Naturnaher Garten: Tipps zum Anlegen eines Naturgartens

Was erreiche ich mit einem naturnahen Garten?

Mit einem naturnahen Garten schaffen Sie Lebensräume und tragen entscheidend zur Artenvielfalt und einer gesunden Umwelt bei.

Wie gestalte ich meinen Garten naturnaher?

Setzen Sie einige unserer Tipps um und Sie kommen einem naturnahen Garten ein gutes Stück näher.

Wir Deutsche sind Weltmeister im Gärtnern. Doch häufig ähneln sich die Gärten sehr in ihrer Gestaltung: Ein akkurat geschnittener Rasen, eine perfekt getrimmte Hecke und gepflegte Beete ohne einen Hauch von Wildwuchs bestimmen das Bild.

Doch haben Sie schon einmal daran gedacht, Ihren Garten naturnah zu gestalten? Ob als Ort der Entspannung für die Großen, als Spielfläche für die Kleinen oder natürlicher Rückzugs- und Lebensraum für heimische Tiere und Insekten.

In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, was einen naturnahen Garten ausmacht und liefern Ihnen anregende Ideen, wie Sie Ihren eigenen naturnahen Garten gestalten.

1. Was ist ein naturnaher Garten?

Auch wenn es naheliegend erscheint, bedeutet ein naturnaher Garten nicht, im eigenen Grün unkontrollierten Wildwuchs zuzulassen. Ein natürlicher Garten ist keinesfalls mit einem ungepflegten und ungeplanten Garten gleichzusetzen – auch diese Form des Gartens folgt klaren Strukturen und Regeln.

Vielmehr sollten Sie versuchen mit der Natur zu agieren, anstatt gegen Sie. In einem naturnahen Garten sollten heimische Bäume und Pflanzen die größte Fläche einnehmen. Aufgrund des reichhaltigen Angebots haben Vögel, Insekten und andere Tiere ganzjährig ausreichend Nahrung zur Verfügung. So leisten Sie als Hobbygärtner einen wichtigen Beitrag zum Schutz und Erhalt der heimischen Natur.

Gut zu Wissen: In Deutschland gibt es etwa 17 Millionen Gärten, die etwa 1,9 Prozent der Landesfläche einnehmen.

2. Naturnahen Garten planen

Igel im Laub

Wenn Sie Igeln und anderen heimischen Tieren einen Lebensraum im Garten bieten, beseitigen diese Schädlinge für Sie.

Ein naturnaher Garten bedeutet nicht, dass Sie Ihren Traumgarten mit exotischen Blumen und Pflanzen aufgeben müssen. Wenn Sie über einen ausreichend großen Garten verfügen, können Sie diesen in unterschiedliche Themengebiete einteilen und so von beiden Gestaltungsformen profitieren. Platzieren Sie etwa in der Nähe Ihrer Terrasse oder Sitzecke duftende Zierblumen und auffällige Blumen mit gefüllten Blüten. Im anderen, vielleicht eher abgelegenen Teil des Gartens können Sie naturnahe Pflanzbeete anlegen.

Legen Sie Ihren naturnahen Garten in einer natürlichen Form an, als wäre er von selbst gewachsen. Trotzdem oder gerade deswegen sind Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt und Sie können mit Blumenwiesen, Beeten voller Stauden, Trockenmauern, Steinhaufen oder einem Gartenteich aus dem Vollen schöpfen.

Verzichten Sie von vorneherein auf chemische Dünger und Pestizide. Damit tun Sie nicht nur der Umwelt was zu Gute, sondern sparen sich auch einiges an Kosten. 

Mit einem naturnahen Garten fördern Sie die Artenvielfalt und verringern damit auf ganz natürliche Weise einen Befall durch Schädlinge. Blattläuse werden etwa von Marienkäfern und Raupen von Vögeln als Nahrungsquelle bevorzugt. Igel und – falls Sie über einen Gartenteich verfügen – Kröten haben lästige Nacktschnecken zum Fressen gern.

Nistkasten Blaumeisen

Mit Nistkästen im Garten schaffen Sie einen naturnahen Lebensraum für viele Vogelarten.

Informieren Sie sich über die Vorlieben und die Lebensweise heimischer Pflanzen und Tiere und lernen Sie diese so besser kennen. So bevorzugen etwa 43 verschiedene Vogelarten heimische, fruchttragende Gewächse wie den „Gemeinen Wacholder“, während nicht-heimische „Chinesische Wacholder“ von gerade einmal einer Vogelart angeflogen wird.

