Rosen pflanzen

Ein prächtiger Rosengarten gibt dem Garten adlige Noblesse. Doch wer bei Rosen und Rosenzucht nur an strenge, geometrische Monokulturen denkt, liegt falsch. Kaum eine Gartenpflanze ist so vielfältig wie die Rose, deren Untergattungen Wildrose und Kulturrose vielfältig im Garten angepflanzt werden können.

Von ganz ausgefallenen Rosenzüchtungen bis zu Buschwind- oder Hundsrosen, die sich auch als Hecke pflanzen lassen, geht das weite Spektrum der Gartenrosen. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die wichtigsten Arten und Züchtungen vor, geben Tipps zum Rosen pflanzen und zur Pflege der “Königin der Blumen”.

1. Rosenarten: Aufbau und Wuchsformen

Kletterrose und Ramblerrosen

kletterrosen

Kletterrosen versprühen einen ganz besonderen Charme.

Kletterrosen stammen von verschiedenen Rosenarten ab, sie sind meist das Ergebnis von Züchtungen. Die natürlichen Kletterrosen sind den Wildrosen zuzuordnen. Die farbenprächtigen, großen Blüten von Kletterrosen sind Ergebnisse gezielter Züchtung.

Durch ihre besonderen Wuchseigenschaften und die Fähigkeit, Ranken zu bilden, können Kletterrosen mit geeigneten Rankhilfen bis zu drei Meter in die Höhe wachsen.

Eine besondere Form der Kletterrose stellt die Ramblerrose dar: Sie ist mit ihren weichen, langen Trieben in der Lage, sich um einen Baumstamm herumzuwinden und so enorme Wuchshöhen in lichten Bäumen zu erreichen.

Einige bekannte Sorten von Kletterrosen:

  • “Excelsa”, blutrot
  • “Gloire de Dijon”, gelblich-rosa
  • “American Pillar”, rot-weiß
  • “Dorothy Perkins”, kirschrosa

Strauch- und Stockrosen

Der Begriff “Strauchrosen” ist in gewisser Weise irreführend: Letztlich sind alle Rosen Sträucher. Zu den Strauchrosen werden aber vor allem Rosen gezählt, die in Form eines mehr oder minder großen Busches wachsen und sich dabei in Wuchshöhen von 120 bis 200 cm bewegen.

Im Gegensatz zu anderen Rosenarten eignen sich Strauchrosen auch zur Einzelstellung in Gärten und Parks, sie lassen sich zurückschneiden und kurz halten.

Rosenstrauch, verschiedene Sorten von Rosen im Garten

Strauchrosen bieten auch einen optimalen Sichtschutz.

Die meisten einheimischen Wildrosenarten sind Strauchrosen, so die weithin bekannte Hundsrose. Diese bildet im Herbst große Hagebutten aus und pflanzt sich auf diese Weise fort.

Strauchrosen, die im Gartencenter angeboten werden, sind in aller Regel keine reinrassigen Wildformen mehr. Die meisten Strauchrosen sind daher mehr oder weniger stark ausdifferenzierte Züchtungen.

Bekannte Sorten von Strauchrosen:

  • “Schneewittchen”, schneeweiß
  • “Petticoat”, ebenso schneeweiß und kräftig duftend, krankheitsresistenter

Bodendecker- und Beetrosen

Bodendeckerrosen und Beetrosen sind zwar unterschiedlich groß, haben aber beide die Eigenschaft, buschige und reichhaltige Blütenstämme zu bilden. Die Bodendeckerrosen breiten sich flächig aus und können andere Pflanzen wirksam unterdrücken; Wildkräuter vermögen sie jedoch nicht völlig zu verdrängen.

Beetrosen hingegen blühen beständig und sind meist etwas widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Außerdem sind sie oft sehr winterhart und dauerhaft.

Nicht alle Bodendeckerrosen und Beetrosen sind gleich dicht, nicht jede Beetrose ist auch ein Bodendecker: Für bestimmte Wuchsformen sind bestimmte Sorten erforderlich.

Eine Abwandlung der Beetrose ist die sehr kleinwüchsige Zwergrose. Auch diese ist in vielen Sorten erhältlich, die entweder kleine Sorten von Edelrosen oder von Beetrosen sein können.

Einige Arten von Bodendeckerrosen:

  • “Bonica 82”, lachsfarbig
  • “Cubana”, apricot
  • “Purple Meidiland”, purpurfarben und für raues Klima geeignet


Beetrosen:

  • “Sexy Rexy”, rosa”Amber Queen”, bernsteinfarben
  • “Friesia”, goldgelb

2. Edelrosen (Teehybride): Die edelste Form der Rose

Schöner pinkfarbener Hochzeitsstrauß

Edelrosen sind sehr begehrt.

Die ausgefeiltesten, farbenprächtigsten und langblühendsten sind zweifellos die Edelrosen. Im 19. Jahrhundert wurden sie als Kreuzungen aus den chinesischen Teerosen und den europäischen Remontand-Rosen gezüchtet, daher auch heute noch der Name Teehybride.

Eine Edelrose ist zweifelsohne ein echtes Hightech-Produkt: Mit der immer feineren Ausdifferenzierung bei der Züchtung entstehen jedoch immer mehr Angriffsflächen für Krankheiten. Zu diesen Krankheiten informieren wir Sie später noch ausführlich im Abschnitt Rosenkrankheiten.

