Garten im Januar

Neujahr, der Garten schläft. – Von wegen! Für alle Liebhaber des gesunden Frühgemüses und frühlingshafter Blütenpracht heißt es jetzt: Ran ans Zimmergewächshaus, das Frühbeet und die Setzlinge!

1. Pflanzzeit im Frühbeet: Setzlinge und Samen

Der Januar ist für den Gemüsegarten ganz sicher kein Ruhemonat: Während draußen die Natur Winterschlaf hält, wird im Frühbeet und auf der Fensterbank bereits die Ernte des nächsten Jahres großgezogen.

2. Väterchen Frost liegt noch auf der Lauer

Auch wenn in manchen Jahren der milde Winter zum frühzeitigen Pflanzen verführt: Januar und Februar halten eigentlich immer mindestens eine, meist mehrere frostige Nächte bereit.

Setzlinge und Samen können von einer plötzlichen Frostperiode überrascht erheblichen Schaden nehmen, bereits aus dem Boden gekommene Triebe frieren ab.

3. Bodenanalysen und Pflanzenschutz

Der Januar ist die ideale Zeit für eine gründliche Bodenanalyse, entsprechende Testverfahren gibt es im Gartencenter oder im Baumarkt. Vor allem bei anspruchsvollen Pflanzvorhaben (Moorbeet, Alpinum oder Orchideen) ist eine Bodenanalyse empfehlenswert.

Auch der Pflanzenschutz für das kommende Jahr kann im Januar bereits in Angriff genommen werden. Insbesondere die Baumpflege ist in der wachstumsinaktiven Phase wichtig: Das sorgfältige Abbürsten der Baumstämme verhindert den Befall mit Frostspannerraupen im Frühjahr.

So können Sie Ihre Nadelgehölze auf den Befall der Sitka-Fichtenlaus prüfen: Halten Sie ein weißes Blatt unter die Zweige und klopfen Sie gegen den Ast. Bei einem Befall sind vermehrt gelbe Nadeln und auch Läuse zu sehen. Bekämpft werden die unerwünschten Mitesser mit Rapsölpräparaten oder Pyrethrum-Mitteln. Lassen Sie sich im Zweifelsfall durch einen Fachbetrieb beraten.

Bei Obstbäumen und anfälligen Ziergehölzen empfiehlt sich am Stamm ein Kalkanstrich: Schädlinge werden so daran gehindert, den Baum zu erklimmen.

4. Keimprobe und Kulturpläne

Bei älterem Saatgut für Gemüse und Zierpflanzen ist es sinnvoll, eine Keimprobe zu machen. Legen Sie dazu eine Auswahl von etwa 10 Samen in eine Keimschale und stellen Sie sie, immer feucht gehalten, ans Fenster.

Für das laufende Jahr können Sie an dieser Stelle auch schon Kulturpläne machen und Saatgut einkaufen. Auf der Fensterbank dürfen Endivien, Blumenkohl, Kohlrabi, Puffbohnen, Paprika, Tomaten und Auberginen bereits vorkeimen.

5. Veredeln und Vermehren von Obstgehölzen

Veredelt wird im Januar bei frostfreiem Wetter: Die Knospen für das kommende Frühjahr sind bereits an den Ästen der Obstbäume angelegt. Schneiden Sie einen Veredelungstrieb am Spenderbaum ab und befestigen Sie ihn sorgfältig am zu veredelnden Gewächs.

Vermehrung ist auch im Winter angesagt: Steckhölzer von Johannisbeeren und Holunder können geschnitten und in den Boden gesteckt werden. Die Schösslinge müssen gut festgetreten werden, damit sich der neue Trieb nicht lösen kann.

6. Weitere Gartenarbeiten im Januar

Planung ist alles: Machen Sie doch schonmal einen Bepflanzungsplan fürs kommende Jahr. Die Beete können Sie dann auch gleich umgraben und mit frischem Kompost bestreuen.

Große Inspektion: Der Rasenmäher stottert, die Motorsense lahmt? Jetzt wird es Zeit für Ölwechsel, abschmieren, säubern und schärfen bei Ihren Gartengeräten. Denn der Frühling kommt oft schneller, als man denkt.

Dünger für’s nächste Jahr: Komposthaufen sollten ab und zu umgesetzt werden. Eine gute Gelegenheit dafür ist der Januar: Die Mikroorganismen sind nur wenig aktiv.

7. Aussaatkalender Januar

  • Blumenkohl
  • Chicorée
  • Feldsalat
  • Gartenkresse
  • Geranien
  • Kohlrabi
  • Kopfsalat
  • Mangold
  • Petersilie
  • Pflücksalat
  • Saatzwiebeln
  • Salbei
  • Schnittlauch
  • Sommerlauch
  • Spinat
  • Tellerkraut (Winterportulak)
  • Weißkohl

8. Erntekalender Januar

Frisches Gemüse aus dem alten Jahr fürs Neue:

  • Chicorée (vom Vorjahr)
  • Feldsalat
  • Grünkohl
  • Meerrettich
  • Pastinaken
  • Porree
  • Radicchio
  • Rosenkohl
  • Schwarzwurzeln
  • Sellerie
  • Spinat
  • Tellerkraut (Winterportulak)
  • Wirsing
  • Wurzelpetersilie

Kenner wissen: Der frostige Kohl schmeckt am Besten!

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