Zitronenbaum überwintern: So entgeht Ihr Baum dem Frost im Winterquartier

Welcher Ort ist für eine Überwinterung geeignet?

Die Wahl des richtigen Standorts ist entscheidend. Bestenfalls wählen Sie einen abgeschlossenen Raum mit viel Licht.

Auf welche Kriterien muss ich achten?

Die entscheidenden Faktoren für eine gelungene Überwinterung sind Temperatur und Licht.

Wann ist der beste Zeitpunkt?

Je nachdem in welcher Region Sie leben, weicht der perfekte Zeitpunkt für die Überwinterung leicht ab.

Sie stehen wie kaum eine andere Frucht für Sommer, Sonne und mediterrane Lebensfreude und wenig verwunderlich äußerst beliebt auf heimischen Balkonen, Terrasse sowie im Garten. Doch was sollten Sie tun, wenn die Tage wieder kürzer werden, die Temperaturen sinken und langsam, aber sicher der Herbst vor der Tür steht?

Zitronenbäume gelten nicht gerade als die genügsamsten und unkompliziertesten Gewächse, wenn es um das Überwintern geht. Wir zeigen Ihnen, in diesem Ratgeber, wie Sie Ihren Zitronenbaum überwintern, warum Sie den Zitronenbaum besser nicht im Wohnzimmer oder generell in der Wohnung unterbringen sollten und welche Fehler Sie noch vermeiden können. Des Weiteren geben wir Ihnen Anhaltspunkte, ab wann Sie mit den Vorbereitungen beginnen sollten.

1. Zitronenbaum überwintern – aber richtig

Frost auf Pflanze

Bei der Überwinterung gilt die oberste Regel: Die Pflanze unbedingt vor Frost schützen.

Zitronenbäume sind ein mediterranes Klima gewöhnt und nicht winterhart. Genauer gesagt tragen bereits bei Temperaturen ab minus 2 Grad Celsius Blüten, Knospen und jüngere Blätter eine Schädigung davon.

Daher lautet das wichtigste Kriterium für die Überwinterung: Den Zitronenbaum vor Frost schützen. Dabei ist die richtige Wahl des Standorts entscheidend. Bestenfalls bringen Sie Ihren Zitronenbaum in einem geschlossenen Raum mit hohem Lichteinfall unter. Hier sind Gartenhäuser und Wintergärten eine gute Wahl.

Aber auch im Treppenhaus oder einer Garage, diese sollte jedoch frostfrei sein, bringen Sie den Zitronenbaum heil über den kalten Winter. Viele begehen den Fehler und bringen den Zitronenbaum auf dem Balkon, im Wohnzimmer bzw. generell in der Wohnung unter.

Aufgrund der Temperaturschwankungen, die sich insbesondere durch die Nutzung der Heizung ergeben, ist dies jedoch keine gute Wahl. Auch der Keller stellt keinen geeigneten Ort für die Überwinterung dar.

Der Zitronenbaum hat seinen Ursprung in Asien. Etwa 1000 n. Chr. gelangten die ersten Exemplare auf dem Schiffsweg nach Spanien.

2. Auf Licht und Temperatur achten

Zitronenbaum im Topf

Je nach Klimagebiet sollten Sie Ihren Zitronenbaum rechtzeitig nach Drinnen bringen und die Überwinterung vorbereiten.

Stellen Sie bei der Suche nach einem geeigneten Standort sicher, dass der Zitronenbaum mindestens sechs Stunden Helligkeit am Tag bekommt und vermeiden Sie, ihn danach wieder zu bewegen, da der Baum empfindlich auf Standortwechsel reagiert.

Die für den Zitronenbaum nicht immer perfekten deutschen Lichtverhältnisse im Winter können Sie über die geeignete Temperatur wieder ausgleichen. Der Trick lautet, die Zitrone eher bei kühlen Temperaturen zu überwintern. Denn bei Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad Celsius begibt sich der Zitronenbaum in die Winterruhe. Photosynthese und Stoffwechsel sind reduziert und die Zitronen kommt nun auch mit der reduzierten Lichtstärke gut aus.

Auch Gießen sollten Sie den Zitronenbaum während der Überwinterung nur gelegentlich – Düngen brauchen Sie ihn gar nicht. Lagern Sie den Baum dagegen hell und warm, sollten Sie ihm entsprechend mehr Pflege zukommen lassen.

