Robomow: Rasenroboter und automatischer Rasenmäher im Test

Rasenmähen ist eine zuweilen lästige Pflicht: Zwar tut die Bewegung an frischer Luft sicherlich gut, doch manchmal hat man einfach keine Zeit. Pollenallergiker haben zudem grundsätzlich eher wenig Freude am Rasen stutzen: Der aufgewirbelte Blütenstaub kann allergische Reaktionen bis zum ernsten Schock hervorrufen.

Wie schön wäre es da, einfach den Schuppen zu öffnen und ein dienstbarer Geist kommt heraus und erledigt den lästigen Grünschnitt für seinen Herrn... klingt nach Science-Fiction? Nicht unbedingt. Roboter-Rasenmäher, besser unter dem geschützten Namen "Robomow" bekannt, können seit einigen Jahren die Greenkeeper-Funktion im eigenen Garten in Eigenregie unternehmen. Selbstständig rollen sie über den Rasen und schneiden ihn perfekt kurz. Aber funktioniert das wirklich? Wir haben die Roboterinvasion im Garten kurz gestoppt und die "künstliche Intelligenz" auf den Prüfstand gestellt.

Rasenroboter im Test

Rasenmäh-Roboter: Wie funktioniert das?

Ein Rasenmäh-Roboter ist eigentlich nicht intelligenter als ein Toaster - er macht nur, was man ihm sagt.

Die meisten Robomows fahren und mähen nur innerhalb eines Sensordrahtrings, der zuvor ausgelegt wird und Tulpen und Petunien vor dem gefräßigen Robotermesser schützt. Innerhalb dieses Areals fährt der Robomow den Rasen immer wieder ab, nach mehr oder weniger logisch-intelligenten Mustern. Sobald er den Begrenzungsdraht erreicht, kehrt er um. Ein Rasenroboter kann so programmiert werden, dass er jeden Tag den Rasen ein paar Millimeter stutzt - völlig autark.

Dies auch schon die größte Schwachstelle des Konzepts: Um selbstständig herumfahren zu können braucht der Robomow einen Akku, der relativ schwer ist und oft geladen werden muss - Rasenmähermotoren haben einen hohen Stromverbrauch. Dafür laden sich die Geräte in der Regel auch selbsttätig wieder auf, fahren an ihre Ladestation und sind für den Einsatz bereit.

Den Rasenschnitt entsorgt der Robomow über ein eingebautes Mulchersystem; dadurch wird der Rasenschnitt fein zerkleinert und wieder auf den Rasen ausgebracht. So muss kein Fangkorb entleert werden und der Rasen wird zusätzlich gedüngt. Da bei täglichem Einsatz nur ein paar Millimeter anfallen fällt der vermulchte Rasenschnitt gar nicht auf.

Mähroboter-Testkandidaten im Überblick

Vier Rasenroboter stehen zur Auswahl: Generell ist die automatische Rasenmährerei kein allzu billiges Vergnügen; der Lohn eines Gärtners liegt allerdings immer definitiv darüber. Die vier Geräte sind bezüglich Ausstattung, Technik und Qualität recht unterschiedlich geraten - ein abwechslungsreicher Test. 

Auch die Handhabung ist nicht immer einfach; dazu aber mehr in den einzelnen Testberichten. Hier erst einmal die Kandidaten in der Übersicht:

Robomow RM 400Zuchetti W08-BlitzAutomower 230CXJet-Line Rasen-Roboter
max. m²-Kapazität
5004003000ca. 500
Gewicht
ca. 10 kg8 kg10,7 kg10,6 kg
Mähleistung
150 W--130 W
Antriebsleistung
2x 75 W---
Schnitthöhe20-80 mm34-40 mm20-60 mm-
Lärmentwicklung
80 dB
-64 dB70 dB
Preis
1.395 €1.349 €2.699 €999 €

Robomow RM400 im Test

Der Robomow RM400 ist der einzige Rasenmäh-Roboter der diesen Namen wirklich tragen darf: Robomow ist, wie bei Taschentüchern oder Hartschaumplatten, bereits zu einem Produktgattungsbegriff geworden.

Der Robomow RM400 ist vergleichsweise günstig, die Marktführerschaft lässt sich allerdings nicht allein durch technische Innovation begründen: So muss das Signalkabel des RM400 relativ umständlich verlegt werden; der Akku hält nicht übermäßig lang und zudem ist das Gerät relativ laut. Auch die Programmierung könnte ein Update vertragen; so erscheint der Weg des Roboters über den Rasen nicht immer logisch und die Mähleistung ist auch nicht überall gleich gut. Enge Ecken und Kurven werden auch nicht immer sauber gemäht; dies ist allerdings ein allgemeines Problem.

