Himbeeren pflanzen und pflegen

Die Himbeere wird von Botanikern als Rubus idaeus bezeichnet und gehört zur Familie der Rosengewächse. An einem sonnigen Standort mit humusreichem und lockerem Boden gedeiht der sommergrüne Scheinstrauch besonders gut. Seine Früchte lassen sich sortenspezifisch im Sommer oder Herbst ernten und frisch genießen.

Himbeeren an Rute

Sortenvielfalt der Himbeeren

Wenn Sie ein neues Himbeerbeet anlegen wollen, sollten Sie beim Anbau auf keimfreie und sortenechte Jungpflanzen aus dem Fachmarkt zurückgreifen. Ableger aus benachbarten Gärten werde zwar gerne verschenkt, sollten aber besser nicht im Obstgarten kultiviert werden, da Pflanzen aus Hobbygärten oft unbemerkt mit Pilzerregern oder Viren infiziert sind und daher nur schlecht oder gar nicht gedeihen.

Beim Anbau und der Pflege von Himbeeren muss zwischen den zwei Kulturformen der Sommerhimbeeren und der Herbsthimbeeren unterschieden werden.

Merkmale und Pflege der Sommerhimbeeren

Die Sommerhimbeere wird auch als frühe Himbeere bezeichnet, da ihre Ernte bereits zwischen Juli und September erfolgt.

Diese Himbeersorte ist ein sogenanntes Zweijahrsgehölz, sie fruchtet demnach an zweijährigem Holz und trägt nur einmal jährlich Früchte.

Nach erfolgter Ernte werden nur die in diesem Jahr fruchttragenden, also alten Ruten auf Bodenhöhe abgeschnitten. Die jungen, einjährigen Triebe bleiben im Herbst stehen und bilden die Grundlage für ein neues Fruchtwachstum im kommenden Jahr.

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl besonders beliebter Sommerhimbeeren, die für den Anbau im heimischen Obstgarten geeignet sind:

  • Die mittelfrühe Sommerhimbeere Meeker ist besonders ertragsreich und leicht pflückbar. Ihre großen Früchte sind dunkelrot und fest.
  • Die Sommerhimbeere Glen Ample ist stachellos und entwickelt süße Früchte. Diese Sorte ist mit einer maximalen Wuchshöhe von 2 Metern besonders gut für den Anbau in kleinen Gärten geeignet.
  • Die Sorte TulaMagic bildet sehr große Früchte mit intensivem Geschmack. Diese Himbeerpflanzen gelten als besonders robust und winterhart.

Merkmale und Pflege der Herbsthimbeeren

Früchte der späten Himbeersorte "Herbstgold" werden hellorange.
Bunte Himbeeren

Die Herbsthimbeere, auch als späte Himbeere bekannt, bildet ihre Früchte an einjährigen Ästen und kann im Spätherbst zwischen August und Oktober geerntet werden. Im November werden sämtliche Himbeerruten bodennah abgeschnitten und anschließend vernichtet.

Wenn Sie den Rückschnitt im Winter unterlassen, trägt die späte Himbeere im Frühjahr erneut Früchte, sie lässt sich also zweimal ernten. Der Ernteertrag im folgenden Herbst fällt dann allerdings entsprechend gering aus – Hobbygärtner entscheiden sich daher meistens für einen winterlichen Rückschnitt und nur eine jährliche, dafür aber üppige Ernte.

Folgende Herbsthimbeeren lassen sich einfach im eigenen Garten anbauen:

  • Die alte Herbsthimbeere Autumn Bliss ist sehr verbreitet und besonders beliebt. Sie gilt als äußerst robust und bildet große, dunkle Früchte.
  • Die Sorte Aroma Queen ist sehr schmackhaft und bildet große, feste Früchte.
  • Früchte der Himbeersorte Herbstgold sind hellorange und recht klein. Sie eignen sich besonders gut für den Frischverzehr.

 

Tipp: Pflanzen Sie dornenfreie Himbeersorten an. Hier können auch kleine Kinder gefahrlos bei der Ernte helfen.

