Mangold pflanzen und pflegen

Mangold

Der Mangold ist eine schmackhafte Gemüsepflanze aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse. Die essbaren Blätter und Stiele verschiedener Kulturformen lassen sich schon im Sommer ernten und eignen sich somit ideal als Spinatersatz. Dank seiner schnellwachsenden Triebe kann der Blattmangold sogar mehrfach geerntet werden.

1. Blattmangold und Stielmangold – die zwei Kulturformen des Mangolds

Das vitaminreiche Blattgemüse ist Nutzpflanze und Zierpflanze zugleich. Die großflächigen Blätter des Mangolds wachsen an bis zu 30 cm langen Stielen und zeigen sich in den unterschiedlichsten Farben.

Ein besonders buntes Gemüsebeet erreichen Sie durch das Pflanzen unterschiedlicher Mangoldsorten.

Sowohl die weichen Blätter als auch die festeren Blattrippen sind roh essbar. Sie können aber auch problemlos weiterverarbeitet und als gartenfrische Beilage serviert werden. Die bunten Mangoldblätter werden dabei wie Spinat, die Rippen wie Spargel zubereitet. Botaniker differenzieren hier entsprechend zwischen den zwei Kulturformen Blattmangold und Stielmangold.

Bunter Mangold

Mangold kann in einer bunten Vielfalt angebaut werden.

Stielmangold wird in der Schweiz häufig als Krautstiel bezeichnet und ist auch unter dem Begriff Rippenmangold bekannt. Charakteristisch sind seine großen Blätter mit markanten Mittelrippen. Er hat den kulinarischen Vorteil, dass sowohl die deutlich dicker ausgeprägten Blattrippen als auch die würzigen Blätter essbar sind. Hobbygärtner bevorzugen ihn daher beim heimischen Anbau im Selbstversorgergarten.

Hingegen können Sie Blattmangold beständig ernteen, da seine glatten Blätter nach erfolgter Ernte schnell wieder nachwachsen. Kleine und junge Blätter schmecken dabei deutlich süßer. Der Blattmangold wird auch häufig als Schnittmangold bezeichnet und eignet sich ideal als Zierpflanze.

Für den heimischen Anbau besonders gut geeignete Sorten:

  • Als Blatt- und zugleich Rippenmangold bildet der Lucullus breite Blätter und Stiele aus und schmeckt besonders delikat.
  • Der Walliser ist ein hochwachsender und breitrippiger Stielmangold mit langer Erntezeit.
  • Bright Lights ist eine außergewöhnliche Mangoldsorte mit unterschiedlich farbigen Stielen.
  • Der Stielmangold Rhubarb Chard bildet leuchtend rote Stiele und Rippen aus.
  • Der Blattmangold Erbetta wird besonders häufig in der Küche weiterverarbeitet und ist auffällig kältetolerant.

2. Mangold richtig anbauen und pflegen

Jungpflanzen Mangold

Mangoldjungpflanzen werden in Reihe gepflanzt.

Wenn Sie Ihrem Mangold einen Wachstumsvorsprung gegenüber Unkraut ermöglichen wollen, sollten Sie vorkultivierte Jungpflanzen kaufen. Der Standort ist idealerweise sonnig bis mäßig halbschattig und windgeschützt. Der nährstoffreiche Boden sollte humos und tief gelockert sein.

Sehr schwere oder sehr leichte Böden müssen vorab entsprechend aufgearbeitet werden – etwa mit organischem Dünger oder Kompost.

Als Aussaatszeitpunkt haben sich die Monate März und April bewährt, da es jetzt nur noch selten zu nächtlichem Spätfrost kommt und der Mangold im Juli den im Sommer nicht gedeihenden Spinat in der Küche ersetzen kann. Containerware lässt sich ganzjährig im Gemüsebeet einpflanzen, der anspruchslose Mangold gedeiht aber auch in Kübelhaltung auf dem Balkon.

Tipp: Der Mangold kann unter einer Folienabdeckung problemlos überwintern und im zeitigen Frühjahr geerntet werden. Blattmangold ist dabei deutlich winterhärter als Stielmangold.

Mangoldwurzel

Die Mangoldwurzel kommt etwa 3 cm tief in die humose Erde.

