Sandstrahlpistole Test 2020

Die besten Sandstrahlpistolen im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze
  • Jeder Sandstrahlpistolen-Typ wird von einem Kompressor angetrieben. Der benötigte Arbeitsdruck liegt in der Regel zwischen zwei und acht Bar.
  • Sandstrahlpistolen mit einem Saugbecher eignen sich besser für kleinere Flächen. Das Strahlgut in diesem Becher reicht meist nicht für größere Arbeiten. Als Strahlmittel eignen sich z. B. Sand, Kunststoffgranulat oder Schlacke.
  • Ist der Druck des Kompressors einstellbar, können Sie den benötigten Luftbedarf während Ihrer Arbeiten anpassen. Ein geringerer Druck ist für präzisere Arbeiten an kleineren Flächen ratsam.

Sandstrahlpistole Test

Damit Sie Ihren Gartenzaun neu lackieren können, muss die alte Farbschicht zunächst abgetragen werden. Mit normalem Schmiergelpapier kann dies bei einem größeren Zaun allerdings länger dauern. Damit Sie sich etwas Zeit sparen können, ist die Arbeit mit einer Sandstrahlpistole günstig. Das Strahlmittel wird mit hohem Druck auf Ihren Zaun geschleudert und entfernt so die oberste Lackschicht.

Sie können mit einer Sandstrahlpistole nicht nur Farbe und Lack von verschiedenen Materialien entfernen, sondern auch Rost von Metallen. Welche Sandstrahlpistolen-Typen es gibt, mit welchem Strahlgut Sie sandstrahlen können und wieso Quarzsand verboten ist, erläutern wir in unserem Sandstrahlpistolen-Vergleich 2020.

1. Sandstrahlpistolen-Typen: Mit Saugbecher besser in Zwischenräumen

Innovation: Die Sodastrahlpistole

Die Sodastrahlpistole bietet ein noch relativ neues, aber auch schonenderes Verfahren zur Beseitigung von Lack, Farbe, Schmutz und Schimmel. Hier wird Sodapulver (Natriumcarbonat) anstelle von Sand auf die Flächen gesprüht. Empfindliche Materialien wie zum Beispiel Gummi werden bei diesem Vorgang nicht beschädigt. Durch die Verwendung von Soda wird die Rostbildung verhindert.

Mit Hilfe der Sandstrahlpistole werden unschöne Oberflächen abgetragen (z. B. Rost oder Lackreste) oder Materialien von Farbe befreit, um diese weiter bearbeiten zu können. Das Sandstrahlmittel wird durch den hohen Druck, den ein Kompressor erzeugt, aus der Pistole geschleudert. Beim Aufprall auf dem Material entsteht ein ähnlicher Effekt wie beim Schleifpapier und die oberste Schicht wird abgetragen.

Lackreste und Rost können Sie natürlich auch mit einem Bandschleifer oder Schmiergelpapier entfernen. Dies benötigt allerdings mehr Muskelkraft als der Einsatz der besten Sandstrahlpistole. Gerade für größere Flächen eignen sich Strahlpistolen mit Schläuchen, da sie durch den größeren Strahlgutbehälter auch mehr Sand auf das Material schleudern können.

Sandstrahlgerät
Die Sandstrahlpistole gehört zu den elektrischen Geräten, da sie mit einem Kompressor angetrieben wird.

Folgende Materialien eignen sich als Strahlgut:

  1. Sand
  2. Kies
  3. Schlacke
  4. Glasperlen
  5. Kunststoffgranulat

Kleinere Sandstrahlgeräte sind Pistolen mit einem Saugbecher. Durch die kompakte Größe kommen sie besser an schwer erreichbare Stellen. Das macht die mobilen Sandstrahler besser für den Einsatz kleinerer Flächen. Allerdings sind sie auch nur bedingt mobil, denn ein Strahlgerät funktioniert stets nur mit einem Kompressor und ist somit an die Reichweite von diesem gebunden.

Welche Unterschiede es zwischen Sandstrahlpistolen mit Schlauch und mit Saugbecher gibt, haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst.