Schwerer wiegt da schon die schlechte Einstellbarkeit der Schnitthöhe: Wer einen eher welligen Rasen hat, womöglich mit Wurzeln darin, wird seinen Robomow beim hilflosen Vor- und Zurückruckeln vor einem solchen Hindernis erleben; es sei denn man hat die Schnitthöhe hoch genug eingestellt.

Rasenroboter Robomow RM400: Pro und Contra

pro:

  • bei kurzem und ebenem Rasen gute Mähleistung
  • zufriedenstellende Autarkie
  • Preis

 

contra:

  • Akku
  • "unlogischer" Mähstil
  • fummeliger Aufbau des Signalkabels

Fazit

Mäht selbst - allerdings nicht allzu schlau

Mähroboter Zuchetti W08 Blitz im Test

Zuchetti ist eine hierzulande eher unbekannte Marke und wird im schweizerischen eher mit Gemüse oder Kochen assoziiert - wer sich bei der Suche Mühe gibt, findet schließlich ein italienisches Unternehmen für Robotertechnologie. 

Der dort hergestellte "W08 Blitz 4WD" ist vom Design her jedenfalls dem üblichen bodenstaubsaugerähnlichen Look der anderen Rasenroboter entwachsen, zudem glänzt er mit Allradantrieb und einem "patentierten Rasenerkennungssystem" was den Begrenzungsdraht angeblich überflüssig macht. Die Lithium-Ionen-Akkus sind ein klarer Pluspunkt, der sich auch in niedrigem Gesamtgewicht ausdrückt.

Prinzipiell mäht der "Blitz" ganz gut: Die Basisfunktion mähen und selbst wieder aufladen funktioniert perfekt, die "Rasenerkennung" eigentlich auch, allerdings nur auf kleinen Flächen. 

Auf großen Flächen hingegen ist die Programmierung überfordert: Die Maximalfläche wurde im Versuch nicht vollständig gemäht, es blieben Grasinseln zurück obwohl der "W08 Blitz" signalisierte, dass die Mäharbeit beendet sei.

Große Probleme offenbaren sich auch bei der Reinigung: Der "Blitz" ist wasserscheu, darf nicht bei Regen und allzu feuchten Gras eingesetzt werden und kann praktisch nur trocken gereinigt werden. Dies kann sehr mühsam sein - wenn doch Wasser ins Gerät läuft, sind Defekte sehr wahrscheinlich. Allgemein ist auch die Verarbeitungsqualität etwas weniger perfekt als bei den Konkurrenten.

Zuchetti W08 Blitz: Pro und Contra

pro:

  • gut auf kleinen Flächen
  • kräftiger Motor, gutes Design
  • Lithium-Ionen-Akkus
  • Rasenerkennungsystem ohne Draht (auf kleinen Flächen gut)

 

contra:

  • Starke Schwächen auf großen Flächen
  • Wasserundichtigkeit
  • Verarbeitung

Fazit

Flott, modern, italienisch - aber nicht ausgereift. Für den kleinen Garten jedoch gar nicht schlecht.

Rasenmähroboter Husqvarna Automower 230CX

Sicher ist es nicht vermessen, hier vom "Mercedes der Rasenmähroboter" zu sprechen. Der Husqvarma Automow 230CX klingt vom Namen her nicht nur wie ein Automobil der Oberklasse, sondern hat auch den Preis eines älteren gebrauchten Mittelklassewagens.

Vom Pionier Husqvarma, der 1995 den ersten Rasenroboter vorstellte, erwartet man also Präzision und fortschrittliche Technik. Dieser Erwartung wird er nur in Teilen gerecht: Zwar ist am Mähergebnis nicht zu rütteln, die Verarbeitung sehr gut und der Auftritt ansprechend, dennoch ist der Preis für technische Ausstattung des Geräts ein wenig hoch.

So muss der Automow mit einem Begrenzungsdraht im Zaum gehalten werden, auch die Nickel-Metallhydrit-Akkus überzeugen nicht wirklich.

Dafür gibt es ein beleuchtetes Display, einen umfangreichen Diebstahlschutz und ein Design, das eher an einen noblen Sportwagen erinnert. Mit etwa 64 dB ist der Automower auch erfreulich oberklassen-leise. Die Reichweite ist darüber hinaus enorm: 3000 m² sind möglich, mit den mitgelieferten 400 m² Begrenzungskabel sind diese allerdings schwer abzustecken.

