Holzbohrer Test 2019

Die besten Holzspiralbohrer im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze
  • Holzbohrer benötigt man für das Bohren in Holz – sie unterscheiden sich von Bohrern für Metall oder Stein.
  • Es gibt verschiedene Typen von Holzbohrern: Spiralbohrer, Schlangenbohrer und Forstnerbohrer kommen für unterschiedliche Zwecke zum Einsatz.
  • Wichtig bei der Wahl eines Holzbohrers ist das Material: Als besonders hochwertig, hitzebeständig und unverbiegbar gelten Modelle aus HS-Stahl (Hochleistungsschnell-Stahl).

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Handwerken ist in Deutschland weit verbreitet. Während manch ein Heimwerker nur aus Spaß herumschraubt und tüftelt, ist die Arbeit am eigenen Haus für andere wichtig, um Geld für professionelle Handwerker zu sparen.

Kein Wunder, dass sich in den meisten Haushalten Werkzeuge befinden. Eine Bohrmaschine zum Beispiel haben hierzulande rund 50 Millionen Menschen. Neben der Maschine benötigt man natürlich auch die entsprechenden Bohraufsätze.

Für Arbeiten am Holz benötigt man Holzbohrer. Für kleinere Arbeiten tut es dabei zwar ein Bohrerset aus dem Discounter. Je anspruchsvoller die Arbeiten sind, desto mehr sollten Sie aber auf Qualität setzen. Ein gebrochener Bohrer ist nicht nur ärgerlich und verzögert die Arbeit, er kann auch das zu bearbeitende Holz beschädigen.

Ein schneller Holzbohrer-Vergleich 2019 zeigt, dass es unterschiedliche Typen von Holzbohrern gibt. Auch darüber hinaus unterscheiden sich die Modelle verschiedener Hersteller und Marken in mehreren Punkten. Wir haben die wichtigsten Kriterien in dieser Kaufberatung für Sie zusammengefasst.

1. Der Holzbohrer – ein Spezialbohrer für Holz

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Holzbohrer sind auf die speziellen Anforderungen von Holz angelegt.

Es gibt prinzipiell für praktisch jedes Material den passenden Bohrer mit einer entsprechenden Bohrerspitze. Diese ist dafür ausgelegt, das jeweilige Material möglichst einfach zu durchbohren und dabei nicht zu beschädigen.

Steinbohrer zerschlagen Stein mit einem hammerförmigen Ende, während Metallbohrer die oberen Metall-Schichten abhobeln wobei sich der Bohrer ins Metall dreht. Metallspäne lösen sich nur an der Bohrstelle. Würden Sie dagegen versuchen, mit einem Steinbohrer oder einem Metallbohrer durch Holz zu bohren, würde das Holz wahrscheinlich zersplittern.

Deshalb kommt für das Durchbohren von Holz der Holzbohrer zum Einsatz. Nur mit ihm können Sie Holz so anbohren, dass es nicht splittert und eine glatte, saubere Bohrung entsteht. Holzbohrer erkennen Sie schnell an dem spitzen Kopf.

2. Diese unterschiedlichen Typen Holzbohrer gibt es

Bei einem Holzbohrer denken viele zuerst an einen Holzspiralbohrer, auch Wendelbohrer genannt. Dieser Typ ist weit verbreitet und flexibel nutzbar. Allerdings gibt es auch noch andere Arten Holzbohrer, die für verschiedene Einsätze besser geeignet sind.

Die verschiedenen Arten Holzbohrer sind:

  • Spiralbohrer
  • Schlangenbohrer
  • Forstnerbohrer (Sacklockbohrer für Holz)

Spiralbohrer sind dabei die Allrounder. Sie sind für alle Holzarten gut geeignet und werden auch als Holzdübelbohrer bezeichnet. Gelegentlich werden sie auch Universalbohrer genannt. Spiralbohrer gibt es in verschiedenen Längen und Breiten. Einige Spiralbohrer haben zwei parallele Schneiden statt einer. Sie sehen etwas wie eine Doppelhelix aus. Für sehr harte Holzsorten sind solche zweispiraligen Bohrer sinnvoll, denn sie gleiten besser in das Holz.

