Rasen vertikutieren

Rasen vertikutieren

Ein sattgrüner, dichter Rasen ist der Traum vieler Gartenbesitzer. Doch für einen solchen Rasen ist ein konsequentes Pflegeprogramm unbedingte Voraussetzung. Neben wässern, düngen und mähen sollte der Rasen ein bis zweimal im Jahr vertikutiert werden.

Dabei wird Rasenfilz entfernt und es kommt wieder Luft, Licht, Wasser und Nahrung an die Wurzeln. Vertikutierer gibt es in unterschiedlichsten Ausführungen: mechanisch, elektrisch, benzinbetrieben und als Kombigeräte für vertikutieren und lüften.

Wann, wie und womit man seinen Rasen vertikutieren sollte, hängt unter anderem davon ab, in welchem Zustand der Rasen ist, wie alt und wie groß die Rasenfläche insgesamt ist.

Rasenzustand: Moos, Rasenfilz und verdichteter Boden

Bevor die genaue Behandlung geplant werden kann, sollten Sie sich Ihren Rasen genauer ansehen. Welche Probleme finden sich? Moos beispielsweise, lässt sich durch vertikutieren gut entfernen, allerdings wird das nicht lange wirken, wenn die Ursache nicht erkannt und beseitigt werden.

Vertikutieren entfernt Moos und abgestorbene Pflanzenteile.
Vertikutieren entfernt Moos und abgestorbene Pflanzenteile.

Mögliche Ursachen für einen stark vermoosten Rasen:

  • sauerer Boden
  • zu wenig Dünger
  • falsche Rasenmischung für Schattenbereiche
  • Staunässe

Also bitte einen Bodentest machen, entsprechend kalken, düngen, nachsäen oder auch lüften und sanden. Dazu mehr beim Abschnitt Vor- und Nachbereitung.

Rasenfilz ist eine Schicht am Grund des Rasens aus unverrrotteten Pflanzenteilen (Rasenschnitt), abgestorbenen Wurzeln und quertreibenden Gräsern, die wiederum Seitentriebe bekommen. Ist diese Schicht zu dick und dicht, ist das der Rasengesundheit nicht gerade förderlich. In dieser feuchten Schicht haben Pilzsporen ein leichtes Spiel und es fehlt an Licht und Luft.

Ein verdichteter Boden führt zu Staunässe und dadurch zu besseren Bedingungen für Moos. Gleichzeitig bekommen aber die Wurzeln des Rasens unter Umständen zu wenig Wasser und Luft.

Die Durchlässigkeit des Bodens ist ein wichtiges Kriterium für einen satten, gesunden Rasen.

Was ist vertikutieren – lüften – aerifizieren?

Die Begriffe werden sehr häufig unterschiedlich gebraucht und eine klare Abgrenzung ist tatsächlich schwierig, da selbst die Hersteller verschiedener Geräte keine einheitliche Begriffsdefinition haben.

Ein vertikutierter Rasen (rechts) bekommt wieder Luft und Wasser.
Ein vertikutierter Rasen (rechts) bekommt wieder Luft und Wasser.

Am bekanntesten ist das Vertikutieren (wird übrigens mancherorts auch vertikulieren genannt, was als Nebenform auch im Duden zu finden ist). Hierbei wird die Grasnarbe bis zu 3 mm tief aufgeschnitten und mit den Messern wird gleichzeitig Moos und Filz aus dem Rasen gehoben.

Es wird Rasen vertikutieren oder lüften gesagt und teilweise ist damit das selbe gemeint.

Meist ist mit Lüften jedoch das "Auskämmen" des Rasenfilzes gemeint - ohne die Grasnarbe aufzuschneiden. Rasenlüfter haben eher eine Art Drahthakenwalze, die den Rasen durchkämmt. Die Begriffe werden aber gelegentlich synonym verwendet.

Um die Begriffsverwirrung komplett zu machen, wird der Begriff des "Rasen-lüftens" teilweise auch benutzt, wenn es um das sogenannte Aerifizieren geht. Dabei werden Luftlöcher einige Zentimeter tief in den Boden gestochen. Bei manchen Geräten sogar mit kleinen Hohlröhren, die die ausgestochene Erde auswerfen.

Wie Sie Ihren Rasen richtig vertikutieren

Vertikutieren unterstützt den Rasen beim Wachstum und sorgt für eine gleichmäßige Narbenbildung. Wird jedoch nicht richtig vertikutiert, kann der Rasen geschädigt werden. Sie sollten daher grundlegende Regeln beachten.