Husqvarna Automower 230 ACX: Pro und Contra

pro:

  • leise
  • Design
  • Leistung: Keine nennenswerten Schwächen

 

contra:

  • NiMH-Akkus
  • Preis
  • fummeliger Aufbau des Signalkabels

 

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Fazit

Nobel und funktionell ohne Schwächen, aber nicht billig und technisch leicht veraltet

Jet-Line Rasen Roboter im Test

Der Jet-Line Rasen-Roboter ist ein Gerät mit vielen Fragezeichen: Zum einen ist er deutlich günstiger als die Konkurrenz, zum anderen stellt sich die Frage nach dem Hersteller. Weder die Präsentation auf der Website noch die Produktbeschreibung sind in fehlerfreiem Deutsch gehalten. 

Ansonsten bietet der Jet-Line Hausmannskost: NiMH-Akkus mit 8 Stunden Ladezeit, eine maximale Fläche von 500 m² und die Steuerung über den Begrenzungsdraht sind Standard. Seine Mähaufgabe erledigt der rote Roboter auch recht ordentlich, die Frage ist nur wie lange die Technik hält.

Angesichts des Preises und der vermutlich ostasiatischen Herkunft des Geräts stellt sich naturgemäß die Frage nach der Ersatzteilversorgung, auch überzeugt die Verarbeitung nicht auf ganzer Linie. Positiv ist allerdings die Robotergarage zu bewerten: Sieht zwar aus wie in Schlumpfhausen, hält aber den wasserscheuen Roboter trocken. Auch der Jet-Line ist nämlich "nicht ganz dicht".

Jet-Line Rasen Roboter: Pro und Contra

pro:

  • Preis
  • "Garage"
  • Mähleistung ist in Ordnung

 

contra:

  • Akku
  • "Herkunftsumstände"
  • Ersatzteilversorgung
  • wenig Signalkabel (100 m)

 

Fazit

Günstig und funktionell - lange Haltbarkeit mit Fragezeichen

Robomow-Test Gesamtfazit

Die Zukunft hat im Garten definitiv angebrochen - allerdings eine Zukunft mit Schwächen. Wer vom "wartungsfreien Rasenknecht" träumt, wird leider ein wenig enttäuscht sein. Denn speziell die Kanten und die "komplizierteren" Stellen eines Rasens werden von einem Robomower in der Regel nicht erfasst.

Der regelmäßige Schnitt, vielleicht sogar jeden Tag, bekommt zwar dem Rasen gut aber nicht unbedingt den Nerven: Alle Geräte arbeiten weder besonders schnell noch besonders leise - wenn man selbst im Garten sitzt, kann der kleine mähende Freund etwas nerven.

Ansonsten haben alle Geräte individuelle Stärken und Schwächen die mal mehr und mal weniger nervig, aber alle angesichts der durchweg hohen Preise der Geräte ärgerlich sind. Dennoch: Wer zum Rasenmähen partout keine Zeit oder Lust hat, dem sei ein Rasenroboter empfohlen, in diesem Fall das Robomow-Modell. Dieser ist in unserem Vergleich Test- und Preis-Leistungssieger geworden.

Rasenroboter Testsieger

Er ist eine Klasse für sich - auch und gerade beim Preis. Trotzt etwas veralteter Technik und der Steuerung per Begrenzungsdraht ist der Husqvarna Automower 230 ACX eine Empfehlung für Leute, die sich auf ihrem 3.000 m²-Grundstück zwar einen Rasenroboter, aber keinen Gärtner leisten können.

Qualität, Verarbeitung und die Ausgereiftheit des Konzepts sprechen einwandfrei für das schwedische Nobelgefährt, genauso wie die Tatsache, dass er sich beim Mähen keine Fehler erlaubt und die Programmierung des Geräts auch ohne Ingenieursdiplom vorgenommen werden kann.

Rasenroboter Preis-Leistungs-Sieger

Diese Wahl fällt ein bisschen schwer, aber der Jet-Line Rasen Roboter ist unser Preis-Leistungssieger, auch wenn wir über den Hersteller kaum etwas in Erfahrung bringen konnten. 

Wenn er ein paar Jahre hält, kann man schon zufrieden sein, denn seine Sache macht er nicht besser und nicht schlechter als die Konkurrenzmodelle. Er ist mäßig laut, seine "Garage" ist trotz Schlumpfoptik ein praktischer Einfall und die Ausstattung geht in Ordnung. Alles in allem: Für rund 1000 Euro ist der Einstieg in die Zukunft der Rasenpflege möglich - wenn Kundensupport und Grammatik der Bedienungsanleitung für Sie nicht das Maß aller Dinge sind.

Weiterführende Informationen

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Bildnachweis
1. "Rasenroboter": https://pixabay.com/de/rasenm%C3%A4her-roboter-gras-414252/

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