Schlangenbohrer sind dagegen wie geschaffen für die Arbeit an Weichholz oder Leimholz und hier insbesondere für tiefe Bohrungen. Charakteristisch ist die Spitze in Form eines kleinen Gewindes.

Der Forstnerbohrer ist ideal für furnierte Spanplatten und anderes Hart- oder Weichholz. Er dient für breite aber nicht sehr tiefe Bohrungen.

Produktart Eigenschaften
Spiralbohrer
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  • Spiralbohrer sind Universalbohrer für Holz.
  • Gut für alle Holzarten geeignet.
  • In verschiedenen Dicken und Längen erhältlich.
  • Auch als Holzdübelbohrer nutzbar.
Schlangenbohrer
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  • Perfekt für Leimholz und Weichholz.
  • Die Spitze besteht aus einem Mini-Gewinde für sicheren Halt beim Anbohren.
  • Weiter Abstand der Spiralschneide.
  • Gut geeignet für tiefe Bohrungen.
Forstnerbohrer
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  • Gut für breite aber nicht sehr tiefe Bohrungen.
  • Geeignet für Weichholz, Hartholz oder furnierte Spanplatten.
  • Mit ihm werden Astlöcher und Sacklöcher ausgebohrt, weshalb man ihn auch Sacklochbohrer nennt.
  • Für Löcher mit mehr als 150 mm Durchmesser gibt es Lochsägen.

Ein Spezialfall sind sogenannte Fräsbohrer. Diese erweitern das Bohrloch zu einer Linie oder auch einer anderen Form. Sie können mit so einem Aufsatz in das Holz fräsen. Um besonders weite Durchmesser zu erreichen, nutzt man Flachfräsbohrer.

Manchmal werden Holzbohrer fälschlicherweise auch als Gewindebohrer bezeichnet, vermutlich wegen der Spiralform. Gewindebohrer sind aber keine Holzbohrer, sondern Bohrer, die ein Gewinde für Schrauben in Metall bohren.

3. Drauf sollten Sie beim Kauf eines Holzbohrers achten

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Holzbohreraufsätze können mit jedem Gerät kombiniert werden.

Auf die Größe müssen Sie beim Kauf keine Rücksicht nehmen. Holzbohrer passen praktisch in jedes Schnellspannfutter Ihrer Schlagbohrmaschine oder Ihres Akkubohrers.

Kaufen Sie ein Holzbohrer-Set, sind meist unterschiedlich dicke Aufsätze enthalten. Das Bohrfutter passt sich dem Durchmesser aber an. Sie können auch problemlos Sechskant-Schäfte einsetzen.

3.1. Bohrgenauigkeit für präzises Arbeiten

Mehrere Faktoren sind hierfür entscheidend – der Herstellungsprozess sowie das gewählte Material sind ausschlaggebend. Es gilt: Je härter das verwendete Metall, desto länger ist ein Holzbohrer haltbar und desto weniger verbiegt er sich. Billig produzierte Bohrer dagegen sind teilweise schon ab Werk krumm.

Ist das Material nicht hart genug, kann sich der Bohrer zudem im Einsatz verbiegen. Ist ein Holzbohrer stumpf oder hat er feine Unebenheiten, kann das Holz reißen. Bei einer hochwertigen Herstellung werden dagegen perfekt gerade, harte und sauber geschliffene Bohrer hergestellt. Die Qualität ist deshalb für ein gutes Bohrergebnis von größter Bedeutung.

Achtung: Selbst gute Holzbohrer können brechen, wenn sie nur ein wenig schief im Bohrfutter der Bohrmaschine stecken. Der Bohrer dreht dann unrund und schwingt, was ihn bei hohen Geschwindigkeiten brechen lassen kann.

3.2. Material – von rostfreiem Stahl und HS-Stahl

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Achten Sie beim Bohreraufsatz auf das Material: Rostfreier Stahl ist keine Selbstverständlichkeit.

Stahl klingt zunächst immer nach Qualität und viele glauben, dass Stahl automatisch auch rostfrei ist. Das ist zwar meistens, jedoch nicht zwingend der Fall.

