Hochbeete: So legen Sie ein Hochbeet in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon an

Pflücksalat im Hochbeet am Balkon anpflanzen
  • Mit der richtigen Bepflanzung wird das Hochbeet zur grünen Oase
  • Hochbeete können aus unterschiedlichsten Materialien hergestellt sein, wie Holz (besonders Lärchenholz), Aluminium, Kunststoff oder Stein.
  • Nutzpflanzen bringen im ersten Jahr aufgrund der vielen Nährstoffe im Boden den meisten Ertrag.

Sein eigenes Gemüse anpflanzen, mit frischen Kräutern kochen oder sich einfach nur beim Betrachten der Blütenpracht entspannen – es gibt viele gute Gründe für einen eigenen Garten.

Doch leider kann sich nicht jeder über eine grüne Oase vor der Haustür freuen. Platzprobleme, schlechte Böden und hungrige Schnecken sorgen eher für Frust als Begeisterung beim Anpflanzen der Blumen und Stauden.

 

Hochbeete erfreuen sich daher bei Hobbygärtnern und engagierten Städtern mit grünem Daumen wachsender Beliebtheit. Die Idee ist allerdings weniger neu, als dies den Anschein haben mag: Besonders im naturverbundenen Gartenbau finden Hochbeete seit jeher Verwendung und dienen als probates Mittel gegen viele Ärgernisse des Gärtnerns.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie über die Vorteile eines Hochbeets, erklären dessen Aufbau und geben Ihnen Tipps zur Bepflanzung und Pflege. 

 

1. Ein Beet – viele Vorteile

Hochbeet mit Gemüse

Hochbeete liefern für erfahrene Gärtner und Pflanzanfänger viele Vorteile.

Nicht ohne Grund sind Hochbeete in allen möglichen Gärten zu finden. Sie vereinen viele Vorteile in sich, und machen auch optisch was her. Sie sind günstig zu erwerben, einfach anzulegen und finden auch auf kleinen Flächen, wie beispielsweise einem Balkon oder einer Terrasse ausreichend Platz, da sie in verschiedenen Größen erhältlich sind.

Sie schützen aufgrund der höheren Lage zuverlässig vor Unkraut sowie Schneckenbefall und erleichtern den Anbau der Beetpflanzen. Lästiges Bücken, welches vor allem ältere und Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen schnell an ihre Grenzen führt, entfällt beim Hochbeet, da es in einer komfortablen Höhe aufgebaut werden kann.

So wird das Gärtnern, besonders in der städtischen Version des Urban Gardenings, zu einer Gemeinschaftsaufgabe, an der viele Menschen teilhaben können. 

Ein weiterer Vorteil ist die optimale Nährstoffversorgung des Beetes. Viele Gartenbesitzer klagen über sandige Böden, auf denen nur anspruchslose Pflanzen gedeihen und auf denen die Träume eines blühenden Gartens buchstäblich auf dem Trockenen liegen. Das Schichtsystem des Hochbeetes wertet die Qualität des eigenen Bodens auf und nutzt ökonomisch die verschiedenen Abfälle des Gartens, die bei den meisten sowieso auf dem Kompost landen. 

2. So statten Sie Ihr Hochbeet optimal aus

Bevor Sie ein Hochbeet kaufen und mit der Bepflanzung beginnen, sollten Sie sich entscheiden, ob Zier- oder Nutzpflanzen in Ihrem Hochbeet wachsen sollen.

Mischkultur im Hochbeet

Sie können entweder Samen kaufen oder direkt Setzlinge in Ihr Hochbeet pflanzen.

 

Zierpflanzen sind etwas anspruchsloser und benötigen weniger Schichten als verschiedene Gemüsearten. Zudem sollten Sie Ihr Beet, sofern das möglich ist, nach Süden bzw. Süd-Osten ausrichten, da besonders Gemüsesorten und Kräuter lichtbedürftig sind.

 

 

Modell für den Anbau von Nutzpflanzen:

 

  1. Beginnen Sie mit dem Auslegen eines engmaschigen Drahtgeflechts, um Mäusen und anderen Nagern keinen Zugang zu Ihrem Beet zu gewähren. 
  2. Kleiden Sie die Seiten Ihres Hochbeets mit Folie aus, um die Erde vor dem Austrocknen zu bewahren. Die nötige Teich- bzw. Noppenfolie erhalten Sie in jedem Baumarkt
  3. Legen Sie eine Schicht Reisig und grüne Zweige auf den Draht. Viele Gärtner haben vom herbstlichen Beschnitt der Bäume und Hecken sicherlich einiges davon übrig. Sie sorgen auf diese Weise für eine gute Durchlüftung des Beetes.
  4. Darauf wird anschließend eine dünne Grasnarbe verkehrt herum aufgelegt, um das Einrieseln der nachfolgenden Pflanzenerde zu vermeiden. 
  5. Verstreuen Sie einen nährstoffreiches Pulver wie Hirschhornsalz oder Ursteinsalz, um das Wachstum der Pflanzen zu beschleunigen.
  6. Nun kommt Ihr Kompost ins Spiel. Verteilen Sie eine großzügige Schicht davon auf dem Bodenaktivator. 
  7. Zuletzt füllen Sie Ihr Hochbeet mit Pflanzen- oder spezieller Hochbeeterde auf und verstreuen entweder die gewünschten Samen oder pflanzen direkt kleine Setzlinge ein.

