Herbstlaub im Garten

Herbstlaub sieht mit seinen wechselnden Farbnuancen wunderschön aus, stellt den Gärtner aber alle Jahre wieder vor das gleiche Problem: Wohin damit? Laub speichert die Energie des Sommers und kann Ihren Beeten und der Humusbildung in Ihrem Garten zugute kommen: In die Beete eingearbeitet oder auf dem Kompost unterstützt es die Natur. Dennoch können auch große Laubhaufen in einer entlegenen Gartenecke etwas Positives bewirken: Sie dienen Igeln und anderen Tieren als Rückzugsort im Winter. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Herbstlaub sinnvoll nutzen können.

 

1. Warum fallen im Herbst die Blätter?

Sommergrüne Laubpflanzen werfen im Herbst ihre Blätter ab, um bei akutem Wassermangel im Winter nicht zu vertrocknen. Das Problem ist die große Blattoberfläche, über die weiterhin Wasser verdunsten würde. Aus dem gefrorenen Boden können die Wurzelsysteme jedoch keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen und die Pflanze muss vertrocknen – der Laubabwurf ist also eine natürliche Schutzmaßnahme.

Bevor es jedoch zum Laubabwurf (Abzission) kommt, können wir im Freien die wunderschön gefärbten Blätter bewundern, die sich in gelben und roten Nuancen zeigen. Die Blattverfärbung ist eine Folge der Umlagerung von Nährstoffe aus den Blättern in spezielle Speicherzellen im Baum: Chlorophyll-haltige Proteine sind für die grüne Blattfarbe verantwortlich und spielen eine entscheidende Rolle bei der Photosynthese und dem erneuten Blattaustrieb im Frühjahr. Da der Baum bemüht ist, diese wichtigen Nährstoffe vor dem Winter umzulagern, nimmt der grüne Farbton der Blätter allmählich ab – sie werden gelblich oder erscheinen rot, was auf die in den Blättern verbleibenden Carotinoide zurückzuführen ist. Dabei setzt die Verfärbung immer an den Blatträndern ein, da im inneren Bereich die Blattnerven verlaufen, die ausreichend lange versorgt sein sollen.

Sind dem Blatt sämtliche Nährstoffe entzogen, bildet sich zwischen Blattstil und Ast die sogenannte Korkschicht, die die Blattversorgung zum Erliegen bringt, woraufhin es an der Sollbruchstelle abfällt. Am Boden wird es durch Mikroorganismen zu Humus aufbereitet, welcher der Erde als natürlicher Dünger dient und den Baum beim nächsten Neuaustrieb unterstützt. So schließt sich der Nährstoffkreislauf des Baumes und es beginnt ein neues Jahr.

2. Wer muss Laub entfernen?

Haus- oder Grundstückbesitzer sind dafür verantwortlich, dass angrenzende Gehwege und Zugänge zum Haus ganztägig passierbar bleiben. Da nasse Blätter eine erhöhte Rutschgefahr darstellen, sind diese in regelmäßigen Abständen zu entfernen. In Mietshäusern wird diese Pflicht häufig auf Anwohner übertragen und ist dann im Mietvertrag nachzulesen. Der Vermieter steht hier jedoch in der Pflicht, Räumgeräte zur Verfügung zu stellen und muss kontrollieren, ob die Mieter ihrer Aufgabe nachkommen.

Dabei ist es irrelevant, ob die Blätter auf dem Gehweg von Bäumen des privaten Grundstücks, oder aber von fremden Bäumen stammen. Anspruch auf Schadensersatz besteht grundsätzlich nicht, da das deutsche Gesetz vorsieht, dass es Hauseigentümern zumutbar ist, auch Blätter von fremden Bäumen zu entfernen, die auf private Flächen wehen. Kommt es zu einer unzumutbaren Beeinträchtigung, kann eine Ausnahme geltend gemacht werden: Der Baumbesitzer muss in diesem Fall eine sogenannte Laubrente zahlen, die individuell berechnet wird und sich nach dem erhöhten Reinigungsaufwand richtet.

3. Laub liegenlassen

Laub

Laub mit Rechen zusammenkehren.

