Komposter Test 2019

Die besten Offenen-, Schnell- und Thermokomposter im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Komposter ist eine Alternative zum offenen Komposthaufen. Es handelt sich um eine Box, in der Garten- und Küchenabfälle kompostiert werden können.
  • Komposter gibt es in offenen und geschlossenen Varianten. In offenen Kompostern dauert die Kompostierung zwar länger, der Humus wird aber feiner. In geschlossenen Kompostern entsteht eher grober Humus, dafür geht es schneller.
  • Der Humus kann auf natürliche Weise den Dünger ersetzen. Somit schont ein eigener Komposter Umwelt und Geldbeutel.

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Viele Gärtner kompostieren ihre Garten- und auch Küchenabfälle. Sie bekommen dadurch einen natürlichen Dünger, der wenig kostet und ihre Pflanzen und Blumen zum Strahlen bringt.

Der Klassiker ist der offene Komposthaufen. Mittlerweile gibt es jedoch fertige Komposter, die einem einiges an Arbeit und in vielen Fällen auch Wartezeit sparen.

Unser Komposter-Vergleich 2019 zeigt jedoch, dass es eine Vielzahl verschiedener Modelle der unterschiedlichen Marken und Hersteller gibt. Schnellkomposter, Thermokomposter, offen oder geschlossen – da zu entscheiden, welches der beste Komposter für die eigenen Zwecke ist, ist gar nicht so einfach. Wir haben deshalb in dieser Kaufberatung die wichtigsten Kriterien für Sie zusammengefasst.

1. Wie funktioniert ein Komposter ?

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Bitte nicht verwechseln: Humus und Hummus.

Beim Kompostieren werden organische Abfälle durch Sauerstoff und bestimmte Bakterien und Pilze in Kohlendioxid und wasserlösliche Mineralstoffe wie Nitrate, Ammoniumsalze, Phosphor- und Kalium- und Magnesiumverbindungen zersetzt. Die Stoffe, die dabei entstehen, sind sogenannte “wasserlösliche Mineralstoffe”. Sie eignen sich sehr gut als Düngemittel.

Deshalb betreiben auch viele Hobbygärtner im Garten eine Kompostierung. Dafür werden Gartenabfälle, Grünschnitt, Küchenabfälle oder Biomüll klassischerweise auf einen losen Haufen geschichtet, damit sie dort verrotten.

Allerdings zieht dieses Vorgehen Ungeziefer wie Ratten an. Außerdem stinkt der Haufen und Wind und Tiere können die Abfälle im Garten verteilen. Besser ist es daher, man nimmt einen Komposter zu Hilfe.

Die quadratische Box aus Holz, Metall oder Kunststoff nimmt den Abfall auf. Dabei unterscheidet man Modelle, die nach oben hin offen sind von geschlossenen Systemen, wie Thermo- oder Schnellkompostern.

Das Resultat des Kompostierens nennt man Humus. Ein selbst hergestellter Humus mit einem hohen Nährstoffgehalt kann gekauften Dünger oder Blumenerde hervorragend ersetzen. Nicht zu verwechseln ist der vom lateinischen Wort für Erdboden abstammende Begriff “Humus” mit dem “Hummus”. Letzteres ist eine Kichererbsenpaste, die im orientalischen Raum eine verbreitete Vorspeise ist.

2. Die verschiedenen Arten von Kompostern

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Im Komposter produzieren Sie Ihren eigenen Dünger für den Garten.

Ganz grob kann man Komposter zunächst in zwei Typen unterteilen: Offene und geschlossene Kompostbehälter. In offenen Kompostern bekommen Sie am Ende einen feineren Humus. Allerdings dauert die Kompostierung länger und Ungeziefer kann angezogen werden. Außerdem müssen Sie den Kompost umsetzen.

Einfacher in der Handhabung sind geschlossene Komposter. Sie arbeiten schneller und halten Schädlinge ab. Auch sparen Sie sich bei Modellen mit mehreren Kammern die Umsetzung. Allerdings ist der Humus am Ende grober.

