Schrebergarten: Alle Infos zur kleingärtnerischen Nutzung

Kleingarten
  • Schrebergärten werden meistens von Vereinen verwaltet und verpachtet. 
  • Diese Kleingartenanlagen unterliegen besonderen, gesetzlichen Regelungen. 
  • Es gibt seitens des Vereins bestimmte Vorlagen, wie ein Schrebergarten zu führen ist. 

Schrebergarten, Kleingarten, Datsche oder Parzelle: Je nach Region werden sie verschieden genannt. Immer sind es jedoch Gärten, die meist von Stadtbewohnern genutzt werden, um dem urbanen Leben ein Stück Natur und Bewegungsfreiheit entgegenzusetzen. 

Was sie beim Kauf oder dem Pachten eines solchen Grundstücks beachten müssen, welche Regelungen auf Sie zukommen und wie Sie die Gartenfläche  nutzen können, erfahren Sie hier. 

1. Schrebergärten sind äußerst beliebt

Schrebergärten

Früher wurden sie oft Laubenkolonien genannt und dienten schon früh in den Metropolen zur Versorgung mit frischen Lebensmitteln und zur Erholung für die ganze Familie.

Schrebergärten sind im Trend. Immer mehr junge Familien möchten einen Kleingarten kaufen oder pachten. Ganz klar, denn ein Schrebergarten bietet Ihren Kindern mehr Platz zum Spielen, ein Stück Natur und die Möglichkeit eigenes Obst und Gemüse anzubauen. 

Einige Zeit lang hatten die Schrebergärtner mit einem spießigen Image zu kämpfen und spöttisch wurde auch vom »Strebergarten« gesprochen, doch das ist längst vorbei.

Moderne Formen, wie Urban Gardening und viele Initiativen mit Gemeinschaftsgärten verhalfen auch dem klassischen Kleingarten zu einer neuen Nachfragewelle. Gärtnern ist modern und rangiert unter den liebsten Freizeitbeschäftigungen ganz weit oben.

2. Kleingarten kaufen, pachten oder mieten? 

Wer sich für einen Schrebergarten interessiert ist häufig verwirrt, wenn es in Kleinanzeigen mal „Kleingarten zu verkaufen“ heißt und ein anderes Mal „zu verpachten“. Um die Verwirrung komplett zu machen, findet man ab und zu auch Angebote, einen Garten zu mieten.

2.1. Einen Garten pachten

Die meisten Schrebergärten werden in einer Gartenanlage gepachtet. Zu aller erst, erschreckt meistens der Preis. Überwiegend geht es bei den bis zu vierstelligen Summen jedoch nur um eine Abstandssumme, die sich der Vorpächter für die Laube und das Inventar vorstellt. Grundsätzlich wird dazu eine Wertermittlung seitens des Vereins erstellt. Diese sollte man sich als Käufer unbedingt zeigen lassen. Denn der Verein entscheidet, frei von einem eventuell höheren Preiswunsch des Vorpächters, über die Vergabe.

Wesentlich für den Preis in der Wertermittlung ist meist die Gartenlaube und ihr Zustand, Luxusmaterialien werden dabei nicht berücksichtigt. Kostenlose Muster für ein Übergabeprotokoll, Pacht- oder Kaufvertrag finden Sie auf www.gartenbista.de. Halten Sie jeden erkennbaren Mangel und vereinbarte Preise schriftlich fest und lassen Sie sich diese mit einer Unterschrift bestätigen.

Hinweis: Unabhängig von einem Kaufpreis müssen eine jährliche Pacht, sowie Wasser- und Stromkosten an den Kleingartenverein, der die Kleingartenanlage verwaltet, geleistet werden. Man kann also keineswegs das Grundstück erwerben, wenn ein Schrebergarten zum Verkauf annonciert wird.

2.2. Gartengrundstücke kaufen: Vorsicht ist geboten!

Kleingartenanlage

Kleingärten werden hauptsächlich gepachtet.

Außerhalb von Kleingartenanlagen gibt es gelegentlich auch ein Gartengrundstück zu kaufen. Man sollte sich vorher jedoch bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung erkundigen, ob dort die Anlage und Nutzung als Kleingarten gestattet ist. Gerade die Bebauung mit einer Laube ist meist nicht zulässig und sollte verbindlich vor einem Kauf geklärt werden.

