Zecken

Der Frühling lädt zum Aufenthalt im Freien und auch zur Gartenarbeit ein. Dabei droht jedoch das Risiko von Zeckenstichen – und mit ihnen die Gefahr einer Ansteckung mit den gefährlichen Krankheiten FSME und Borreliose. Während die meisten Menschen mittlerweile wissen, dass sie sich im Wald vor Zecken schützen müssen, wird das Risiko bei der Gartenarbeit noch häufig unterschätzt, warnen Experten

1. Was sind Zecken und warum sind sie gefährlich?

Bei der Familie der Zecken handelt es sich um Parasiten, die sich von Blut ernähren – dazu gehören bevorzugt Wildtiere wie etwa Rehe, aber auch Haustiere (insbesondere Hunde) und Menschen. In unseren Breitengraden ist der „gemeine Holzbock“ die verbreitetste Zeckenart. Zecken “beißen” nicht im üblichen Sinne, sondern durchbohren mit ihrem speziell geformten Kiefer die Haut des Wirtes. Anschließend schieben sie ihren Saugrüssel in die Wunde und saugen sich mit dem austretenden Blut voll. Nachdem sich die Zecke mit Blut vollgesogen hat, lässt sie sich von ihrem Wirt fallen.

Der Stich selbst ist zwar unangenehm, für den Wirt aber nicht gefährlich. Das Problem ist, dass Zecken, wenn sie länger saugen, auch Körperflüssigkeiten in die Wunde abgeben. Dabei werden Krankheiten übertragen. In Deutschland können Zecken neben Borreliose die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis (kurz FSME) übertragen. FSME führt zu grippeähnlichen Symptomen und bei einigen Betroffenen zu Hirnhautentzündungen (Enzephalitis). In besonders schweren Fällen bleiben dauerhafte Schäden in Form von Lähmungen zurück.

2. Gebiete mit erhöhter Zeckengefahr

Nicht jede Zecke ist Träger des FSME-Erregers. Laut Schätzungen des Robert-Koch-Instituts liegt der Anteil je nach Gebiet bei 0,1 % bis 3,4 %. Besonders hoch ist die Gefahr in Süddeutschland, dort kommt der Erreger am häufigsten vor. Wenn Sie wissen möchten, ob Ihr Wohn- oder Urlaubsort in ein Risikogebiet fällt, können Sie sich mit dieser Karte des Robert-Koch-Instituts informieren.

3. Achtung bei der Gartenarbeit

Zecke auf Blatt

Hobbygärtner sind größerem Risiko eines Zeckenbisses ausgesetzt.

Neben Laub- und Mischwäldern sind aktuellen Untersuchungen zufolge auch Gärten mitunter Lebensraum von Zecken. Das Robert-Koch-Institut hat in einer Studie herausgefunden, dass die Gefahr durch Zecken im Garten unterschätzt wird: Menschen, die häufig im Garten arbeiten und dabei Büsche, Sträucher und Gras berühren, haben ein höheres Risiko, an Lyme-Borreliose zu erkranken.

Häufig werden die Zecken von Kleintieren, wie Mäusen oder Igeln, in den heimischen Garten eingeschleppt.

4. So schützen Sie sich

Zecke auf HautTreffen Sie bei der Gartenarbeit ebenso wie beim Aufenthalt im Wald einige Schutzmaßnahmen. Wichtig ist geeignete Kleidung. Dazu zählen feste Schuhe, lange Hosen und langärmelige Oberteile. Am besten sind helle Farben, denn auf dem hellen Stoff lassen sich Zecken besser erkennen. Zusätzlich können Anti-Zeckenmittel aus der Apotheke helfen, Zecken fern zu halten.

Suchen Sie sich nach der Gartenarbeit am gesamten Körper ab. Zecken krabbeln oft eine Weile auf dem Körper des Wirtes umher und suchen eine gut durchblutete, dünne Hautstelle. Achten Sie besonders auf Achseln, Kniekehlen, Hals, Kopf und Schritt.

Daneben können Sie auch Ihren Garten so unwirtlich wie möglich für Zecken machen. Zecken bevorzugen schattige Stellen und brauchen zum Überleben eine hohe Luftfeuchtigkeit. Schneiden Sie Bäume und Sträucher so zurück, dass mehr Sonne auf den Boden fällt. Laubhaufen und Moos sollten Sie entfernen, mähen Sie regelmäßig das Gras möglichst kurz und verzichten Sie auf Rasensprenger – dann wird es der Zecke zu heiß und trocken in Ihrem Garten.

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