Igel im Garten überwintern: So machen Sie es dem Igel bequem

Igel im Herbstlaub
  • Je nach Temperatur halten Igel ab November Winterschlaf. Dieser geht bis in den März oder April.
  • Igel lieben Totholz, Reisighaufen, Hecken, Baumstümpfe, Laub- oder Komposthaufen, hohle Bäume oder leer stehende Hasenbauten. All dies nutzen Sie als Unterschlupf während des Winters.
  • Wollen Sie die Igel im Garten überwintern lassen, müssen Sie so gut es geht die natürlichen Voraussetzung nachahmen.

Igel sind scheu und stachelig und wir sind meist absolut entzückt, wenn wir einen Igel zu Gesicht bekommen. Obwohl sie sich für gewöhnlich nicht streicheln und knuddeln lassen, stehen sie auf der Liste der Lieblingstiere im Garten ganz weit oben.

Im Herbst benötigen Igel unsere Hilfe, damit sie den Winter gut überstehen. Schon ab Mitte Oktober suchen die kleinen stacheligen Gefährten einen schützenden Unterschlupf, um ab November Winterschlaf halten zu können. Wir erklären, wie können Sie dem Igel Schutz vor dem Winter gewähren und sie sicher durch die kalte Jahreszeit bringen.

 

1. So überwintern Igel 

Igel halten ihren Winterschlaf meistens in den Monaten November bis März oder April. Ein exakter Zeitpunkt, wann Igel genau in den Winterschlaf fallen, gibt es nicht, da dies vielmehr temperaturbedingt ist. Ab einer Temperatur unter 5 °C begibt der Igel sich schließlich in den Winterschlaf.

In diesem Zustand wird der Stoffwechsel heruntergefahren und er ernährt sich von seinen angefressenen Fettreserven: Zwischen 17 und 26 Prozent seines Gewichts verliert das Tier in dieser Zeit. Deshalb muss es sich in den vorherigen Wochen genügend Fettpolster angefuttert haben und mindestens 600g wiegen, um die fünf Monate bis zum Frühjahr gut zu überstehen.

Ein kurzes Erwachen des Igels (meistens bei Temperaturen über 10 °C) kommt häufiger vor und sollte den Igelliebhaber nicht dazu verleiten, den Igel direkt in seine Obhut zu nehmen. Nahrung kann dem Igel aber helfen, Energiereserven aufzuladen, da er während des Winterschlafs – und ganz besonders in den Aufwachphasen – viel Fett verbrennt.

2. Naturnahe Umgebung für den Igel

Achtung Igel Schild

Achten Sie auf Igel, die die Straßen überqueren.

 

Der Garten ist ein wichtiger Lebensraum für den Igel. In einem naturnahen Garten fühlen sich Igel am wohlsten und sind dort auch den wenigsten Gefahren ausgesetzt.

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie Igel im Garten überwintern lassen wollen:

  • Chemie im Garten: Auf chemische Pflanzenschutzmittel und Dünger sollte man verzichten, damit Igel gefahrlos überwintern können.
  • Schächte: Ebenfalls ist es wichtig, alle denkbaren Schächte, Gruben, Kellerfenster etc. zu verriegeln, damit sie für den Igel nicht zur Falle werden.
  • Wasser im Garten: Gefährlich können auch Gartenteiche werden, die kein ausreichend flaches Uferbett haben, sodass der Igel hineinfällt und ertrinkt. Ein Holzsteg kann den Igel vor dem Ertrinken bewahren. Ebenso stellen Swimmingpools und Regentonnen eine Gefahr da, die nach Möglichkeit abgedeckt werden sollten.
  • Zäune:
    In engmaschigen Zäunen kann sich der Igel verfangen, da er mit seinen Stacheln hängen bleibt und diese wie Widerhaken funktionieren: Der Igel hängt fest und kommt alleine nicht mehr vorwärts. Statt enger Zäune aus Kunststoff sind hier Holzzäune, Steinwälle oder – noch besser – Begrenzungen aus Hecken und Sträuchern am besten, da sie auch viel eher dem natürlichen Lebensraum des Igels entsprechen.
  • Gartenarbeit:
    Der wohl gefährlichste Feind des Igels ist der Mensch mit seinen Rasenmähern, Laubsaugern und Laubsäcken. Achten Sie bei der Gartenarbeit darauf, dass im betroffenen Bereich keine Igel überwintern – ein Rasenmäher kann den Igel schwer verletzen oder töten. Auch unter Blätterhaufen kann sich ein Igel verstecken oder es sich direkt in einem Laubsack gemütlich gemacht haben. Somit läuft er Gefahr, mitsamt der Blätter von der Müllabfuhr beseitigt zu werden.

3. Igelhaus, Igelburg und Igelkuppel

Igel Mama und Baby an Baumstamm

Ein Baumstamm dient dem Igel als schützende Behausung.

