Outdoor-Sauna im eigenen Garten: Tipps zur Planung, Kosten und Wahl des Saunaholzes

Wer über einen großen Garten verfügt, kommt früher oder später an die Grenzen der Fantasie für die sinnvolle Nutzung und Gestaltung des Platzangebots. Ein Gartenhaus hier, ein Trampolin dort, vielleicht sogar ein Pool oder eine Sauna? Viele Ideen werden aus diversen Gründen wieder verworfen. Doch eine Gartensauna macht oft Sinn, denn sie bleibt in der Regel keine Spielerei, entfaltet bei regelmäßiger und richtiger Nutzung eine gesundheitsfördernde und entspannende Wirkung und erhöht den Lebensstandard. Selbst bei wenig Platz ist die Investition eine Überlegung wert. Welche Kosten auf Sie zukommen und was unbedingt zu beachten ist, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

1. Planung und Wahl einer geeigneten Sauna

Je mehr Platz zur Verfügung steht, desto größer sind die Gestaltungsmöglichkeiten. Bei ausreichend Platz kann man über ein großzügiges Sauna-Gartenhaus mit Vorraum und Umkleideraum nachdenken. Eine Außensauna mit Vorraum ist vor allem im Winter und bei kalten Temperaturen sehr praktisch, denn so können Sie sich in aller Ruhe in einem wohl temperierten Vorraum an- und ausziehen und müssen sich bei Frost und Schnee keinem Temperaturschock aussetzen.

Doch auch für kleine Gärten kommt eine Outdoor Sauna infrage. Ein Vorraum wird hierbei in der Regel nicht geplant. Besitzer eines kleinen Gartens bevorzugen häufig eine sogenannte Saunatonne, auch Tonnensauna oder Fasssauna genannt – oder einfach nur ein kleines klassisches Saunahäuschen. Die Fasssauna wird aufgrund ihrer Form so bezeichnet und ist eine kompakte und platzsparende Lösung, die aufgrund ihrer Bauart dennoch einen hohen Wirkungsgrad erreicht.

Nachdem Sie sich für die Größe und Form der Outdoor Sauna entschieden haben, komme die Frage nach der Holzart. Es ist wichtig, dass Sie bei der Wahl des Holzes nur auf hochwertige Lieferanten setzen. Billige Saunen aus minderwertig verarbeitetem Holz werden ihnen langfristig keine große Freude bereiten und früher oder später mit Problemen belästigen, die weitere Kosten mit sich ziehen. Es versteht sich von selbst, dass das Saunaholz extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt sein wird. Auch die Regulierung der Feuchtigkeit wird vom Holz viel Arbeit abverlangen. Setzen Sie daher nur auf Holz mit höchster Qualität.

Welches Holz am besten für Gartensauna geeignet?

Die Wahl des richtigen Holzes entscheidet nicht nur über die Atmosphäre, sondern auch die thermischen Eigenschaften der Outdoor Gartensauna

2. Was macht hochwertiges Saunaholz aus?

Die Qualität des Saunaholzes wird nicht nur von der Holzart, also der biologischen Herkunft, bestimmt, sondern auch von ihrer Verarbeitung. Das Holz muss möglichst splitterfrei und sehr gleichmäßig verarbeitet sein, ohne Äste und natürlich möglichst ohne Harz. Bei der Sorte entscheiden Sie nach Geschmack. Folgende Holzarten kommen für die Gartensauna und andere Outdoor Saunen infrage:

2.1 Nordische Fichte

Die skandinavische Fichte, auch Polarfichte oder Nordische Fichte genannt, ist für die Gartensauna besonders beliebt. Nordische Fichte ist nämlich sehr robust und feinporig. Optisch vermittelt sie eine wohlige Atmosphäre, die durch einen intensiv-würzigen, für die finnische Sauna typische Duft unterstützt wird. Das Holz ist zudem relativ günstig und daher für die Planung einer kostengünstigen und gleichzeitig hochwertigen Sauna optimal geeignet.

2.2 Abachi

Der afrikanische Abachi-Baum gehört zwar zu den Tropenhölzern, wird aber von zertifizierten Lieferanten durch nachhaltigen Abbau gewonnen, da er sehr schnell nachwächst und daher nicht durch Raubbau beschafft werden muss.

Wichtig: Informieren Sie sich immer ausführlich über die Herkunft des Holzes. Regenwälder sind ein wichtiges Naturgut. Durch Raubbau wird nur nur der Umwelt geschadet, sondern auch den Menschen, die vor Ort auf die Ressourcen ihrer unmittelbaren Umgebung angewiesen sind. Sie können gutes und nachhaltig gewonnenes Holz beispielsweise am FSC-Siegel des Forest Stewardship Council erkennen.