Auch, wenn an einen kleinen Bauwagen statt einer Laube gedacht wird, gilt es dieses vorher zu klären. Noch seltener hat man die Gelegenheit, außerhalb einer Kleingartenanlage, einen Garten zu mieten. Wenn, dann handelt es sich dabei um Hausgärten, die von den Hausbesitzern nicht genutzt oder gepflegt werden können.

Einen Schrebergarten in einer Kleingartenanlage kann man in der Regel nicht mieten, sondern nur pachten.

2.3. Gärten können auch gemietet werden

Allerdings etabliert sich eine neue Form von Mietgärten. Dabei handelt es sich um meist relativ kleine Parzellen eines vorbereiteten Ackers zum Gemüseanbau. Teilweise sind diese im Frühjahr bereits seitens der Betreiber (vorwiegend Landwirte) bepflanzt.

Ab Frühling und während der Gartensaison wird der Mietgarten anschließend von den Mietern selbst weiter gepflegt, beackert und geerntet – mitunter mit der Unterstützung und Anleitung des Vermieters.

3. Regeln im Kleingarten

Im Kleingarten finden Gesetze und Regularien Anwendung, die von Bundesland zu Bundesland, von Stadt zu Stadt und Verein zu Verein verschieden sind. Für alle gilt jedoch das Bundeskleingartengesetz (BkleingG). Zusätzlich gibt es den Kleingarten-Bund mit dem jeweilig zuständigen Landesverband, sowie natürlich die Satzung des Kleingartenvereins.

Im allgemeinen gelten folgende Regeln, die aber auch abweichen können:

  • Kleingärten gibt es nur für Mitglieder eines Kleingartenvereins.
  • Es muss ein Pacht und ein Mitgliedsbeitrag bezahlt werden.
  • Gemeinschaftsflächen der Anlage werden in verpflichtenden Arbeitseinsätzen gepflegt.
  • Die individuelle Vereinssatzung regelt Öffnungs- und Ruhezeiten, Höhe der Umzäunung oder von Hecken, was in welchem Verhältnis gepflanzt werden darf, Zahlungen für versäumte Arbeitsstunden usw. 
  • Im Schrebergarten darf nicht gewohnt werden und die Laube darf nicht für das dauerhafte Bewohnen geeignet sein. Ihre Grundfläche ist auf 24 m² begrenzt.
  • Ein Teil der Fläche (je nach Satzung ein Drittel oder die Hälfte) muss kleingärtnerisch für Obst- und Gemüseanbau genutzt werden. Der Rest darf mit Zierpflanzen und Rasen als Erholungsfläche anlegt sein.
  • Bäume dürfen (mit Ausnahme von Obstbäumen) im ausgewachsenen Zustand die Wuchshöhe von 4 m nicht überschreiten. Waldbäume dürfen grundsätzlich nicht in Kleingärten angepflanzt werden. Andere Sträucher und ähnliches dürfen nicht höher als 3m wachsen.
  • Hunde müssen auf den Wegen angeleint werden.
  • Ruhezeiten sind einzuhalten.

4. So legt man einen Kleingarten an

Schrebegergarten

Das wichtigste ist wie immer die Planung.

Selten werden Sie ein Stück Brachland als Kleingarten bekommen und in den überwiegenden Fällen, ist ein angelegter Garten zu erwarten. Jedoch sollte sich nicht darauf verlassen werden, dass dieser satzungsgemäß bepflanzt ist.

Vor daher gilt es in erster Linie, die Satzung gründlich zu lesen und die Grenzen der individuellen Gartengestaltung herauszufinden. Im Zweifel lieber vor der Planung beim Vereinsvorstand nachfragen. Hierfür sollte zu Beginn eine Liste mit allen Wünschen, wie Teich, Spielgeräte, Gewächshaus, Hochbeete, Feuerstelle, bestimmte Pflanzen, Bäume, Wege oder auch Gartendeko und Beleuchtung erstellt werden.

Neben der Budgetplanung ist vor allem ein Plan wichtig, in dem maßstabsgetreu die einzelnen Bereiche eingezeichnet werden. Dieser gibt im Zweifel auch Aufschluss über die Einhaltung des Verhältnisses zwischen Nutz- und Zierbepflanzung. Sicher ist jemand aus dem Vorstand des Vereins bereit, sich diesen Plan anzuschauen und beratend zur Seite zu stehen.

Grundsätzlich sollte man sich auch eine großzügige Zeitplanung überlegen, denn es kommen Arbeiten der laufenden Gartenpflege hinzu und ein Garten soll nicht nur Arbeit bedeuten, sondern auch Erholung und Freude bieten.