Für kleine Mengen Bioabfall und Gärtner, die wenig Zeit haben, sind solche geschlossenen Systeme also gut geeignet. Ambitionierte Gärtner werden wahrscheinlich eher zu einem offenen Komposter greifen, um einen feineren und nährstoffreicheren Humus zu bekommen.

Lesen Sie hier noch einmal zusammenfassend, welche Vor- und Nachteile ein geschlossener Komposter hat.

  • Die Kompostierung geht schneller: Bei manchen Modellen ist sie in fünf bis acht Wochen beendet, während offene Komposter bis zu ein Jahr brauchen.
  • Sie müssen den Kompost nicht umsetzen.
  • Schädlinge werden abgehalten.
  • Der Kompost wird nicht so fein und nährstoffreich wie in einem offenen Behälter.

Man kann die offenen und geschlossenen Komposter aber noch weiter unterteilen:

Art Merkmale
Offene Komposter – Komposter aus Holz
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  • Holzkomposter gibt es oft als Set zum Selberaufbauen.
  • Holzkomposter sind einfach aufzubauen und passen optisch gut in den Garten.
  • Das Kompostieren dauert meist recht lange, weil Holzkomposter oft Einkammersysteme sind. Sie müssen den Kompost dann auch per Hand umsetzen.
  • Für Komposter aus Holz wird oft Kiefern- oder Fichtenholz verwendet. Es ist imprägniert, so dass der Holzkomposter wetterbeständig ist und recht gut hält. Nach einigen Jahren zeigen sich aber dennoch Abnutzungserscheinungen.
Offene Komposter – Komposter aus Metall
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  • Werden ebenfalls oft als Bausatz verkauft und haben häufig einen Gitter-Deckel, was eine gute Belüftung ermöglicht.
  • Der Aufbau ist leicht, die Modelle sind aber etwas weniger stabil als Holzkomposter.
  • Ein Problem kann Rost sein. Es gibt zwar verzinkte Modelle, Zink kann aber wiederum den Humus verunreinigen.
  • Bei pulverbeschichtetem Eisen kann sich der Lack schnell lösen.
Offene Komposter – Komposter aus Kunststoff
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  • Kunststoff ist als Material für Komposter nicht sehr weit verbreitet, obwohl es mehrere Vorteile hat.
  • Kunststoff ist witterungsbeständig und stabil.
  • Die Verrottung schadet dem Kunststoff nicht.
  • Kunststoff-Komposter können auch als Hochbeet genutzt werden.
Geschlossene Komposter – Schnellkomposter
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  • Durch den Mangel an Luft und die Energie, die bei der Zersetzung frei wird, entsteht große Wärme, was den Kompost schneller verrotten lässt.
  • Am Boden haben Schnellkomposter oft Löcher, damit Würmer und kleine Insekten in den Komposter gelangen und bei der Zersetzung helfen können.
  • Das Kompostiergut muss zu Beginn gut durchgemischt werden.
  • Schnellkomposter sind normalerweise aus Metall oder Kunststoff.
Geschlossene Komposter – Thermokomposter
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  • Thermo-Komposter sind eine Weiterentwicklung der Schnellkomposter. Dank einer isolierenden Schicht wird die Temperatur im Inneren nochmal erhöht und damit die Zersetzung weiter beschleunigt.
  • Thermokomposter sind nur für geringe Mengen an Abfall interessant, bei denen sich der Kompost sonst von alleine nicht stark genug erwärmt.
  • Auf eine Verdichtung sollten Sie verzichten, weil der Kompost sonst nicht genug belüftet wird und die Zersetzung länger dauert.
Geschlossene Komposter – Rollkomposter
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  • Rollkomposter gibt erst seit einigen Jahren.
  • Es handelt sich um einen trommelförmigen Komposter, der optisch an einen Betonmischer erinnert.
  • Der Kompost wird in diesem Komposter ständig durchmischt.
  • Die Zersetzung geht recht schnell. Rollkomposter haben oft seitliche Klappen, die man zum Befüllen oder Entnehmen nutzen kann.