An einer sonnigen Hauswand steht die Himbeere windgeschützt.
Himbeerpflanze an Hauswand

Ansprüche und Anbau der Himbeere

Der ideale Standort der Himbeere ist ein windgeschützter und sonniger Platz im Obstgarten. Sie gedeiht aber auch im mäßigen Halbschatten noch gut, wenn der Lehmboden neutral bis sauer sowie humusreich und tiefgründig ist.

Wählen Sie zudem einen Standort, auf dem bisher noch keine Himbeerpflanzen kultiviert wurden, um einer Bodenmüdigkeit entgegenzuwirken.

Ein hoher Grundwasserspiegel unterstützt das gesunde Pflanzenwachstum der feuchtigkeitsliebenden Flachwurzler, andauernde Staunässe wirkt sich hingegen negativ aus.

Ebenso darf der Boden nicht zu sehr verdichtet sein, da Himbeeren schnell schädliche Wurzelerkrankungen entwickeln können.

Tipp: Wählen Sie breite Abstände von bis zu 150 cm zwischen Ihren Himbeerreihen, um den Boden beim Betreten des Beetes nicht übermäßig zu verdichten.

Der perfekte Pflanzzeitpunkt der Himbeere ist der Herbst. Über den Winter können die wurzelnackten Jungpflanzen gut anwachsen und sich ideal entwickeln, bevor das Pflanzenwachstum nach der Winterruhe im Frühjahr einsetzt.

Himbeeren werden häufig als pflanzfertige Containerware verkauft. Diese kann prinzipiell ganzjährig eingesetzt werden, eine Herbstpflanzung hat sich jedoch auch hier bewährt. Zudem erzielen Sie bei einer Pflanzung im Herbst eine ergiebigere Ernte als bei zeitiger Frühjahrspflanzung.

Himbeerjungpflanzen werden in Reihe gepflanzt.
Jungpflanze im Beet

Himbeere richtig pflanzen

Für ein Himbeerbeet mit drei Reihen sollten Sie eine Fläche von etwa 4x3 Meter (Länge x Breite) einplanen. Für eine gute Durchlüftung und eine ausreichende Menge Licht sorgt der ideal gewählte Pflanzabstand.

Zu eng gesetzte Pflanzen wachsen nur schlecht, tragen weniger Früchte und erschweren die Ernte, da viele Himbeersorten Dornen tragen.

Daher sollten Sie zwischen den einzelnen Reihen einen Abstand von 120-150 cm einhalten. Setzen Sie die Jungpflanzen in der Reihe in einem Pflanzabstand von 40 cm ein – pflanzen Sie demnach 6-7 Himbeerpflanzen in eine Reihe.

Tipp: Idealerweise setzen Sie Jungpflanzen auf ein rund 20 cm erhöhtes Hügelbeet, um schädlicher Staunässe vorzubeugen.

Das Pflanzloch sollte in Breite und Tiefe der Größe des Wurzelballens entsprechen. Experten empfehlen das zusätzliche Einbringen von halbverrottetem Kompost in das ausgehobene Pflanzloch – diese Maßnahme wirkt sich positiv auf das Wurzelwachstum aus.

Setzen Sie die Jungpflanzen nun so ein, dass die Knospen am Wurzelballen mit einer etwa 5cm hohen Erdschicht bedeckt sind. Drücken Sie die Erde abschließend leicht fest und wässern Sie sie gut an.

Tipp: Während Sie mit dem Aushub der vielen Pflanzlöcher beschäftigt sind, sollte der Wurzelballen wurzelnackter Jungpfanzen 10-15 Minuten gewässert werden, um ein leichteres Anwachsen im Beet zu ermöglichen.

Eine Rankhilfe stützt die Himbeerruten.
Rankhilfe im Hintergrund

Rankhilfe für Himbeeren

Himbeeren sind Spreizklimmer und lassen sich durch eine gezielte Anordnung der jungen Triebe zu Formgehölz erziehen – so dienen viele Himbeerreihen als natürlicher Sicht- oder Windschutz.

Sie können auch platzsparend an Zäunen entlangwachsen und die optisch unansprechenden Flächen begrünen.

Für den Anbau im freien Feld ist eine Rankhilfe unverzichtbar. Die aufwärts strebenden Ruten der Himbeere können sich an die Stütze anlehnen und so leichter hochwachsen.