Vermeiden sollten Sie bei einer kalten Überwinterung eine starke Sonneneinstrahlung, die während eines milden Winters keinesfalls ausgeschlossen ist. Die Sonnenstrahlen lösen in der Pflanze den Versuch einer Photosynthese aus, die jedoch scheitert, da die erkalteten Wurzeln des Baumes kein Wasser in die Blätter transportieren können, die in der Folge abfallen.

Wenn Bäume ihre Blätter verlieren, setzten viele Hobbygärtner dies mit dem Austrocknen der Pflanze gleich, gießen als Reaktion sogar noch intensiver und sorgen so für Staunässe und damit für das Verfaulen der Wurzeln, was den Tod des Baumes bedeutet. 

Daher sollten Temperatur und Lichtverhältnisse im gleichen Maße gedrosselt und erhöht werden. Um einen möglichst geringen Temperaturunterschied zwischen den Wurzeln und der Krone des Zitronenbaumes zu gewährleisten können Sie den Topf erhöht, entweder auf einer Styropor- oder Holzplatte platzieren.

Eine zunächst seltsam anmutende Lösung lautet, den Zitronenbaum so lange wie möglich draußen stehen zu lassen, da im Herbst Sonnenlicht und Temperatur in gleichem Maße zurückgehen und so beste Verhältnisse für die Zitrone herrschen. Ab Mitte bis Ende November können Sie den Zitronenbaum dann in sein Winterquartier verlagern.

Kontrollieren Sie während der Lagerung den Zitronenbaum regelmäßig auf etwaigen Befall durch Schädlinge, die sich im Winterquartier gerne auf den Pflanzen ausbreiten. An frostfreien Tagen lüften Sie die Räumlichkeiten gut durch, um für eine gute Luftfeuchtigkeit zu sorgen.

3. Den richtigen Zeitpunkt wählen

Der richtige Zeitpunkt
Je nach Region, in der Sie leben, sollten Sie Ihren Zitrinenbaum früher oder später in sein Winterquartier bringen.

Die Wahl des richtigen Zeitpunkts für die Überwinterung richtet sich nach der Region, in der Sie leben. Sollten Sie in einem milden Gebiet, womöglich entlang eines Flusses im Westen und Südwesten Deutschlands leben, bringen Sie die Zitronen ab Mitte November in ihr Winterquartier.

In einem milden bis kalten Gebiet, etwa in der Mitte und im Norden des Landes, ist für den Zitronenbaum bereits ab Anfang November die Zeit im Freien beendet. Wohnen Sie in kalten Gebieten im Osten, Südosten oder gar in höheren Lagen? Dann geht es für den Zitronenbaum bereits Mitte bis Ende Oktober nach Drinnen.

Umgekehrt können Sie für das Auswintern des Baumes, also das Rückführen ins Freie, folgende Faustregeln beachten: In milden Gebieten können Sie den Baum ab Anfang April wieder nach Draußen bringen. In milden bis kalten Gebieten warten Sie bis Mitte April und in vorwiegend kalten Gebieten kommt der Zitronenbaum erst Anfang Mai wieder ins Freie.

Davor sollten Sie den Baum wieder in Form schneiden. Achten Sie darauf, den Baum wieder langsam an die äußere Umgebung zu gewöhnen, ohne ihn zu sehr der Sonne auszusetzen – idealerweise bringen Sie ihn an einem wolkigen Tag nach Draußen. Auch vereinzelt nach der Auswinterung auftretender Frost ist kein großes Problem, da Sie Ihren Zitronenbaum auch gut mit einer Decke schützen können.

4. Weiterführende Literatur zur Pflege von Zitruspflanzen

Zitruspflanzen: Zitrone, Orange, Kumquat & Co.
  • Monika Klock, Thorsten Klock
  • Herausgeber: BLV, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
  • Auflage Nr. 5 (07.07.2015)
  • Broschiert: 128 Seiten
Das große Ulmer-Buch der Zitruspflanzen (Pflanzen-Monographien)
  • Peter Klock
  • Herausgeber: Verlag Eugen Ulmer
  • Auflage Nr. 1 (17.04.2007)
  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Das kleine Buch der Zitruspflanzen: Herkunft & Botanik, Kunst & Kultur, Pflege & Genuss
  • Mina Honegger, Andreas Honegger
  • Herausgeber: Elisabeth Sandmann Verlag
  • Auflage Nr. 2 (06.03.2017)
  • Gebundene Ausgabe: 144 Seiten

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