Labyrinth: Irrgarten anlegen
Ganz so pompös und ehrwürdig muss er nicht sein, der persönliche Irrgarten auf dem eigenen Grund und Boden. Der Zauber und auch die mystische Tiefe eines Labyrinth fasziniert jedoch auch in kleinerem Maßstab. Auf dieser Seite kann man erfahren, wie ein Irrgarten angelegt werden kann, welche die traditionellen Bauformen sind und wie viel Platz ein Irrgarten braucht.
Zunächst geben wir aber einen Einblick in die Geschichte des Irrgartens und dessen geheimnisvolle Bedeutung.
Irrgarten anlegen
Labyrinth: Geschichte und Bedeutung
Labyrinthe sind seit der Antike bekannt, das wohl berühmteste antike Labyrinth befindet sich auf Kreta im Palast von Knossos. Dort ließ der kretische König Minos der griechischen Mythologie zufolge ein Labyrinth errichten. in welches das Fabelwesen Minotaurus, eine Kreatur halb Mensch, halb Stier, eingesperrt wurde.
Seit dieser Zeit haben Labyrinthe die Menschen fasziniert, die ersten nicht-antiken Labyrinthe findet man allerdings erst wieder ab dem 16. Jahrhundert. In Verona wurde zu diesem Zeitpunkt auf dem weiten Grundstück eines Palastes ein Irrgarten angelegt – dieser sollte freilich keine Minotauren einsperren, sondern der Belustigung der Bewohner und ihrer Gäste dienen.
Labyrinthe können seither in hauptsächlich drei Formen unterschieden werden – natürlich ist der Kreativität bei der Anlage keine Grenze gesetzt.

- Kretisches Labyrinth (sieben Umgänge)

- Römisches Labyrinth (vier Quadranten)

- Christliches Labyrinth (elf Umgänge)
Labyrinthe: Nur zum Verirren?

Labyrinthe sind allenfalls für Kinder nur zum Verirren da. Insbesondere in der christlichen Mystik sind Labyrinthe ein Ort für Mediation und innere Einkehr. Laien halten Wände und Unübersichtlichkeit für die zentralen Merkmale eines Labyrinthes, insbesondere christliche Labyrinthe werden jedoch oft völlig ohne Wände, nur angedeutet durch Wege oder Linien auf dem Boden, errichtet.
Der Weg durch dieses Labyrinth soll daher auch nicht der Unterhaltung, sondern der Kontemplation dienen. Ob dies wirklich die wahre Funktion der Labyrinthe ist, bleibt umstritten: Das Wissen um den Ursprung der Labyrinthe ging Wissenschaftlern zufolge bereits in der Antike verloren – die von ihnen ausgeübte Faszination jedoch keineswegs.
Irrgarten anlegen
Wenn Sie selbst einen Irrgarten anlegen möchten, brauchen Sie dafür zunächst einmal etwas Platz; im Reihenhausgarten werden Sie nur begrenztes "Verirrpotential" erzeugen können. Ein großer Irrgarten wird am besten aus Hainbuchen oder immergrünen Sträuchern wie Lebensbäumen oder Zypressen gepflanzt und hat viele Windungen und Ecken.
Ob der Irrgarten ein definiertes Zentrum hat oder nicht, bleibt Ihnen überlassen. Es kann auch schön sein, einfach nur einen verschlungenen Pfad durch den Garten zu bauen. Darüber hinaus muss ein Irrgarten keinesfalls eine immergrüne Monokultur sein: Die Gestaltung mit Blumen und Pflanzen wie beispielsweise Kletterrosen oder Clematis gibt Ihrem Irrgarten viele schöne Farbtupfer und macht das Verirren zu einem Vergnügen.
Irrgarten für kleinere Gärten
Wenn Sie nur einen kleinen Garten haben sollten, müssen Sie nicht auf die Schönheit eines Labyrinthes oder kleinen Irrgartens verzichten – die Darstellung erfolgt in diesem Fall allerdings eher symbolisch. Nehmen Sie einfach eines der klassischen Labyrinthe zum Vorbild oder entwerfen Sie selbst einen eigenen kleinen Irrgarten, den Sie mit Steinen auf dem Boden auslegen können. Ein Vorbild hierfür kann das Rasenlabyrinth aus unserem Beitrag sein.
So können Sie selbst mit kleinen weißen oder grauen Kieseln auf weniger als einem Quadratmeter die ganze Symbolik des Labyrinths entfalten – und wenn es nur in einem Blumentopf ist.
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Bildnachweis
Titelbild: © Fooody / pixelio.de
3 Labyrintharten: gemeinfrei, Quelle: wikipedia.de
Rasenlabyrinth: Quelle: Wikipedia; Foto: CTHOE; Lizenz: Creative Commons by-sa 3.0 de / Kurz