Weltweit werden auf Rosenausstellungen jährlich neue Edelrosensorten prämiert und ausgezeichnet. Echte Klassiker, so zum Beispiel die “Urteehybride” La France von 1867, halten sich bis heute. Auch andere Klassiker kann man auf Blumenschauen und Bundes- und Landesgartenschauen immer wieder betrachten und bewundern.

Bekannte und berühmte Edelrosen-Sorten sind:

  • “Baccara”, tiefrot
  • “Königin der Rosen”, lachsorange
  • “La France”, zartrosa (die erste Teehybride von 1867)
  • “Black Baccera”, rosa-schwarz-grau schattiert

3. Bodenvoraussetzungen und Standortwahl

rosen pflanzen

Achten Sie beim Rosen pflanzen auf die richtige Erde.

Rosen lieben einen sandig-lehmigen Boden mit ausreichenden Humus- und Nährstoffanteilen. Sie gehören zu den Tiefwurzlern und wachsen problemlos in unverdichteten Gartenböden wie auch andere Zierhölzer. Je nach Art und Sorte bevorzugen Rosen vollbesonnte, halbschattige oder schattige Standorte.

Reine Rosenbeete sind manchmal problematisch, auch wenn sie besonders schön anzusehen sind. Krankheiten und Fäule können sich so rasant ausbreiten und das gesamte Beet vernichten. Daher sollte man bei der Standortwahl eher luftig vorgehen.

Eine alte Rosenregel, die bis heute Gültigkeit hat, besagt: Pflanzen Sie keine Rosen an Standorten, wo bereits Rosen gewachsen sind. Ob sich dies wissenschaftlich halten lässt, ist freilich umstritten – ein bisschen Aberglauben gehört aber sicherlich dazu.

4. Rosen pflanzen

rosenstraeucher

Die optimale Pflanzzeit ist der Herbst oder der Frühling.

Die Pflanzzeit für Rosen zieht sich von Herbst bis zum Frühjahr, die Pflanzung muss bei frostfreiem Boden erfolgen. Rosen, die im Herbst gepflanzt werden, haben den Vorteil, dass sie vor der Frostperiode schon neue Wurzeln bilden. Hierdurch treiben sie im Frühjahr stärker aus als im Frühjahr gepflanzte Rosen.

Die Rosenpflanzen sollten vor der Pflanzung über Nacht ins Wasser gestellt werden. Verletzte Wurzeln können mit einem scharfen Messer eingekürzt werden, dabei darf aber nicht zu viel abgeschnitten werden. Das Pflanzloch muss eine Handbreit größer als der Wurzelballen sein. Für einen einwandfreien Wasserabfluss lockern Sie die Sohle des Pflanzlochs kräftig auf. Achten Sie beim Pflanzen auf die senkrechte Stellung der Wurzeln und darauf, dass sich eventuelle Veredelungsstellen ca. 5 cm im Erdreich befinden.

Füllen Sie das Pflanzloch anschließend wieder auf und treten Sie die Erde vorsichtig mit dem Absatz fest. Achten Sie bitte darauf, dass sich die Pflanztiefe der Rose nicht verändert. Um Hohlräume zu schließen, schlämmen Sie die Rose nach dem Pflanzen ein. Mischen Sie die Füllerde vorher mit einigen Körnern Langzeitdünger.

Tipp: Pflanzen Sie Hochstammrosen nicht senkrecht, sondern im Winkel von etwa 60 Grad. Hierdurch erleichtern Sie es der Pflanze, sich im Spätherbst niederzulegen und die Krone einzugraben. Dies schützt sie vor dem winterlichen Frost.

5. Optimaler Pflanzabstand

Hochstammrosen müssen mit einem Abstand von 75 cm bis 100 cm gepflanzt werden. Sie entziehen sich sonst gegenseitig Nährstoffe aus dem Boden, Wasser und Licht.

Buschrosen hingegen begnügen sich mit 40-50 cm Abstand. So erhalten Sie eine gleichmäßige, schöne Rosenhecke (bei Wildrosen) oder einen regelrechten Rosenteppich (bei Bodendeckerrosen).

Möchten Sie Rosen in mehreren Reihen pflanzen, sollten Sie einen Pflanzabstand von 60 bis 100 cm einhalten.

6. Anhäufeln – Frostschutz für Rosen

Schützen Sie Ihre Rose mit einem praktischen Allwetterschutz vor Wind, Sonne und Frost. Häufeln Sie hierzu die Erde um die Rose ca. 15 cm hoch. Zu sehen sind jetzt nur noch die Triebspitzen der Rosenstöcke. Dieser Schutz empfiehlt sich sowohl bei Frühjahrs- als auch bei der Herbstpflanzung.

Alternativ können Sie die Rosen auch mit Jutestoff oder spezieller Folie einwickeln. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie auch unter “Pflanzen überwintern: Garten winterfest machen”.

Tipp: Entfernen Sie den Schutz für die Herbstpflanzung im April. Bei der Frühjahrspflanzung nach acht Wochen. Bei Neutrieben sollten Sie warten, bis diese eine Länge von mindestens zehn Zentimetern erreicht haben.

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