2.3 Heimisches Holz: Tanne

Die europäische Tanne ist als Möbelholz sehr beliebt. Auch sie harzt nicht, ist langlebig und wirkt als Outdoor Saunaholz warm und gemütlich. Auch wenn Tannenholz in Deutschland gut verfügbar ist, sollten Sie beim Kauf unbedingt auf die Herkunft und Zertifizierungen achten. Das Saunaholz der Tanne kommt nämlich nicht unbedingt aus Deutschland und wird häufig importiert. Im Handel sind vor allem die Sorten Sibirische Tanne sowie die Weißtanne verfügbar.

2.4 Hemlocktanne

Eine weitere importierte Holzart, die für Gartensaunen und Möbel im Outdoorbereich gerne verwendet wird, ist die Kanadische Hemlocktanne. Es handelt sich hierbei um ein weiches und schönes Holz mit einer warmen gelblichen Farbe. Astfreies und harzloses Hemlock-Saunaholz hält extreme Bedingungen sehr lange aus, verziert sich nicht und gibt die Wärme sehr gleichmäßig ab.

Unser Tipp: Wenn Sie nicht sicher sind, welches Saunaholz für Ihre Gartensauna am besten geeignet ist, lassen Sie sich beim Fachhändler einige Exemplare zeigen. Online-Shops versenden auch gerne Muster aus verschiedenen Varianten. Diese können Sie in aller Ruhe fühlen und farbliche Kombinationen in ihren Gedanken durchspielen.

3. Was kostet eine Gartensauna aus Holz?

Zweifelsohne gehören die Kosten für die Bestellung, Montage und den Betrieb einer Sauna im Garten zu den größten Kriterien bei der Entscheidung, ob und welche Gartensauna, die richtige ist. Wie oben angedeutet, sollten Sie den Fokus nicht unbedingt auf den günstigsten Preis legen. Dann laufen Sie nämlich Gefahr, dass sie minderwertiges Holz mit kurzer Nutzungsdauer, im schlimmsten Fall sogar aus Raubbau von Regenwäldern, kaufen.

Zu den Kosten des Baumaterials kommen noch die Kosten für den Ofen hinzu. Die Wahl des Saunaofens bestimmt ihrerseits die Betriebskosten. Zu den beliebtesten Saunaöfen gehören Holzöfen und Elektroöfen.

Ein Elektro-Saunaofen hat den Vorteil, dass er einfach und sauber zu bedienen ist. Die Stärke kann relativ genau reguliert werden. Aufwärmzeit und Temperatur sind nach etwas Erfahrung gut planbar. Eine Gartensauna mit Holzofen wird mit Brennholz betrieben, was seinen eigenen Charme hat. Allerdings wird ein Schornstein benötigt, die brandschutztechnischen Vorschriften sind strenger und durch das Brennholz fällt Asche an, womit die Reinigung nicht jedermanns Sache sein dürfte.

Die Baugenehmigungsvorschriften unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Daher sollten Sie sich für weitere Informationen hierüber zunächst an Ihre Kommune wenden.

Beim Kauf eines Elektroheizofens sollte die Heizleistung gut durchdacht sein. Elektrisch betriebene Öfen gibt es als kleinere 230V-Varianten oder leistungsstarke 400V (Starkstrom). Wenn Sie Ihre Sauna mit Starkstrom betreiben möchten, dass müssen Sie für den Anschluss und die Inbetriebnahme unbedingt einen Fachmann beauftragen.

Die Größe Ihrer Sauna (Raumvolumen) bestimmt die Stärke des benötigten Saunaofens. Eine Saunaofen-Leistung bis etwa 5 kW reicht in der Regel für ein Volumen von etwa 4-6 m³ aus. Für eine größere Gartensauna bis etwa 10 m³ Rauminhalt sind 6 bis 10 kw ausreichend. Bis zu 20-kW-Öfen können Räume von bis zu 29 m³ gut heizen.

Als Orientierung für eine Massivholzsauna können Sie je nach Holzart und Größe mit Kosten von etwa 1.000 bis 8.000 Euro rechnen. Hinzu kommen die Beschaffungskosten für den Saunaofen zwischen 600 Euro für ein Einsteigermodell und bis zu 3.000 Euro für leistungsstärkere Öfen. Bei höheren Ansprüchen und individuellen Gestaltungswünschen sind nach oben natürlich keine Grenzen gesetzt.

4. Betriebs- und Nebenkosten nicht vernachlässigen!

Zusätzlich zu den Kosten für die Errichtung der Gartensauna kommen Betriebskosten. Den größten Posten machen dabei die Heizkosten aus. Für eine typische Sauna-Session mit mehreren Viertelstunden-Saunagängen wird das Saunahaus etwa 3-4 Stunden heiß bleiben, wobei nicht durchgehend geheizt wird. Bei einem elektrischen Saunaofen entstehen dadurch ungefähr 2,50 bis 5 Euro Heizkosten pro Person. Hinzu kommen Kosten für Licht, Wasser, Aufguss sowie die Reinigungskosten. Diese Nebenkosten werden häufig unterschätzt, sollten aber bei der Planung beachtet werden. Denn wenn Sie planen, jedes Wochenende zu saunieren, entstehen über das ganze Jahr zusammengerechnet beachtliche Betriebs- und Nebenkosten.


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