Überprüfen Sie, ob Sie in Ihrem Garten Nistkästen für verschiedene Vogelarten wie die Kohl- und Blaumeise oder auch Bachstelzen anbringen können. Eventuell haben Sie auch die Möglichkeit, Nistsimse oder Nester für Schwalben an Gebäuden zu befestigen.

Weiter „aufwerten“ können Sie Ihren Naturgarten, indem Sie etwa ein Insektenhotel oder eine Igelburg aus Holz platzieren und auf diese Weise zusätzlichen Raum für heimische Gartenbewohner bieten.

Besonders für Kinder sind Wald- und Wiesenbewohner im eigenem Garten eine tolle Entdeckung. Natürlich sollten Sie Ihr Kind vorher über den Umgang mit den tierischen Nachbarn informieren. 

3. Tipps zur Gartengestaltung

Alles kann, nichts muss. Wenn Sie diese Tipps einhalten, können Sie eine naturnahen Garten pflegeleicht anlegen und leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz und Erhalt der heimischen Flora und Fauna.

  • Pflanzen Sie Wildblumen: Diese bieten eine perfekte Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln und andere Insekten und einen idyllischen, romantischen Anblick zum Träumen. Gut geeignet sind Glockenblume, Kokardenblume, Fingergut und Malve. Mischen Sie zudem Wildkräuter wie Gänsekresse, Salbei, Rosmarin oder Thymian in das Beet, dies sorgt gleichzeitig für einen betörenden Duft. Wildblumen können Sie als Beet anlegen oder alternativ Ihrem Rasen die Entwicklung zu einer Blumenwiese ermöglichen, indem Sie diesen nur etwa zwei- bis dreimal im Jahr mähen.

  • Gestalten Sie farbenfroh: Kreieren Sie auch mit heimischen Pflanzen wie Rosen, verschiedenen Staudengewächsen, Hortensien und Lavendel ein abwechslungsreiches Farbenspiel.

  • Pflanzen Sie natürliche Nistmöglichkeiten: Hecken, Sträucher und mit Efeu bewachsene Gebäudewände bieten Nistmöglichkeiten für Vögel. Setzen Sie wie bereits beschrieben auf heimische Pflanzen, Bäume und Beerensträucher. Diese werden von Vögel gegenüber exotischen Varianten stark bevorzugt.

  • Gestalten Sie eine Zuflucht für Insekten und Kleintiere: Auch Mauern und Steinhaufen sind wichtige Elemente im naturnahen Garten. Zwischen den locker aufgeschichteten Steinen einer Trockenmauer wachsen Kräuter und Mauerblümchen. Zudem finden Insekten und Kriechtiere hier Zuflucht.

  • Gießen Sie zur richtigen Zeit: Vor allem Sträucher und Topfpflanzen müssen in der warmen Jahreszeit häufig gegossen werden. Gießen Sie morgens oder abends anstatt in der Mittagssonne. Das ist effizienter und gesünder für die Pflanzen.

  • Planen Sie die Pflanz- und Blühzeit im Voraus: Die Zwiebeln für Schneeglöckchen und Osterglocken sollten im September gesetzt werden, dann blühen sie im darauffolgenden Frühjahr. Viele Sommerblumen können Sie noch im Frühsommer pflanzen. Steifmütterchen etwa können Sie auch noch im Sommer selbst Pflanzen, sie blühen dann im nächsten Sommer. Bäume pflanzen Sie im Herbst oder Frühjahr, neuer Rasen wird bestenfalls im Zeitraum zwischen April und September gepflanzt, wenn die Temperaturen bei mindestens 10 Grad Celsius liegen.

4. Beispiele für einen naturnahen Garten in Fachbüchern finden

Gärtnern für Tiere: Das Praxisbuch für das ganze Jahr
  • Adrian Thomas
  • Herausgeber: Haupt Verlag
  • Auflage Nr. 12013 (20.02.2013)
  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Der Naturgarten: Gestaltungsideen für ein grünes Paradies
  • Bärbel Oftring
  • Herausgeber: BLV, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
  • Auflage Nr. 1 (01.03.2013)
  • Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Naturnah gärtnern: Die 140 wertvollsten Pflanzen für den Naturgarten
  • Norbert Griebl
  • Herausgeber: Haupt Verlag
  • Auflage Nr. 1 (18.02.2015)
  • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten

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