Für das Errichten einer Rankhilfe setzen Sie zwei Holzpfähle in einem Abstand von 3 Metern ins Beet ein und spannen zwischen diese drei Drähte oder Leinen in unterschiedlichen Höhen, etwa in 50 cm, 100 cm und 150 cm Höhe.

Führen Sie die jungen Ruten bei erreichter Höhe einfach um die Spanndrähte – ein zusätzliches Befestigen ist bei windgeschützten Standorten nicht nötig.

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Himbeeren schneiden und pflegen

Nach erfolgtem Rückschnitt im Winter bildet die Himbeere im Frühling neue Triebe.
Junger Trieb im Frühling

Sommer- und Herbsthimbeeren werden stets getrennt angebaut, da sie sich im Zeitpunkt des Rückschnitts unterscheiden – späte Himbeeren werden jährlich, frühe Sorten alle zwei Jahre im Winter geschnitten.

Im Jahr der Pflanzung werden nur zwei Ruten und im Folgejahr zwischen vier und fünf Ruten stehengelassen. Dies ermöglicht ein ideales, aber kontrolliertes Pflanzenwachstum und beugt einer unerwünschten Feuchtigkeit der Blätter vor.

Schwache oder kranke Ausläufer werden bodennah abgeschnitten. Auch schief strebende Ruten sind unerwünscht und werden auf Bodenhöhe entfernt und vernichtet.

Tipp: Decken Sie frische Schnittstellen mit Erde ab. So beugen Sie der Rutenkrankheit vor.

Himbeerpflanzen gelten generell als pflegeleicht und anspruchslos. Eine Düngung im März oder April ist möglich, aber bei nährstoffreichen Böden nicht verpflichtend. Wählen Sie hier speziellen Himbeerdünger oder chloridfreien Minderaldünger.

Vermeiden Sie ein Hacken im Himbeerbeet, denn Himbeeren sind flachwurzelnde Pflanzen – ihre Wurzeln befinden sich also unmittelbar unter der Oberfläche und können schnell verletzt werden. Ein regelmäßiges Mulchen mit einem Gemisch aus Rasenschnitt und Herbstlaub ist die ideale Alternative: Der Boden wird aufgelockert, die Himbeerpflanze wird vor einem übermäßigen Feuchtigkeitsverlust bewahrt und Unkraut bereits im Keim erstickt.

Tipp: Eine dauernde Humusdecke aus Laub, Holzwolle, Torf oder Stroh dient als ideale zusätzliche Schutzschicht.

Die Spinnmilbe ist nur bis zu 0,8 mm klein und ernährt sich vom Pflanzensaft. Sie spinnt feine Netze an der Blattunterseite.
Spinnmilbenbefall

Krankheiten und Schädlinge

Die Himbeerpflanze gilt als sehr anfällig für Wurzelerkrankungen. Besonders häufig kommt es zur Roten Wurzelfäule, bei der betroffene Wurzeln absterben, woraufhin sich die Blätter bläulich, später bräunlich verfärben. Infolgedessen kommt es zu einem vollständigen Ernteausfall oder dem Absterben des Himbeerstocks.

Vorbeugend müssen Sie auf einen lockeren und nicht zu feuchten Boden achten. Wird das Himbeerfeld regelmäßig betreten, muss die festgetretene Erde anschließend wieder vorsichtig gelockert werden.

Die Rutenkrankheit stellt die häufigste Gefahr für den Himbeeranbau dar. Sie erkennen erkrankte Pflanzen an sich schnell ausbreitenden blauen Flecken an der Rinde – vorwiegend zu beobachten an jungen Trieben.

Von der Pilzinfektion betroffene Ruten müssen schnellstmöglich bodennah abgeschnitten werden, idealerweise wird sogar etwas Erde abgetragen und der Trieb unterirdisch entfernt. Vorbeugend sollten Sie beim Rückschnitt im Winter nie zu viele Ruten stehen lassen und Schnittstellen mit Erde abdecken.

Ebenso gilt es Verletzungen der Rinde zu vermeiden – durch Schnittstellen dringen die Pilzsporen in das Rindengewebe ein und breiten sich anschließend aus.