 

Sie möchten dem Igel mehr bieten, als einfach nur einen Reisighaufen oder Herbstlaub? Dann können Sie ihm ein Igelhaus – entweder selbst gebaut oder gekauft – für einen störungsfreien und sicheren Winterschlaf zur Verfügung stellen. Zum einen fördern Sie den Naturschutz, denn Igel sind geschützte Tiere, und zum anderen ist der Igel ein willkommenes Nutztier, denn Schnecken stehen auf seinem Speiseplan ganz weit oben.

Eine Behausung für den stacheligen Gefährten können Sie ganz leicht selbst bauen. Es gibt verschiedene “Igelhaus-Designs”, beispielsweise eine Holzkiste oder ein Steinhaus. Das Igelhaus wird dann mit Papier, Reisig und Laub ausgelegt, um das Tier während des Winterschlafs ausreichend vor Frost und Nässe zu schützen.

Tipp: Wir zeigen Ihnen in unserer Igelhaus-Bauanleitung, wie Sie leicht ein Igelhaus selber bauen können.

4. Igel füttern: Welche Nahrung ist für den Igel geeignet?

Igel isst

Es gibt spezielles Igeltrockenfutter, mit dem Sie Igel in Ihrer Winterschlafpause füttern können.

Der Igel frisst größtenteils tierische Kost: Insekten, wie z. B. Würmer, Käfer, Spinnen sowie Schnecken, aber auch kleine Schlangen und Echsen stehen auf seinem Speiseplan. Entdeckt man im Herbst oder Winter einen unterernährten Igel, sollte man die gut gemeinte Nahrungszufuhr unbedingt an seine natürlichen Lebensumstände anpassen.

Backwaren und Milchprodukte dürfen nicht gefüttert werden, da sie für Igel nicht verdaulich sind und zu schweren Durchfällen führen können, die das Tier schwächen und anfälliger für Krankheitskeime machen. Ebenso darf kein Hundefutter gereicht werden.

Am besten geeignet ist spezielles Igeltrockenfutter, welches der Igel gerne frisst, aber auch Katzenfutter ist für ihn gut verträglich. Ebenfalls frisst er ungewürztes Rührei.

Das Futter wird auf einem flachen Teller zusammen mit einer Schale frischen Wassers an einer geschützten Stelle platziert, an der die Igel sicher vor Katzenangriffen die Nahrung zu sich nehmen. Wasser und Futter sollten täglich erneuert werden, damit sich keine Keime bilden oder Ratten und Mäuse angelockt werden. Zudem muss darauf geachtet werden, dass das Wasser nicht gefriert.

Gerade während der Frostperiode ist der Igel ein dankbarer Abnehmer von Wasser und Nahrung, um sich zwischenzeitlich wieder zu stärken. Wenn er kurzzeitig aus dem Winterschlaf erwacht, ist die Nahrungszufuhr besonders wichtig, da die Winterschlaf-Pausen viel Kraft kosten.

5. Igelstation für hilfsbedürftige Igel: Keine falsche Fürsorge!

Igel in Blumenwiese

Auch nach dem Winter besucht der Igel den Garten noch gerne.

Igel sind nachtaktive Tiere und gehen erst nach Einbruch der Dämmerung auf Nahrungssuche. Wenn Ihnen tagsüber ein Igel über die Füße läuft, ist das jedoch nicht unbedingt beunruhigend.

Gerade im September und Oktober kann das durchaus häufiger passieren, weil gerade Jungtiere dann auch tagsüber auf Nahrungssuche gehen, um sich rechtzeitig den nötigen Winterspeck anzufuttern.

Problematisch wird es in Sommern, in denen die warmen Temperaturen bis in den Herbstanfang anhalten. Dadurch verlängert sich die Brutzeit der Igel, sodass manche Würfe erst spät geboren werden und die Jungen im Herbst die Obhut des Muttertieres verlassen. Diese kleinen Igel finden oft nicht genug Nahrung, um sich ausreichende Fettreserven anzufressen.

Ist der Igel jedoch extremst unterernährt, geschwächt oder wirkt er apathisch, darf und sollte eingeschritten werden. Viele Tierliebhaber meinen es gut mit dem Igel und versuchen, ihn zu Hause aufzupeppeln. Den Igel fernab seiner natürlichen Begebenheiten zu pflegen, ist jedoch meistens kontraproduktiv. Igelstationen sind hier die richtige Anlaufstelle, da sie speziell auf die Bedürfnisse von Igeln ausgerichtet sind und man sich dort mit der Pflege und Nahrungsvorlieben des Igels bestens auskennt. Zudem werden verletzte oder stark geschwächte Igel hier auch medizinisch versorgt.

Tipp:

Beim Pro Igel e.V. finden Sie die deutschen, regionalen Igelschutzvereine nach PLZ-Gebieten sortiert.

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