3. Kaufkriterien – worauf es sonst noch ankommt

Die Entscheidung für einen Komposter-Typ ist die wichtigste, grundsätzliche Entscheidung, die Sie treffen müssen. Dennoch gibt es abgesehen von der Kategorie weitere, wichtige Kriterien, die Sie in Ihren persönlichen Komposter-Test einfließen lassen sollten.

3.1. Größe und volumen passend zum Bedarf

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Für einen großen Garten empfehlen wir mehr als einen Komposter.

Wie groß der Kompostierer sein sollte, hängt stark davon ab, wie viele Garten-und Küchenabfälle bei Ihnen anfallen. Denken Sie nur an den Rasenschnitt, den Ihr Rasenmäher regelmäßig erzeugt, wenn Sie keinen Häcksler nutzen. Dazu kommt sonstiger Bio-Müll.

Wenn Sie den Komposter nur für den Rasenschnitt einer kleinen Rasenfläche bis 300 m² nutzen, reicht ein Kompostbehälter mit einem Fassungsvermögen von etwa 300 Litern. 500 bis 800 Liter Fassungsvermögen sind dagegen sinnvoll, wenn Ihr Garten größer ist und Sie auch abgeschnittene Zweige von Bäumen oder Sträuchern kompostieren möchten. Notfalls können Sie aber auch mehrere Komposter aufstellen.

3.2. Dieses Zubehör ist hilfreich

Es gibt für viele Komposter sinnvolles Zubehör. So können Sie zum Beispiel einfache Schnellkomposter mit einem Bodengitter ausstatten. Dieses sorgt für eine gute Bodenbelüftung und verhindert, dass Kleintiere in den Komposter gelangen.

Auch für offene Kompostierer gibt es im Handel Komposter-Gitter und auch optionale Deckel. Diese bieten sich vor allem an, wenn Sie Küchenabfälle kompostieren, die sonst stark stinken.

Als weiteres Zubehör gibt es Schnellkomposterlösungen zu kaufen. Dieses Kalk- und Gesteinsmehl, kann in regelmäßigen Abständen zwischen die einzelnen Kompostlagen gegeben werden.

4. So nutzt man den Komposter richtig

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Gärtners Liebling – Der Regenwurm hilft bei der Herstellung Ihres hauseigenen Düngers.

Stellen Sie den Komposter an einem schattigen, gut erreichbaren und windgeschützten Platz auf. Er sollte auf offener Erde stehen und nicht auf gepflastertem Untergrund, damit Würmer und Insekten in den Kompost kriechen können. Diese helfen bei der Kompostierung.

Beim Befüllen müssen Sie von Anfang an auf ein ausgewogenes Verhältnis aus feuchten und trockenen Materialen achten. Die Basis sollte eine Schicht aus größeren Teilen wie zum Beispiel Zweigen bilden. Darauf kommen entweder reifer Kompost oder Kompoststarter. Nun schichten Sie abwechselnd trockene Abfälle wie Zweige oder feuchte Abfälle wie Laub, Rasenschnitt oder Biomüll in den Komposter.

Je nach Modell muss der Kompost regelmäßig umgesetzt werde, um Sauerstoff hineinzulassen. Bei offenen Kompostern ist das nicht erforderlich. Der beste Zeitpunkt dafür ist Februar.

Tipp: Das Umsetzen meint eine Durchmischung des Komposts. Dadurch kommt wieder Sauerstoff in den Kompost und er verrottet schneller. Durchmischen Sie den Kompost mit einem Rechen oder einer Mistgabel und sieben Sie ihn danach in einen anderen Behält. Feiner Humus, der durch das Sieb fällt, kann als Erde genutzt werden. Größere Stücke gehören zurück in den Kompost.

5. Das darf in den Komposter

Nicht alles darf in den Gartenkomposter gegeben werden. Damit Sie richtig kompostieren, beachten Sie, das nichts in den Kompost darf, das sich nicht bzw. extrem langsam zersetzt, also keine Materialien wie Glas, Plastik, Leder, Stein oder Porzellan.

