Orchidee: Pflege, Umtopfen und Tauchen

Orchideen zählen zu den exotischen Schönheiten und bereichern jede Fensterbank oder sonnige Gartenecke. Bei der richtigen Pflege der Orchidee ist jedoch Fingerspitzengefühl gefragt: Bereits bei zu viel oder zu wenig Wasser kann die Zierpflanze eingehen. Wir verraten Ihnen, wie Sie lange Freude an farbintensiven, prächtigen Blüten haben!

1. Allgemeines zur Orchidee

Die Orchidee gehört zu der Familie der Knabenkräuter und gilt neben der Rose als Königin der Blumen. Kaum eine andere Blume gibt es in so vielen verschiedenen Formen und Farben wie die Orchidee: Die Blüten zeigen sich in Blau-, Rot-, Gelb- oder Grüntöne, die Pflanzen sind groß, klein, dick oder dünn – bei der Orchidee ist alles möglich.

Außer in der Antarktis gibt es sie auf jedem Kontinent, allein in Europa gibt es rund 240 verschiedene Arten.

Neben ihrer Funktion als Zier- und Schnittblume wird sie auch für Tee, Tabak, Parfum und für die Gewürzherstellung verwendet.

2. Orchideenpflege

Man sagt zwar, dass Orchideen pflegeleicht und umgänglich sind, aber es gibt dennoch einige Bedigungen, die Sie als Orchideenhalter erfüllen müssen.

2.1. Standortwahl für empfindliche Exoten

Laveldel Orchidee

Wählen Sie einen halbschattigen Standort.

Orchideen mögen keine Kälte. Achten Sie deshalb schon nach dem Kauf darauf, sie beim Transport nicht der eisigen Kälte auszusetzen.

Orchideen brauchen eine hohe Luftfeuchtigeit. Ein Platz auf einer schmalen Fensterbank direkt über der Heizung ist daher nicht für sie geeignet, denn diese schickt viel trockene Luft. Eine tägliche Erfrischung mit lauwarmen Wasser kann da aber schon helfen.

Tipp: Legen Sie einen nassen Schwamm als Unterlage in den Topf!

Ideal wäre ein Platz am West- oder Ostfenster: So stehen sie tagsüber nicht in der prallen Sonne, sondern bekommen nur die ersten bzw. letzten Strahlen am Morgen und Abend ab. Lassen Sie sich am besten ausgiebieg im Blumenfachhandel beraten, da die Licht- und Temperaturverhältnisse die Art der Orchidee für Sie bestimmen.

Manche Orchideen, wie zum Beispiel die Odontoglossum-Arten, können Sie im Sommer auch ohne Probleme auf dem Balkon oder im Garten halten. Dort wachsen Sie dann sogar besser, weil das Klima besser zu ihren Ansprüchen passt.

3. Orchideen tauchen und mäßig gießen

Weiß und Pinke Orchidee

Orchideen nur mäßig gießen.

Der größte Feind der Orchidee ist die Fäulnis. Es ist daher wichtig, auf gar keinen Fall zu oft und zu viel gießen.Wie bei allen Topfpflanzen sollten Sie auch bei der Orchidee eine Drainageschicht einplanen: Damit sich das Wasser nicht im Topf staut und keine wurzelschädigende Fäulnis ensteht, legen Sie vorsichtshalber ein paar größere Kieselsteine oder kleine Tonscherben als unterste Schicht in den Topf. So kann das Wasser besser aus dem Abzugsloch ablaufen.

Für Orchideen eignen sich zwei Bewässerungsmethoden:

1. Orchideentauchen: Gönnen Sie Ihrer Pflanze einmal pro Wochen ein Vollbad in handwarmem Wasser. Stellen Sie den gesamten Pflanzenballen in ein mit Wasser gefülltes Gefäß und warten Sie ab, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen – das kann bis zu eine Viertelstunde dauern. Im Anschluss das Wasser gut abtropfen lassen und die Pflanze wieder in den Übertopf stellen.

2. Tägliches Gießen in Minimengen: Eine große, ausgewachsene Orchidee verträgt jeden Tag ein Schnapsglas lauwarmes Wasser – nicht mehr! Mini-Orchideen benötigen noch weniger Wasser.