Liest man den einen oder anderen Holzbohrer-Test, so überzeugen zumeist Bohrer aus sogenanntem HS-Stahl. Die ist die Abkürzung für “Hochleistungsschnellstahl”. Man findet manchmal auch die Abkürzung „HSS“ abgekürzt für “High Speed Steel”. Diese Stahl-Variante ist wegen der Legierung mehrerer unterschiedlicher Metalle extrem robust und hart. HS-Stahl ist außerdem sehr hitzebeständig, weshalb er auch hohe Schnittgeschwindigkeiten aushält, bei denen der Bohrer durch die Reibung zu Glühen beginnt. HS Stahl hat auch eine hohe Standzeit, es dauert also lange, bis er stumpf wird. Außerdem rostet er nicht.

Andere Stahl-Legierungen, die man häufig findet sind Chrom, Molybdän oder Vanadium. Diese sind ebenfalls rostfrei, allerdings nicht so hart wie HS-Stahl. Manche können sogar brechen oder sich verbiegen. Da diese Legierungen recht günstig in der Herstellung sind, sind sie für gelegentliche Einsätze im heimischen Bereich dennoch eine Alternative.

Tipp: Wenn Sie einen Holzbohrersatz aus Chrom sehen, prüfen Sie genau, ob Chrom tatsächlich Bestandteil der Legierung ist, oder ob der Bohrer nur mit Chrom beschichtet ist. Eine äußere Chromschicht schützt zwar vor Rost, ist aber schnell abgekratzt. Die Bohrer in einem Satz sind normalerweise aus dem gleichen Material.

Lesen Sie hier noch einmal, welche Vor- und Nachteile ein Holzbohrer aus HS-Stahl hat:

  • Extrem harter Bohrer, der sich nicht verbiegt und selten bricht.
  • Der Bohrer aus diesem Material bleibt lange scharf.
  • Das Material rostet nicht.
  • Der Bohrer hält hohe Temperaturen aus.
  • Der Anschaffungspreis ist recht hoch und rechnet sich für Heimwerker nicht immer.

3.3. Kein Abrutschen dank Zentrierspitze

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Die Zentrierspitze hilft beim geraden Bohren.

Beim Bohren ist der Moment des Anbohrens besonders schwierig. Zu leicht kann der Bohrer dabei abrutschen. Mit einer Zentrierspitze passiert Ihnen das kaum noch. Sie hilft, den Bohrer fest und exakt auf eine bestimmte Stelle zu setzen. Sie müssen kaum Kraft aufwenden, damit die Bohrerspitze sich in das Holz bohrt und Sie rutschen nicht weg.

Gerade für punktgenaue Arbeiten ist so eine Zentrierspitze daher sinnvoll. Die meisten neuen Holzbohrer verfügen über eine solche Spitze. Gebrauchte Modelle gibt es aber teilweise noch ohne.

4. Wo kann man einen Holzbohrer kaufen

Der Besuch in Ihrem örtlichen Baumarkt ist sicher eine gute Idee, wenn Sie auf der Suche nach einem geeigneten Holzbohrer oder einem Holzspiralbohrer-Set sind. Allerdings finden Sie in Baumärkten nicht immer die komplette Bandbreite der verfügbaren Bohrer vor.

Eine wesentlich größere Auswahl gibt es in Onlineshop. Im Internet profitieren Sie zudem häufig von Angebotsaktionen, so dass Sie einen günstigen Holzbohrer von guter Qualität erstehen können.

5. Was ist der beste Holzbohrer?

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Kaum ein Grund zum Meckern: Alle getesteten Produkten bestanden die Analyse.

Die Stiftung Warentest hat jüngst Bohrer unter die Lupe genommen und im Rahmen dessen auch einen Holzbohrer-Test durchgeführt. 13 Holzbohrer wurden dabei untersucht.

Einen richtigen Holzbohrer-Vergleichssieger kann man daraus aber kaum ableiten: Alle getesteten Bohrer bekamen die Gesamtwertung “sehr gut”. Unter den Bohrern waren sowohl Marken wie Bosch zu finden, als auch Produkte von Lidl oder Obi. Man muss also in puncto Bohrer-Hersteller und Qualität nicht unbedingt nach bekannten Namen gehen. Die Hersteller Mannesmann, Makita und Famag waren in dem Holzbohrer-Test übrigens nicht vertreten.

