Lärche – Baum des Jahres 2012

Lärche mit Früchten

Die Europäische Lärche (Larix decidua) ist Baum des Jahres 2012 geworden. Dies ist für uns Grund genug, den schönen und filigranen Nadelbaum in einem Artikel vorzustellen. Auf dieser Seite erfahren Sie alles über die Eigenschaften, den Standort und die Besonderheiten der Europäischen Lärche.

Als Gartenbaum ist die Lärche vor allem in größeren Gärten gut geeignet: Sie verliert im Winter ihr Nadelkleid, daher lässt sie mehr Licht durch als vergleichbare immergrüne Bäume wie z.B. Tannen. Im Frühjahr sind ihre hellgrünen Nadeln schön anzusehen und treiben frühzeitig aus.

1. Lärche: Eigenschaften

Zunächst einmal: Es heißt Lärche mit “ä” – die Lerche mit “e” ist ein Singvogel. Wer Ihnen also eine Lerche zum Einpflanzen anbietet, hat zumindest von Ornithologie oder Orthographie wenig Ahnung.

Lärchen können sehr alt werden: In Südtirol sind drei Bäume bekannt, deren Alter auf etwa 850 Jahre geschätzt wird. Durchschnittliche Lärchen erreichen etwa 600 Jahre – wenn sie nicht gefällt werden oder im Sturm umstürzen.

Die Lärche ist der einzige europäische Nadelbaum, der im Winter sein Nadelkleid verliert. Durch diese Maßnahme schützt sich die Lärche vor dem einsetzenden Frost.

2. Lärche: Standort und Anpflanzung

Lärchen sind sogenannte Lichtbäume, das heißt, sie brauchen einen sonnigen Standort. Sie eignen sich daher hervorragend als freistehende Bäume, eventuell in der Mitte der Rasenfläche eines großen Gartens.

Hinsichtlich des Bodens ist die Lärche anspruchsarm, wenn auch nicht anspruchslos: Sie braucht leicht lehmige Böden. Auf sandigen Böden mit geringem Nährstoffangebot gedeiht sie hingegen nicht gut.

Eigentlich ist die Lärche ein Gebirgsbaum, sie wächst in Lebensräumen bis zu 2500 Metern an den Talhängen der Alpen. Doch auch im Flachland ist die Lärche, durch menschlichen Eingriff, heimisch geworden. Im deutschen Mischwald wächst sie bevorzugt in der Nachbarschaft von Buchen und anderen Laubbäumen.

Großstädtische Anpflanzungen von Lärchen an stark befahrenen Straßen und in Industriegebieten scheitern meist: Die Lärche zeigt sich den Abgasen aus Industrie und Verkehr nicht gewachsen. In Städten sollte daher auf einen windigen Standort mit einem guten Luftaustausch geachtet werden.

3. Lärche: Krankheiten

Wie jeder andere Baum werden Lärchen von speziellen Schädlingen befallen.  Insbesondere in ozeanisch geprägten Lagen – hier sind Norddeutschland, Westdeutschland und Teile Ostdeutschlands betroffen – kann die Lärche jedoch aufgrund der artfremden Klimabedingungen an Lärchenkrebs erkranken.

Verursacht wird die Krankheit durch einen Pilz, Symptome sind ein verstärkter Harzfluss, absterbende Triebe und nicht mehr überwuchernde Wundkrater an abgebrochenen Aststellen.

Bei starkem Befall und verminderter Nadelbildung ist der Baum oft nicht mehr zu retten, kleinere Befälle lassen sich durch Absägen der betreffenden Astteile beseitigen. Ist der Stamm befallen, sollte ein Fachmann hinzugezogen werden.

4. Schädlinge an der Lärche

Wickler an Ast

Der Wickler in Aktion

Besondere Aufmerksamkeit sollte man einem möglichen Befall mit dem Grauen Lärchenwickler widmen. Außer einem massiven Pestizideinsatz kann man allerdings gegen diesen Schädling nicht viel unternehmen. Insbesondere bei kleineren Bäumen kann man ihn aber noch “manuell” entfernen – Ast für Ast.

In den Alpen sorgen Graue Lärchenwickler bei Massenvermehrungen für ein regelrechtes Waldsterben, zumal sie nach dem Verzehren der Lärchentriebe nicht wählerisch sind: Auch Kiefern und andere Nadelbäume können angefressen werden.

Auch der Borkenkäfer, der Echte Kiefernrüssler oder die Arvenwolllaus können der Lärche zu Leibe rücken. Hier sollte mit einem Baumfachmann Rücksprache über die beste Bekämpfungsmethode gehalten werden.

5. Lärchenholz

Lärchenholz ist unter den europäischen Nadelhölzern das härteste und wird nur noch von der schlecht als Holzlieferant nutzbaren Eibe übertroffen. Dachstühle, Wand- und Deckenkonstruktionen sowie besonders haltbare und schöne Möbel werden aus Lärchenholz gefertigt. Auch im Boots- und Brückenbau ist Lärchenholz von großer Bedeutung.

Als Brennholz hingegen ist die Lärche eher schlecht geeignet, der Heizwert des Lärchenholzes hat einen vergleichbaren Wert wie Kiefernholz und wird eher selten verfeuert.

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