Aber auch Fette und Öle, Fleisch oder Fisch, Gebäck und Asche sowie Zigaretten gehören nicht in den Komposter. Geben Sie auch keine kranken Pflanzen hinein.

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Was aus Topf und Pfanne kommt, gehört nicht in den Kompost.

Stattdessen können Sie mit folgenden Dingen Ihren Komposter befüllen:

  • Pflanzenreste und Grün-Schnitt
  • Gartenabfälle
  • Obst- und Gemüseabfälle
  • Benutztes Kaffeepulver und benutzte Teeblätter
  • Eierschalen
  • Haare und Federn
  • Kleintierstreu
  • Geringe Mengen Kot von Nutztieren

Achtung: Achten Sie darauf, keine tierischen Essensreste oder gekochtes Essen auf den Kompost zu werfen. Dies kann Ratten, Füchse oder Waschbären anlocken. Wenn diese einmal Lunte gerochen haben, wird man sie kaum noch los.

6. Gibt es einen Komposter-Test?

Die Stiftung Warentest hat 2004 einen Komposter-Test durchgeführt. Zwar ist dieser schon einige Jahre alt, doch die von den Testern überprüften Kriterien sind sicher immer noch eine gute Orientierung.

Komposter-Vergleichssieger wurde damals der Thermokomposter Handy von Neudorff. Ein Problem bei einigen Modellen war, dass sich der fertige Kompost schlecht entnehmen ließ. Auch boten manche Komposter keinen ausreichenden Schutz gegen Kleintiere.

7. Fragen und Antworten zum Komposter

7.1. Wo kann man einen Komposter kaufen?

Humusboden kaufen

Wenn Sie nicht mehr länger auf guten Humusboden warten möchten, können Sie diesen auch günstig bei städtischen Kompostwerken bekommen. Der Kauf im Baumarkt lohnt sich dagegen finanziell nicht. Sie können außerdem einen Rasenmäher mit Mulchfunktion nutzen, so dass der Rasenschnitt gleich zum Düngen des Rasens dient.

Da, wo Sie auch einen Gartenschlauch, einen Rasenmäher oder Pflanzen kaufen können, finden Sie natürlich auch einen Komposter: In Ihrem Baumarkt des Vertrauens. Dort gibt es sicher verschiedene Modelle von bekannten Herstellern wie Neudorff, Juwel, Brista, Graf, Garden Plaesure oder Loggyland.

Sie können im Baumarkt auch gleich die verschiedenen Komposter unter die Lupe nehmen und Ihren eigenen kleinen Komposter-Test durchführen. Allerdings sind die Preise im Laden nicht unbedingt am niedrigsten.

Wenn Sie einen günstigen Komposter kaufen möchten, werden Sie eher im Internet fündig. Beim Online-Kauf können Sie auch von den Bewertungen anderer Käufer profitieren.

7.2. Kann man einen Komposter selber bauen?

Mit ein paar Brettern können Sie ohne Probleme auch selbst einen Holzkomposter bauen. Eine genaue Anleitung finden Sie hier.

7.3. Wie lange dauert das Kompostieren?

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Unverarbeitete Obst- und Gemüsereste dürfen auf den Kompost

Die Dauer des Kompostierens ist sehr unterschiedlich und hängt davon ab, für welchen Komposter Sie sich entscheiden.

Ein Thermokomposter kann in wenigen Wochen fertig sein: Nach etwa fünf bis acht Wochen haben Sie im Idealfall schon fertigen Humus. Offene Komposter benötigen dagegen bis zu einem Jahr. Grundsätzlich geht die Zersetzung schneller, wenn es wärmer ist.

Tipp: Um zu sehen, ob der Kompost reif ist, können Sie den Kresse-Test anwenden: Sähen Sie Kresse in einen Topf mit 50 Prozent Beeterde und 50 Prozent Komposterde aus. Gedeiht die Kresse, ist der Kompost fertig. Wenn die Kresse eingeht oder nicht keimt, lassen Sie ihn noch ruhen.

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