6. Fragen und Antworten rund um den Holzbohrer

6.1. Worauf sollte man beim Holzbohren achten?

SDS-Holzbohrer gibt es nicht

SDS- Systeme (SDS steh für Steck-Dreh-Sitz) werden vor allem genutzt, wenn von der Bohrmaschine sehr viel Kraft auf den Bohrer übertragen werden muss. Die Auflagefläche solcher Schäfte beträgt mindestens 60 mm². Für Holzbohrungen ist so viel Kraft nicht erforderlich, weshalb man SDS-Schäfte vorwiegend als Zubehör bei Metall- oder Steinbohrern für einen Bohrhammer vorfindet.

Um saubere und präzise Löcher zu bekommen, ist es wichtig, den Bohrer so gerade wie möglich in das Schnellspannbohrfutter einzuspannen. Da Sie beim Bohren nur einen Versuch haben, sollten Sie zunächst sorgfältig die Zentrierspitze auf die Bohrstelle setzen.

Halten Sie die Bohrmaschine dann möglichst gerade, sonst wir das Loch schief. Natürlich spielt auch die richtige Maschine eine große Rolle. Für normale Löcher mit Bohrern zwischen einem und zehn Millimetern Durchmesser genügen herkömmliche Akku-Bohrschrauber oder auch Handbohrer. Für größere und tiefere Bohrungen benötigen Sie aber eine leistungsfähigere Bohrmaschine. Ein Akkubohrer genügt dann nicht mehr. Stattdessen sollten Sie zur netzbetriebenen Bohrmaschine greifen.

6.2. Wie pflegt man Holzbohrer am besten

Nach getaner Arbeit ist eine Reinigung der Holzbohrer sinnvoll, vor allem wegen möglicher Harze im Holz. Mit einer Bürste können Sie diese ebenso entfernen wie Staub und Holzspäne.

Insbesondere bei günstigen Bohrern ist die Reinigung und Pflege lohnend. Gute Holzbohrer aus rostfreiem Stahl benötigen dagegen weniger Pflege. Wenn Sie einen Holzbohrer lange haben, müssen Sie ihn übrigens nicht gleich entsorgen, wenn er stumpf wird. Es gibt Schleifmaschinen, zumindest für Spiralbohrer. Sie können damit aber keine Schlangenbohrer schärfen.

Tipp: Im Gegensatz zu Metallbohrern, sollten Holzbohrer nicht geölt werden. Öl und Fett verschmutzen die spätere Bohrung im Holz. Außerdem bleiben dann Holzspäne am Bohrer haften.

6.3. Wofür werden Holzdübel genutzt?

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Dübel kommen vor allem im Möbelbau zum Einsatz.

Wer Möbel, einen Geräteschuppen oder ähnlich komplexe Dinge bauen möchte, wird dafür Holzdübel benötigen. Für ungeübte Heimwerker ist das Bohren eines entsprechenden Lochs für den Dübel aber nicht so einfach. Sie sollten deshalb auf Hilfsmittel, wie etwa einen Bohrständer zurückzugreifen. Damit können Sie nicht nur präzise in Holz bohren.

Der Bohrständer sorgt auch dafür, dass die Bohrung nicht zu tief wird, so dass der Dübel später nicht komplett verschwindet. Alternativ nutzen Sie den Tiefenanschlag Ihrer Bohrmaschine. Das ist ein Stift an der Werkzeugseite, der Ihnen anzeigt, wie tief die Bohrung ist. Einen ähnlichen Effekt erzielen Sie mit Dübelmanschetten, die manchen Holzdübel-Sets beiliegen. Diese Manschetten können preiswerte Holzbohrer allerdings mit der Zeit stumpf werden lassen.

6.4. Wofür gibt es Senker?

Bohrer mit einem sogenannten Senker sind dafür dar, den Kopf von Holzschrauben im Holz verschwinden zu lassen. Mit hoher Geschwindigkeit lassen sich Spaxschrauben zwar auch ohne einen solchen Spezialbohrer versenken, dabei kann das Holz aber splittern.

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