 Art  Funktionsweise
Sandstrahlpistole mit Ansaugbecher

Sandstrahlpistole mit Saugbecher

  •  für kleinere und schwer zugängliche Flächen geeignet
  • Schlauch für Druckluft notwendig
  • handlich und mobil
  • weniger Sandstrahlgut im Behälter (höherer Zeitaufwand)
Sandstrahlpistole mit Schlauch

Sandstrahlpistole mit Schlauch

  • geeignet für größere Flächen (z. B. Karosserie Ihres Autos)
  • externer Strahlgutbehälter ist größer – weniger Zeitaufwand
  • zwei Schläuche für Druckluft und Strahlmittel notwendig
  • durch mehr Zubehör (Kompressor und Strahlgutbehälter) schwerer zu transportieren

In Deutschland ist das Sandstrahlen mit Quarzsand verboten. Durch den feinen Staub, den der Sand bei der Nutzung verursacht, treten schwere gesundheitliche Schäden auf. Dieser korrosionsschutzdepotStaub dringt sogar durch eine Atemschutzmaske und setzt sich in der Lunge und den Atemwegen fest.
Die Silikose (Quarzstaublunge) ist eine der häufigsten Folgeerkrankungen nach intensivem Kontakt mit Quarzsand. Dadurch wird die Lunge geschwächt und der Patient wird sehr anfällig für weitere Lungenerkrankungen.

2. Kaufkriterien für Sandstrahlpistolen: Darauf sollten Sie achten

Strahlpistole
Sandstrahlmaschinen werden in der Industrie stets mit passender Schutzausrüstung verwendet.

Wenn Sie eine Sandstrahlpistole kaufen, sollten Sie beachten, dass jede Pistole einen Kompressor benötigt, um zu funktionieren. Weiteres Zubehör, wie ein zusätzlicher Strahlgutbehälter (Sandstrahlkessel) für Strahlpistolen mit Schlauch sollten ebenfalls mit einbezogen werden. Da die Stiftung Warentest bisher keinen Sandstrahlpistolen-Test durchgeführt hat, erfahren Sie in unserer Kaufberatung, welche Kriterien Sie beim Kauf beachten sollten.

2.1. der richtige Druck: 300 Liter pro Minute für größere Flächen

Die Druckluft des Kompressors entscheidet darüber, wie schnell der Sand aus der Pistole geschleudert wird. Der Arbeitsdruck für eine Sandstrahlpistole sollte zwischen zwei und acht Bar betragen. Zudem sollten Sie darauf achten, dass Sie den Druck des Kompressors regulieren können. Je nach Größe der Fläche wird nämlich ein anderer Luftbedarf benötigt.

Strahlmittel
Eine Sandstrahlanlage entfernt zuverlässig Rost von Metallen.

Auch die Empfindlichkeit der Materialien sollten Sie bei der Arbeit berücksichtigen. Weiche Holzarten (Fichte, Kiefer, Tanne) bearbeiten Sie besser mit einem geringeren Druck als harte Materialien wie Stahl. Für kleinere Flächen wird in der Regel ein Luftbedarf von 150 Liter pro Minute benötigt. Damit der Strahlsand schneller aus der Pistole geschleudert wird und Sie größere Flächen mit einem geringeren Zeitaufwand bearbeiten können, wird ein Luftbedarf von 300 Litern pro Minute empfohlen.

2.2. für Kompressoren üblich – 1/4”-Anschlüsse

Achten Sie bei Ihrem persönlichen Sandstrahlpistolen-Vergleichssieger darauf, dass der Anschluss für den Kompressor passend ist. In der Regel haben die Kompressoren und Pistolen einen 1/4”-Anschluss. Ein 3/8”-Anschluss ist zwar selten, jedoch sind einige Modelle mit diesem Anschluss ausgestattet. In diesem Fall benötigen Sie eine Kupplung (bzw. einen Adapter), um die zwei Geräte miteinander zu verbinden.

sandstrahlanlageDiverse Sandstrahlpistolen-Tests haben sich bereits mit den unterschiedlichen Volumina der Saugbecher beschäftigt. Ist dieser Becher eher klein, müssen Sie Ihr Werkzeug gegebenenfalls häufiger mit Sand auffüllen, wodurch sich die Arbeitszeit erhöht.

2.3. Zubehör: Druckluft-Sandstrahlpistolen mit Rückgewinnung verfügen über einen Fangsack

Sandstrahlmittel
Auch von Stein lässt sich der Schmutz durch das Sandstrahlen entfernen.