Kahle Stellen lassen sich gut nachsäen.
Kahle Stellen lassen sich gut nachsäen.
  • Nur eingewachsenen Rasen vertikutieren (2 – 3 Jahre alt, gilt auch für Rollrasen)
  • Einmal jährlich, am besten den Rasen im Herbst vertikutieren. Wenn Sie Ihren Rasen im Frühjahr vertikutieren, bitte erst ab 8 Grad Bodentemperatur. Zweimal im Jahr nur bei der Erstbehandlung oder nach jahrelanger Pause.
  • Bevor Sie Ihren Rasen vertikutieren, düngen Sie ihn einige Tage zuvor (bei trockenem Wetter Dünger manuell einregnen), damit sich der Rasen schnell regeneriert.
  • Rasen vorher kurz auf 2 – 3 cm mähen und Schnittgut entfernen.
  • Die gesamte Rasenfläche in nur einer Richtung vertikutieren. Bei viel Moos und/oder Rasenfilz – beispielsweise bei der ersten Anwendung eines Vertikutierers oder jahrelanger Pause – einmalig zusätzlich in der Gegenrichtung (quer). Sonst jährlich die Richtung wechseln.
  • Rasen gut abrechen.
  • Rasen erneut mit Fangkorb mähen (die langen, querwachsenden Stengel sind nun aufgerichtet und vom Rasenmäher erfassbar). Zusätzlich wird liegengebliebener und gelockerter Rasenfilz "aufgesaugt".
  • Bei Bedarf den Rasen erneut abrechen.
  • Leichtes Absanden, fördert die Durchlässigkeit des Bodens.
  • Kahle und dünne Stellen mit der passenden Rasensamenmischung nachsäen
  • Rasen ausgiebig wässern.
  • 2 – 4 Wochen Schonzeit für den Rasen einhalten und ihn nicht "belasten".

Richtig Vertikutieren: Tipps und Tricks

  • Mähen Sie den Rasen vorher noch einmal möglichst kurz (Schnitthöhe circa 3 cm)!
  • Düngen gegen Moos! Am besten eignet sich hierfür ein guter Eisendünger.
  • Vertikutieren Sie nur bei trockenem Boden! So schonen Sie zum Einen Ihren Vertikutierer und zum Anderen vermeiden Sie, dass zu viele Grasbüschel herausgerissen werden.
  • Vertikutieren Sie nur in eine Richtung! Ändern sie die Richtung im nächsten Jahr.
  • Vertikutieren Sie nur nach langjähriger Pause in Längs- und in Querrichtung!
  • Kahle Stellen nachsäen.
  • Anschließend gut bewässern!

Rasen vertikutieren von Hand?

Rasen von Hand lüften (aerifizieren)
Rasen von Hand lüften

Bei kleinen Flächen und guter körperlichen Kondition ist es durchaus möglich, den Rasen von Hand mit einem Vertikutierer durchzuarbeiten. Aber es ist anstrengend und erfordert ein konzentriertes Vorgehen.

Die Leistung eines elektrischen oder Benzin betriebenen Vertikulierers ist nicht nur größer, sie arbeiten auch genauer.

Diese Geräte schneiden maximal 3 mm tief in die Grasnarbe ein. Beim Vertikutieren von Hand, wäre eine solche Vorgabe unrealistisch. Versuchen Sie dabei so wenig tief, wie möglich mit dem Werkzeug in den Boden einzuschneiden – auf jeden Fall weniger als 1 cm – ansonsten beschädigen Sie das Wurzelwerk zu sehr.

Welche Geräte gibt es zum Vertikutieren?

Es gibt ein sehr breites und differenziertes Angebot an Vertikutierern, für den unterschiedlichsten Bedarf.

  • Schneidrechen oder Pendelvertikutierer für das Vertikutieren von Hand
  • Elektro-Vertikutierer
  • Benzin betriebene Vertikutierer
  • Kombigeräte, die zwei Walzen zum Austauschen haben. Eine davon zum Vertikutieren mit Messern und eine zum Lüften mit Drahthaken, etwa wie die Zinken eines Laubrechens.
  • Vertikutierer mit festen oder beweglichen Messern

    • Feste Messer sind zumeist günstiger und stabiler, nehmen beim Auftreffen auf Steine jedoch schneller Schaden und geben die Schlagwirkung auch auf die Antriebswelle weiter.
    • Bewegliche Messer benötigen einen komplizierteren Aufbau, sind jedoch nicht so anfällig und lassen sich leicht auswechseln.

Vertikutierer mit festen Messern
Vertikutierer mit festen Messern
Walze mit beweglichen Messern
Walze mit beweglichen Messern

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Weiterführende Informationen

Weiter zum nächsten Thema: Rasentypen: Spielwiese, Zierrasen, Sportrasen oder Landschaftsrasen

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Bildnachweis
1. "Rasen vertikutieren": © Riccardo Düring - gartencenter.de
2. "Vertikutieren entfernt Moos und abgestorbene Pflanzenteile.": © Riccardo Düring - gartencenter.de
3. "Ein vertikutierter Rasen (rechts) bekommt wieder Luft und Wasser."
4. "Kahle Stellen lassen sich gut nachsäen.": © Riccardo Düring - gartencenter.de
5. "Rasen von Hand lüften" (Originalbild): EugenesDIYDen, Lizenz: CC0 Public Domain / Pixabay
6. "Vertikutierer mit festen Messern": © Riccardo Düring - gartencenter.de
7. "Walze mit beweglichen Messern": © Riccardo Düring - gartencenter.de

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