Natursteinmauer bauen

Natursteinmauer

Natursteinmauern setzen für Jahrzehnte Zeichen: Als Grundstücksgrenze und markanter Fixpunkt in Ihrem Garten stehen sie, solide gemauert, für Dauerhaftigkeit und Wertbestand.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie eine Natursteinmauer in Ihrem Garten sachgerecht mauern können, geben Ihnen Informationen zu Fundament, Material und Fugenformen und zeigen Ihnen, welche Varianten für Natursteinmauerwerk möglich sind.

 

1. Planung: Wie soll meine Gartenmauer aussehen?

Wenn Sie sich für den Bau einer Natursteinmauer im eigenen Garten entscheide, besteht der erste Schritt in der Planung und Wahl des Materials: Wollen Sie einen natürlichen, wilden Look verfolgen oder gerade Linien und akkurate Kanten erzielen? Soll die Mauer eine einheitliche Farbe aufweisen, oder dürfen unterschiedlich gefärbte Steine Verwendung finden? Ist es gewünscht, dass Lücken und Spalten für kleine Nützlinge bestehen bleiben oder soll eine geschlossene Fläche entstehen?

Wenn Sie sich diese Fragen beantwortet haben, können Sie sich für Steinarten und -formen sowie Bauarten entscheiden.

2. Zyklopenmauer, Schichtenmauerwerk und Bruchsteinmauerwerk

2.1. Unregelmäßiges Schichtmauerwerk

Beim unregelmäßigen Schichtmauerwerk werden Steine verschiedener Größe in Schichten aufgelegt und durch Anpassungen und Auswahl der Steine zu soliden Steinreihen vermauert. Wichtig ist der glatte obere und untere Abschluss, ansonsten sind Ihrer Kreativität kaum Grenzen gesetzt.

2.2. Zyklopenmauerwerk

ZyklopenmauerZyklopenmauerwerk hat nichts mit einäugigen Riesen zu tun: Vielmehr leitet sich der Begriff von griechisch kyklos (Kreis) ab. Beim Zyklopenmauerwerk werden kleine Steinblöcke um große Steinblöcke “heraumgemauert”, das Ergebnis kann sehr unterschiedlich ausfallen und gibt der Mauer ein individuelles Erscheinungsbild.

2.3. Bruchsteinmauerwerk

BruchsteinmauerwerkBeim Bruchsteinmauerwerk wird mit sehr unregelmäßigen Steinen gerarbeitet, die keine glatten Kanten haben. Die Fugen fallen daher eher breit und auch recht unregelmäßig aus, die Mauer gewinnt hierdurch jedoch an Abwechslung. Bruchsteinmauern sind vergleichsweise preisgünstig, da auch Findlinge verwendet werden können.

3. Natursteinmauer: Fundament bauen

Ein solides Fundament ist die grundlegende Voraussetzung für eine stabile und dauerhafte Mauer. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie das Mauerfundament gelegt wird.

Ganz wichtig: Die Arbeiten müssen frostfrei ausgeführt werden!

Schritt 1: Graben ausheben

Zunächst muss ein 80 cm tiefer Graben, etwa zehn Zentimeter breiter als die Mauer, im Boden ausgehoben werden. Achten Sie dabei auf eine sorgfältige Entfernung von Wurzeln und den Verlauf von Wasser- und Versorgungsleitungen.

Schritt 2: Beton anmischen oder Fertigbeton einfüllen

Mischen Sie nun den Beton in einem Betonmischer an (Fertigbeton ist ebenso möglich) und füllen Sie die Grube mit einer ersten, etwa 20 cm hohen Betonschicht. Diese muss gut festgestampft werden, z.B. mit einem Betonstampfer; bei größeren Bauvorhaben auch mit einem Rüttler.

Schritt 3: Auffüllen und ausgleichen

Füllen Sie den restlichen Beton in zwei weiteren Schichten auf, bis Sie etwa fünf Zentimeter unter dem Erdniveau sind. Nun muss der Fundamentverlauf mit einer langen Wasserwaage, am besten mit Richtlatte, geprüft werden. Unebenheiten müssen jetzt sofort ausgeglichen werden. Der Maueruntergrund muss perfekt eben sein.

Schritt 4: Trocknen lassen

Nun muss das Fundament etwa 14 Tage durchtrocknen. Dann kann mit dem Aufmauern begonnen werden.

4. Natursteinmauer: Fugen und Fugenarten

Wurstfuge

Wurstfuge

Wurstfuge

Grundsätzlich wird bei Natursteinmauern mit mehr Mörtel als bei gewöhnlichen Mauern gemauert; wegen der Unregelmäßigkeit der Steine. Einen schönen, optischen Eindruck kann man durch das Einziehen einer sogenannten “Wurstfuge” erhalten: Dabei wird der hervorquellende Mörtel mit einer Schablone rundgeformt. Nebenbei sorgt diese Fuge für eine erhöhte Stabilität; sie braucht deutlich länger, um von der Witterung ausgewaschen zu werden.

Glattfuge

Glattfuge

Glattfuge

Man kennt sie auch von Nicht-Natursteinmauern: Die Glattfuge ist eine ausgestrichene Fuge, die sich vor allem für bearbeitete Natursteine einigt. Das regelmäßige Fugenbild verleiht der Mauer einen monolithischen Ausdruck.

Breitfuge

Für Bruchsteinmauerwerk ist die Breitfuge die erste Wahl. Sie gleicht Unebenheiten zwischen den unbehauenen Steinen aus und sorgt für einen rustikalen, natürlichen Eindruck.

5. Naturstein-Mauer aufmauern

Im Gegensatz zu anderen Mauern können Sie bei einer Bruchsteinmauer relativ frei arbeiten, daher ist sie für Laien am ehesten zu empfehlen. Wichtig ist daher vor allem der Versatz der Steine zueinander; der horizontale Ausgleich durch Zwickel und Mörtel und das Setzen sogenannter “Bindersteine”, die einmal durch die ganze Mauerbreite hindurch gehen. (siehe auch Hinweise zur Trockenmauer)

Die erste Reihe Steine wird in ein dickes, auf dem Fundament aufgeschichtetes Mörtelbett von etwa drei bis fünf Zentimetern Dicke gesetzt. Tendenziell sollten hier große Steine zum Einsatz kommen. Der weitere Verlauf der Aufschichtung erfolgt eher individuell; immer ist allerdings der Versatz zu beachten. Die oberste Reihe sollte dann mit gleichmäßig hohen Steinen gemauert werden.

Die Fugen werden hinterher zu Glatt- oder Breitfugen gezogen oder, mit einer Schablone, als Wurstfuge ausgeformt. Fertig ist Ihre Natursteinmauer.

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