Insektenfreundlicher Garten: So gestalten Sie ein Zuhause für Bienen und Co.

Warum ist die Zahl der Insekten stark zurückgegangen?

Insekten finden kaum noch Nahrung im heimischen Garten, da diese meist nicht insektenfreundlich gestaltet sind.

Was zeichnet einen insektenfreundlichen Garten aus?

Gestalten Sie Ihren Garten abwechslungsreich und sorgen Sie mit verschiedenen insektenfreundlichen Pflanzen für ganzjährige Nahrungsquellen. Bieten Sie zudem Rückzugsmöglichkeiten für die Insekten an.

Wie lässt sich das Überleben der Insekten im Garten sicherstellen?

Vermeiden Sie tödliche Fallen für Insekten und überdenken gegebenenfalls Ihr Beleuchtungskonzept für den Garten.

Gärten sind Oasen der Entspannung. Sie bieten Ruhe und laden mit ihrer optischen Schönheit zum Verweilen ein. Manche Gärten dienen sogar der Selbstversorgung mit leckerem Obst und Gemüse aus eigenem Anbau. Vielfältige Möglichkeiten also, sich individuell zu verwirklichen. Doch auch der schönste Garten kann in der Regel ohne die Hilfe kleiner Helfer aus der Natur nicht existieren – Insekten.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Garten insektenfreundlich gestalten und von der lebendigen Natur profitieren.

1. Insekten: Die kleinen Helfer haben es nicht leicht

Schmetterling

Es lohnt sich, Insekten einen Lebensraum im heimischen Garten zu bieten.

Insekten, wie etwa Bienen, helfen beim Bestäuben der Pflanzen und können sich im Gegenzug an Nektar und Pollen der Blüten bedienen. Zudem sind Insekten ein wichtiger Teil eines funktionierenden Ökosystems, da sie zum einen schädliche Blattläuse fressen und wiederum selbst anderen Tieren, wie etwa Vögeln, als Nahrung dienen. Doch in den vergangenen Jahren ist ihre Zahl in Teilen Deutschlands teilweise drastisch zurückgegangen, viele Arten sind vom Aussterben bedroht. Neben den Bienen kämpfen auch Schmetterlinge und Hummeln ums Überleben.

Der Grund ist, dass sie schlicht kaum noch Nahrung in den heimischen Gärten oder auf Balkonen finden. Trendpflanzen mit sogenannten „gefüllten Blüten“, bei denen die Staubgefäße weggezüchtet wurden, sind zum Beispiel für Bienen wertlos, da sie keinen Nektar enthalten. Auch blühende Wildblumenwiesen sind stark zurückgegangen – Monokulturen wie Mais und Rapps sind nicht bienenfreundlich, bestimmen jedoch das Bild auf den heimischen Feldern.

Insekten sind grundsätzlich ein wichtiger Teil eines funktionierenden Ökosystems und bieten zahlreiche Vorteile für Ihren Garten.

Doch die gute Nachricht ist, dass jeder Hobbygärtner etwas zum Erhalt von Bienen und Insekten in den heimischen Gärten tun kann. Wir zeigen Ihnen, wie Sie einen insektenfreundlichen Garten gestalten und worauf Sie besser verzichten.

2. Insektenfreundlicher Garten: Einfach gestalten 

Gartenbeleuchtung kann tödlich für Insekten sein
Insekten werden von intensiven Lichtquellen angezogen, verlieren die Orientierung und sterben in der Folge an Erschöpfung oder landen im Netz eine Spinne. Daher Gartenlichter nachts ausschalten.

Pflanzen Sie bevorzugt vielfältige und vor allem heimische Pflanzen mit ungefüllten Blüten an und achten Sie darauf, dass in möglichst jeder Jahreszeit blühende Pflanzen für Insekten zur Verfügung stehen. Geranien, Dahlien oder auch geschlossene Rosensorten sind demnach keine gute Wahl. Insektenfreundliche Gartenblumen sind hingegen Sonnenblumen, Zwerg-Löwenmäulchen, heimische Wildrosensorten oder ein buntes Wildblumenbeet.

Beginnend mit Frühblühern wie dem Frühlings-Krokus oder Schneeglöckchen bis hin zu spätsommerlichen Herbst-Anemonen oder Efeu, die genügend Futter vor dem Winter bieten, sorgen Sie für ganzjährige Nahrungsquellen für Insekten und können zudem einen Garten anlegen, der das gesamte Jahr mit blühenden und bunten Pflanzen erfreut.