Tipp: Ein Hochbeet mit einer Abdeckung ermöglicht es Ihnen, bereits im Februar mit der Bepflanzung zu beginnen, da der Kompost zusätzliche Verrottungswärme liefert. Dieses sogenannte Frühbeet sorgt für mehr Ertrag im Jahr. So können Sie sich bereits zu Beginn des Sommers über die erste Ernte freuen.

3. So kann ein möglicher Bepflanzungsplan für ein Hochbeet aussehen

Karotten frisch geerntet auf Hochbeet

Achten Sie darauf, die richten Mischkulturen anzulegen.

Wenn Sie verschiedene Pflanzen gemeinsam in einem Beet anpflanzen möchten, sollten Sie darauf achten, dass Sie sich zur gemeinsamen Aussaat eignen. So sollten Sie Nachtschattengewächse wie Tomaten und Kartoffeln nicht zusammen pflanzen, ebenso wenig wie Bohnen und Erbsen. 

Diese Pflanzen eignen sich als Mischkultur:

  • Tomaten, Buschbohnen, Kohl, Petersilie, Sellerie
  • Kartoffeln, dicke Bohnen, Kohlarten, Kohlrabi, Spinat
  • Salat, Karotten, Radieschen, Schnittlauch, Gurken, Erbsen, Bohnen, Tomaten

Diese Pflanzen sollten getrennt gepflanzt werden:

  • Kartoffeln, Tomaten, Kürbis, Sellerie
  • Gurken, Tomaten, Radieschen
  • Buschbohnen, Erbsen, Fenchel, Zwiebeln
 

Übrigens sorgen auch verschiedene Kräuter für eine natürliche Schädlingsbekämpfung. So können Sie Ihr Zierbeet mit Lavendel bepflanzen, um Ihre Rosen vor Blattläusen zu schützen. Kapuzinerkresse ist nicht nur im Salat sehr lecker, sondern schützt Ihre Tomaten vor verschiedenen Läusen. Salbei Thymian und Pfefferminze verhindern den Befall der Kohlgewächse durch den Kohlweißling.

 

4. Die häufigsten Fragen über Hochbeete

4.1. Welche Maße sollte Ihr Hochbeet haben?

Dies hängt natürlich vom verfügbaren Platz ab, allerdings können Ihnen folgende Maße als grobe Orientierung dienen: 

Höhe:  80 bis 120 cm
Länge: 200-250 cm
Breite: 100-130 cm

4.2. Wann kann man ein Hochbeet anlegen?

Sie können mit der Arbeit an Ihrem Hochbeet entweder im Herbst oder im zeitigen Frühjahr beginnen. Bedenken Sie, dass Sie bei jeder neuen Bepflanzung Erde nachfüllen müssen, da sich die organischen Materialien nach und nach zersetzen. Alle fünf bis sechs Jahre sollten Sie die Schichten vollständig auswechseln. 

4.3. Mit wie viel Ertrag kann man im ersten Jahr rechnen? 

Salat im Hochbeet

Im ersten Jahr werden Sie den meisten Ertrag haben.

Durch die hohe Konzentration an Nährstoffen kann man sich bei der Erstbepflanzung über eine reiche Ernte freuen. Vor allem Tomaten, Lauch, Gurken und Kohl, die viele Nährstoffe benötigen und kein Nitrat einlagern, eignen sich im ersten Jahr. Nach 2-3 Jahren können Sie auch Salat, Schnittlauch oder schwach zehrende Kräuter wie Rosmarin anbauen. 

4.4. Wie bepflanzt man ein Hochbeet richtig?

Achten Sie darauf, dass manche Pflanzen wie Tomaten, Buschbohnen und Gurken sehr stark wachsen und schnell die anderen Gemüsesorten überwuchern können. Wenn Sie eine Mischkultur anlegen, sollten solche Pflanzen eher am Rande Ihres Hochbeets Platz finden. 

Achtung:

Generell eignen sich Kürbisse, Zucchinis und Melonen nicht für ein Hochbeet.

4.5. Welcher Hochbeettyp passt zu mir?

Hochbeete gibt es in verschiedenen größen, Formen und Varianten, sodass Sie für Ihre Bedürfnisse schnell die richtige Wahl treffen können.

 

Falls Sie viele unterschiedlichen Pflanzen auf engem Raum anlegen wollen, eignen sich vertikale Hochbeete. Wenn Sie gerade erst mit dem Gärtnern beginnen, empfehlen wir Ihnen ein Hochbeet auf Stelzen, welches besonders auf kleinen Balkonen Platz findet. 

Tipp: Viele Seiten, wie z.B. Garten- und Freizeitprofi bieten Ihnen nicht nur eine Übersicht der verschiedenen Modelle, sondern informieren Sie auch gleichzeitig über richtige Anlage der Stufen und optimale Pflege.

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