4. Orchideendünger

Beim Düngen besteht die Gefahr, die Wurzeln der Orchidee durch eine zu hohe Salzzufuhr zu verbrennen. Orchideen sind es von Natur aus gewöhnt, mit wenig Nährstoffen klarzukommen. In der freien Wildbahn wachsen sie an Bäumen und bekommen Nährstoffe nur aus altem Laub. Düngen Sie darum nicht zu oft. Alle 2-3 Wochen ist vollkommen ausreichend.

Wichtig: Halten Sie sich immer an die durch die Hersteller vorgegebene Konzentration. Im Zweifelsfall sollten Sie die Flüssigkeit lieber etwas verdünnnen.

Die wichtigsten Nährstoffe, die Orchideen brauchen sind Kalium, Magnesium, Phosphor, Stickstoff und Kalzium.

  • Kalium fördert die Widerstandskraft. Kaliummangel erkennt man an einem plötzlichen Wachstumsstopp und an weichem Pflanzengewebe.
  • Magnesium unterstützt ein gesundes Wachstum und regt den Stoffwechsel an. Magnesiummangel erkennt man an hellgrünen Blättern.
  • Phosphor sorgt für ein stetiges Wachstum der Wurzeln und der Blüten. Einen Mangel erkennt man an einer rötlichen Färbung der Blätter.
  • Stickstoff fördert das Wachstum der Wurzeln und der Triebe. Wenn die Blätter gelb werden, liegt ein eindeutiger Stickstoffmangel vor.
  • Kalzium regt die Zellvermehrung an und somit insbesondere das Wurzelwachstum.

5. Orchideen umtopfen

Große Pink-weiße Orchidee

Wird die Orchidee zu groß, muss sie umgetopft werden.

Orchideen und normale Blumenerde? Nein, das verträgt sich nicht. Orchideen benötigen einen speziellen Substratboden. Dieser ist meistens aus Torf, Styropor und Rinde zusammengesetzt und so besonders luftdurchlässig. Und das ist genau das richtige für die Luftwurzler.

Orchideen müssen, wie viele andere Pflanzen auch, im Abstand von zwei bis drei Jahren umgetopft werden. Für sie ist das besonders wichtig, da sonst die Torf-Mischung verrottet. Der beste Zeitpunkt für das Umtopfen ist im Frühjahr, da sich dann die meisten Triebe entwickeln (oder bei manchen Arten auch im Herbst). Der Januar und Oktober eignen sich aufgrund ihres Lichtmangels nicht zum Umtopfen, denn der Umzug in einen neuen Topf bedeutet ohnehin schon einen kurzen Wachstumstopp. Wenn dann in der Phase der Wurzelneubildung auch noch das Sonnenlicht fehlt, ist es schnell vorbei mit der Königin der Blumen.

Wählen Sie einen Topf, der etwa fünf Zentimeter größer ist als der alte. So können sich die Wurzeln schön ausbreiten.

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7. Orchideen schneiden

Ochideen müssen nicht oft geschnitten werden. Erst wenn die Blüten komplett verwelkt und die Blätter abgestorben sind (erkennt man an einer bräunlich-geleben Färbung der Blätter), sollte man über ein Beschneiden nachdenken. Ein voreiliges Schneiden schadet Ihrer Orchidee mehr, als das es ihr hilft.

Das Zurückschneiden fördert die Blütebildung und lässt Ihre Orchidee buschiger und voller werden.

Drei Tipps zum Orchideenschnitt:

  1. Immer nur verwelkte Stellen abschneiden – niemals Grünes entfernen.
  2. Die Schere oder das Messer gut desinfizieren, um Pilzen, Viren und Bakterien vorzubeugen. Auch während des Zurückschneidens immer mal wieder mit Alkohol oder Spiritus abwaschen, vorallem nachdem Sie faulige Stellen gestutzt haben.
  3. Verwenden Sie eine geeignet Versiegelungspaste zum Schutz der Schnittstellen. Hier sind die Pflanzen besonders anfällig für Krankheitskeime.

8. Orchidee: Krankheiten und Schädlinge

8.1. Schädlinge an der Pflanze:

  • Blaue Orchidee

    Spinnmilben: Stoßen ein Sekret aus, das für die Auflösung der Zellmembran des Blattes zuständig ist. In der Folge sterben die Blätter ab.