Sandstrahlen Sie zu Hause (z. B. im Garten oder der Garage), ist ein Modell mit einem Fangsack sehr zu empfehlen, da Sie weniger Geld für weiteres Strahlgut ausgeben müssen. Dieser Fangsack ist bei Sandstrahlpistolen mit Rückgewinnung montiert. Das bedeutet, dass ein Teil des Strahlmittels nach dem Herausschleudern in diesem Sack wieder gesammelt wird. So können Sie diesen Strahlsand erneut verwenden, wodurch sich die Folgekosten durch weiteren Sand vermindern.

Einige Marken und Hersteller legen ihren Produkten Ersatz-Sandstrahldüsen bei. Da die groben Körner mit hohem Druck aus der Pistole katapultiert werden, nutzt sich die Düse irgendwann ab. Zwar sind diese Ersatzteile auch im Baumarkt erhältlich, allerdings ist es nur schwer abzusehen, wann eine neue Düse fällig ist. Daher können Sie die neue schnell aufsetzen und Ihre Arbeit weiter fortsetzen, ohne den Baumarkt aufsuchen zu müssen.

SodastrahlpistoleWenn Sie einen Sandstrahler mieten, empfehlen wir Ihnen, auch auf das Gewicht zu achten. Sandstrahlpistolen mit Schläuchen wiegen in Ihrer Hand meist weniger, da das Strahlgut in einem separaten Behälter aufbewahrt wird. Arbeiten Sie mit einer Pistole mit Ansaugbecher, führen Sie das Strahlgut stets in Ihrer Hand mit.

Hersteller qualitativ hochwertiger Werkzeuge wie Einhell, Güde oder Metabo können auch bei der Herstellung von Sandstrahlpistolen überzeugen. Diese Modelle sind in der Regel etwas teurer, arbeiten jedoch zuverlässiger als günstigere Sandstrahlpistolen (z. B. von Berlan). Diese Marken sind eher für die Kategorie “Hobby-Handwerken” geeignet, da das Werkzeug nicht so langlebig ist wie die teureren Varianten.

  • Aerotec
  • BGS
  • Dema
  • Einhell
  • Güde
  • Kärcher
  • KS Tools
  • Mauk
  • Metabo
  • Meyer
  • Rodcraft
  • Rowi
  • Schneider
  • Varo

3. Fragen und Antworten rund um das Thema Sandstrahlpistole

3.1. Sind Rostlöser eine Alternative zum Sandstrahlen?

Die meisten Rostentferner, die Sie in Drogerien oder Baumärkten erwerben können, werden mit Chemikalien hergestellt. Das Sandstrahlen ist umweltfreundlicher, da Sie keinen Abfall durch leere Dosen erzeugen. Das richtige Strahlgut (z. B. Sand) ist ebenfalls besser für die Umwelt als das chemische Gemisch.

Welche Vor- und Nachteile haben Sandstrahlpistolen gegenüber chemischen Rostlösern?

  • Entfernung von Farbe, Lack, Rost, Schmutz
  • meist umweltfreundlicher (abhängig vom Strahlmittel)
  • besonders gut zur Bearbeitung großer Flächen geeignet (Pistolen mit Schlauch)
  • Anwendung auf verschiedenen Materialien möglich (Stahl, Stein, Holz)
  • Tragen von Schutzkleidung empfohlen (feiner Staub)
  • funktioniert nicht ohne Zubehör (Kompressor, eventuell Strahlgutbehälter)

3.2. Gibt es spezielle Schutzkleidung fürs Sandstrahlen?

Druckluft
In einer Sandstrahlkabine werden die Gegenstände von allen Seiten mit Sand angestrahlt.

Gerade wenn Profis mit einem Sandstrahlgerät arbeiten, tragen sie stets einen Schutzanzug, eine Sicherheitsbrille und einen Atemschutz. Der feine Staub, den das Sandstrahlmittel erzeugt, setzt sich überall fest, wenn Sie in einem geschlossenen Raum arbeiten. Wir empfehlen Ihnen daher, mindestens Handschuhe, eine Sicherheitsbrille und einen Atemschutz zu tragen, wenn Sie mit der Sandstrahlpistole arbeiten. Ist Ihr Kompressor lauter als 70 dB, ist ein Gehörschutz während der Arbeit ebenfalls ratsam.

Da sich der Staub im geschlossenen Raum überall absetzt, sollten Sie Ihren Arbeitsplatz anschließend gründlich reinigen. Arbeiten Sie im Freien, achten Sie darauf, dass nicht zu starker Wind weht, der den Sandstrahl in eine andere Richtung lenkt.

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