5. Das lässt sich im Kleingarten anbauen 

Der Anbau von Gemüse und Obst im Schrebergarten ist in der Regel Pflicht. Je nach eigener Vorstellung kann in diesem Rahmen alles zwischen möglichst pflegeleicht und nahezu vollständiger Selbstversorgung realisiert werden.

5.1. Pflegeleichte Pflanzen

Wer es pflegeleicht haben möchte, der kann mit Obstbäumen (in dem Fall eher kleine Zwerg- oder Säulenbäume) und Beerensträuchern einen großen Teil der Nutzfläche bestücken. Darüber hinaus bieten sich einfache Gemüsepflanzen z. B. Kürbis, Kartoffeln, Möhren, Zucchini, etwas Salat, Radieschen, Bohnen und viele Kräuter (Stauden) an.

Tipp: Es dürfen auch Sommerblumen auf den Beeten sein und Nutzpflanzen für die Tierwelt zählen ebenso.

5.2. Pflegeintensiverer Anbau

Beet mit Gießkanne

Sie sollten sich überlegen ob Sie lieber auf leicht zu pflegende oder etwas kniffligere Pflanzen setzen.

Wer dagegen gute Erträge und ein großes Sortiment an Gemüse- und Obstsorten zur weitgehenden Selbstversorgung anpflanzen möchte, der ist mit einem Gewächshaus, einer Tomatenüberdachung und Hochbeeten gut beraten.

In einem klassischen Obst- und Gemüsegarten geht man von etwa 40 m² pro Person an Anbaufläche aus, die nötig sind, um den Bedarf zu decken. Da der Ertrag auf Hochbeeten und im Gewächshaus pro Quadratmeter höher ausfällt, kann so auf kleinerer Fläche mehr geerntet werden.

Je nach Größe und Bedarf der Familie, sowie der Größe des Kleingartens, ist es zu überlegen, ob Pflanzen wie Kartoffeln und Möhren eventuell eher zugekauft werden sollten. Denn sie sind sogar in Bioqualität relativ günstig zu kaufen sind. Dagegen sind Tomaten, Paprika und Auberginen (außer in der Erntesaison) teurer und lassen sich vielfältig zur Bevorratung haltbar machen.

Desweiteren empfiehlt sich eine sehr gute Kompostwirtschaft und die Nutzung von Vor-, Haupt- und Nachsaison, um mehrere Kulturen nacheinander auf den Beeten heranziehen zu können. Mischkulturen tragen dazu bei, dass weniger durch Schädlinge gefressen oder beschädigt wird.

6. Wasser, Feuer und Wind im Schrebergarten

Diese drei Elemente verdienen bei der Planung eines Schrebergartens besondere Beachtung und sollten bereits bedacht werden, wenn der Kauf oder die Miete eines Kleingartens ansteht. Denn es ist beispielsweise wichtig, zu wissen, ob es Wasser und Strom zur Verfügung gestellt werden und ob der Vorbesitzer eventuell für eine Regenwassernutzung gesorgt hat.

6.1. Wasser

Gießkanne gießt Pflanzen

Fließend Wasser ist nicht selbstverständlich.

Beim Wasser geht es in erster Linie um die Bewässerung des Kleingartens. Dazu ist in jedem Fall Regenwasser die erste Wahl. Von daher sollte an den Regenrinnen von Laube, Terrassenüberdachung, Gewächshaus und eventuell auch am Tomatendach Regenwasser in Tonnen, Fässern oder Tanks aufgefangen werden. Eine Pumpe erleichtert die Entnahme erheblich.

Daneben ist Wasser im Garten auch dekorativ und trägt zur Vielfalt in Flora und Fauna bei, sei es in einem Teich, einem Bachlauf oder in Miniteichs. Bei der Planung eines Teichs oder Bachlaufs ist gute Recherche und gerne auch die Beratung durch einen fortgeschrittenen Teichbesitzer von enormem Vorteil. Lage, Größe, Teichtechnik und Ausfertigung wollen durchdacht sein.

6.2. Wind

Dem Wind und der Richtung, aus der er am häufigsten weht, wird bei der Planung eines Kleingartens häufig zu wenig Beachtung geschenkt.

Bestimmte Pflanzen und Bäume sind auf Wind zur Befruchtung angewiesen (Weinreben, Haselnusssträucher oder Mais) und diese sollten nicht windgeschützt stehen, andere reagieren empfindlich auf Wind (wie Gurken, Salat, Kürbis u.a.).