  • Wollläuse: Schädigen die Blattader und geben Sekrete ab, die der Pflanze schaden
  • Wanzen: Sie saugen die Blätter aus. Diese werden dann trocken und fallen ab.
  • Dickmaulrüssler: Die Larven leben im Substrat und fressen die Wurzeln an. Das führt zu einem schnellen Absterben der Orchidee.
  • Weiße Fliegen: Sie sondern Sekrete ab, die ein idealer Nährboden für Pilze sind.

8.2. Schädlinge im Substratboden:

  • Tausenfüßler: Sie beschleunigen die Zersetzung des Substrats. So können in kürzester Zeit die Wurzeln ersticken. Schnell umtopfen!
  • Wurzelmilben: Sie fressen sich in die Wurzelkanäle. Dadurch können Pilze und Bakterien eindringen.
  • Springschwänze: Sind nur in Massen gefährlich, weil sie das Wurzelwerk angreifen.
  • Regenwürmer: Sie beschleunigen die Zersetzung des Substrats. So können in küzester Zeit die Wurzeln ersticken. Schnell umtopfen!
  • Ohrenkneifer: Sie fressen die Blätter Ihrer Orchidee.

Also am besten regelmäßig das Innenleben und die Unterseite des Blumentopfes kontrollieren.

8.3. Typische Orchideen-Krankheiten

1. Fäulnis/ Schwarzfäule:

  • Käfer auf Orchidee

    Regelmäßige Pflege erhält die Schönheit der Orchidee.


    Symptom: Extremer Blätterabwurf
  • Ursache: Fäule entsteht durch übermäßiges Gießen, zu hohe Luftfeuchtigkeit oder zu wenig Frischluft.
  • Heilung: Vorbeugend sollten Sie immer darauf achten, dass das Wasser gut ablaufen kann und niemals zu lange im Topf bleibt (Staunässe). Wenn es schon zu spät ist, können Sie nur noch die befallenen Blätter oder Triebe vorsichtig abschneiden und die Orchidee unter viel Frischluftzufuhr trocknen lassen. Wichtig: In dieser Zeit nicht gießen! Wenn das Herz schon von Fäulnis befallen ist, hilft allerdings nur noch, sich von der Orchidee zu trennen.

2. Pilzinfektion/ Schwarzfleckenkrankheit

  • Symptom: Braune oder schwarze Flecken, die austrocknen und sich immer weiter ausbreiten.
  • Ursache: Zu hohe Luftfeuchtigkeit bei zu wenig Luftbewegung
  • Heilung: Befallene Blätter abschneiden, Luftfeuchtigkeit senken und für Durchzug sorgen

3. Sonnenbrand

  • Symptome: Große, braune Flecken auf Blättern und Stengel
  • Ursache: Zu viel direkte Sonneneinstrahlung
  • Heilung: Suchen Sie einen halbschattigen Platz für Ihre Orchidee.

4. Orchideenviren

  • Symptome: Kleine ring- oder streifenförmig angeordnete Flecken
  • Ursache: Infektion durch nicht-desinfiziertes Messer beim Beschneiden
  • Heilung: Fast nicht möglich. Das einzige, was Sie tun können, ist die Orchidee in Quarantäne zu halten, um andere Pflanzen nicht anzustecken

9. Mini-Orchideen

Verschiedene Orchideen Blüten

Mini-Orchideen haben auch kleinere Blüten.

Der neue Trend dieses Jahr sind die sogenannten Phalaenopsis-Zwerge oder auch Mini-Orchideen. Diese raffinierten Neuzüchtungen unterscheiden sich von ihren großen Schwestern nur durch ihre Größe: Die Stängel bleiben deutlich kürzer und auch die farbintensiven Blüten sind entsprechend kleiner. Diese Miniaturvariante ist dennoch genauso pflegeintensiv und muss täglich minimal bewässert werden (ca. ein halbes Schnapsglas Wasser), benötigt in gewissen Abständen eine gezielte Düngung und darf nicht im prallen Sonnenschein sehen.

Wer möchte, kann Mini-Orchideen sogar bei Amazon.de online kaufen. Hier haben Sie eine besonders große Auswahl an unterschiedlichen Blütenfarben und -mustern. Mit Mini-Orchideen kann man auch eine wunderschöne Tischdekoration zaubern oder sie als kleine, aber besondere Aufmerksamkeit verschenken.

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