Vergilbte Blätter können ein Hinweis auf Magnesiummangel sein. Düngen Sie mit Kiserit oder geben Sie magnesiumhaltigen Dünger.

Auch Schädlinge befallen die Himbeerstöcke, besonders häufig findet man Blauläuse, Spinnmilben oder Gallmilben an den zarten Blättern. Zur biologischen Bekämpfung sind Insektizide mit Rapsöl für den Einsatz im heimischen Obstgarten erlaubt.

Reife Himbeeren lassen sich frisch genießen oder variationsreich weiterverarbeiten.
Frische Himbeeren

Ernte und Verarbeitung reifer Himbeeren

Viele Himbeeren eignen sich sowohl zum Frischverzehr als auch zur Weiterverarbeitung. Die Ernte fällt sortenspezifisch in den Spätsommer oder Herbst. Zahlreiche Himbeerpflanzen sind mit scharfen Dornen ausgestattet, was die Ernte der kleinen Beeren zusätzlich erschwert.

Frisch gepflückt halten sich die Himbeeren in kühlen Räumen nur wenige Tage und sollten schnell verarbeitet oder frisch genossen werden.

Tipp: Lagern Sie die Himbeeren immer nebeneinander und waschen Sie sie nur kurz ab, so beugen Sie unappetitlichen Druckstellen und einem Aromaverlust vor.

Eine kühle Himbeer-Sahne-Creme aus eigenen Himbeeren und Naturjoghurt schmeckt erfrischend und leicht.
Himbeer-Sahne-Creme

Rezept für eine Himbeer-Sahne-Creme

Zutaten für 2 Portionen:

  • 150g frische Himbeeren
  • 250g Naturjoghurt
  • 40g Puderzucker
  • 100 ml süße Sahne (30% Fett)
  • 1/2 Pck. Vanillezucker


Zubereitung:
Den Naturjoghurt mit dem Puderzucker verrühren, bis eine homogene Masse entsteht. Die Sahne mit dem Vanillezucker vermengen und mit einem Handrührgerät auf höchster Stufe steif schlagen. Anschließend die Sahne mit Hilfe eines Rührlöffels unter den Joghurt heben.

Die frischen Himbeeren nur kurz abspülen und vorsichtig trockentupfen. Nach Belieben einen Teil der Himbeeren musen und durch ein Sieb geben, um letzte grobe Stücke zu entfernen. Das Mus nun unter den Joghurt mengen.

Abschließend den Joghurt und die übrigen Himbeeren abwechselnd in zwei kleinen Dessertgläsern schichten und kalt servieren.

Tipp: Zerkleinern Sie Baiser in einer Plastiktüte mit Hilfe eines Küchenbretts und geben Sie die feinen Stücke als knusprige Schicht zwischen den Joghurt und die Himbeeren. Das leichte Schaumgebäck bildet einen farblichen und geschmacklichen Kontrast zur Himbeer-Sahne-Creme. Alternativ eignet sich auch süßes Löffelbiskuit.

Guten Appetit!

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Weiterführende Informationen

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Bildnachweis
1. "Wilde Himbeeren an Rute" (wild raspberries) von (kahvikisu), Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten und farblich korrigiert
2. "Gelbe und rote Himbeeren" (Originalbild): Filip Kruchlik (BubbleJuice), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
3. "Himbeere wächst an Hauswand" (Raspberries!) von Linda N., Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten und farblich korrigiert
4. "Himbeerjungpflanze" (Originalbild): Karolina (Kaboompics), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
5. "Himbeeren mit Rankhilfe im Hintergrund" (five_raspberries) von (istolethetv), Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten und farblich korrigiert
6. "Neuer Trieb der Himbeere" (raspberry shoot) von Andrew Fogg, Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten und farblich korrigiert
7. "Spinnmilbe an Blattunterseite" (Tetranychus urticae) von Gilles San Martin, Flickr, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten und farblich korrigiert
8. "Himbeeren in Nahaufnahme" (Originalbild): Daria Glodowska (DGlodowska), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
9. "Himbeerdessert" (Raspberry Yoghurt Cups) von Saaleha Bamjee, Flickr, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten und farblich korrigiert

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