Die Wurzeln der Mangoldjungpflanzen oder das knäuelartige Saatgut werden in einem Pflanzabstand von 30 cm in 2-3 cm tiefe Reihen gepflanzt, mit dem Aushub wieder bedeckt, leicht angedrückt und abschließend befeuchtet. Zwischen den Saatreihen sollten Sie einen Abstand von bis zu 40 cm einhalten, um ein ideales Pflanzenwachstum zu erzielen.

Tipp: Bei einem engeren Abstand bilden die Mangoldsorten vermehrt Blätter, bei weiteren Abständen deutlich robustere Rippen aus – entscheiden Sie beim Pflanzabstand also auch nach verfolgtem Ernteziel und persönlichem Geschmack.

Stehen die Jungpflanzen deutlich zu eng beieinander, müssen sie nach einiger Zeit vereinzelt werden, um die Ausbildung von brüchigen und dünnen Stielen mit wenig Geschmack zu verhindern. Ebenso steigt bei zu enger Pflanzung das Risiko eines Mehltaubefalls.

Eine mäßige Düngung ermöglicht eine optimale Nährstoffversorgung und bekommt dem Mangold daher besonders gut. Werden welke Blätter regelmäßig entfernt, erreichen Sie sehr gute Ernteerträge. Da die Mangoldsorten über einen sehr hohen Wasserbedarf verfügen, dürfen Sie ein tägliches Wässern im Hochsommer nicht vergessen.

Tipp: Besonders gut gedeiht Mangold in Mischkultur mit Hülsenfrüchten, Radieschen oder Möhren. Spinat ist hingegen als unmittelbare Nachbarpflanze ungeeignet.

3. Mangold ernten und zubereiten

Mangold

Beim Stielmangold sind sowohl die bunten Stiele als auch die gerippten Blätter essbar.

Der Mangold ist eine zweijährige Kulturpflanze, kann jedoch schon im ersten Standjahr geerntet werden. Die Wachstumszeit des schnellwachsenden Sommer- und Herbstgemüses beträgt durchschnittlich 80-90 Tage.

Im zweiten Jahr bildet der Mangold nach einem kalten Monat schließlich Blüten und neues knäuelartiges Saatgut aus, das sich zur Fortpflanzung in den Folgejahren eignet.

Die Ernte erfolgt vom Spätsommer bis in den November hinein und fällt mit einem Ernteertrag von bis zu 3 kg pro m² besonders reich aus. Schneiden Sie beim Stilmangold den gesamten Stiel mit einem kleinen Küchenmesser tief unten ab. Bei einigen Sorten lassen sich die breiten Mangoldstiele auch einfach abdrehen.

Mangold in Schüssel

Mangold essen Sie roh oder verarbeiten ihn für andere Speisen weiter.

Ernten Sie beim Blattmangold lediglich die großen Blätter. Diese können mit wenig Aufwand abgezupft werden. Achten Sie dabei darauf, dass das Herz stehen bleibt – so können die würzigen Blätter schnell wieder nachwachsen. Zupfen Sie vorwiegend junge und zarte Blätter ab, diese schmecken feiner und dienen als idealer Spinatersatz im Sommer.

Achtung: Nierenkranke sollten auf einen übermäßigen Verzehr von Mangoldblättern verzichten, da sie über einen hohen Oxalsäuregehalt verfügen.

Die Mangoldwurzel ist trotz ihres hohen Zuckergehalts nicht essbar. Die Mangoldblätter und Mangoldstiele hingegen sind besonders reich an Vitamin K, Vitamin A und Vitamin E und eignen sich besonders gut zum frischen Verzehr als knackiger Salat.

Wird das Blattgemüse weiterverarbeitet, sollten Sie auf kurze Garzeiten achten, um die gesunden Inhaltsstoffe zu erhalten. Idealerweise wird Mangold nur gedünstet oder von allen Seiten schonend angebraten und als warme Beilage serviert. Auch auf einer vegetarischen Quiche schmeckt Magold in Verbindung mit frischen Gartenkräutern und Schmand sehr gut.

Kleingeschnitten und kurz blanchiert lassen sich die Mangoldblätter sogar problemlos einfrieren.

Tipp: Stellen Sie abgeschnittene Mangoldstiele zur kurzzeitigen Lagerung in eine Vase. So bleiben sie länger frisch und knackig.

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