13 Zentimetern und die kleinblumigen Mini-Gerberas, deren Blüten unter 9 cm groß sind. Ähnlich wie Maiglöckchen verfügen Gerbera-Pflanzen über ein unterirdisch wachsendes Rhizom, das im Sommer zur Fortpflanzung und im Winter als Energiespeicher dient.

Im Handel erhältliche Samen keimen bei einer Temperatur von 22 bis 24 °C am besten. Alternativ können Sie auf vorgezogene Jungpflanzen zurückgreifen, sie nach den Eisheiligen in den Garten umziehen dürfen.

2. Pflege und Standort

Im Gegensatz zu Maiglöckchen sind Gerberas nicht winterfest und werden am besten an einem kühlen, aber hellen Standort überwintert. Dabei sollte die Temperatur stets über 12 °C liegen. Durch ihre Ansprüche an Luftfeuchtigkeit und Helligkeit ist die Gerbera-Pflege in Innenräumen allerdings nicht ganz einfach. Von April bis September steht die Gerbera lieber im Garten

Wie ihre afrikanische Herkunft erahnen lässt, benötigt sie sehr viel Licht und sollte im Sommer vollsonnig platziert werden. Während der Wachstumsperiode benötigt die Gerbera viel Wasser und gedeiht am besten bei hoher Luftfeuchtigkeit. Gießen Sie deshalb täglich aber in Maßen und verwenden Sie lockeres und sandiges Substrat, denn die Gerbera verträgt keine Staunässe. Lassen Sie die Erde nie austrocknen und sprühen Sie die gesamte Gerberapflanze regelmäßig großzügig ein. Außerdem sollte dem Gießwasser wöchentlich ein wenig Flüssigdünger zugegeben werden – die Gerbera wird es Ihnen danken und lange blühen.

3. Gerbera vermehren

Gerbera

Die Gerbera gehört zur Familie der Korbblütler.

Gerberas können im Februar oder September aus Samen gezogen werden. Da die Keimfähigkeit schnell nachlässt, achten Sie darauf, frisches Saatgut zu verwenden. Neben der Aussaat empfiehlt sich bei älteren Pflanzen die sogenannte “Wurzelteilung” als Fortpflanzungsmethode. Wurzelteilung in Anführungszeichen, da es sich beim Rhizom streng genommen nicht um eine Wurzel handelt.

Bei dieser Vermehrungsmethode wird die Sprossachse des Rhizoms mit einem sauberen, scharfen Messer geteilt und der gewonnene Steckling in normale Blumenerde gesetzt, woraufhin die Pflanze aus den Knospen des abgetrennten Stecklings wieder neu austreibt. Halten Sie die Erde gut feucht, aber nicht zu nass, sodas sich schnell viele neue Wurzeln bilden.

Tipp vom Profi: Ältere Pflanzen blühen weniger schön. Es ist daher sinnvoll, junge Pflanzen regelmäßig zu vermehren, um ganzjährig die frische Blütenpracht genießen zu können.

4. Die Gerbera als Schnittblume

Da Gerberas von April bis September blühen, können sie den ganzen Sommer über geschnitten werden. Beim Kauf von geschnittenen Gerberas erkennen Sie den “Reifegrad” anhand der inneren Blütenringe: Wenn lediglich die Staubfäden der äußeren Ringe entwickelt sind, sind sie genau richtig.

So divenhaft die Gerbera als Zimmerpflanze sein kann, so robust kommt sie als Schnittblume daher und macht in der Vase bis zu zwei Wochen eine gute Figur. Floristen umwickeln den langen Stiel häufig mit Blumendraht. Dadurch knickt er nicht ab, die Wasserversorgung wird sichergestellt und die Blüte bleibt länger frisch. Zudem empfiehlt es sich, jeden Tag das Wasser zu wechseln und immer nur rund 3 cm Wasser in die Vase einzufüllen, um ein Aufweichen und vorzeitiges Faulen des Stängels zu vermeiden.

5. Typische Krankheiten

Die häufigste Krankheit bei Gerberas ist die Gerberafäule. Die Blätter und der Stengel verfärben sich blassgrün bis graubraun und die Pflanze verfault. Häufigste Ursachen sind ein zu feuchtes oder zu saures Substrat, zu viel Dünger und zu geringe Temperaturen. Wenn die Pflanzen zu eng stehen, oder ist die Luftzirkulation zu schwach, kann außerdem Grauschimmel auftreten. In beiden Fällen sind die erkrankten Pflanzen sofort zu entsorgen.

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