Besonders interessant sind Pflanzen, deren Früchte auch für uns Menschen essbar sind, wie z.B. Himbeere, Brombeere, Schwarzer Holunder oder Echte Mispel. Und auch einige Vertreter aus dem Kräutergarten schmecken Mensch und Tier gleichermaßen. Hierzu zählen etwa: Lavendel, Thymian, Bohnenkraut, Minze, Zitronenmelisse, Salbei, Bärlauch oder Dill.

2.1 Rückzugsmöglichkeiten schaffen

Wildblumenbeet

Wildblumen werten den Garten optisch auf und sind Nahrungsquelle und Rückzugsort zugleich.

Wichtig ist es auch, Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen, die Insekten als Unterschlupf und zum Bauen ihrer Nester dienen. Totholz und Laub sind hierzu ideal. Auch vertrocknete Blütenstängel bieten den nötigen Unterschlupf und dienen als Brutplätze, daher sollten diese im Herbst nach Möglichkeit stehen gelassen werden.

Doch solche insektenfreundlichen „Wilden Ecken“ müssen keinesfalls ungepflegt aussehen – Stauden, Wildkräuter und -blumen oder Trockenmauern mit Natursteinen sind sogar richtige Hingucker im Garten.

Wer über den nötigen Platz verfügt, kann zudem über den Bau eines Insektenhotels oder das Anlegen eines Teiches nachdenken und auf diese Weise weiteren Lebensraum für Insekten gestalten.

2.2 Schädlinge natürlich bekämpfen

Ärgerlich ist es, wenn Blattläuse die liebevoll aufgezogenen Pflanzen befallen oder unschönes Unkraut das Bild in den Beeten trübt. Mit Rücksicht auf Nützlinge wie Bienen und Schmetterlinge sollte jedoch bei der Bekämpfung der ungeliebten Gäste auf Insektizide und Unkrautvernichter verzichtet werden. Hausmittel aus Brennnessel oder Rhabarber wirken ebenso gegen Blattläuse und sind nicht schädlich für Nützlinge, wie z.B. Marienkäfer oder Schlupfwespen, die wiederum schädliche Blattläuse, Raupen und andere Plagegeister zum Fressen gernhaben.

Auch stark duftende Pflanzen wie Lavendel, Nelken, Meerrettich, Zwiebeln oder Knoblauch wehren Schädlinge zuverlässig ab. Unkräuter lassen sich, einmal ausgerupft, gut in Dünger verwandeln und manche von Ihnen sind sogar essbar.

3. Tödliche Fallen vermeiden

Gartenlaterne

Gartenlaternen: Optisches Highlight, aber lebensgefährlich für Insekten.

Entfernen Sie Klebefallen, UV-Lichter, elektrische Insektenfänger oder ähnliches aus Ihrem Garten, da diese auch eine Bedrohung für nützliche Insekten darstellen. Lästige Mücken lassen sich auch mit Pflanzen wie Zitronenmelisse oder Rosmarin fernhalten. Viele Gartenfreunde sind sich zudem nicht bewusst, dass Gartenbeleuchtung eine tödliche Gefahr für Insekten darstellt.

Das Stichwort lautet: Lichtverschmutzung. Insbesondere Solarlampen, die auch nachts durchgehend Licht ausstrahlen, stören den Orientierungssinn der Insekten, die ziellos um die Lichtquellen herumschwirren oder sogar in die Lampen hineinfliegen. In der Folge sterben sie entweder vor Erschöpfung oder geraten in die Fänge von Spinnen, die in der Nähe von Lichtquellen gerne ihre Netze spannen.

Daher nicht benötigte Gartenlichter nachts besser abschalten bzw. mit einer Zeitschaltuhr versehen und der Tierwelt so die verdiente Ruhe gönnen.

Es lohnt sich, Insekten mit insektenfreundlichen Gartenblumen einen Lebensraum im heimischen Garten zu schaffen. Sie als Gärtner profitieren von der pflanzlichen Vielfalt, leckerem Obst und Gartenkräutern, die Mensch und Tier gleichermaßen schmecken sowie einer ganzjährig blühenden Oase, die gleichzeitig der Natur etwas Gutes tut.

 

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