Einfach liegenlassen… ein Traum? Keineswegs, denn Laub erfüllt in der Natur viele Funktionen, denen es durch ein spießbürgerlich-gründliches Aufsammeln jedes einzelnen Blattes im Garten beraubt wird:

  • Laub auf den Beeten hält die Erde länger feucht und schützt die Pflanzen vor Frostschäden im Wurzelbereich. Der Winter ist im Vergleich zum Sommer deutlich trockener.
  • In die Beete eingearbeitetes Laub dient als Dünger und Nahrung von Mikroorganismen und Regenwürmern.
  • Um empfindliche Pflanzen, wie z.B. Rosenstöcke, können kleine Laubhäufchen aufgeschichtet werden, die, mit Reisig beschwert, wie ein “Wintermantel” für die Frosttage wirken.

4. Laub kompostieren

Wenn man ohnehin einen Komposthaufen im Garten hat, liegt der Gedanke nahe, diesen auch für Laub zu benutzen. Der Kompost “freut” sich über die Laubzugabe im Winter und produziert dafür im Frühjahr besonders feinen Kompost – Laubkompost wird von Gärtnern für Blumenerdmischung eingesetzt.

Der Kompost als komplexes ökologisches System verträgt allerdings die große Portion Herbstlaub nicht auf einmal: Neben dem Komposthaufen sollte ein Laubhaufen aufgeschichtet werden, der nach und nach dem Kompost sorgfältig zugemischt wird. Alternativ kann auch ein reiner Laubkompost angelegt oder das Laub in Gartenabfallsäcken gesammelt werden. werden.

Die Stickstoffarmut des Laubs wird durch die Zugabe von Hornspänen, Pflanzenjauche oder Kleintiermist kompensiert und der gesamte Kompost ordentlich untergemischt. Dazu sollte ein kräftiger Schuss Wasser gegeben werden – der Feuchtigkeitshaushalt ist beim Laubkompost sehr wichtig.

5. Laub mulchen

Wer einen Mulcher besitzt, kann aus Laub auch eine Mulchschicht erzeugen, eventuell in Verbindung mit dem letzten Rasenschnitt. Diese kann in einer Stärke von drei bis zehn Zentimetern auf die Beete aufgetragen werden und dient im Winter als zusätzliche Schutz- und Düngeschicht.

6. Laub im Garten verbrennen?

Laub im Garten zu verbrennen ist eigentlich ökologischer Unsinn – dennoch gehören in vielen Gegenden Laubfeuer einfach dazu und folgen einer alten Tradition.

Grundsätzlich sollten Sie davon ausgehen, dass das Verbrennen von Laub im Garten verboten ist. Eine Anzeige durch einen missgünstigen Nachbarn könnte Sie teuer zu stehen kommen. Ob Laub verbrennen im eigenen Garten erlaubt ist oder nicht, kann man bei der zuständigen Gemeinde erfahren.

In den sogenannten Feinstaubzonen ist das Verbrennen von Laub komplett verboten, denn bei der feuchten Verbrennung entsteht eine große Menge “Grobstaub”.

6.1. Laubhaufen für Igel

Igel überwintern

Igel und Kleintiere überwintern gerne im geschützten Herbstlaubhaufen.

Wer sich das mühevolle Mulchen oder Abtransportieren von Laub sparen möchte, kann in einer wenig genutzten Gartenecke einen Laubhaufen aufschichten. Dieser dient als wunderbares Winterquartier für Igel, Nützlinge und andere Kleintiere, die hier Schutz vor Fressfeinden und der Kälte finden. So sitzen häufig auch Kröten und Käfer zwischen den Blättern und Schmetterlinge legen hier ihre Eier ab.

Im Idealfall liegt der Laubhaufen windgeschützt und ist tagsüber vielen Sonnenstunden ausgesetzt, sodass sich eine angenehme Wärme im Inneren bilden kann.

Bedenken Sie, dass ein solcher Haufen nicht nach wenigen Tagen umgesetzt oder doch wieder entfernt werden kann. Wenn Sie Tieren die Möglichkeit bieten, sich in Ihrem Garten einzurichten, sollten Sie diesen Lebensraum bis zum nächsten Frühjahr bestehen lassen und nicht bewegen, um die Tiere wenig zu stressen. Wählen Sie daher eine ruhige Gartenecke abseits der Wege und in ausreichender Entfernung zu Sitzmöglichkeiten.

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