Eine windgeschützte, überdachte Terrasse ist im Frühjahr und Herbst viel angenehmer als im Hochsommer. Von daher lohnt sich Weitsicht bei der Anlage von verschiedenen Plätzen im Garten.

Ein Windrad oder ein Windspiel sind schöne Gartendekorationen und bringen Bewegung ins Bild. Gleichzeitig können sie blinkend und mit leisen Geräuschen gar zu räuberische Vögel ein wenig von einem jungen Kirschbaum oder den Weinreben fernhalten.

6.3. Feuer

Feuerschale

Informieren Sie sich, ob Feuer erlaubt ist.

In Schrebergärten wird gern gegrillt und ein Feuerchen in der Feuerstelle wärmt an kühleren Tagen zusätzlich. Ist eine Feuerstelle laut Satzung erlaubt, fungiert eine gut angelegte Feuerstelle problemlos auch als einfacher Grill.

Bei der Planung ist es wichtig, dass ein Windschutz gegeben ist, damit der Rauch nicht zu den unmittelbaren Nachbarn geweht wird. Ein schöner Sitzplatz drum herum macht aus der Feuerstelle ein schönes Gestaltungselement.

Sind offene Feuer nicht gestattet, muss man sich mit einem Grill begnügen. Dabei hat man die Wahl zwischen einem mobilen Grill und einem Gartenkamin mit Grill. Wofür man sich entscheidet, hängt nicht zuletzt davon ab, ob man sich verschieden Stellen im Garten aufhält und gerne mobil bleiben möchte.

Achtung: Das Verbrennen von Gartenabfällen ist in den meisten Kleingartenanlagen verboten. In seltenen Fällen darf zu bestimmten Terminen verbrannt werden, was an Gartenabfällen nicht kompostiert wird.

7. So verkaufen Sie Ihr Gartengrundstück

Eingang zum Klengarten

Fehlt die zeit, muss der Garten verkauft werden.

Lebensumstände ändern sich und wenn es darum geht, einen Kleingarten zu kaufen, da geht es auch um das Verkaufen. Wer einen Schrebergarten verkaufen möchte, der hat zwei vertragliche Angelegenheiten zu regeln. Einmal die Kündigung des Pachtvertrages und die Mitgliedschaft im Verein. Zum anderen einen Überlassungsvertrag mit dem Nachpächter.

Dieser kann allerdings nicht »freihändig« erstellt werden, da der Nachpächter vom Verein unter sozialen Gesichtspunkten ausgewählt werden muss. Der Verein und ein ehrenamtlicher Vertreter des Landesverbandes nehmen eine Wertermittlung nach strengen Richtlinien vor, da Kleingärten besonders gefördert werden. So sind nur einfache Lauben zulässig. Ist die Laube hochwertiger, so wird rechtlich dennoch nur ein Anspruch auf den Wert einer einfachen Laube bei der Wertermittlung zugrunde gelegt, damit auch weniger begüterte Familien ein Chance haben, den Garten zu bezahlen.

Über bewegliches Zubehör können sich Vor- und Nachpächter frei vertraglich vereinbaren. Allerdings darf das Interesse des Vorpächters an einer höheren Abstandssumme keinen Einfluss auf die Vergabe des Vertrages an einen Neupächter haben. Im Zweifel ist die Summe der Wertermittlung die Obergrenze dessen, was der Nachpächter an den Vorpächter bezahlen muss.

Der Vorpächter kann in diesem Fall sein bewegliches Inventar mitnehmen und anderweitig veräußern. Wer Nachpächter wird, entscheidet allein der Verein nach den gesetzlichen Vor- und Maßgaben.

Um einen geeigneten Nachpächter zu suchen, wird der Verein einen Aushang im Schaukasten des Vereins anbringen. Der Vorpächter kann Kleinanzeigen im Internet, in Stadtteilmagazinen und Tageszeitungen schalten. Interessenten können sich dann dem Verein vorstellen und dieser wählt nach sozialen und vereinseigenen Kriterien einen Nachpächter aus. 

Achtung: Der Vorpächter hat keinen Anspruch auf einen Nachfolger seiner Wahl. Findet sich kein Nachpächter, müssen die Anlagen des Vorpächters unter Umständen von diesem komplett entfernt werden.

Weitere Grundlagen finden Sie beim Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V.

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